Re: Komakorrektur
Hallo Tommy,
Ich kannte es ja aus der Erfahrung und hatte es weniger präzise so formuliert:
"Das zwar ist nicht dasselbe wie "nur eine Parabel", für den Beitrag des Komakorrektors aber schon. Der Komakorrektor kann also die Koma bis zu einer gewissen f/Zahl gut korrigieren, weil er bei langsamerer f/Zahl nur einen kleineren Ausschnitt der Parabel sieht."
die Sache mit der Parabel zu erklären ist unglücklich gewählt.
Genau wie 2 Kreise unterschiedlichen Durchmessers nun mal nicht Identisch sind gilt das auch für Parabeln mit unterschiedlichem Scheitelkrümmungskreis den wir hier als Krümmung des Spiegels betrachten.
Sie sind sich aber ähnlich da sich alle Parabeln genau wie alle Kreise immer gleich verhalten also immer die gleichen Formeln gelten.
Der Komakorrektor funktioniert übrigens durchaus auch an einem sphärischem HS, nur das dann natürlich eine dementsprechende sphärische Aberration besteht, die Koma ist aber korrigiert.
Das liegt einfach daran das auch ein sphärischer Newton fast die gleiche Koma im Feld zeigt wie ein Parabolischer.
Nun bleibt noch Karstens These, dass der Komakorrektor bei einem komafreien System umgekehrte Koma einführt. Ich habe das jetzt nur an einem 90/600 Triplett Apo ausprobiert, mit MPCC und 20mm 100° Explore Okular - da ist keine Spur von Koma am GF Rand zu sehen, weder nach aussen noch nach innen weisend. Das Bildfeld scheint sogar recht gut geebnet worden zu sein. Karsten kann das ja selber leicht nachprüfen.
Es ist schon so das Koma nur mit gleichgroßer inverser Koma zu korrigieren ist, das macht auch der Komakorrektor.
Stimm dieses Gleichgewicht nicht dann kommt es zwangsläufig zu einer Koma in der Richtung die überwiegt.
Das hatten wir ja schon in dem Thread diskutiert den Du verlinkt hattest.
http://forum.astronomie.de/phpapps/...678/Re_Der_MPCC_funktioniert_nicht#Post698678
Nun hab ich aber bei dem Refraktor dort ein Design verwendet welches die Koma im Feld perfekt korrigiert.
Nicht Jedes Refraktordesign muss das zwangsläufig tun.
Weiterhin kommt es in der Praxis bei Refraktoren praktisch immer auch zu einer gewissen Koma im Feld.
Das liegt daran das sich hier Fertigungstollerranzen entsprechend deutlich auswirken.
Daher dürfte die dort gezeigte inverse Koma in der Praxis weit weniger ausgeprägt sein.
Es wäre also noch interessant zu wissen:
- wie gross der Betrag der Bildfeldkrümmung im Vergleich zur Koma ist (also offaxis Spotgrösse bei den 2 Beispielen)
Die Wirkung der Bildfeldkrümmung lässt sich ja einfach ausrechnen.
Der Krümmungsradius des Bildfeldes entsprich der Brennweite des HS.
Wenn Du wissen willst wie groß der Defokus wegen der Bildfeldwölbung bei einem bestimmten Achsabstand ist lässt sich das ganz simpel über die Pfeiltiefe errechnen.
Ich will jetzt nicht den Thread hier mit Spots zupflastern.
Interessanter ist doch wie die Sache mit Komakorrektor aussieht.
Daher zeige ich mal Spots für die oben schon gewählten 2 Beispiele.
Mit Korrektor geht das jetzt aber nicht mehr mit Winspot.
Die Erleiterrung hab ich schon dazugeschrieben so das ich mir das hier schenke.