Neues Planetenteleskop

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ergosum333

Mitglied
Mir wurden im Profiforum folgende Geräte für die Planetenjagd
(macht mir am meisten Spaß) empfohlen und dazu habe ich noch kleine Fragen:
GSO
Das GSO 150/1200mm Classic Newton 150/1200 auf Montierung ADM - besonders massives Stahlrohrstativ, 2Achsen Schrittmotorsteuerung, Polsucher (Version ADM fot) inkl. Zubehör und Sucher kostet hier 948 Euro.

Wär das dann was für mich? Welcher Vorteil hat ein Stahlrohrstativ gegenüber einem Dreibein (wie beim zweiten Link).

oder:

TS Orion
Der zweite Tipp, das TS Newton mit 150mm Öffnung gibt es in drei Versionen die alle das gleiche Kosten sollen - wie kommt das ? (Die Preise gelten für alle drei Brennweiten - bitte geben Sie einfach bei der Bestellung die gewünschte Brennweite an).

Ja solangsam komme ich der Sache wohl näher. Beim zweitenLink ist allerdings keine Nachführung dabei.

Tja gibt es noch andere Tipps um Planeten gut zu sehen ?

Danke schon mal
 
Hallo Ergosum,

also, ein langbrennweitiger Newton ist für Planeten schon wirklich ein gutes Gerät. Die Newtons mit 150mm Öffnung und 1200mm Brennweite sind da schon wirklich gute Teile. Außerdem sind sie noch relativ günstig zu bekommen.

Alternativ zum Newton wäre ein Mak zu empfehlen. Die haben, trotz ihrer kurzen Bauweise, eine lange Brennweite und sind sehr transportabel. Allerdings dauert das Auskühlen ohne Lüfter schon eine ganze Zeit.

Die dritte Möglichkeit (falls du viel zu viel Geld hast): Kauf die einen Apo. Mit ihm hast du ebenfalls farbreine Abbildungen und dazu einen super Kontrast.

Wegen den Montierungen musst du dir von anderen Mitgliedern hier Auskunft geben lassen. Da kenne ich mich nicht so aus.

viele Grüße

Carsten
 
Ein langbrennweitiger Rafraktor (100/1300 bzw 100/1500) wäre ein ideales Planetengerät. Der Farbrestfehler ist schon sehr gering und das bei unobstruierten 100% Kontrast - ohne ewiges Spiegeljustieren und langes warten bis die optik ausgekühlt ist.

gruss hannes
 
100% Kontrast ist bei vorhandener Chromatischer Aberration
leider nicht möglich, egal ob unobstruiert oder nicht!

Ein hochkorrigierter Apochromat kommt schon eher an
die 100% Kontrast heran, ein Fraunhofer aber bei weitem
nicht, auch nicht wenn er dermassen langbrennweitig ist.

Maria
 
Hallo,

um auf Deine Fragen zurückzukommen:

- ein Stahlrohrstativ ist auch ein Dreibein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

hier scheiden sich halt die Geister: für manche ist ein Holzstativ das Nonplusultra (teuer und schwer: das Baader-Stativ), für manch anderen reicht das einfache China-Alustativ. Ich persönlich verwende ein altes, stabiles Vixen-Harholzstativ von der damaligen SP-DX und vermute, daß ein Stahlrohrstativ sicherlich stabiler ist, als ein leichtes, einfaches Standard-China-Stativ. Beide schwingen sicherlich mehr, als ein Holzstativ.

- TS -Orion

das alle Brennweiten gleich viel Kosten ist wohl reines Marketing: so ein bischen mehr Blech für die längeren Tuben, sollte auch ein wenig mehr Kosten. Da Du aber eh vorrangig Planeten beobachten willst, solltest Du den ab f/8 nehmen.


- Apo und dergleichen:

also einen Einsteiger nen Apo aufzuschwatzen finde ich nicht so passend: sicherlich könntest Du den 80 mm China-Apo-Refraktor nehmen, aber zum gleichen Preis siehst Du mit dem 6"-Newton mehr. Mein Tipp: kauf Dir ne gute´, ausbaubare Montierung, fang mit dem Newton an - und wenn Du gefallen am Beobachten findest, hast Du nicht viel Geld für die Optik verschenkt (denn so ein kleiner China-Apo bringt gebraucht nicht viel) und kannst dann die Montierung mit ner guten Optik photographisch nutzen.

Noch ein wenig zu mir: ich selbst beobachte seit 12 Jahren, habe seit 12 Jahren den Vixen Newton R-150S (kein so besonderer Planetenspezialist), verwende die Kombination aus SP und R 150 S als CCD-Plattform seit geraumer Zeit mit viel Erfolg und freue mich immer wieder auf den umwerfenden Kontrast meines Vixen 60/910 Achromaten bei der Planeten- und Mondbeobachtung! Also für meine Beobachtung aus der Stadt vermisse ich seit eben 12 Jahren keinen China- oder sonstigen Apo.

Viele Grüße

Heinz
 
Nicht 100%,bei f/15 aber nicht übel

Hallo Hannes,

Der Farbrestfehler ist schon sehr gering und das bei unobstruierten 100% Kontrast - ohne ewiges Spiegeljustieren und langes warten bis die optik ausgekühlt ist.
100% Kontrast ist leider nicht möglich,denn selbst ein 4"f/15 hat noch einen
zugegebenermaßen ausreichend geringen Farbfehler.
Der führt dazu,daß blau noch nicht scharfgestellt ist wenn du auf grünes Licht,
wo das Auge am empfindlichsten ist,fokussiert hast.Die Folge davon ist
Kontrastverlust.Dieser ist allerdings bei einem optimal justierten 4"f/15 FH
schon recht gering und deutlich besser als bei einem 4"f/10.

Darüberhinaus bin ich der Ansicht,daß 4" Öffnung für einen Planetenspezialisten
zu wenig ist,weil dessen Auflösungsvermögen nicht ausreichend groß ist um
die richtig spannenden Planetendetails zu enthüllen.

MfG,Karsten
 
Okay, mit den 100% hast Du recht.

Aber - sehen wir es mal aus Perspektive der Verhältnismässigkeit und der Usability ... man wird mit einem langbrennweitigem Refraktor am Planeten sicher die in dem Preissegment beste Lösung erhalten, alle Pro´s und Con´s einbezogen.

Gruss Hannes
 
Hi,
schönes teil - momentan super preis, aber für einen beginner vielleicht etwas zu schwierig bei der justage.

ich würde auch eher zu einem 5'' f/10 mak-cass greifen oder einemn 6'' mak-newton f/8 mit 15% obstruktion. die sind dank des gefalteten strahlengangs mit langer brennweite gut montierbar.

schönen gruß
 
Danke erstmal für die tollen Antworten, und wie das immer so ist werden neue Fragen aufgeworfen.

Kabisch:
Da Du aber eh vorrangig Planeten beobachten willst, solltest Du den f/8 nehmen

Warum ist f/8 besser wie f/11 Ich denke halt wahrscheinlich noch je größer, länger breiter usw. ist besser (wenn das jetzt ne Frau liest ;-)

Danke für den Ebaylink, mal sehen wie sich das Teil verkauft, aber das sieht ja allein schon kompliziert aus. Und wenn das tatsächlich etwas komplizierter mit der Justage ist dan lass ich da mal lieber die Finger von. Habe mal gegoogelt und auch der Kutter hat ja so seine kleinen Problemchen. Kann man den denn überhaupt einigermaßen praktisch transportieren?

Ok und letztendlich scheidet jetzt als der GSO langsam aus . . . niemand erwähnt ihn. (wie bei Popstars - weiah)

Viele Grüße
 
Hallo,

nunja: der f/11 ist nochmal gut nen halben Meter länger. Könnte also Deine Montierung ganz schön belasten (nicht vom Gewicht, sondern vom Hebel). Jeder setzt andere Maßstäbe, wie weit Zittern beim Scharfstellen akzeptiert werden kann. Ich persönlich finde, daß die GP schon mit einme dreiviertel oder einenm ein Meter langen Tubus an der Grenze ist, um zitterfrei fokussieren zu können. Aber mann kann natürlich auch wesentlich mehr (bzw. längeres) draufschnallen ...

Grüße

Heinz
 
hallo ergosum333,

vielleicht wäre es gut, wenn du 'mal etwas über deine finazielle schmerzgrenze <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> aussagst.

Es läßst sich dann besser über alternativen nachdenken, wenn man weiß, um welchen rahmen es hier geht.


schönen gruß
 
Jo das ist wohl richtig,

also es sollte alles in allem um die 1000 Euro liegen
- es sollte alles drin sein (außer Okulare) und auch eine Nachführung würde ich sehr schätzen.

Danke und Gruß

P.S. Ich hab den Meade Koffer günstig bekommen - passen die denn überall ????)
 
Hi,

also es sollte alles in allem um die 1000 Euro liegen

also dass ist ja schon mal eine hausnummer. wenn du wirklich etwas gutes haben willst, rate ich dir, dich auch auf dem gebrauchtmarkt umzusehen. nicht nur hier im biete forum, auch astro-händler haben gebrauchtwaren.

als montierung kannst du schon die H-EQ5 für ~450 bekommen. die funktioniert absolut prima, solange es dir nicht auf hohe präzission ankommt, wie z.b. für die astrophotografie. die habe ich selbst und trägt mein fast 10kg tubus sehr gut.

hab' mich mal umgesehen, also die maks scheinen momentan gut weg zugehen. habe nicht viele gebrauchte gesehen. die plantenspezialisten sind gebraucht immer noch zu teuer für dein budget. dann käme vielleicht der Orion ED oder ein newton mit f/8 in frage.

klar man kann auch systeme kaufen, mit nachführung für 300,-. aber man bekommt, was man bezahlt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

egal was du kaufst, bedenke:

  • astro equipment ist teuer
  • qualität hat ihren preis
  • jeder fehlkauf ist teuer, lieber einmal etwas mehr ausgelegt als 3 mal gespart. ich weiß, wovon ich rede.

noch 'was: klar jetzt beginnt die planetensaison, aber die ist nur ein viertel jahr! viele kaufen sich einen planetenspezialisten - als zweitgerät. überlege auch mal einen kompromiß einzugehen. es gibt kein gerät, das alle disziplinen gleich gut beherscht. ich wollte zu anfang auch nur planeten sehen. aber details kann man nur bei jupiter und saturn sehen. eingeschränkt auch auf dem mars. dann ist aber auch schon schluß. es gibt noch mehr draußen zu sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

schönen gruß
 
Re: Nicht 100%,bei f/15 aber nicht übel

Hi Karsten!

Auch Du (wie anderswo Maria) hast natürlich recht, wenn es um die 100%-Kontrast-Sache geht. Der "beliebte" Farbrestfehler zehrt hier sicher einige zehntel, vielleicht auch 1 oder 2 Prozent Kontrastleistung weg.
Dennoch halte ich gerade auch aus Praktikabilitätsgründen den besagten 100er f13 oder f15 Refraktor für das bessere, weil effektivere Planetengerät:
Denn auch so ein Rohr ist i.d.R. nicht so schwer, wie der vielenpfohlene 150 f8 Newton (Montierungsfrage ...).
Der hat nunmal auch mit Kontrastverlusten - nicht durch den Farbfehler, sondern durch die Obstruktion zu kämpfen.
Die anderen Argumente mit Justageproblemen und Auskühlzeit des Newtons sind ja hinglänglich bekannt.
Zu Deiner Einschätzung " 4" ist für einen Planetenspezialisten zuwenig". Naja, a) machen da 6 obstruierte Zoll den Kohl nicht wirklich fetter b) sind vier Zoll deutlich seeingunempfindlicher als 6 oder mehr Zoll c) geht es hier wohl weniger um einen "Planetenspezialisten" als eher um einen (fortgeschrittenen ...?) Einsteiger, der Planeten knallscharf geniessen möchte und d) finde ich die Einschätzung mit den 4" im übrigen schade, da vor nicht einmal 20 Jahre der Vierzöller als z.T Sternwartengerät gehandelt wurde. Jetzt gibt es nur noch dieses geierhafte "mehr Öffnung, mehr Öffnung" bevor man auch nur ansatzweise mal die 4" ausgereizt hat.

Ich freue mich jetzt schon auf die Nächte beim ITV, wo ich meine jüngst neu erworbenen immer noch 152mm geniessen werde. Das nach über 25 Jahren der Sternguckerei ... (okay, da gab es auch mal Pausen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

Gruss Hannes
 
Re: Nicht 100%,bei f/15 aber nicht übel

Hi Hannes.

Jetzt gibt es nur noch dieses geierhafte "mehr Öffnung, mehr Öffnung" bevor man auch nur ansatzweise mal die 4" ausgereizt hat.

Warum muß mann denn unbedingt ein Teleskop "ausreizen"?
Was soll das bringen?
Das höre ich immer wieder, kanns aber einfach nicht verstehen!

Das hört sich an wie: "Fahr deinen Golf erstmal auf 2 Rädern durch die Kurve, bevor Du dir ´n A4 kaufst?

Sorry Hannes, nicht persönlich nehmen...aber so´n Blödsinn!
 
Re: Nicht 100%,bei f/15 aber nicht übel

Hi Ekkehard,

Nöö, das ist kein Blödsinn. Wenn Du das gerne so sehen möchtest ... bitte, mach es. Und wenn Du Dich am Wort "ansatzweise ausreizen" störst, bitte ... Dein Ding. Aber es hat doch in den letzten Jahren arg überhand genommen, mit dem Öffnungswahn. Scheint wohl so ein gewisses Ego-Boosting in der Amateuerszene zu sein ... dieses Hecheln nach immer mehr Öffnung. Hauptsache viele Zoll. Egal ob die mitten in lichtverschmutzter Umgebung aufgebaut werden oder als Showobjekt zu den Teleskoptreffen mitgebracht werden ...
Mal ein bischen mehr back-to-the-roots wäre vielleicht angebracht.
Das einzige, was Deinem Kriterium von "Blödsinn" entspricht, ist Dein Vergleich ("... mit zwei Rädern ..."). Nimm´ es ebensowenig persönlich, aber das war es ja nun wirklich nicht ...

Gruss, Hannes
 
Re: Nicht 100%,bei f/15 aber nicht übel

Hallo Hannes,

c) geht es hier wohl weniger um einen "Planetenspezialisten" als eher um einen (fortgeschrittenen ...?) Einsteiger, der Planeten knallscharf geniessen möchte und d) finde ich die Einschätzung mit den 4" im übrigen schade, da vor nicht einmal 20 Jahre der Vierzöller als z.T Sternwartengerät gehandelt wurde. Jetzt gibt es nur noch dieses geierhafte "mehr Öffnung, mehr Öffnung" bevor man auch nur ansatzweise mal die 4" ausgereizt hat.

ich kann Deine Meinung nur unterstreichen. Und da es hier mal wieder angebracht ist: Öffnungswahn

@ergosum: im Bieteforum wird zur Zeit immer wieder ein 100/1300 Refraktor angeboten. Der Farbfehler ist bei dem Öffnugnsverhältnis deutlich reduziert im Vergleich zu einem 100 f/10. Darüber könntest Du ebenfalls mal nachdenken. Der Refraktor auf einer (gebrauchten) GP(E)-Montierung und einem stabilen Stativ ist eine tolle Sache.


Grüße,
Jochen
 
Hi Ekkehart,
dieses Teil wird bestimmt wegen Justageproblemen verkauft!?
Also bitte nicht einem anderem Anfänger empfehlen!
Mit freundlichem Gruß,
Gerd
 
Moin Gerd,

hast soweit Recht, es war aber nicht nicht als Empfehlung gedacht, sondern ich wollte eine weitere Alternative aufzeigen.

Ob Harald_M nicht in der Lage ist, den Kutter zu justieren kann ich kaum glauben!
 
Hallo

Was beim Planetenbeobachten sehr angenehm ist, ist eine lange Brennweite, da man leicht vergrößern kann und man kann einfache Okulare wie Plössel verwenden.
Bei einem Newton ist oft bei längerer Brennweite dan auch die Obstruktion geringer was gut für den Kontrast ist.
Also würde ich f/8 oder f/11 beim Newton verwenden.
Ich selbst hatte mal einen AS 110/1650 mit ihm waren alle gängigen Phänomene im Sonnensystem zu beobachten.
Also ein 4" f/15 ist schon ein tolles Planeten und Sonnen Instrument das einem Amateur alles bietet worauf es ankommt.
Er zeigt die magische 1" und was darunter geht ist eher Haarspalterei als das eine größere Öffnung wirklich sich lohnen würde.
Möchte man wirklich mehr wird der Aufwand schon größer und das gesamtsystem spielt immer mehr eine Rolle.
So muß es dan schon ein APO sein oder ein wirklich sehr guter Spiegel mit 8" und f/8 oder ein Kutter.
Die Ansprüche steigen auch an das Zubehör so ist ein Binokular für die Planetenbeobachtung ein absolutes muß!
Auch ist eine Deutsche Montierung mit Motor unverzichtbar für Langzeitbeobachtung und bei der Wahrnehmung für feinste Details.
In sachen Kontrast ist ein Newton selbst kleineren Linsensystemen mit f/15 immer unterlegen.
Vor allem bei der Sonnenbeobachtung.
Von 100% Kontrast können Newtonbesitzer eigentlich nur träumen.
Auch solche Märchen das ein 8" Planetennewton einen 6" APO in die Tasche steckt gehört in den bereich Fabeln und Märchen!
So wie für viele bei einem f/10 Refraktor der sehr geringe Farbsaum störend wirkt, so stört bei einem Newton der Streulichthof durch die Spiegelflächen und den Spiks um die Planeten.
Bei einem Newton wirkt sich die Obstruktion und die FS-Spinne nachteilig auf den Kontrast aus.
Dort wo die Spiks und die HS-Halterung auf das Planetenbild treffen ist der Kontrast gestört.
Mangelnde Fertigungstolleranzen bei China-Kracher wirken sich weiter nachteilig auf den Kontrast aus.
Auch der Unterschied zwischen f/6 und f/8 und die dadurch geringere Obstruktion sind deutlich sichtbar im Beugungsbild.
So war das Beugungsbild eines Sterns bei meinem f/6 um 2 Beugungsringe reicher als bei meinem f/8.
Doppelsterne sind also wesentlich leichter zu trennen mit f/8 als mit f/6.
Beim APO ist es noch extremer dort habe ich meist nur einen Beugungsring.
Auch spielt es eine Rolle ob es sich wie beim Refraktor um ein geschlosenes oder wie beim Newton um ein offenes System handelt.
Das Beugungs und Planetenbild ist in einem offenen System immer in bewegung und meistens zerrissen, während es in einem geschlossenen System viel ruhiger zugeht.
Der 4" Refraktor ist und bleibt das Arbeitspferd bei der Planeten und Sonnenbeobachtung und kann ein Lebenlang freude machen.
Er ist ausbaufähig mit Binokular und Protuberanzenansatz oder H-alpha Filter.
Er ist Justierstabiel und Seeing unempfindlich und leicht zu transportieren.
Viele langjährige Hobby Astronomen kaufen sich einen 4" APO frag sie mal warum!?

Gruß Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ich kann Uwe nur in allen Punkten voll zustimmen. Gerade auch was die genannten Punkte von Newtons angeht. Ich betreibe seit über 25 Jahren Astronomie, immer auch mit Schwerpunkt Planetenbeobachtung, aber auch Deep Sky. Meine bisherigen Fernrohre waren in chronologischer Reihenfolge 4cm Refraktor(1973), 6cm Refraktor(1976), 150/900 Wachter Newton(1979), 150/1200 TAL 2M (1996), 120/1000 Chinarefraktor(1999), 200/1200 Orion Newton(2003), 100/1300 FH Refraktor und mein jetziges Fernrohr 102/920 Vixen FL-Apo.
Ich denke mit dieser Reihenfolge kann man mir wahrlich nicht vorwerfen, ich wäre aus "ideologischen" Gründen auf Refraktoren oder Apos ausgerichtet.


Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Uwe!

Auch solche Märchen das ein 8" Planetennewton einen 6" APO in die Tasche steckt gehört in den bereich Fabeln und Märchen!
Das mag so sein. Aber wer kann sich einen 6" Apo leisten? Ein 8" Planeten-Newton (f/8) hingegen ist für viele erschwinglich, auch wenn er nur genau so gut ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

So wie für viele bei einem f/10 Refraktor der sehr geringe Farbsaum störend wirkt, so stört bei einem Newton der Streulichthof durch die Spiegelflächen und den Spiks um die Planeten.
"Geringer Farbsaum" ist wohl relativ. Gering ist der vielleicht bei sehr kleinen Öffnungen. Bei 4" finde ich den Farbsaum schon sehr störend. Ästhetische Planetenbeobachtung ist dann nur noch eingeschränkt möglich.

Die Spikes beim Newton finde ich hingegen fast überhaupt nicht störend. Davon konnte ich mich gestern wieder beim Saturn überzeugen. (Ich muss aber sagen, dass mein Newton nur 0.5mm dicke Streben hat und ausserdem der Tubus bestens mit Blenden versehen ist. Durch das Baffling ist der "Grundkontrast" natürlich schon recht hoch, da wirkt sich der Kontrastverlust durch die Spinnenarme womöglich nicht mehr so gravierend aus.)


Gruß Harald
 
Moin Ekkehard,

meine Antwort bezieht sich nicht auf irgendeine Person,
sondern:
Ein Schiefspiegler ist als Anfängergerät keine gute Empfehlung.

PS: Bitte sachlich betrachten!
Die Anzahl von Postings steht in keinem Verhältnis
zur Kompetenz des Schreibers.

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de




 
Hallo Gerd!

Die Anzahl von Postings steht in keinem Verhältnis
zur Kompetenz des Schreibers.
Womit Du sicher auf die geringe Zahl Deiner Postings und Dein enormes Fachwissen anspielst. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

P.S: Nicht persönlich nehmen, ich weiss ja, dass Du ein erfahrener Amateurastronom bist. Zumindest vermute ich das. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Bingo!
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Ein richtig gebauter und gut justierter 4 Zoll Schiefspiegler
macht einen 6 Zoll Newton beim Beobachten der Planeten platt.


mit freundlichem Gruß, Gerd <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
www.bksterngucker.de

 
Hallo,

dem kann ich soweit nur zustimmen. Das einzige Problem bei diesen Geräten sind die Montierungen.
Da wird es bei den langen Röhren (nimm die längste die Du kriegen kannst) schon wieder schwierig
mit der Stabilität. Da darf dann auch schon mal eine EQ6 drunter geschraubt werden, wenn man ein
sehr stabiles System möchte. Ganz wichtig ist dabei das Stativ, da solltest Du sogar etwas übertreiben,
wenn es geht.
Bei den Optiken würde ich eher zu den englischen Spiegeln greifen, weil die meines Wissens nach
etwas leichter sind und wahrscheinlich auch etwas besser, aber da gehört auch Glück dazu. Außerdem
gibt es den Orion als 150/1600. Das Gerät hätte ich auch gerne. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Planetenteleskop: Auflöung und Kontrast

Hallo Uwe,

sieh mal an,auch du beobachtest schon seit üer 25 Jahren.

Früher wäre ich geneigt gewesen deiner einseitigen Betrachtung zuzustimmen.
Als ich damals mit einem 114/900er anfing und dann auch mit dem 80/1200er
Japanrefraktor meines Spechtelkollegen beobachten konnte sowie dann sogar
noch mit dem 80/1200er AS meines Physiklehreres.

Seit meinem Wiedereinstieg mit 200/1200er Newton habe ich mich allerding
ziemlich intensiv mit den verschiedenen Systemen beschäftigt und versucht
die angewendete Physik bei der Teleskopbeobachtung zu begreifen.

Un da zeigt es sich,daß Pauschalisierungen wie
Von 100% Kontrast können Newtonbesitzer eigentlich nur träumen.
nichts als Polemik sind.
Von 100% Kontrat kann jeder Beobachter,an jedem Teleskop,zu jeder nur
erdenklichen Zeit nur träumen,es wird ein unerfüllberer Traum bleiben.

Kein Teleskopsystem hat auch nur ansatzweise die Chance 100% Kontrast zu
übertragen,ja nicht einmal bei den größten Ortsfrequenzen
(siehe MTF-Diagramme im Star testing Telescopes von H.R.Suiter),denn dort
gehen immer noch die negativen Beiträge der Atmosphäre ab.

Wenn ich Planeten beobachte will ich zwei Dinge:
1) Auflösungsvermögen
2) Kontrast

Wie bekomme ich Auflösungsvermögen?Durch einen großen Objektivdurchmesser
in Verbindung mit einer mindestens beugungsbegrenzten Teleskopoptik.

Und Kontrast? (Ich hebe das mal farbig ab,damit es nicht überlesen wird:)
Durch die Abwesenheit kontrastmindernder Beiträge und eine große Öffnung ausreichend hoher Qualität!

In wiefern spielt die Öffnung eine Rolle beim Kontrast?
Beim betrachten eines MTF-Diagramms fällt auf,daß dieses auf die Öffnung
normiert ist
.Man kann also nicht die MTF-Diagramme zweier Teleskope
unterschiedlicher Öffnung übereinanderlegen.Denn dann könnte man fälschlicher-
weise feststellen,daß das kleine Teleskop die gleiche MTF.Kurve wie das
doppelt so große Teleskop hat.Nein,man muß die beiden Diagramme selbstverständlich
noch auf die gleiche Scala bringen!
Macht man das stellt man fest,daß dort,wo der Kontrast eines unobstruierten
4" Teleskopes auf unter 5% fällt ein zu 30% obstruiertes 8" Teleskop noch
locker über 30% Kontrast bereitstellt.Es zeigt also noch kleine Detail in
einem für visuelle Wahrnehmung angenehm hohen Kontrast,wo das kleine 4"
Teleskop keinen Kontrast mehr liefert.

Warum klappt das häufig nicht in der Praxis?
Dort mehrere Faktoren eine Rolle.Neben Unzulänglichkeiten der Optik wie
Astigmatismus,abfallende Kante,Zonenfehler,sphärische Anerration durch
eine fehlkorrigierte Parabel,grobe Rauhigkeit,sind es vor allem die
folgenden Faktoren:
-Dekollimation (der Faktor schlechthin!)
-Tubusseeing
-atmosphärisches Seeing (betrifft große Öffnungen natürlich immer stärker
als kleine Öffnungen,egal ob APO oder Newton)
-Reflexionen im Tubus,ungenügende Ausschwärzung und/oder Verblendung.

Wenn man nun hergeht und diese Liste konsequent abarbeitet kann man eine
gute Newton-Optik zu großer Form auflaufen lassen,unter der Vorraussetzung,
daß die Optik gut ist.
Also Tubusseeing beseitigen,verblenden/Velours einkleben,perfekt kollimieren,
Taukappe zuätzlich verwenden.

Auch solche Märchen das ein 8" Planetennewton einen 6" APO in die Tasche steckt gehört in den bereich Fabeln und Märchen!
Nein,sie sind Realität!Du machst mal wieder den Fehler der Verallgemeinerung.
APO = APO?
Nein!Es werden Teile als APO verkauft die diesen Namen nicht verdienen.
Nein 8" konnte sich im direkten Vergleich deutlich vor einen 6" ED setzen.
Der ED war einfach zu kurz um als 2-Linser wirklich farbrein zu sein,
außerdem hatte er etwas sphärische Aberration.

Und noch was:
Dort,bei der Raumfrequenz,wo die MTF-Kurve im grünen Licht bei Null Kontrast
ankommt würde sie bei der Wellenlänge des blauen Lichtes noch bei gut 25%
liegen(!)Na,klingelts?
Genau deshalb ist ein nicht farbreines System gegenüber einem farbreinen
Spiegel bei der Planetenbeobachtung benachteiligt.
Deshalb zeigt dir ein APQ dort gegenüber einem perfekten AS einfach mehr.
Deshalb ist der "geringe Farbsaum" beim 4"f/10 FH am Planeten tötlich.

Bei einem Newton wirkt sich die Obstruktion und die FS-Spinne nachteilig auf den Kontrast aus.
Dort wo die Spiks und die HS-Halterung auf das Planetenbild treffen ist der Kontrast gestört.
Ja,bei dünnen Streben um den Faktor 1/10.000 !
Spikes werden nur dann zum Faktor,wenn dort ein schwacher Begleiter eines
Doppelsterns sitzt.Sie stören dich emotional oder beleidigen deinen Sinn
für die Ästhetik?
Dann schraub dir eine gebogene halbkreisförmige "Spinne" in den Tubus,wie
sie von Protostar angeboten wird.
Dann verteilt sich die beugungsbedingte Störung (in einer Intensität von
etwa 1/10.000sendstel) auf die gesamte Fläche,wirkt sich dort so aus wie
1/100stel rms Rauhigkeit.

Auch der Unterschied zwischen f/6 und f/8 und die dadurch geringere Obstruktion sind deutlich sichtbar im Beugungsbild.
So war das Beugungsbild eines Sterns bei meinem f/6 um 2 Beugungsringe reicher als bei meinem f/8.
Wenn der f/6 derart viele Ringe mehr zeigt tippe ich eher auf sphärische
Aberration,nicht auf die geringfügig niedrigere Obstruktion.

Beim APO ist es noch extremer dort habe ich meist nur einen Beugungsring.
Immer schön mit der gleichen Öffnung vergleichen!

Ich konnte selbst mit einem sehr schönen 4"f/8 TMB-Voll-APO beobachten.
Die Optik ist praktisch perfekt.Die Beobachtung macht Spaß,aber es sind
eben nur 4".Im Vergleich zum 8" war M13 im APO ernüchternd unspektakulär.
Bei 160x mit den besten derzeit erhältlichen Planetenokus gegenüber 240x
im Newton mit den gleichen Oku.Der war aber auch bei 160x deutlich überlegen,
die AUFLÖSUNG machts.Zum Thema Sonnenbeobachtung hatte ich dir damals
schon eine längere Antwort geschiben,bei Interesse kannst du ja dort
einmal nachlesen.

Wenn du natürlich darauf abhebst,daß es bei den billigen Newtons erhebliche
Gurkenprobleme gibt kann ich dir allerdings zustimmen.

MfG,Karsten


Edit:
Ganz vergessen:
... so stört bei einem Newton der Streulichthof durch die Spiegelflächen ...
Nicht die Spiegelflächen sind da ein Problem,sondern minderwertige Spiegelflächen!
Warun sonst könnte ein gefalteter FH mit hochwertigem Planspiegel
Planeten
ohne diese Streulichthöfe zeigen?
 
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