Neues Planetenteleskop

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Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Hallo Thomas,

ich bin ehrlich gesagt froh, daß Du Dich wohl nun endgültig entschieden hast. An mir ging der Rest des Abends dann vorbei, endlich wieder ohne Mond draussen gewesen!
Denk daran, daß Deine Montierung ein genügend hohes Stativ haben muß, damit Du mit dem Refraktor nicht auf dem Bauch liegend beobachten musst (kenne die Stativlängen von HEQ-5 und EQ-6 nicht). Gegebenenfalls kannst Du dann gleich vom Händler ein anderes Stativ (das passt) ordern.
Nimm als Planetenfreund keine Okulare mit zu viel Linsen, also eher 4- und 5-Linser. Mit dem FH müssen es nicht die ganz furchtbar teuren Okulare sein.
Schau Dir mal die Diskussionen über Gelbfilter gegen Fringe-Killer oder Minus-Violet an. Einer der drei Filter wird wohl Sinn machen. Ein Graufilter (4x oder 8x) wird auch nicht falsch sein.

Clear Skies
Sven
 
Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Thomas,

deine Entscheidung für den Refraktor ist vollkommen in Ordnung.
Du hast dich für ein solides Allround-Teleskop entschieden,
sofern es frei von optischen oder mechanischen
Fehlern ist, welche ein Test in der Praxis aber schnell
aufzeigen würde. Tipp: sofort nach Erhalt des Gerätes auf
optische (Mindest-)Qualität und funktionierende Mechanik
prüfen, damit im Falle des Falles rechtzeitig reklamiert
werden kann!

Ein rein auf Planetenbeobachtung spezialisiertes Gerät ist
zu Beginn einer Astrokarriere überhaupt nicht notwendig.
Zuerst mal ist es nur wichtig ein gutes Teleskop zu haben,
mit dem man sich im Laufe mehrerer Jahre die notwendige
Beobachtungserfahrung aneignet und vor allem durch das
Anfertigen von Zeichnungen am Teleskop ein wirklich geschultes
Auge bekommt, welches erst überhaupt in der Lage
ist, die feinsten Einzelheiten zu erkennen.

Danach erst ist es sinnvoll, ein echtes Spezialinstrument
anzuschaffen. Das wird dann sicher kein Fraunhofer oder ein
billiger Newton aus Fernost sein, sondern ein
mittelgroßer bis großer Apochromat, ein solides Maksutov-
Cassegrain, oder vielleicht auch ein großer, hochwertiger
Planetennewton. Wenn es dann so weit ist, wirst du hier
nicht mehr fragen müssen, sonder ganz alleine deine Wahl
treffen können.

Viel Erfolg und Spaß beim Beobachten, Maria
 
Re: Geschmacklos und intolerant!

Hallo

nur um eins klar zu stellen.
Das hört sich für mich an, wie solche Leute, die über einen Behinderten sagen, was ein Krüppel, der taugt ja zu garnichts, den muß man wegsperren und einschläfern.
Ich arbeite Wochenends bei der Lebenshilfe und wirke bei der Freizeitgestaltung für Behinderte Jugendliche mit.
Aus Reaktionen aus der Öffentlichkeit und Gespräche mit anderen Menschen ist mir schon oft eine solche grundhaltung gegen Behinderte entgegengebracht worden!
Solche Aussagen kommen von intolleranten und ahnungslosen Menschen die alles absolut sehen und Ichbezogen sind.
Diese Eigenschaften glaube ich hier erlebt zu haben, deshalb meine Aussage.
Es war eine unpassende und gefühlsbezogene Aussage und möchte mich falls falsch verstanden hier mit zu tiefst entschuldigen!
Also dreht mir bitte nicht das Wort im Mund herum!

Gruß Uwe
 
Das übliche Gewäsch

Hallo Uwe,

da ich deinen "gewagten Behindertenvergleich" offenbar anders verstanden habe
als du ihn gemeint hast will ich noch ein letztes Mal eine Antwort in diesem
Thread geben,allerdings weniger um dir die Argumnte darzulegen,denn du kennst
sie schon aus meinen früheren Postings,sondern um Mißverständnissen bei den
hier Mitlesenden Einsteigern vorzubeugen,die deine abwegigen Aussagen
womöglich noch ernst nehmen könnten.

Ein 4-5" Achromat ist doch kein Fehlkauf,vieleicht befriedigt er nicht auf dauer für die Planetenbeobachtung, aber ein Spetzialist für die Sonne ist er alle mal.
Ja,wenn es ein Fraunhofer-Achromat wäre,mit einem ausreichend langen Öffnungs-
verhältnis von D(cm) x 1,22 könnte man deiner Aussage beipflichten,dann hätte der 127mm Refraktor zumindest f/15,5 ,besser aber noch länger.

Sonnenbeobachtung:
Ein Spezialist ist ein zu kurzer pseudo-FH hier keineswegs.Bei Beobachtung
im Kontinuum,also im Weißlicht,zeigt er wegen seines Farblängsfehlers einen
gegenüber einem Farbreinen System wie einem Vollapochrromat oder reinen
Spiegelteleskop verminderten Kontrast.Dazu trägt auch die Sphärochromasie
bei.Denn merke:
Ein FH ist nur bei einer Wellenlänge in Bezug auf die Sphärische Aberration
korrigiert!
Üblicherweise bei 546nm Wellenlänge,im Grünen.
Deshalb zeigt er bei h-alpha oder im blauen einen erheblich verminderten Kontrast,
denn dort hat er sphärische Aberration!Diese vermindert den Kontrast
auch dann,wenn du dort mit einem h-alpha-Filter arbeitest.Siehe dazu auch
das Posting von Harrie Rutten.

Wenn der FH sehr langbrennweitig gewählt wird hat das 2 Vorteile:
-Der Farblängsfehler wirkt sich geringer aus.
-Die sphärische Aberration bei den Nebenfarbe Blau und Rot ist geringer.

Also,im Weißlicht mit Baaderfolie ist der kurz-FH kein "Spezialist.

Im H-alpha ist er kein Spezialist.

Denn da hat er sphärische Aberration.Du müßtest die Linsenabstände
entsprechend verändern um ihn bei h-alpha von sphärischer Aberration
zu befreien.Das ist möglich,wird gemacht,und hilft.Genausogut (oder besser!)
kannst du bei h-alpha aber eine Einzellinse nehmen die sehr langbrennweitig
ist und eine leichte Asphäre hat.

Pro FH kann man anführen,daß er es ermöglicht im Weißlicht mit Herschelkeil
oder Herschelprisma zu beobachten,was gegenüber der Folie ein wirklich
unbestrittener Vorteil ist.Aber auch hier ist der zu kurze FH kein Spezialist,
denn das kann der farbfehlerfreie APO noch viel besser.
Beim FH und APO kannst du auch einen Protuberanzenansatz einsetzen,
was ein unbestrittenes Vorteil ist.

Was bleibt ist also:
FH + Protuberanzenansatz = <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
FH + Herschelkeil = <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ,aber der APO kanns besser <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Vieleicht mag ja die Sonnenbeobachtung für manchen Sternfreund kein Beobachtungsgebiet sein, doch für viele ist es ein hoch interesantes Arbeitsfeld.
Nun ja,danach hatte ergosum zwar nicht gefragt,aber warum sollte er seine
Röhre nicht mal auf die Sonne halten (!Objektivsonnenfilter benutzen!Ich
verlor als Jugendlicher beinahe mein Augenlicht durch einen platzenden
Okularsonnenfilter,hatte Glück mich gerade abgewendet zu haben!).
Und gerade für die Sonne ist ein Refraktor das geeignetste Instrument.
Aufgrund welcher Gründe?Das Thema hatten wir füher ja schon mal.
Die Nachteile des FH habe ich ja oben auch noch einmal herausgearbeitet.
Wenn du mal ein gutes Sonnenbild sehen willst,wie wäre es denn mit einem
per Schwedischem Sonnenteleskop LA Palma gemachten?
Huch,da sind ja mehrere Spiegel drin,woher haben die denn dann den Kontrast?!

Liegt`s vielleicht gar nicht am bösen Spiegel,sondern an schlechten Spiegeln,
dejustierten Spiegelteleskopen und Beobachtern,die sich keine Gedanken
darüber machen wollen wie sie ihr Spiegelteleskop für die Sonnenbeobachtung
präparieren sollten?

Jeder Newton egal ob f/8 oder von LOMO kann gegen einen Refraktor egal ob APO oder Achromat abstinken!
Na,aber du bist nicht irgendwie das was du anderen im Thread vorwirfst:
Hier schlägt einem die Intolleranz und einseitige Sichtweisen mit der Faust ins Gesicht!
Rhetorische Frage,da will ich auch nicht mit der Antwort geizen:
Ich halte DICH für intolerant.Gepaart mit Halbwissen ist das eine wirklich
perfekte Mischung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Du kommst her mal wieder mit den üblichen Verallgemeinerungen,im Weißlicht
mit Filterfolie ist deine Aussage falsch.Eine These wird durch ein einziges
Gegenbeispiel falsifiziert.
Gerade wenn man die filigrane Welt der Protuberanzen für sich endeckt hat, spätestens dann wird man merken das man ohne Refraktor nicht leben kann.
Jaa,das schrieb ich bereits oben.Wenn du einen Protuberanzenansatz verwendest
(ähm,wieviel sagtest du kostet der für Ergosum`s Tüte?)
spricht das für einen Refraktor.

Also halten wir mal fest:
Refraktor + Protuberanzenanstz = besser als Newton + Baaderfolie im Kontinuum.
Blaue Höfe um Sonnenflecken können auch durch eine Folie oder Filter entstehen ...
Ach so?Dann solltest du Baader mal mit deinen "Erkenntnissen" beglücken,
vielleicht kann er ja seine farbfehlerfreie Folie noch verbessern?

Wenn ich mal aufzählen würde was an einem Newton alles Kontrastmindend sich auswirkt so käme ich auf eine lange Liste und diese Liste könnte man glaube ich auf fast jedes Chinanewton anwenden.

Sach mal,bist du irgendwie derangiert?
Eben schreibst du noch:
Jeder Newton egal ob f/8 oder von LOMO kann gegen einen Refraktor egal ob APO oder Achromat abstinken!
Und dann kommst du um da zu untermauern mit dem Chinanewton um die Ecke?!

Ich habe in meiner damaligen Antwort in der Sonnenbeobachtungsfrage schon
geschrieben,daß nicht das SYSTEM NEWTON für mangelnden Kontrast bei der
Sonnenbeobachtung verantwortlich ist.

Die Liste was an einem Chinanewton alles für mangelden Kontrast verantwortlich
ist solltest du übrigens einmal aufstellen!Wenn du dann auch noch die
Abhilfemöglichkeiten entgegenstellst ist es selbst dir ein leichtes einen
hochwertigen,kontrastreichen Newton zu haben.
Nur einmal so zum Vergleich, konnte mein altes 8" f/6 Galaxy E-Lyrae nur selten trennen mit 2-3" weil sie sprich wörtlich in den Beugungsringen ersoffen sind.
Und dir kam nie die Idee daß du da eine Vollgurke besitzt?Oder war das
atmosphärische Seeing so schlect?Oder der Kübel gerade aus der warmen
Bude in die Winterkälte gestellt worden?
Der TS 5" zeigte sie mit pech schwarzem zwischenraum.
Jedes gute Teleskop zeigt sie bei ausreichend hoher Vergrößerung und
brauchbarem Seeing so.Mein seeliger 114/900er mit 10mm 0,96" Huygens-
Okular (Metallhülse und Glaslinsen) zum Beispiel.
Selbst Newton Besitzer beobachten nicht Farbrein sie hauen Farbfilter wie OG 6, BG 23, RG 630, VG 8 uvm. in ihre Strahlengänge um eben als Passionierte Planetenbeobachter!? die feinsten und kleinsten Einzelheiten auf den Planeten zu erhaschen weil gerade die feinen Hellblauen Nuancen im NTrZ auf Jupiter in ihren Streulichteimern ertrinken im Streulicht.
Ich kenne keinen passionierten Planetenbeobachter der heutzutage noch mit
Farbfiltern am Newton beobachtet.Und schon gar keinen der mit einem
"Streulichteinmer" beobachtet.Das ist für mich dümmlichstes Gesülze von
jemandem,der einen beklagenswerten Mangel an Fachwissen zur Schau stellt.

Jeder passionierte Planetenbeobachter verwendet ein hochwertiges Teleskopsystem,
arm an Streulicht,mit kontrastreicher Abbildung.Das System ist dabei gleichgültig,Hauptsache die grundlegenden Eigenschaften sind erfüllt.
So was ist jetzt Kontrast mindernd, der Farbfehler oder das von Gott gegebene Newton mit Obstruktion, Spinne, usw.
Gott gegeben,soso... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Den Einfluß von Spinne sowie Obstruktion habe ich bereits in meinen vorherigen
Postings erleutert,wer dazu genauerees Wissen will sollte im "Star testing
Teleskopes" von Richard Harold Suiter nachschlagen,da wird das Poblem
von Spinne,Obstruktion und Farbfehler quantifiziert!
Das heist,der gute Professor sülzt da nicht mal so ein wenig herum,er
nennt da konkrete Größen(!)
So was ist jetzt Kontrast mindernd, der Farbfehler oder das von Gott gegebene Newton mit Obstruktion, Spinne, usw.
Nix mit Naturgesetzen,wissenschaftlicher Betrachtungsweise,aber Gottgegeben.
Pisastudie war also schon früher,scheint keine neuzeitliche Entwicklung zu sein.
Ich würde sagen da klinke ich mich nun endgültig aus.
Intollerante und voreingenomene Grüße Uwe
Daß du intolerant und voreingenommen bist ist mir nicht erst seit deinem
letzten Posting klargeworden.Das soll aber nicht mein Problem sein.
Ich verbleibe also mit farbfehlerfreien Grüßen ins finstere Mittelalter
"gottgegebener" Obstruktionsphobie,

Karsten
 
Re: Das übliche Gewäsch

Hallo Kastern!

Wow, dem Uwe hast Du es jetzt aber gezeigt, ich bin schwer beeindruckt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

P.S.: Baldrian gibts in der Apotheke.


Gruß Harald
 
Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Hi Nuna,

hm, das langt ja nun eigentlich nicht. Der Refraktor ist ja normalerweise kopflastig, so daß also die meiste Länge des Tubus unterhalb der Prismenschiene wäre. Schätze ich jetzt mal 2 zu 1 dann wäre der Tubus also vorn mit 40cm plus Taukappe und hinten mit 80cm Minus Zenitspiegel angebracht. Sagen wir mal, es sind dank 2" Zenitspiegel nur 60cm, dann wäre bei Zenitbeobachtung mit der EQ-6 der Einblick bei 1,20m. Das ist OK. Bei der HEQ-5 wären es aber nur 80cm - das ist schlecht.
Ein 50° hoher Planet allerdings würde den Einblick mit HEQ-5 auf ca. 1m Höhe bringen, das ist OK, vor allem weil man dann von schräg oben ins Okular schaut.

Also für Planeten nahe dem "goldenen Tor der Ekliptik", oben zwischen Plejaden und Hyaden, wäre die HEQ-5 vielleicht doch gern mit einem etwas höheren Stativ ausgestattet. Oder man kauft sich so ein "Knie-Kissen" für die Gartenarbeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Also ich meine, die Stativhöhe ist da schon Thema, also wenn es eine HEQ-5 sein soll, dann wäre ein höheres Stativ anzudenken. Gibt's ja für den Zweck auch.

Clear Skies
Sven
 
Ich unterschreib das

Hi Karsten,

ich wollte nur hiermit nur meine Unterschrift unter die Inhalte Deines Postings setzen.

Clear Skies
Sven

PS: Da sei mir doch eine Anmerkung erlaubt: Feine hellblaue Nuancen mit einem Teleskop, welches einen merklichen Anteil des blauen Lichtes nicht mehr in den Fokus bekommt... In den Fuß geschossen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Hallo Thomas,

Ich besitze ein MK 67 ,an dem ich wahlweise auch einen Fokalreducer benutze und bin am Planeten sehr zufrieden damit.
 
Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Da melde ich mich auch mal:

Ich habe auch ein MK67 und bin ebenfalls am Planeten sehr zufrieden damit.


Gruß Harald
 
Polsucher

Hi Thomas,

ich muß nochmal einhaken. Wozu den Polsucher? Bei visueller Beobachtung reicht üblicherweise eine Pi-Mal-Daumen Aufstellung der Montierung. Balkonbeobachter machen sich kleine Markierungen für die Position der Stativbeine, um eine noch etwas genauere Aufstellung zu bekommen.
Mehr Genauigkeit macht nur Sinn für Fotos, seien dies Planeten-Aufnahmeserien mit der Webcam (da ist die Toleranz noch da), oder Deepsky-Langzeitbelichtungen (da ist die Toleranz winzig).
Also ich denke, wenn Du den Polsucher nur soweit nutzt, daß der Polarstern irgendwo im Bild des Polsuchers auftaucht, ohne jede Datums-Einstellung, dann passt das schon.
Wenn Du Dir natürlich die Optionen auf Fotografie offenhalten willst, ist der Gedanke richtig.

Clear Skies
Sven
 
Re: Verlsut/Monatsverhältnis

Hi Sven,
ich stimme dir voll und ganz zu. ich hatte in diesem thread hier das schon mal angedeutet.

ich habe mir nach dem kauf des MCT recht schnell das Berlebach besorgt. mir ging es dabei nicht um mehr 'komfort', sondern die umstände waren unerträglich.

schönen gruß
 
Re: Das übliche Gewäsch

Hallo Karsten

Jetzt mach mich mal nicht so fertig hier. Du bist ein guter Rethoriker und hast ein sehr gutes Theoriewissen!
Auf welcher Seite du stehst weis ich auch.
Ich für meinen Teil weiß das man, um alle Phänomene gut zu beobachten beide Teleskoptypen braucht.
Ein Newton kann sehr wohl den Kontrast eines APOs haben, doch solche Newtons findet man warscheinlich soviel wie 6" APOs.
Ich sehe das gerne mehr von der Praktischen seite her, ich bin mitler weile bei meinem 5 Newtonteleskop angekommen einen Orion 8" f/8 und bin sehr zufrieden damit!
Doch meine lieblinge sind und wahren immer die Refraktoren.
In der Praxis war es bisher immer so das die Refraktoren immer einen besseren Kontrast an Planeten und Sonne zeigten als die Newtonteleskope und weil das nicht nur mir so geht sondern auch vielen anderen SC und Newton besitzern in unserem Verein und Starpartys kann man das auch ausdehnen.
An was es jetzt auch immer liegen mag, Seeing, Justageprobleme, mangelnde Qualität usw.
Das auch du so auf der Chromatischen Abberation des TS herumreitest und diesen auch als schlechtes Sonnenteleskop darstellst zeigt mir das du noch nicht damit beobachtet hast.
Den ich habe letzten Sommer min. 10 mal Wow gehört von gestandenen Sternfreunden die mit meinem 5" die Sonne beobachteten.
Sicher könnte das ein Spiegel genausogut doch das ist eben Theorie und keine Praxis.
In Suw giebt es auch einen Bericht der sich sehr gut mit meinen Erfahrungen deckt.

Kontrastübertragung und Auflösungsvermögen von, L.D.Schmadel und M.A.M Van Venrooy.

Dort steht das Auflösungsvermögen und Kontrastwiedergabe mit der Beugung zusammenstehen.
Die sogenante Kontrastübertragungsfunktion (KTF).
Ideal Systeme sind Apochromaten und Schiefspiegler, bei Achromaten stört der Farbfehler und beim Newton die Zentralabschatung, die Spinne und die Koma.
Der Kontrast kann man als Intensitätsunterschiede verstehen jedoch nicht als Farbdifferenzen weil diese von jedem Beobachter unterschiedlich wahrgenommen werden.
Aus dem Kontrastübertragungsdiagramm der verschiedenen Systeme wird ersichtlich das bei einem 95% Kontrast ein System mit Mittenabschattung ein schlechteres Auflösungsvermögen (Linien/mm) hat als der Refraktor.
Um annähernd den selben Kontrast zu erhalten müßte das System eine Zentralabschattung haben von weniger als 15%.
Da steht auch, Die Erkennbarkeit feinster Details auf ausgedehnten Objekten(z.B. Jupiter)hängt weniger von einigen cm mehr Aperatur, als vom Kontrast im Objekt ab.
Also Öffnung ist halt doch nicht alles!
Zum Thema Farbfilter, hier unterscheiden sich die Planetenbeobachter von den Spatzierbeobachtern.
z.B. bei der Mars beobachtung sind Filter nicht wegzudenken!
Bei Jupiter sind natürlich mit einem Achromaten keine Blauen Details zu erkennen das ist selbst mit einem APO schwer doch in einem Orangefilter treten die Intensitätsunterschiede hervor.
So jetzt habe ich auch keine lußt mehr zum schreiben.
Für mein letztes verfehltes Posting will ich mich noch mal entschuldigen!

Grüße Uwe
 
MTF/KTF und so weiter

Hallo Uwe,

Für mein letztes verfehltes Posting will ich mich noch mal entschuldigen!
und ich möchte mich für meine zum Teil unüberlegte Wortwahl entschuldigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

Fangen wir beim weniger wichtigen an:
Farbfilter.Ich mag sie nicht,glaube sie auch nicht zu brauchen.Wenn das Seeing
die maximale Vergrößerung (300x bei meinem 8"f/6 Newton) nicht zuläßt sondern
bei etwa 200x limitiert verwende ich gerne einen Neutralfilter um eine Überblendung
feiner Details (Problem von Auge/Hirn) zu vermeiden.
Allerdings ist bei einem Seeing welches nur 200x erlaubt die Auflösung des
200mm Newton deutlich eingeschänkt und der Kontrast der noch im Auge ankommt
deutlich vermindert.
Am Mars habe ich zusammen mit anderen Sternfreunden anläßlich einer Beobachtung
mit der "Ylena" (6"f/14,3 MAK) verschiedene Filter in stockfinsterer Gegend
ausprobiert.Uns erschien ein Dunkelrotfilter eine interessante Wahl,aber
er brachte gegenüber einem Neutralfilter keine weiteren Details hervor.
(Damals konnten wir die Ylena an Mars und Kugelhaufen auch kurz mit meinem
auf 6" abgeblendeten Newton vergleichen:Vorteil Newton).
Wenn ich als nicht-filtrierer als "Spaziergucker" gelte ist es mir egal,
denn genau das bin ich ja auch.

Um auf den Beginn dieser ausschweifenden Diskussion zurückzukommen:
Ich bemängelte die Aussage von Hannes:
Der Farbrestfehler ist schon sehr gering und das bei unobstruierten 100% Kontrast
- ohne ewiges Spiegeljustieren und langes warten bis die optik ausgekühlt ist.
Daraus entspann sich dann dieser lange Thread.In dem Thread habe ich an
mehreren Stellen bemängelt,daß Äpfel mit Birnen verglichen werden.
Wenn ich die Unterschiede des Optikdesigns herausarbeiten will kann ich
nicht hergehen und einen hervorragenden Selbstbaunewton mit LOMO-Spiegel
mit einem zu kurz geratenen Chinarefraktor vergleichen,denn dann würde ich
die z.T. lausige Verarbeitung des Refraktors (verkippte Linse,abblendende
Innenblenden) testen,aber nicht oder nur teilweise das Optik-Design.
Oder einen top verarbeiteten 4" Takahashi-APO gegen einen 114er Kaufhausnewton.
So etwas bringt überhaupt nichts.Also Schrott gegen Schrott,oder Top gegen Top.

Ich muß auch immer vergleichbare Öffnungen testen.Z.B. soll ein 80mm APO
an einem Stern X bei mittlerem Seeing einen Beugungsring zeigen,sowie
einen weiteren ganz schwach.
Halte ich nun den 8" Newton auf den gleichen Stern sehe ich erheblich mehr
Ringe,was zum großen Teil am erheblich höheren Lichtsammelvermögen des
8" Newtons liegt.
Der Refraktor käme auf 50,24cm².Jeweils 1% Verluste an 4 multivergüteten
Flächen sowie 2x 1% Verluste im Glas und dann noch einen Zenitspiegel
mit 96% durchschnittlicher Reflektion käme man auf:
50,24cm² x 0,99 x 0,99 x 0,99 x 0,99 x 0,99 x 0,99 x 0,96 = 45,4cm²
Er sammelt also so viel Licht wie eine ideale verlustfreie Fläche mit 45,4cm²!

Der 200mm Newton mit jeweils 0,88% Reflektion und 40mm Fangspiegel kommt
dagegen auf:
(314cm² - 12,56cm²) x 0,88 x 0,88 = 233,4cm² ideale Fläche.

Die ideale lichtsammelnde Fläche des Newtons wäre in Vergleich zum 80mm APO
514% zu 100%,also steckt da der Faktor 5,14 drin.
Der Newton müßte auf einen um diesen Faktor lichtschwächeren Stern gerichtet
werden um eine Vergleichbarkeit der Beugungserscheinungen zu garantieren(!)
Am gleichen Stern zeigt der große Newton natürlich mehr Ringe.Richtest du
aber einen 8" APO auf Sirius siehst du auch mehr als 2 Ringe.

Edit:
Und ich muß dann den Sterntest auch bei der selben AP,sagen wir 0,66mm
{= D(mm) x 1,5} durchführen,was beim 80mm APO 120x und beim 200mm Newton
dagegen 300x bedeutet.Bei 120x ist alles ruhig,aber bei 300x zappeln die
Ringe im atmosphärischen Seeing...

Das wollte ich noch anmerken,weil es bislang unberücksichtigt geblieben ist.

Leider verfüge ich nicht über eine Homepage und bin auch so am Computer
eine Laus.
Ich müßte mich einmal besser in einige Programme einwisen lassen,dann
könnte ich selbstgemachte Diagramme,Skizzen etc auf dem Webspace von
Freunden verfügbar machen.
Ich kann aus Urheberrechtsgründen keine Bilder aus anderen Veröffentlichungen
entnehmen und hier einbauen,aber ich gebe im folgenden ein paar Links,die
ich zu beachten bitte,da sie zum Teil sehr anschauliche Bilder und Diagramme
enthalten.
Zuerst einmal ein Link zu einer Abhandlung von Georg Dittie.
Ich stimme seinen Aussagen inhaltlich voll zu!Er hat sich meiner Ansicht
nach um eine sehr ausgewogene Betrachtungsweise bemüht und die Stärken
sowie Schwächen der verschiedenen Teleskope herausgearbeitet.
Seine Abhandlung sollte man unbedingt lesen!

Im folgenden möchte ich die Sonnenbeobachtung außen vor lassen,da sie
nicht der ursprünglichen Fragestellung "Planetenteleskop" entspricht.
Aber bevor du sauer wirst:
Ich bestätige,daß der Refraktor dort einen prinzipiellen Vorteil besitzt,
der darin besteht,daß man einen Protuberanzenansatz verwenden kann und
daß man einen Herschelkeil verwenden kann.
Bei Sonnenbeobachtung jeweils mit Baader-Folie hat er keinen Vorteil,der
im opischen Design liegt.
Hier im Weißlicht mit Folie ist der Vorteil des Refraktors (so er denn
farbrein genug ist) darin zu sehen,daß er "leckagelichtdicht" ist und
weiter weg vom Boden ist.
Das hatte ich in meiner Antwort im Sonnenthread ja schon teilweise angemerkt.
Durch die ND5 Folie ist die Intensität des zu beobachtenden Sonnenlichtes
um den Faktor 100.000 gemindert.Der Beobachter steht mit dem Teleskop im
prallen Sonnelicht,es ist um ihn herum sehr hell.Wenn da etwas Sonnenlicht
durch ein Loch,eine Ritze,etc in den Tubus gelangt stört es wegen seiner
hohen Intensität extrem stark,der Kontrast bricht ein.
Das Sonnenlicht scheint auch von hinten von den Terassenplatten durch den
Spiegel hindurch in den Newton hinein(!)
Wenn die 88% Verspiegelung von den 12% Verlust 10% absorbiert und nur 2%
durchläßt ist das schon wegen des gedämpften zu beobachtenden Lichtes ein
Streulichtfiasko.
Was daraus folgt ist klar (nein,nicht Newton wegwerfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ):
-Newton ins Gras stellen,das reflektiert weniger und heizt sich weniger auf
als Betonplatten und Fliesen.
-Löcher im Tubus abdichten
-Spiegelzelle hinten optisch dicht machen:Sack aus schwarzem Tuch,dort kann
der saugend angebrachte Lüfter noch "durchblasen".Dieser Lüfter sorgt dafür,
daß die Aufheizung des Tubus gering bleibt (bei mir sowiso ein Isoliertubus).
-Der Filter vor der Öffnung muß dicht anliegen,ohne Ritzen.

So präpariert hat der Newton gegen einen Refraktor,jeweils mit Folie,kein
Problem.Wenn der Refraktor mit Herschelkeil verwendet wird ist er immer
im Vorteil (es sei denn er ist eine Gurke oder eine Blausau),
darin liegt der Vorteil des Refraktors.
Es liegt nicht am optischen Prinzip des Newtonteleskopes,sondern an den
"Nebengründen" thermische Verhältnisse und Lichtleckage,letzere bei der
Planetenbeobachtung völlig unbedeutend,aber an der Sonne kontrastkillend.
Das auch du so auf der Chromatischen Abberation des TS herumreitest und
diesen auch als schlechtes Sonnenteleskop darstellst zeigt mir das du noch
nicht damit beobachtet hast.
Ich bemerkte lediglich,daß seine Tauglichkeit unter dem Farblängsfehler
leidet,nicht daß er dafür untauglich ist.Falls das Exemplar gut ist wäre
er mit Herschelkeil sicher sogar sehr schön an der Sonne,evtl mit Filter.

Nun habe ich doch noch zur Sonnenbeobachtung geschrieben....

Also auf zu den Planeten.Wir wollen Kontrast und Auflösungsvermögen.

Das Auflösungsvermögen steht im direkten umgekehrten Verhältnis zum Durch-
messer der Optik.Eine größere Optik formt ein kleineres Beugungsscheibchen
und kann deshalb zwei enger zusammenstehende punktförmige Lichtquellen
getrennt darstellen.Darauf geht Thierry Legault hier ein.
Er führt auch einige Gründe an die für den Refraktor sprechen,geht aber
weniger ins Detail als Georg Dittie in seiner (längeren) Abhandlung.

Den Effekt der Öffnung auf die Auflösung zeigt Legault auf dieser Seite.

Ein Muster aus schwarzen und weißen Balken wird von einer größeren Öffnung
mit einem größeren Kontrast dargestellt,siehe das erst Bild.
Der Kontrast in welchen schwrze-weiße Balken von einer Optik gezeigt werden
hängt nun vom Anfangskonmtrast (er möge bei 100% liegen),dem Abstand der
Balken voneinander sowie dem Durchmesser der Optik ab.

Daraus kann man ein MTF-Diagramm ertellen,siehe zweites Bild der oben
verlinkten Seite.
Es gibt das Verhältnis von Objektkontrast zu Bildkontrast an,welches
immer kleiner als 1 ist und an der Auflösungsgrenze 0 erreicht.

Bild 3 vergleicht die MTF-Diagramme tweier Optiken,die sich im Durchmesser
um den Faktor 2 unterscheiden:
Es fällt auf,daß bei einem Objektabstand an dem die 1/2 so große Optik an
der Auflösungsgrenze angekommen ist um der Kontrast auf Null fällt die
doppelt so große Optik noch einen hohen Kontrast darstellen kann(!)

Das ist es was ich in einem meiner früheren Beiträge meinte:
Man muß die MTF-Diagramme für einen Vergleich auf die gleiche Skala bringen.

Wenn man nun betrachten will wie sich eine Obstruktion auf die Kurve auswirkt
sollte man auf die folgende Seite von Legault gehen:

Die Bilder zeigen wie sich die Obstruktion auf die Verteilung der Helligkeit
in der Beugungsfigur auswirkt.Es verbleibt bei einer perfekten obstruierten
Optik
weniger Licht im zentralen Beugungsscheibchen als bei einer
perfekten unobstruierten Optik.
Ich hebe das deshalb hervor,weil das ganz wichtig ist!Es ist nämlich nicht
"obstruiertes Spiegelteleskop" gegenüber "Refraktor",sondern perfekte Optik
mit zentraler Obstruktion im Vergleich zu perfekter Optik (ohne Obstruktion)!!

O.K.,man sieht im dritten Diagramm der Seite wie sich verschiedene perfekte
Optiken die sich in ihrem Durchmesser sowie in der größe der zentralen
Obstruktion in Bezug auf ihr Kontrastverhalten unterscheiden:

Es fällt auf,daß die beiden obstruierten Optiken über weite Bereiche des
Diagramms den gleichen Kontrast bereitstellt wie eine um den linearen
Durchmesser der Obstruktion kleinere Optik,während sie im seltener nutzbaren
Grenzbereich des Auflösungsvermögen den gleichen Kontrast wie die perfekte
unobstruierte Optik gleichen Durchmessers bringt.

Aber dieser Grenzbereich ist seltener nutzbar und dort ist der Kontrast
so niedrig,daß widrige Umstämde wie atmosphärisches Seeing ihn leicht auf
Null drücken können,also will ich da nicht weiter drauf herumreiten.
Bei perfektem Seeing jedoch kann die perfekte obstruierte Optik im
Grenzbereich mit der perfekten Optik ohne Obstruktion mithalten.

Insofern ist die auch vom William P.Zmeck vertretene Ansicht,daß der effektive
Kontrastdurchmesser einer perfekten obstruierten Optik um diese Obstruktion
kleiner ist...

D(Kontrast) = D - d

(wobei D der Durchmesser der Optik und d der Durchmesser der Obstruktion ist.)

...für Normalbedingungen gut zutreffend.

Nun kommt bei vielen Teleskopen,bei denen der Sekundärspiegel nicht an
einem Schmidt- oder Maksutov-Korrektor befestigt werden kann die Spinne
dazu.Deren beugungsbedingter Kontrastverlust hängt ebenfalls von der Größe ab:
Eine dünne Spinne mit 0,5mm Strebendurchmesser kostet etwa 1/10.000stel
Kontrast.Dieser Effekt konzentriert sich aber entlang der Streben,deshalb
fällt er überhaupt auf und erreicht dort die Größe von knapp 1% (!)
Daraus folgt,daß sich auf der Planetenscheibe ein negativer Effekt nur
dann einstellen wird,wenn das kontrastschwache Objekt des Planeten durch
dieses zusätzliche 1% unter die Wahrnehmungsschwelle fällt,also praktisch nie.
(Mario_II hat einen sehr schönen Beitrag unter dem Titel "ist die Spinne
der Killer?" im Optikboard des Astrotreff geschrieben,ist sicher schon 1
Jahr her).

Wenn man es durch geeignete Formgebung der Spinne schafft die Beugungseffekte
auf die gesamte Fläche zu verteilen ist deren Effekt lediglich so groß
wie eine Planglasfläche mit 1/100stel rms Rauhigkeit(!)
Man könnte den Fangspiegel also auch an einer Planglasplatte
Ich resumiere für mich:
Die Spinne ist nicht der Killer,Obstruktion drückt den Kontrast maximal
so stark,wie deren linearer Anteil am Optikdurchmesser: D(kontrast) = D - d

Nun gibt es neben der Obstruktion weitere Effekte,die einen negativen Einfuß
auf die Kontrastwiedergabe haben:
-Fehler der Parabel eines Spiegels,Unterkorrektur,Überkorrektur,abgefallene
oder hochstehende Kante,Zonenfehler,grobe Rauhigkeit,Astigmatismus,
verspannte Optik,Tubusseeing,...
-Bei lichtbrechenden Optiken:Farblängsfehler,Korrekturfehler (bei der Haupt-
wellenlänge) durch falsche Linsenabstände,Astigmatismus durch verkippte Linsen,
dito auch Koma(!),verspannte Optik (Taukappe vom Lidlscope!),rauhe nicht
auspolierte Linsen (Billigstrefraktoren),Keilfehler einer Linse (Billigst-
refraktoren).

Der perfekt gefertigte Parabolspiegel-Newton hat einen ganz entscheidenden Vorteil:
-er kann das achsparallel einfallende Licht auf einen Punkt vereinigen.
-Er kann das Licht aller Wellenlängen in diesem Punkt vereinigen.

Er ist dadurch auf der Achse perfekt (allerdings um den beugungsbedingten
Verlust durch die Obstruktion vermindert).

Eine perfekt gefertigte FH-Optik mit Farblängsfehler ist nur bei monochromatischem
Licht der Wellenlänge perfekt,für die ihre sphärische Aberration korrigiert ist.
Also normalerweise 546nm.Je größer die Abweichung bei den anderen Wellenlängen
ist (Blau und Rot),desto stärker leidet der Kontrast der lichtbrechenden Optik.
Deshalb ist ein 4"f/15 beim Kontrast bezogen auf den Objektivdurchmesser
noch recht gut,ein 4"f/5 dagegen grausam.Bei letzterem verteilt sich das
Licht von blau,rot und noch schlimmer violett auf große Flächen um das
Beugungsscheibchen herum.

Auch bei Deep Sky,wenn das Licht für das Farbsehen nicht hell genug ist.
Dann ist der violette Saum nicht violett,sondern grau.Dieser Grausaum
stört den Kontrast natürlich ebenso,nur wird er nicht von den Zapfen,
sondern den für das schwarz-weiß sehen zuständigen Stäbchen.

Um wieder auf den Newton zurückzukommen:
Dieser ist wie gesagt theoretisch auf der Achse perfekt und kann einen um
den Einfluß der Obstruktion verminderten Kontrat zeigen,wenn er denn gut
gemacht ist.Aber abseits der Achse nimmt die Abbildungsqualität eines Newton
rapide ab.Er kann das Licht mehr in einem Punkt bündeln,es zeigt sich dann
zum Rand hin zunehmend immer stärker Koma.
Dort wird das Licht auf einen Bereich weit größer als das Beugungsscheibchen
verteilt,der Kontrast ist dann sehr gering,die Auflösung erheblich vermindert.

Und genau das ist da Problem vieler guter Newtons!
In der Mitte des Okulares befindet sich nicht die optisache Achse des Systems,
sondern vielleicht einige Millimeter abseits der Okularmitte,oder gar
außerhalb der im Okular befindlichen Gesichtsfeldes!!
Ein "langer Newton" verzeiht dagegen wegen seines erheblich größeren
beugugsbegrenzten Feldes eine gewisse Dejustage.Dies und die bessere
Okularverträglichkeit sprechen für einen möglichst langen Newton (und FH).

Da wird dann ein perfekter Newton mit 20% seines Kontrastes betrieben...

Perfekt justiert giebt es natürlich noch genug Fehler die am Kontrast nagen:
(Obstruktion mit 20% oder Spinne mit 1% sind da geradezu vernachlässigbar!)
-Tubusseeing
-Verspannte Optik
-Randfehler beider Spiegel
-verspannter oder einfach so astigmatischer Fangspiegel
-temperaturanpassungsbedingte Verformung des Spiegels (nicht beim Zerodur)
-Streulicht durch fehlende Verblendung (siehe praktisch alle käuflichen Newtons!)

Alle diese Effekte haben einen vermindernden Einfluß auf die MTF
(Modulation transfer Funktion/Kontrastübertragungsfunktion KTF).

Sie sind in verschiedenen Kombinationen die Killer beim Newton!
Wenn es nur die Obstruktion wäre könnte ein Newtonbesitzer sich locker
zurücklehnen,denn die um den Betrag der Obstruktion verminderte Öffnung
entspricht nicht einem Refraktor,sondern einer perfekten
unobstruierten Optik
,der ein apochromatischer Refraktor noch am
nächsten kommt.
Dem von dir zitierten SuW Artikel kann ich also zustimmen:
Ideal Systeme sind Apochromaten und Schiefspiegler, bei Achromaten stört
der Farbfehler und beim Newton die Zentralabschatung, die Spinne und die Koma.
Allerdingt stimmt das mit der KOMA nicht,die gibt es nicht auf der Achse
eines Newtons,ich denke das hast du eventuell nicht richtig zitiert?!

Der Schiefspiegler ist auch eine sehr trickreiche Sache,sehr kompliziert,
und er führt andere Fehler ein um die Obstruktion zu vermeiden,wie zum
Beispiel die Verkippung der Bildebene.
In diesem Punkt kann ich der Lösung von Georg Dittie (entsprechende
Verkippung des Okularauszuges) nicht zustimmen,denn die sorgt dafür,
daß Licht durch verkippte Okularlinsen geht,was unter anderem Astigmatismus
erzeugt.Außerdem bewegt sich das Okular beim stärkeren Fokussieren etwas
aus dem Zentrum der OptiK.

Trotzdem würde ich gerne einmal einen 8" Yolo machen...
Da steht auch, Die Erkennbarkeit feinster Details auf ausgedehnten Objekten
(z.B. Jupiter)hängt weniger von einigen cm mehr Aperatur, als vom Kontrast im Objekt ab.
Leider liegt mir der Artikel nicht vor,so daß ich den genauen Wortlaut
nicht kenne.Natürlich kommt es da auf den Kontrast an!
-Aber der Kontrast ist untrennbar mit der Apertur verbunden.
-Minus alles was Kontrast kostet.
-Was dann noch überbleibt ist der Bildkontrast.

Das kann verdammt wenig sein,wie bei meinem 8"f/6 im Originalzustand mit
superastigmatischem Fangspiegel: 2 flaue Jupiterbänder.

Das kann ein brauchbarer Kontrast sein,wie bei meinem 8"f/6 mit ordentlichm,
ausgetauschten Fangspiegel: mehrere Jupiterbänder mit netten Details
(bei gutem Seeing)

Das kann ein ausgesprochen guter Kontrast sein,wie bei meinem 8"f/6 Kurt-
Schreckling-Selbstbaudobson mit dem gleichen Spiegel,aber optimiertem
Isolier-Tubus,verminderter Obstruktion durch sehr guten 38mm Fangspiegel,
Zwangsbelüftung,steife dünne Spinne,Veloursauskleidung:
Mehrere Jupiterbänder mit subtilen Details.

Vorteile kann Version 3 gegenüber Zwei vor allem bei beestem Seeing verbuchen,
weil nur dort die feinsten Details überhaupt aufzulösen sind.


Und Version 3 hat einen Vorteil bei schwierigen Beleuchtungsbedingungen:
Mond am Himmel,oder Straßenlampen in der Nähe,dort bringt der mit Velours
ausgekleidete Tubus signifikant mehr Details!

Mein Fazit:
Die Qualität der Optik muß gut sein,sowie (ausreichend) farbrein,die Mechanik
entsprechend gut,dann ist das System relativ egal(!)

Der FH und der Newton haben eine Gemeinsamkeit:
Länger ist besser!Beim FH zwingend,beim Newton über den Umweg geringerer
Obstruktion,sowie besserer Okularverträglichkeit und geringerer off-axis-
Komaproblematik.
Deshalb haben sie ihre Grenzen,da große Öffnungen zunehmend Probleme bei
der Montierbarkeit bereiten und beim Newton die Einblickhöhe zum Problem
wird.Dort setzt der "Kruemelkorrektor" von G.Dittie an,der "schnellen
Newtons" ein gößeres nutzbares Gesichtsfeld verleiht.

So,Schnauze voll für Heute <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

MfG,Karsten


Edit:Da beim Ausdruck die Linkadressen nicht sichtbar sind füge ich sie an:

http://www.astroborken.org/Home/Optik_FAQ.PDF
http://www.astrosurf.com/legault/which.html
http://www.astrosurf.com/legault/mtf.html
http://www.astrosurf.com/legault/obstruction.html
http://www.fpi-protostar.com/curved.htm
 
Das Planetenteleskop

Ohhh mein Gott, die Post war da - es ist RIESIG. Auf den Bildern sieht es doch wesentlich kleiner aus. OK ist noch nicht ausgepackt aber ich freu mich seit langem mal wieder wie ein kleines Kind.....


und jetzt Himmel reiß auf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

weiteres gibts nach dem ersten test - hoffentlich komm ich bald dazu

Gruß
 
Re: Das Planetenteleskop

noch ne kurze Zwischenfrage, habe noch von einem älteren Teleskop einen selbstgebastelten Sonnenfilter (Folie) - das müßte ich doch auch für den TS Refraktor einsetzen können oder?3

Ich frag bei dem Thema lieber einmal zuviel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Re: Das Planetenteleskop

wenn es "die" folie zum sonnenbeobachten ist und auch kein quadratcm sonnenlicht ungefiltert durchkommt, müsste es gehen. aber .. immer höchste vorsicht, hinter 127 ungefilterten mm öffnung kann es schnell mehrere 100° im brennpunkt heiss werden. und einen unfilterten bzw. nicht komplett gefilterten blick auf die sonne machst du pro auge nur einmal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

gruss hannes

PS thanks astrojockel ;-)
 
Re: Das Planetenteleskop

Achtung, Achtung: Hier spricht der amtliche Threadüberwacher. Das legale Maximum von 200 Postings pro Thread für Anfänger ist erreicht. Unterlassen Sie alle weiteren Versuche diesen Thread zu verlängern.

Im Ernst Leute: In diesem Thread sind genug Postings losgelassen worden um mehrere Teleskoptreffen zum Wiedervertragen zu brauchen. Wir sollten dieses untote Etwas endlich den Weg alles Vergänglichen gehen lassen.

Meine Meinung.

zzzip
 
Re: Das Planetenteleskop

Hi amtlicher,

mir gings nur um den, wie ich fand, lustigen Vertipper.
Hannes hat es ja auch so verstanden. Auch wenn
ungefolterte Öffnung eindeutig für die Apo´s spricht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ich gehöre nicht zu irgendeiner Fraktion. Mich fasziniert
alles, wodurch man schauen kann. Zur Not ´ne Klorolle oder
ein Schlüsselloch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Kreuzritter, die im Zeichen des Chesire für ihren (wie
auch immer gearteten) Favoriten reiten, waren mir schon
immer suspekt. Sieht man ja an meinem bescheidenen Beitrag
hier im Thread.
Als echter Amateurspechtler sollte man sowieso von jedem
System mindestens zwei Grössen besitzen, um für jedes
Objekt und jede Nacht das passende zu haben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
Nur von den blauen Wundertüten lasse ich nach eigenen
Erfahrungen in Zukunft die Finger. Da gibts meiner Meinung
nach besseres fürs Geld. Ist aber nur meine eigene,
bescheidene Meinung, die ich nicht auf andere übertrage.
 
GEHTS NOCH??

sagt mal alle.

hat der gute ergosum333 nach Fusion der Quantenmechanik und ART gefragt?

220 Antworten auf den Threat, wer soll dass denn noch alles lesen? Und ist seine Frage den nun beantwortet? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />


Nix für Ungut aber ich find das schon heftig irgendwie...

lg

stefan
 
R.I.P.

Hallo zusammen,

Ich denke, es wurden nun wirklich alle möglichen und unmöglichen Aspekte angesprochen und der Thread sollte wirklich nicht den Fluch des Untoten erleiden. Daher segne ich ihn nun mit den Worten, er möge in Frieden ruhen.


 
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