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Ulfberht

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin 46 Jahre alt und habe einen 8 jährigen Sohn, der mich wegen eines Teleskops nervt. :-) Wir wohnen in einem kleinen Nebenort etwas weiter weg von einer größeren Stadt oder Industrieansammlung. Vermutlich wird das Umgebungslicht nicht ganz so stark stören, aber optimal wird es nicht sein.

Ich selber finde das Thema ebenfalls interessant, weiß aber nicht, ob das wirklich zu einem Hobby werden kann: in der Nacht herumstehen, meistens ist es kalt, das Wetter schlecht, ...

Ich selber fotografiere ganz gerne und weiß daher ein gutes Stativ und bezahlbare gute Optiken zu schätzen (Canon 40 D + diverse Objektive). Bei diesem neuen Versuch würde ich bis ca. 250 EUR für das Teleskop einschl. Stativ in die Hand nehmen wollen. Von der Fotografie her weiß ich, dass ein wirklich stabiles Stativ einschl. Kopf gerade in diesen Bereich reinfällt, ohne Optik.

Da ich auch gerne fotografieren würde und sowohl DS als auch Mond und die anderen Planeten betrachten würde, habe ich mich für ein Spiegelteleskop entschieden.


Ich bin auf dieses Stativ m. Teleskop gekommen:

Celestron AstroMaster 130EQ
auf Montierung CG-3 (31045)


Von der Beschreibung her hört sich das qualitativ nicht schlecht an. Aber die Brennweite und der Durchmesser erscheinen mir etwas zu gering.

Dann noch dieses, dass aber preislich meinen Rahmen überschreitet:

Parabol Newton 150/750mm auf parallaktischer Montierung OMNI CG4

Immerhin ist ein Plössl-Okular dabei, was auch bedeutet, dass ich noch mind. 1, eher zwei sofort mitkaufen müsste. Von der Beschreibeung her und dem Preis sollte dieses hier die beste Wahl sein.

Keines der Teleskope verfügt über eine 2"-Okularaufnahme.

Leider habe ich niemanden im Bekanntenkreis, bei dem ich mal durch so ein Gerät schauen kann, um Vergleiche in Natura durchzuführen. Eine automatische Nachführung ist bei allen möglich, wobei ich nicht einschätzen kann, ob sie genau genug ist, um wirklich lange Belichtungszeiten durchzuführen.

Gibt es jemanden, der etwas zu den Stativen sagen kann? Wie wichtig das ist, kenne ich, wie gesagt, von der Fotografie.

Kennt vielleicht sogar jemand eins dieser Kombinationen?

Alternativ bin ich in diesem Forum öfter über Dobson-Teleskope gestolpert. Im Garten kann ich das Teil auf einen Tisch stellen. Wenn Bäume und Häuser weit genug entfernt sind, können wohl auch etwas tiefer stehende Objekte betrachtet werden. Man scheint für sein Geld die beste Optik zu bekommen, weil nichts für das Stativ drauf geht. Aber kann man damit auch fotografieren? Und kann man auch raus in die Botanik? Man hat ja kein Stativ dafür.

Im Moment bin ich wohl etwas verwirrt. Oder sollte man einfach hiermit anfangen? Hier im Forum habe ich dazu nichts gefunden:

Skywatcher 90/900

Grüße

Andi




 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo
das erstere stativ scheint mir nicht sonderlich besser als dies von meinem Lidlskop. welches ich noch reichlich überarbeiten werde.
wünsche dir von den profis eine bessere aussage!
fg Plexi
 
Hallo Andi,


Zitat von Ulfberht:
Hallo zusammen,

ich bin 46 Jahre alt und habe einen 8 jährigen Sohn, der mich wegen eines Teleskops nervt. :-)

Ich selber finde das Thema ebenfalls interessant, weiß aber nicht, ob das wirklich zu einem Hobby werden kann: in der Nacht herumstehen, meistens ist es kalt, das Wetter schlecht, ...

Du musst entscheiden, ob Du das möchtest. Dein Bub kann ja nicht alleine rausgehen, also ist da auch der Papa gefragt!

Wenn die Nacht und Kälte ein Problem sind, vergiss dieses Hobby ganz schnell wieder ;(

Mach doch erstmal Folgendes: Leih dir ein Fernglas (mind. 8x40 sollte es schon sein) und geh nach Einbruch der Dunkelheit mal raus in den Garten, bleibe aber auch volle 2 bis 4 Stunden Stunden draussen und beobachte den klaren Himmel, dann siehst ja, ob das Hobby für Dich geeignet ist. Den Jungen brauchst zu dieser Entscheidungsfindung nicht mit zu nehmen, Kinder in diesem Alter quengeln eh nach spätestens einer halben Stunde.

Anm.: Bei schletem Wetter kann man Nichts beobachten, bei saukalten Wetter dafür aber um so besser...
 
Hallo Andi,

das Problem ist, dass bei sehr knappem Budget gleich noch die Deepsky Forografie als Zukunftsplanung hinein soll.

Das läuft auf sehr kleine Öffnung mit ziemlich schnellem Öffnungsverhältnis (F/5 ist schnell) und eine einigermaßen tragfähige Montierung + Stativ hinaus oder eben auf eine etwas größere Öffnung und einen ohnehin schon visuell überforderten Unterbau der dann spätestens fotografisch einfach nur noch nervt.
Keines der von Dir verlinkten Teleskope überzeugt diesbezüglich.
Wenn man solche Teleskope nicht mal anfassen darf, weil sofort das Bild wackelt verlieren nicht nur Kinder sehr schnell die Lust.

Bei dieser Budgervoragbe gibt es m.E. wirklich brauchbare Teleskope für die visuelle Nutzung und auch mal für kurze Belichtungen am Mond oder Planeten (WebCam).
Das Ganze nennt sich dann Dobson, das Teleskop ist auf einer Holzkiste montiert und lässt sich hoch/runter, links/rechts schwenken. Azimutale Montierung also, wie ein Fotostativ nur eben ohne Stativ, weil das eben auch ein Schwachpunkt oder eine sehr teure Angelegenheit wird.
Im Budgetrahmen gibt es das z.B. mit 150 mm Öffnung und 1200 mm Brennweite oder auch als 160/1300er. Das ist ~F/8, also langsam. Wesentlich okularfreundlicher und tolleranter bezüglich der Justierung als F/5.
Die Bedienung ist intuitiv, auch für Kinder nach meinen Erfahrungen kein Problem. Alleine kann das ein 8-jähriger sicher nicht unter den Himmel bringen, aber das geht bei einem kleineren parallaktischen Teleskop auch nicht.
Papa ist ohnehin dabei und gefordert, zumindest noch die nächsten 3-4 Jahre, dann geht Das schon besser.

Auch ein gebrauchter 200/1200er Dobson liegt im preislichen Rahmen.

Gruß
*entfernt*

 
Hallo Andi,

wie schon geschrieben wurde: dein Sohn wird das kaum alleine hinbekommen. Hast du denn zuhause einen einigermaßen brauchbaren Himmelsausschnitt oder müßt ihr stets rausfahren? Sonst steht das Rohr in Kürze im Keller und verstaubt...

Mit anderen Worten: wenn du selber auch Ambitionen hast, kann man hier anders beraten, als wenn nur dein Sohn mal reinschnuppern will. Da reicht für den ersten Eindruck auch ein 90/900 Refraktor (oder ein 70/700 oder was Gebrauchtes), der Mond und Planeten zeigen kann, aber für DeepSky-Sichtungen oder gar Fotografie natürlich nicht hinreicht.

Der 130er Newton steht auf der CG3 zu wackelig, ähnliches würde ich auch für den 150er auf CG4 behaupten. Ein 150er sollte mindestens auf einer EQ5 oder ADM stehen (siehe Link von Tonabnehmer oder auch hier... Montierungs-Datenbank )

Foto ist ein völlig anderes Thema. Hier solltest du dich zunächst im Forum mal umsehen... eine Welt für sich mit wesentlich höheren Anforderungen an das gesamte Equipment (wenn es was Anständiges werden soll und nicht nur ein schnelles Knipsen vom Mond).

Übrigens: es gibt durchaus auch wärmere Tage im Jahr mit gutem Himmel, aber besonders gute Verhältnisse gibts naturgemäßt eher an kälteren Tagen...

CS


Logi

 
Hi

Ich kann Werner da nur zustimmen.
Ich hab auch mit nem Fernglas angefangen. Das kann man auf die schnelle vorbereiten und spontan beobachten. Auch lernt man so schnell den Himmel kennen, da das Fernglas sehr intuitiv zu "bedienen" ist.
Wenn es dir nach 2 Stunden bereits kein Spaß mehr macht, dann lass es direkt. Meine Erfahrungen in dem Jahr, seitdem ich mich mit diesem Hobby beschäftige, sind sehr kalt!
Im Sommer, wenn es Nachts zwar wärmer ist aber immer noch kalt sein kann, dann sind die weißen Nächte und Deep-Sky macht nicht soo viel spaß.
Die besten Nächte sind die langen Winternächte und leider auch die meisten klaren Nächte sind im Winter.

Wenn du dir dein Fernglas schnappst, dann ist die Freeware "Stellarium" für den Anfang sehr gut zum Aufsuchen.
Orionnebel, Andromedagalaxie, M13, C+H Doppelsternhaufen und die offenen Sternhaufen in Cassiopeia sind sehr leicht zu finden und mit dem Fernglas gut sichtbar.

Leider ist die Dunkeladaption mit dem PC nicht so gut. Kann sein, dass du einige Minuten warten musst, bis du im dunkeln wieder richtig sehen kannst. Vielleicht kannst du dir die Sternbilder aber auch einprägen...

Versuch es einfach mal, dann weißt du mehr.


Grüße Michael
 
Stellarium hat ja den Rotlicht-Nachtmodus. Dazu dreht man noch die Hintergrundbeleuchtung auf Minimum und dann funktioniert das für den Einsatz unter sowieso leicht aufgehelltem Himmel ganz gut.
 
Hi!

Zitat von Ulfberht:
Das ist meiner Meinung nach untermontiert.

Aber die Brennweite und der Durchmesser erscheinen mir etwas zu gering.
Man kann damit schon eine Menge Objekte beobachten. Allerdings haben zumindest Weitwinkelokulare nicht nur mit dem schnellem Öffnungsverhältnis, sondern auch mit der Bildfeldwölbung zu kämpfen. Ersteres läßt sich mit entsprechenden Bauarten entschärfen, aber letztere wirkt sich immer aus.

Die Montierung ist zwar nicht optimal, aber deutlich besser - in den meisten Fällen wird sie ausreichen. Den Link zu den Deepsky-Brothern hat man ja schon gepostet.

Keines der Teleskope verfügt über eine 2"-Okularaufnahme.
Viele Händler bietet welche damit an, auch der von Dir aufgesuchte. Kleiner Hinweis: Celestron gehört zu Synta, deren Eigenmarke Skywatcher ist.

Eine automatische Nachführung ist bei allen möglich, wobei ich nicht einschätzen kann, ob sie genau genug ist, um wirklich lange Belichtungszeiten durchzuführen.
Nur Piggyback, also mit aufgesatteltem (Tele-)Objektiv. Freilich kann man mit Nachführkontrolle die Zeit merklich verlängern. Allerdings würde ich vorschlagen, Fokalfotografie vorerst außen vor zu lassen, die Fehlerrate ist im angestrebten Preisbereich zu hoch.

Gibt es jemanden, der etwas zu den Stativen sagen kann? Wie wichtig das ist, kenne ich, wie gesagt, von der Fotografie.
Wichtiger sind in der Astronomie die Montierungen, denn die sind üblicherweise das schwächste Glied in der Kette. Edelstahlstative sind den Aluminiumvarianten meist überlegen.

Alternativ bin ich in diesem Forum öfter über Dobson-Teleskope gestolpert. Im Garten kann ich das Teil auf einen Tisch stellen.
Ab einer gewissen, fast immer erreichten Größe stellt man sie auf den Boden. Bei tiefstehenden Objekten helfen Stühle oder andere Sitzgelegenheiten. Fotografie ohne hohen finanziellen Aufwand geht allerdings nur mit sehr kurzen Belichtungszeiten, z.B. am Mond.

Mal wieder untermontiert.

Grüße

fquadrat
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Schon einmal vielen Dank für die vielen Antworten! Ich habe aus jeder etwas Hilfreiches rausziehen können.

tonabnehmer: Die Seite habe ich auch schon gesehen und ein wenig experimentiert. Es ist nur kein Unterschied in der Helligkeit zu sehen. Mir fehlt einfach ein Gerät, um wirklich mitreden zu können. Der Link mit sinnvoll/unsinnig ist auch gut.

Ich gehe natürlich davon aus, dass es in erster Linie mir auch Spaß machen muss, da das Geld sonst wirklich rausgeworfen ist. Von einem Kind kann man keine allzu große Ausdauer erwarten. Ich habe bereits mit Teleobjektiv und Stativ in der Nacht den Mond fotogafiert. Das war o.k., wirklich lange Sessions bin ich mir, wie gesagt, noch unsicher. Aber dabei kann mir keiner helfen. Das mit dem Fernglas werde ich noch mal ausprobieren. Meine bisherigen Versuche waren weniger erfolgreich, da immer verwackelt.

Was ich aus den Antworten herauslese ist das, was ich mir schon dachte und in der Fotografie ähnlich ist: Das Stativ und die Montierung sind sehr wichtig und bei der Astronomie zumindest beim Einstieg anscheinend teurer als die Optik. Bei den Komplettangeboten wird also in dem Bereich gespart, um auf einen akzeptablen Preis zu kommen. Es scheint bei der Monatierung auf ein EQ5 hinauszulaufen, das recht teuer in der Anschaffung ist.

Also keine Fotografie und wohl kein Stativ-Teleskop, wenn ich die Hinweise richtig interpretiere. Wenn, dann wird es wohl ein Dobson.

Grüße

Andi



 
Hi Andi,

Zitat von Ulfberht:
tonabnehmer: Die Seite habe ich auch schon gesehen und ein wenig experimentiert. Es ist nur kein Unterschied in der Helligkeit zu sehen. Mir fehlt einfach ein Gerät, um wirklich mitreden zu können.

Ich hatte das berühmte Lidlscope 70/700 und habe jetzt einen 150/1200 Dobson. Mit beiden hatte/habe ich Spaß. Der Unterschied bei Mond und Planeten ist deutlich sichtbar, auch wenn sich da noch keine Welten auftun. Bei Deepsky hatte ich neulich den Orionnebel im Dobson ansehen können. Den Unterschied zum Lidlscope empfand ich als gewaltig.

Zitat von Ulfberht:
Also keine Fotografie und wohl kein Stativ-Teleskop, wenn ich die Hinweise richtig interpretiere. Wenn, dann wird es wohl ein Dobson.

Wenn es ein Dobson werden soll, dann hilft dieser Link noch bzgl. der Okulare weiter. Bei Sven Wienstein gibt es aber noch jede Menge weitere Infos für Einsteiger. http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Auf jeden Fall würde ich von den Baumarkt/Kaufhausteleskopen abraten. Diese kosten vielleicht so um die 40 Euro, sind aber grottenschlecht. Zumal man für 50-70 Euro das deutlich bessere Lidlscope bekommen kann. Zwischen dem Lidlscope o.ä. und den Dobsons dürfte preislich noch der 114/900 Newton auf gebrauchter parallaktischer Montierung oder auf (selbstbau) Rockerbox als Dobson erhältlich sein. Okulare bekommst Du sehr oft gebraucht in guter Qualität zu vernünftigen Preisen. Hier im Forum gibt es einen eigenen Bereich dafür.

Viele Grüße,
Marcus
 
Ein Kaufhaus- oder Tchiboteleskop würde ich nicht kaufen. Da würde ich eher mehr in ein Markengerät investieren und es, wenn es mit dem Hobby nichts wird, wieder relativ gut verkaufen. Das ist ähnlich wie Langzeitbelichtung mit einer 800-EUR DSLR und einem 50-EUR-Kaufhausstativ.

Interessant finde ich, dass niemand meinte: Die Optik ist unbrauchbar. Das einzige, was bamängelt wurde, war das Stativ und/oder die Verbindung zur Optik.

Ncoh eine Anfängerfrage:
Was bedeutet f 5 und z.B. f 10? Aus der Fotografie kenne ich die Blenden. Würde eine DSLR im Sucher nicht mit Offenblende arbeiten sondern mit der echten Blende, z.B. 10, wäre ein Fokussieren im Sucher kaum möglich, weil alles dunkel wäre. Wie ist das bei eiem Teleskop mit f 10? Eigentlich dürfte man doch kaum etwas erkennen.

Andi
 
Du kaufst ja nur das Objektiv. Die richtig teuren optischen Teile, die Okulare, kommen dann später. Ich bin selbst gerade dabei rauszubekommen, daß man für unter 100€ bestenfalls mittelprächtige Qualität bekommt.

Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Ulfberht:
Das mit dem Fernglas werde ich noch mal ausprobieren. Meine bisherigen Versuche waren weniger erfolgreich, da immer verwackelt.
Abhilfe 1: Fernglas auf Fotostativ befestigen.
Abhilfe 2: Fernglas mit Hand halten, aber Ellenbogen auf Mauer oder Autodach stützen.

Beide Methoden wurden mit meinem schweren 8x30 ausprobiert, wobei "Autodach" die bei weitem häufigste Methode ist.

Viel Erfolg wünscht

fquadrat
 
Zitat von Ulfberht:
was bamängelt wurde, war das Stativ und/oder die Verbindung zur Optik.
Wobei man üblicherweise nicht das Stativ bemängelt, sondern die Montierung.

Ncoh eine Anfängerfrage:
Was bedeutet f 5 und z.B. f 10? Aus der Fotografie kenne ich die Blenden.
Dann weißt Du die ANtwort eigentlich schon. Irgendwann hat jemand (ohne Ahnung von mathematisch-physikalischen Formalismen) angefangen, statt "1:Blendenzahl" "f/Blendenzahl" zu schreiben, und nun wird das Zeichen für Division oft auch noch weggelassen.

Wie ist das bei eiem Teleskop mit f 10? Eigentlich dürfte man doch kaum etwas erkennen.
So schlimm ist das nicht. Die Augen sind an die Dunkelheit angepaßt, Planeten und der Mond sind hell, und bei Sternen ist die Öffnung wichtig - hier erhöht das mickrige Öffnungsverhältnis den Kontrast sogar noch. Interessant wird die Angelegenheit bei Okularprojektion, wenn die effektiven Blenden eventuell unter 1:100 rutschen ...

Grüße

fquadrat
 
Zitat von anddill:
Ich bin selbst gerade dabei rauszubekommen, daß man für unter 100€ bestenfalls mittelprächtige Qualität bekommt.
Komisch, die meisten meiner Okulare liegen preislich deutlich unter 50 Euro, und einige davon wurden an zwei guten Teleskopen von deren Besitzer für gut bis sehr gut eingestuft, selbst die Weitwinkel. Moderat ist nach meiner eigenen Feststellung ein 4-mm-Plössl, welches inzwischen meist durch ein 4-mm-Ortho bzw. ein 3,8-mm-ED vertreten wird.

fquadrat

PS
Die Teleskope waren ein Starfire 130 EDT und ein ASA.
 
Ich hab ja nicht behauptet, daß man unter 100€ nur Schrott bekommt. Sondern daß mit den Okularen das Geldausgeben erst richtig losgeht.

Und ich hab ja selber eine bunte Mischung preiswert zusammengekauft. Und jedes davon hat so seine Eigenheiten und Macken. Interesse?

  • TS-WA 32mm Erfle: Am f/5 Newton nicht randscharf
  • TS Zoom: Kam mit loser Führungsschraube an und verklemmte beim Zoomen. Musste erst von mir repariert werden. Sabbert Fett aus allen Spalten. Mäßige Abbildung.
  • Maede QX4000 15mm war zum Glück ein Sonderangebot. Originalpreis liegt um die 100€, und an dem hab ich auch nicht viel auszusetzen
  • Burgess/TMB Planetary 6mm: Siehe dieser Thread hier.
  • Satz Beipackplössl. 30mm und 10mm brauchbar, solange keine hellen Objekte im Bild, sonst gibts lustige Lichteffekte. 4mm unbrauchbar.
  • 3,2mm TS Planetary: sabbert auch Fett. Sonst leider ein Fehlkauf, aber da kann das Okular ja nichts dafür.
  • Gerade neu ein ED 9,5mm. Erstaunlich gute Abbildung, aber problematisches Einblickverhalten und relativ kleines Gesichtsfeld.
  • Auch neu ein Astro Professional Zoom 7,5 bis 22mm. Nichts dran zu meckern, aber das kostet auch 200€

Das macht es vielleicht etwas klarer, wie ich zu meiner Aussage komme.
Wobei ich nicht bestreite, daß auch preiswerte Okulare wunschlos glücklich machen können. Ich selbst überlege, ob ich mir noch 2-3 brauchbare und vor allem vergütete Plössl zulege. Manchmal hat man sonst zuviel Glas vor dem Auge. Aber ich hab ja auch eine Nachführung, und keinen Dobson, da ist das Gesichtsfeld kein KO-Kriterium.
 
Hauptsächlich einfache, meist namenlose Plössl von 40 bis 4 mm (inkl. eines namenlosen Silberplössls), einige Vixenorthos, ein namenloses 20-mm-Weitwinkel und drei Blaukanten. Zwei kurzbrennweitige Blaukanten haben einen meiner Meinung nach etwas problematischen Einblick, weshalb sie bisher noch nicht so oft eingesetzt wurden, daher sind weniger Erfahrungen damit vorhanden.

Das 40er zeigt etwas "schlappe" Sterne, aber scharf sind diese über das ganze kleine Gesichtsfeld. Das 4-mm-Plössl hat einen viel zu kleinen Augenabstand und weder maximale Schärfe noch maximalen Kontrast, reicht aber meist aus. Ein 17-mm-Pro-Optic könnte noch etwas schärfer sein. Die anderen Okulare wurden von mir bzw. dem Besitzer der angesprochenen Teleskope als scharf und kontrastreich eingestuft.

Erstaunlich war die Leistung eines 6,5-mm-Plössl sowie eines 5-mm-Orthos im Vergleich mit Vixen-LV(W)s. Das Ortho war ungefähr gleichauf, das Plössl mindestens. Hat den Starfirebesitzer ziemlich verblüfft ...

Es gibt noch ein paar weitere Okulare in dem Preisbereich, aber die wurden bisher zu selten benutzt, um beurteilt werden zu können.

Zu den Preisen: Sillberplössl und namenlose Lowcostplössl haben mich auf dem ATT bzw. kurz danach nie mehr als 20 Euro pro Stück gekostet, die Orthos waren, einmal aber nur nach Feilschen, für je 25 Euro erhältlich. Das war auch der ATT-Preis des 40-mm.


Grüße

fquadrat

PS
"Vixenortho" deshalb, weil diese nicht unbedingt der Bauart nach Abbe entsprechen sollen. Das 40er Plössl ist tatsächlich Markenware.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

alles eine Frage des "Foren-Marketings". Es muss nicht immer Nagler sein.
Ich war auch erstaunt, welche Schärfeleistung ein RK-Okular für 10 EUR bringt.

CS
Chris
 
Das Orthos und Plössl scharf sind ist klar. Aber gerade im DS-Bereich will ich auch Feld haben, da beschert mir ein Ortho einen schönen Tunnelblick. NGC 7662 durchs 9er Ortho ist eher unscheinbar, während ein 9mm W70 (soll baugleich mit den Gold/Blaukanten sein) ein schönes Bild gibt. Gute Abbildung und weites Feld = teuer. M13 durch ein Plössl verglichen mit dem Blick durch z.B. ein Ethos ist ein gewaltiger Unterschied. Ich habs auf dem HTT gesehen und angefangen auf ein paar ordentliche 82° Okulare zu sparen. Ethos sind für mich derzeit unerschwinglich.
2 Vixenorthos haben ebenfalls einen festen Platz im Okularkoffer, zusammen mit einer 3xBarlow für die ganz klaren Nächte am Planeten.
 
Hallo fquadrat,

ich weiß nicht, was die Leute immer erwarten, egal ob LVW oder Nagler. Ein Ortho ist an der richtigen Optik eingesetzt ein Okular mit sehr guter Abbildung. Wenn die Verarbeitung stimmt (also Linsen sauber positioniert, zentriert und poliert) und das Ding gut vergütet ist, dann ist es verdammt nah dran an "besser geht nich". Aber das sind eben 30° Feld und zwei Linsengruppen. Ein Mono hat nur eine Gruppe, ein XO hat 50° Feld. Da kann man schon schauen, in welche Richtungen man sich verbessern kann - alles geht nich.

Dagegen sind halt Nagler, LVW Weitwinkel-Okus, die dann auch noch an schnellen Optiken gut sind. Bei f/4 macht ein Ortho eben keine so gute Figur mehr - bis man eine Barlow drunter packt zum Beispiel.

Da kann man einfach nicht per Preisvergleich entscheiden, welches Okular gut ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Zitat von Sven_Wienstein:
Ein Ortho ist an der richtigen Optik eingesetzt ein Okular mit sehr guter Abbildung. Wenn die Verarbeitung stimmt (also Linsen sauber positioniert, zentriert und poliert) und das Ding gut vergütet ist, dann ist es verdammt nah dran an "besser geht nich". Aber das sind eben 30° Feld und zwei Linsengruppen.
Wenn das Ortho nur 30° Feld hat, ist es vermutlich eine Mono. :/ Das Abbe-Ortho hat üblicherweise 40° bis 45° scheinbares Gesichtsfeld.

Grüße

fquadrat
 
Zitat von Erposs:
NGC 7662 durchs 9er Ortho ist eher unscheinbar, während ein 9mm W70 (soll baugleich mit den Gold/Blaukanten sein) ein schönes Bild gibt. Gute Abbildung und weites Feld = teuer.
Schon klar, obwohl die Blaukanten auch nicht gerade teuer sind. Mich störte halt Andreas' Behauptung, man bekäme unter 100 € nicht mehr als mittelprächtige Okulare. Man bekommt unter 100 Euro keine spitzenmäßigen Weitwinkeltypen, aber bis maximal 50° Gesichtsfeld kann man durchaus sehr gute Okulare bekommen. Mit etwas Glück sind auch Weitwinkel drin. Mein 20-mm hat eine Oberfläche praktisch in der Bildebene, was eine Menge "kosmischen" Staub ergibt, aber Schärfe ist da, auch am Bildfeldrand.

Problematisch wird es dann bei Ultraweitwinkeln: Mein 11-mm mit 80° ist außerhalb der Mitte eine üble Scherbe, selbst bei 1:14 (Mak).

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

ach, das nimm mal nicht so genau, schau mal das Vixen Ortho an, es gibt Varianten davon, die sind eher ein Plössl, haben aber trotzdem keine 50°. Und... ein Plössl ist ja auch orthoskopisch.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Leute,

irgendwie komme ich mit dem Verlauf hier ganz und gar nicht klar.

Da werden die Planetarys in Bausch und Bogen verdammt, ich kenne aber selbst sehr gute Planetarys, die zumindest in Relation zum Preis eine vorzügliche Abbildungsleistung haben.
Da kenne ich schlechtere Hyperions und auch Gold-/Blau oder Grünkanten. Ich beziehe mich ausdrücklich auf die mir bekannten Brennweiten zw. 9 mm und 5 mm.
Ich kenne auch Planetarys mit falsch eingebauten Linsen im Barlowelement oder mit großen Streulichtproblemen. Das sind Reklamationsfälle.
Ich kann doch nicht alle Plössls schlecht reden, weil ich einige Beipackplössls von GSO kenne, die wirklich grottig sind und sogar mal ein Plössl (kein Beipack) gesehen habe, welches Streifen in einer Linse hatte und gar nicht zu gebrauchen war.
Die Planetarys sind F/5 tauglich und haben natürlich ein paar mehr Linsen an Bord als ein Plössel. Das schlägt bei gleicher Vergütungsqualität schon mal auf die Transmission durch, nur sind eben Plössls nicht mehr F/5 tauglich was sich bei genauer Beobachtung auch auf der Achse, nicht nur am Rand des kleinen Feldes ungünstig auswirkt. Das sollte doch nicht unter den Teppich gekehrt werden. Eine gute Barlow zu einem etwas längerbrennweitigen Plössl wirkt da wunder, aber steigert wieder die Linsenzahl im Strahlengang.
Wenn wir also Transmission vergleichen, dann tun wirs mal mit Planetary und Hyperion, da kommt so annähernd Gleichstand raus, so sehe ich das wenigstens.
Die Gold-/Blaukanten die ich kenne schneiden da etwas schlechter ab, mag sein, dass inzwischen neuere Vergütungen drauf sind. Überhaupt kam mir schon mal der Verdacht, dass die Designs von Goldkante und Planetary so unterschiedlich nicht sind, zumal nach entsprechenden Forenmitteilungen die Rechnung von Herrn Back zumindest skaliert, also nicht voll in der Serie durchgezogen wurde. Man schneidet der Goldkante einfach den an F/5 schlimmsten Randbereich per kleinerer Feldblende weg und schon gibts da planetarymäßig weniger zu meckern. das Feld bleibt gegenüber einem Plössl immer noch deutlich größer.
Die Barlowelemente habe ich schon mal spaßeshalber getauscht, sieht nicht so aus als gäbe es da merkliche Unterschiede. Eines fällt aber auf. sie werden in kleinen Schritten von zwei bis drei Brennweiten immer kleiner vom Durchmesser her, da wird also im Milligrammbereich Glas und im Millimeterbereich polierte Fläche gespart. Auch da kann ein Übel liegen, wenn die Barlow allzu knapp bemessen ist.

Wem das mal wieder viel zu sehr ins Eingemachte geht, wer lieber die die Top oder Flop Sprüche mag, dem sei gesagt, dass man damit der Sache einfach nicht mehr gerecht werden kann.
Bei dieser Lablesucht der Händler und Importeure, bei dieser Flut von gleichen, skalierten, nur gehäusetechnisch geänderten oder nur mit leicht veränderten Brennweitenangaben versehenen Okularen, bei Qualitätskontrolle in der Verantworung des Käufers, bei vorgeblichen Neuerscheinungen im Monatstackt, bei erwiesenen Qualitätsschwankungen von Carge zu Carge hört es wirklich auf einfach und verlässlich zu sein.

Gruß
*entfernt*


 
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