Hallo Cap.
Ich habe hier interessiert mitgelesen, bin auch Neueinsteiger und ich hoffe, es ist ok wenn ich mich hier einfach mal einklinke.
Mir ging es nämlich genau wie Dir, immer wieder mal geisterte mir über Jahre diese Idee durch den Kopf ein eigenes Teleskop zu kaufen. Und dann hab ich mir das erste Teleskop kürzlich endlich (zum 50. Geburtstag) geleistet, hab allerdings geschummelt und es wegen der Wetteraussichten 2 Wochen vorher gekauft und auch gleich ein hochwertiges 2" Okular mitbestellt.
Natürlich habe ich mich mit den gleichen Fragen beschäftigt wie Du, aber ich habe mich für ein anderes Teleskop entschieden. Bei mir ist es das Skywatcher 200p (200/1000) mit EQ5 Pro goto Montierung geworden. Ich bin aber dann doch eher vergleichsweise ungeduldig, wenn ich ein neues "Spielzeug" habe

, wenn ich das ausnahmsweise so nennen darf. Und deswegen hat das auch schon am gleichen Abend im Garten gestanden.
Die Schrauben an Deiner EQ6R Montierung sind bestimmt ähnlich robust wie die an meiner EQ5 Montierung. Ich find, es lässt sich damit ziemlich einfach bedienen. Wenn man eine Schraube löst und die andere nachzieht, dann bewegt sich die Montierung ganz fein nach, sowohl bei der Azimut- als auch der Polhöheneinstellung. Ich hab das Teleskop bei Tageslicht aufgestellt, Stativ im Wasser, grob mittels Kompass eingenordet und grob die Polhöhe voreingestellt. Die Feineinstellung hab ich dann gemacht, sobald ich den Polarstern sehen und anvisieren konnte. Du brauchst da jedenfalls keine Scheu haben, so leicht gehen die Schrauben oder Gewinde in der Montierung nicht kaputt. Leicht festziehen hat bisher gereicht. Versuch macht kluch.
Diese winzigen Schräubchen für die Polarsucherjustage sind da allerdings deutlich empfindlicher. Da hab ich ein Gewinde vermurkst, das ging ziemlich fix.
Ich weiß noch nicht, ob ich das reparieren werde. Mal sehen. Es geht auch ohne. Ich richte das Rohr mittels der besagten Schrauben so aus, daß Polaris ziemlich genau mittig im Okular zu sehen ist, danach mach ich ein 3-Star-Alignment mit der Synscan Pro App so exakt wie ich kann. Danach trifft das Teil ziemlich genau jedes gewünschte Objekt. Macht Spaß!
Ich hab mir ein noch einen UHC Filter, Mondfilter für das 2" Okular und einen C2 Filter für den aktuellen Kometen zugelegt. Letzteren hab ich noch nicht testen können, aber der UHC Filter bringt schonmal eine Kontrastverbesserung in meinem Garten. Hier gibt's viel Streulicht und eine Großstadt erhellt den Himmel.
Nebel und Galaxien sind sehr schwer oder gar nicht von meinem Standort aus zu sehe, auch von Andromeda nur das Zentrum als milchiger Fleck. Saturn und Jupiter sind dagegen sehr gut zu sehen, 1,25" Zoomocular von SVbony hab ich mir dafür noch seperat zugelegt. Das war es wert. Und aucv der Mond ist viel schöner durch das Teleskop. Durch das 2" 32mm Weitwinkel Okular mit Mondfilter lässt sich der ganze Mond sehr schön beobachten, mit dem Zoom Okular + 2x Barlowlinse kann man Ausschnitte am Rand so nah heranzoomen, das man Konturen der Kraterlandschaft sieht, wie man sie sonst nur von Astrofotografien oder aus dem TV kennt. Also Sonnensystem Beobachtung würde ich nicht so weit zur Seite schieben. Ich glaube, das ist so ziemlich das interessanteste, was visuell beobachtbar ist. Für Deepsky braucht es vielleicht doch eher Kameraunterstützung.
Und da überlege ich jetzt auch, was für mich als Einsteiger mit dem geringsten Aufwand und Fachwissen den größten Erfolg bringt. Und dabei bin ich auf die Zwo Asi 585 MC air gestoßen. Die scheint alle Kriterien zu erfüllen, die Dir und mir wichtig sind, einschließlich live Stacking auf einem mobilen Endgerät. Total unkompliziertes Teil mit allem drin, ersetzt asi air und guiding Kamera. Braucht nur Strom, das war's. Was hält denn hier die Comunity von dieser Kamera? Taugt die was für Einsteiger und Eigenbedarfs Gelegenheitsfotografen oder für Deepsky Beobachtungen mittels live Stacking am Bildschirm? Ich finde das Astroshop Video auf YT zu dem Gerät ziemlich vielversprechend. Dann könnte das auch was für Dich sein, Cap.
Viele Grüße und klare Nächte
Ralph