Neuling sucht Teleskop

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Hallo Carsten!

Zitat von Saturn6000:
Moin Moin

Ich finde es echt super das so viele Antworten aber doch ist keiner auf meine Frage und Antwort eingegangen.

Ich finde es auch schwierig, bei so viel verschiedenen Geräten, bei denen ich zu zwei geräten sowieso nichts sagen kann, eine Meinung abzugeben.

Wäre ich jetzt an deiner Stelle, dann würde ich mir vielleicht alle drei Teleskope erworben haben (so verrückt bin ich schon. Ein Sammler halt).

Nachdem ich mir u.a. einen GSO Dobson (8" Zoll) gekauft habe, stelle ich mal fest, das ich so etwas nicht wieder tun würde. Ich werde meinen Dobson nicht wieder zum Verkauf anbieten, aber, mangels Auto und bei diesem ungünstigen Wetter wird der Dobson wohl ziemlich selten heraus geholt werden.

Hätte ich den Dobson nicht gekauft, hätte ich mich vielleicht für den Rest meines Lebens gefragt, wie es denn mit so einem Dobson gewesen wäre.

Der Ratschlag, sich solche Geräte vor Ort anzusehen, ist auch nur teilweise hilfreich (bei einem Einzelgänger wie mir sowieso). Soll ich von Frankfurt mehrere hundert Kilometer in den Süddeutschen Raum zu einem Teleskophändler fahren? Beim Dobson hilft dann doch eher dann die Methode, den Dobson öfters mal auf und abbauen zu müssen.

So, zum Schluß erlaube ich mir dann doch noch eine Meinung zu den drei zur auswahl stehenden Teleskopen:

Da ich schon einen Dobson habe, und zumindest die Nachteile kenne, würde mich von den drei Geräten der Travelmax am meisten reizen, wobei ich aber nichts über das Gerät sagen kann. Der Sprung in das kalte Wasser halt. Wobei, ich würde mir dann auch nur das Teleskop (ohne Montierung) kaufen. Als Montierung würde (ich persönlich) eine azimutale Montierung bevorzugen. Eine equatoriale Montierung kann man sich immer noch zulegen.

Um noch ein bisschen Verwirrung zu stiften:
DER steht auf meiner Einkaufsliste, und
DIESEN würde ich mir sicher irgendwann gerne mal zulegen (trotz einiger ungünstiger Faktoren).

Gruß, Karsten
 
Nochmals Hallo Carsten,
Zitat von Saturn6000:
.. doch ist keiner auf meine Frage und Antwort eingegangen.
Eine harte Kritik!
Nochmal zu deinen drei Geräten im Telegrammstil:

* Refraktor 90/900
nicht so leistungsfähig wie ein Newton, aber halt robust.

* Dobson 200/1200
Ich hatte bereits gesagt: Vom Preis/Leistungsverhältnis her unschlagbar. Und das sagen alle! Es fragt sich nur, ob du den immer tranportieren kannst und willst.

* Mak 102mm Öffnung
Ein Spezialist. Kleines Gesichtsfeld. Hervorragend zu transportieren. Im Verhältnis zum Newton eher teuer.

Aber ich verstehe immer noch nicht:
willst du den Himmel als Einsteiger in seiner Vielfalt kennen lernen oder willst du dich schon jetzt auf Planeten konzentrieren?

Zitat von Saturn6000:
Ich wollte auch noch wissen welche Firma Besser ist TS Celestron Skywatcher oder wer auch immer.
TS ist z.B. ein Händler, er ist kein Hersteller. Gängige Händler gibt es auch in den Einsteiger-Links. Hier z.B.:
http://www.taunus-astronomie.de/links.html
Aber du musst verstehen, dass wir hier im Einsteiger-Forum nicht Vor- und Nachteile von Händlern diskutieren können. Die Konkurrenz ist zu stark, wo sollte das hinführen. Es gibt ein extra Forum für Preis- und Marktbeobachtung!

Skywatchter und GSO sind mehr oder weniger Zwischenhändler. Produziert wird meist in China, jedenfalls in Fernost. Vixen ist ein Japaner, er steht mehr für Qualitätskontrolle, ist aber i.A. teurer.
Bleibe ich mal bei den Newtons, so ist die Qualität der Einsteiger-Geräte eigentlich immer zufriedenstellend. Wenn es mal Schrott gibt, das war bei einigen Geräten von der Firma Seben mal der Fall, dann spricht sich das schnell herum.

Genügt dir das fürs erste?

Mit Gruss, Joachim
 
Moin Moin

Ja das langt fürs erste, aber wie du schon sagst ob ich alles kennen lernen will an unserem schönen Himmel ist doch auch klar ja will ich aber in erster Linie möchte ich mich auf Planeten Spezialisieren sprich ich habe nichts gegen Deep Sky aber halt mehr intresse an den Planeten Saturn, Mars, Sonne, Neptun, Jupiter, Merkur also alles was der Himmel und das Teleskop her gibt.

Klar wäre der Dobson wohl der Beste für sein Preis aber ich bin immer noch daran zu überlegen wohin damit.

Aber als erstes werde ich mal Kontakt mit anderen in Hamburg aufnehmen und bei denen mal Luschern :)


Gruß Carsten
 
Hallo Carsten,

Zitat: >>* Refraktor 90/900
nicht so leistungsfähig wie ein Newton, aber halt robust.<<

Da muss ich mal klarstellen: Ein Refraktor (Gleiche Öffnung und gleiche Qualität vorausgesetzt) ist immer leistungsfähiger als ein Spiegelteleskop! Ausnahme: Schiefspiegler.
Zitat Paul Ahnert (Erfahrener Amateurastronom und Autor Zahlreicher Bücher u.a. Ahnerts Sternkalender): " Die Erfahrung lehrt, das die Bildverschlechterung durch die Beugungswirkung der Zentralblende (Hilfsspiegel, Streben) beim Spiegelteleskop, besonders bei starken Vergrößerungen (Planeten? Anmerkung von mir) schädlicher ist, als das kaum merkliche sekundäre Spektrum eines AS- oder kleinen E-Objektivs."
Der Mann hat Jahrzehnte mit unterschiedlichsten Geräten beobachtet!
Es sei denn, die Physikalischen und Optischen Gesetze haben sich seit seinem Ableben geändert! :neinnein:
Wichtig ist natürlich, das bei einem Fraunhofer-Teleskop die Brennweite nicht zu kurz ausfallen darf!
Das Spiegelteleskop an sich ist schon ein Kompromiss. Wie würde man sonst auf die Idee kommen, sich ein lichtundurchlässiges Hindernis in den Strahlengang zu bauen? ?) Ich besitze aber auch eines. Denn einen unbestreitbaren Vorteil hat der Spiegel. Man bekommt für das gleiche Geld, mehr Öffnung! Die braucht es aber auch, nämlich mind. 50% mehr als ein Refraktor um die gleiche Bildgüte zu zeigen. Wobei der Reflektor dabei, wegen der größeren Öffnung, auch das hellere Bild zeigt. In sofern wäre ein Reflektor etwas universeller, da er bei gleicher Güte an Planeten, die besseren Voraussetzungen für Deep Sky hat (Lichtstärke).
Die Nachteile: Der Reflektor wird schwerer und sperriger ausfallen als ein gleich leistungsfähiger Refraktor /Linsenfernrohr). Er ist auch schwieriger und regelmäßig zu warten (z.B. Justage, spätere Neuverspiegelung).
Die Probleme welche beim Dobson noch dazu kommen, wurden ja in den anderen Beiträgen schon genannt.
Der von Dir vorgeschlagene 90/900 ist wirklich nicht zu empfehlen. Da hätte ich schon von der Qualität der Optik bedenken (Geräte solcher "Güte" konnte auch P. Ahnert nicht voraussehen).
Der Mak ist sicher gut für deine Zwecke sehr transportabel und die Monti wird nicht überfordert. Wobei sein eingeschränktes Gesichtsfeld und die nicht 100%ige Justageresistenz schon genannt wurde.
Wenn es schnell gehen und günstig sein muß (und die solaren Himmelkörper dein Hauptinteresse sind: Nimm den Mak.
Willst Du relativ sicher gehen was Qualität und Leistungsfähigkeit angeht und Geld nicht sooo das Thema ist: Nimm einen ED mit mind. 100mm Öffnung und nicht zu langer Brennweite. ZB. Skywatcher 100/900. Vixen Bietet auch Neoachromate an. Die Empfehlung dich von einem oder besser verschiedenen Händlern beraten zu lassen ist eine gute Idee. Das mit 100mm Deep Sky nicht möglich ist, ist Unsinn!
Entdeckst Du aber Deep Sky als neues und interessantes Beobachtungsgebiet (vielleicht bei dem ersten Blick durch einen großen Dobson eines anderen Sternenfreundes), dann nimm einen Dobson. Das wahrnehmen schwächster Details auf den Planetenscheibchen, erfordert langes, aufmerksames und ausdauerndes Sehen! Das Auge erlernt erst nach und nach, alles sichtbare auch zu erkennen. Ob da ein nachzuschubsender Dobson die richtige Wahl ist?
Um Planetenbeobachtung und Deep Sky relativ gleichrangig gerecht zu werden, könntest Du auch auf einen Newton von etwa 200mm Öffnung und nicht zu kurzbrennweitig, parallaktisch montiert, zurückgreifen. Aber dazu frage einfach mal einen Händler, von denen ja auch einige in diesem Forum vertreten sind. :super:

VG,
Micha

Ps.: Ich würde als (auch noch) günstige Alternative die TAL Refraktoren (100 bis 125mm Öffnung) nicht ignorieren. Es sind zwar auch "nur" Fraunhofer aber sie sollen von der optischen und mechanischen Qualität über den China-Fraunhofern liegn. Andere Händler sollen sie wohl auch unter anderem Namen anbieten oder angeboten haben (Siberia o.ä.).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nix für ungut Micha,

aber ein paar Punkte beschreibst du nicht unbedingt ganz so wie sie tatsächlich sind.
Die braucht es aber auch, nämlich mind. 50% mehr als ein Refraktor um die gleiche Bildgüte zu zeigen
Bei einem guten Spiegel zieht man in etwa die Obstruktion ab um zu dem vergleichbaren Refraktor zu kommen, also nicht mindestens 50% größer.
Der Reflektor wird schwerer und sperriger ausfallen als ein gleich leistungsfähiger Refraktor /Linsenfernrohr).
Um an die Leistung z.B. eines 200mm Spiegels ranzukommen wirst du auch einen Refraktor brauchen der entsprechend große Öffnung hat- das Teil dürfte kaum leichter sein und braucht auch eine entsprechend gute Montierung.
Er ist auch schwieriger und regelmäßig zu warten (z.B. Justage, spätere Neuverspiegelung)
Ich kollimiere meinen 12"er in ca. 20 Sekunden mit dem Cheshire- justier doch mal einen verstellten Refraktor nach, es ist ja bekannt das nur wenige wirklich richtig justiert auf den Mark kommen. Einen Newton zu justieren lernt man sehr schnell und es ist ein Kinderspiel wenn man es einmal geschnallt hat.
Und Neuverspiegelung? Gut gepflegt sollte die Beschichtung lang halten, zum neu verspiegeln gibt es außerdem einige Anbieter die das problemlos erledigen.
Sollte bei einem Refraktor mal die Vergütung oder eine Linse beschädigt sein- wer hilft dir dann weiter?

Gruß
Stefan
 
Hallo Micha,

eine Sache sollte zu deinem Thread unbedingt gesagt werden:

Dass man einen größeren Reflektor benötigt, um die gleiche Leistung eines gegebenen Refraktors zu erziehlen, bezieht sich ausschließlich auf Schärfe und Kontrast.

Die AUFLÖSUNG in Bogensekunden (auf die es bei der Mond- und Planetenbeobachtung letztemdlich ankommt) wird jedoch ausschließlich durch die Öffnung und NICHT durch das optische System bestimmt. So dürfte ein hochwertiger 6''-APO einem 8''-Reflektor in Sachen Schärfe und Kontrast ein wenig überlegen sein, der Reflektor hat aber dennoch die größere Winkelauflösung.

VG Christian
 
Ein unparteiisches Auftreten gegenüber der Spiegel- und Linsenfraktion hat hier offenbar keinen Sinn!
Es wird gesucht, bis auch die kleinste Fussel in der Suppe entdeckt wird.

>>Nix für ungut Micha,
aber ein paar Punkte beschreibst du nicht unbedingt ganz so wie sie tatsächlich sind.<<

Kleine Einschränkung: Nicht wie sie tatsächlich sind, sondern wie Du sie siehst!

>>Bei einem guten Spiegel zieht man in etwa die Obstruktion ab um zu dem vergleichbaren Refraktor zu kommen, also nicht mindestens 50% größer.<<

Ok, 30-50%.
Soweit der Theoretiker! Den Praktiker (und Theoretiker) habe ich bereits zitiert. Es geht hierbei nicht um die bloße Abschattung! Der Fangspiegel als "Zentralblende" verändert die Beugungsfigur.

>>Um an die Leistung z.B. eines 200mm Spiegels ranzukommen wirst du auch einen Refraktor brauchen der entsprechend große Öffnung hat- das Teil dürfte kaum leichter sein und braucht auch eine entsprechend gute Montierung.>>

Leistung in welcher Hinsicht? Lichtstärke, Definition?
Bitte alles noch mal genau nachlesen! Und verstehen!

>>Ich kollimiere meinen 12"er in ca. 20 Sekunden mit dem Cheshire- justier doch mal einen verstellten Refraktor nach, es ist ja bekannt das nur wenige wirklich richtig justiert auf den Mark kommen.<<

Und wieder der Hinweis: Noch mal LESEN! Ich sprach von vergleichbarer Qualität!!! Wenn Dir das Justieren Freude bereitet, bitte! Andere wollen beobachten und vorher keinen Grundkurs in Fernrohr-Optik/Justage belegen.

>>Sollte bei einem Refraktor mal die Vergütung oder eine Linse beschädigt sein- wer hilft dir dann weiter?<<

Genau! Und wenn mir das ganze vom Balkon fällt? Oder der Blitz einschlägt? Und, und, und...
Hier geht es anscheinend nur noch ums Recht haben. Sorry.

Ich klinke mich dann aus.

VG

Ps.: Carsten, vielleicht findest Du ja auch in Deiner Umgebung jemanden, der sich auf Planetenbeobachtung spezialisiert hat. Manchmal hilft auch Googlen. Literatur dürfte es auch geben (Bibliothek?) und eine Anfrage an verschiedene Händler kann, wie schon erwähnt, auch nicht schaden.


Hallo Cgristian,

es geht um Planetenbeobachtung. Machen wir doch mal aus dem Preis/leistungs- ein Größe/Gewicht/Leistungsverhältnis.

VG
Michaq
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Micha,

sorry aber Du bist parteiisch, sonst niemand.
Deine Erkenntnisse beziehst Du ganz offensichtlich aus älterer Literatur.
Als Ahnert das schrieb, war z.B. noch nicht von Tubusseeing und Lüfung die Rede, Spiegel klebten auf Holzplatten und der Tubus war hinten dicht.
Man hat seinerzeit auch Ursachungen und Wirkungen verwechselt weil man um viele Ursachen gar nicht wusste.

Ein Spiegel braucht wegen des doppelten Strahlengangs im Tubus eben eine gute thermische Beherrschung des Tubus, doppelt so gut wie eine Linse.
Nur mal ein Beispiel.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Bevor ich mir zum Mitlesen noch Chips und Cola holen muss, wäre mal ein kurzer Blick auf Günthers Signatur ratsam....
 
...und die Gebrauchsanleitung stand auf Papyrus!

Genau mit dem Einwand habe ich gerechnet!

Deshalb habe ich Carsten auch empfohlen sich mit einschlägiger Literatur zu beschäftigen.
Ich habe noch niemanden gefunden der, wenn Geld keine Rolle spielt, einen Reflektor als erste Wahl zur Planetenbeobachtung empfohlen hat.
Und weil die gebräuchlichen Reflektoren ja so Klasse sind, kommen nun langsam die Schiefspiegler und die sogenannten Volks-APO`s in die "Gänge".

Na dann viel Spass noch beim Richtungsstreit,

Micha
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ne Micha,

kein Spaß beim Richtungsstreit.
DIESES Thema haben wir doch lange genug durchgekaut und irgendwann trifft wirklich jemand mit Günthers Sargnagel auf die Linse oder den Spiegel! - Laßt doch einfach diese Diskussionen um Kaisers Bart, denn wenn der auch schon bis zum Keller reicht, er wird dadurch immer länger und wir daraus immer noch nicht klüger!
Macht echt keinen Sinn.

CS
Winfried
 
Nochmal hallo an alle,

es ist wirklich bedauerlich, dass so viele Diskussionen in eine solche Form ausarten. Viele gut gemeinte, sachliche Erklärungs- und Beratungsversuche gehen da unter. *traurig guckt*

Jedes Teleskop hat seine individuellen Vor- und Nachteile, und die Frage nach dem idealen Gerät, sofern es dieses denn überhaupt gibt, ist ja auch in weiten Teilen von den Rahmenbedingungen vor Ort und dem persönlichen Geschmack des Beobachters abhängig. Letztendlich wird man auch oft von den Geräten geprägt, mit denen man die ersten Erfolgserlebnisse hatte.

Warum muss es also immer so enden wie hier?

Natürlich ist es sinnvoll, sein Lieblingsgerät zu beschreiben und dies auch in sachlicher Form zu begründen, ohne aber die Befürworter anderer Optiktypen schlecht zu reden. Das ist unfair und irritiert nur den Threadstarter. Vielleicht kann sich der Threadsteller in einem dieser Beobachter, der sein Lieblings-System beschreibt, wieder erkennen, was die Kaufentscheidung erleichtern kann.

Ich habe z.B. auf einem Teleskoptreffen gemerkt, dass ich mich als passionierter Mond- und Planetenbeobachter mit dem "Dobson-Schubsen" bei der Planetenbeobachtung partout nicht anfreunden kann. Das heisst aber noch lange nicht, dass ein solcher für einen Deep-Sky-Beobachter ein ideales Gerät sein kann (was ich aus eigener Erfahrung bei selbigem Treffen bestätigen kann).

Also meine Bitte im Namen vieler Nutzer und vor allem Einsteiger: Versucht doch bitte, eine klare und sachliche Diskussion zu führen, ohne sich gegenseitig schlecht zu reden.

VG Christian
 
Hallo Winfried,

ich wollte eigentlich nix mehr dazu sagen.
Aber:

Du bist doch wie ich sehe Händler. Carsten hat seine Interessen nun etwas genauer beschrieben. Wenn ich richtig zusammenfasse:

Hauptsächlich: Planeten, Sonne usw., etwas Deep Sky.

Gerät: Unkompliziert, Transportabel, am besten geeignet für sein Beobachtungsgebiet.

Preis: Nicht auf die anfänglich 400 Euro beschränkt. Zukauf nicht ausgeschlossen.

Aus der nach oben offenen Preisvorstellung und der zeitlich variablen Anschaffung der einzelnen Komponenten, kann ein Händler doch eine Empfehlung geben, welche den Interessen eines potentiellen Kunden sehr nahe kommt und auf eine längere Perspektive (Nachrüstung/Erweiterung z.B. der Montierung, vielleicht Fotografie?) aufbaut / abzielt.

Die Vor- und Nachteile die ich aufgezählt habe galten nur für diesen speziellen Fall!

Wie sagte einer meiner Vorschreiber: Jedes Teleskop hat seinen Himmel. Und ich möchte hinzufügen: Auch seine Berechtigung.
Mann sollte aber akzeptieren können, dass eben auch das eigene Fernrohr nicht nur Vorteile hat.
Insofern ist ein Streit Linse oder Spiegel völlig sinnlos!

VG,
Micha
 
Zitat von MichaD80:
Aber du bist doch wie ich sehe Händler. Carsten hat seine Interessen nun etwas genauer beschrieben. Wenn ich richtig zusammenfasse:

Hauptsächlich: Planeten, Sonne usw., etwas Deep Sky.

Gerät: Unkompliziert, Transportabel, am besten geeignet für sein Beobachtungsgebiet.

Preis: Nicht auf die anfänglich 400 Euro beschränkt. Zukauf nicht ausgeschlossen.



Hallo

Danke das du den Nagel auf dem Kopf getroffen hast, wie ich sehe lesen nicht alle alles sondern nur ein Teil.

Festgelegt habe ich mich auf ein Linsenteleskop oder ein Maksutov bis 400,-€ wenn und ich sage es noch mal wenn da eine Montierung dabei ist ist es natürlich klasse aber wenn nicht kann ich sie mir immer noch kaufen zu einem Späteren Zeitpunkt.

Ich wollte nur wissen welcher in der Preisklasse der bessere ist in Preis und Leistung.
So ich hoffe das wir da mal auf ein schönen nenner kommen.

Schönen Abend noch

Gruß Carsten
 
Hallo Carsten,

ich habe selber mit einem 60mm-Refraktor (Brennweite 900mm) begonnen und halte es für ein gutes Einsteigergerät: Es kühlt schnell aus, benötigt wenig Vor- und Nachbereitungszeit, und die Seeing-Anfälligkeit geht aufgrund der geringen Öffnung quasi gegen null, so dass man auch viele Nächte nutzen kann, bei denen 8'' nur noch Flimmern zeigen.

Natürlich stößt man bei Deep Sky schnell an seine Grenzen, aber einige Doppelsterne, Sternhaufen und Nebel sind gut machbar.

Und als "Jederzeit-Bereit-Gerät" wirst du mit einem kleinen Refraktor oder Mak (bis etwa vier Zoll Öffnung gelten eben beschriebene Eigenschaften) auch dann noch viel Freude haben, wenn du evtl. mal ein großes Gerät kaufst. Und mit einem kompakten Mak hättest du gleich ein sehr schönes Reiseteleskop.

VG Christian
 
Hallo Carsten,

ich muß aber noch hinzufügen: Es gibt auch langbrennweitige Planeten-Newton. das wäre dann aber schon wieder zu speziell.
Aber mal sehen ob Winfried oder ein anderer Händler schreibt.

VG,
Micha
 
Hallo Christian,
Zitat von copernicus:
Und als "Jederzeit-Bereit-Gerät" wirst du mit einem kleinen Refraktor oder Mak (bis etwa vier Zoll..) auch dann noch viel Freude haben, wenn du evtl. mal ein großes Gerät kaufst.
Das sehe ich genauso. Auch wenn wir bei kleinen Geräten bleiben, dann gibt es einige, die sich gegenseitig ergänzen.

@Carsten:
Ich sage es wieder einmal subjektiv: Ich habe Mond-Abende. Dann kommt der kleine Mak raus, alles andere bleibt drin und es geht an die zunehmende Mondsichel.
Ich habe DeepSky-Abende (auch wenn der Mond etwas aufhellt z.B.), dann brauche ich etwas weitwinkliges.
Es gibt es die klaren Neumond-Nächte, dann kommt die grössere Ausrüstung raus, die ist nicht mehr so leicht transportabel.

Ich meine, z.B. der 102/500 Refraktor und ein Mak (alles von Skyw..) ergänzen sich gegenseitig. Und es gibt banale Argumente. Beide haben Anschluss mit Fotogewinde. Sogar eine Parallel-Montierung wäre eines Tages möglich. Und alles bleibt im Preisrahmen. Die Okular-Probleme kann man lösen.

Speziell beim erwähnten Refraktor 90/900 sieht das etwas anders aus. Der überschneidet sich mit seinen Stärken und Schwächen zu sehr mit einem Mak.
Also Carsten, mit nur einem Gerät alles zu können: die hohen Vergrösserungen für Planeten bewältigen und DeepSky und ein gutes Preis/Leistungsverhältnis und dabei noch kompakt und transportabel bleiben und dabei beim Tubus unter 400.-Euro zu bleiben, das ist wirklich nicht einfach.


Beim Tubus des 90/900 (ohne Montierung) hatte ich in meiner Einschätzung nur sagen wollen, dass ein Newton-Tubus bei gleichem Preis mehr leistet. Ich staune, wie leicht man eine Lawine lostreten kann.

Mit Gruss, Joachim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Micha,

was und wen meinst du damit? *verwirrt Ist*

VG Christian
 
Zitat von copernicus:
Mit der Schneeflocke bin ich gemeint. Mit dem Berg und dem Bergipfel ... irgend etwas hat den Micha provoziert.

Micha ist ein Poet. Es ist manchmal unverständlich, was er sagt. Ich hoffe nur, das dem Carsten nicht schwindlig wird bei den vielen Seitenstrassen, die hier in diesem Thread eröffnet wurden. Aber Vielfalt der Meinungen muss sein.

Mit Grüssen, Joachim


 
Nanu, bin ich so schwierig?
Ich gelobe Besserung, wenn nötig. Nötig?
Schuldigung! Aber ich komme gerade von der Einschulungsfeier. :biggrin:

VG

Ps.: Schneeflöckchen aber nur im übertragenen Sinne! Damit keine Missverständnisse auftauchen! :neinnein:
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Übrigens, auch so ein Thema: Was geht überhaupt an Planeten? Jetzt und in Zukunft?
Jupiter düst am südlichsten Punkt der Ekliptik herum, wird also ab jetzt wieder besser - wobei aber besser noch nicht heißt gut. Das wird noch 4 Jahre dauern. Saturn hingegen wird erst 2018 in den wirklich schlechten Ekliptikbereichen stehen, und 2018 ist auch genau das Datum, ab dem es wieder nähere Marsoppositionen geben wird, als die letzte war!
Uranus und Neptun kämpfen sich in Zeitabständen, die man eher in Generationen oder Menschenaltern misst, wieder aus den tiefen Ekliptikbereichen heraus und Pluto ist eh kein "Planet" den man "Beobachten" könnte, den kann man höchstens mit sehr großen Amateuroptiken finden, was eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe ist. Uranus und Neptun werden mit Öffnungen um 100mm auch nur anbieten, dass man irgendwie am "milden Glanz" erkennt, dass es sich nicht um Sterne handelt. Merkur und Venus zeigen ihre Phasengestalten (und mehr ist ja visuell nicht zu machen) eigentlich schon im Feldstecher, da ist eine Diskussion über Öffnung oder Leistung eher egal.
Es stellt sich also überhaupt die Frage, wie man die Planetenbeobachtung in naher Zukunft, also für die nächsten 3 bis 4 Jahre definieren will. Entweder man sagt "Jupiter steht tief, und die Atmosphäre verschmiert alles feine Detail, so dass man mit großer Öffnung auch nicht mehr sieht, als mit kleiner", oder man sagt "lieber eine große Öffnung mit Leistungsreserven", um zum Beispiel vom Mars überhaupt noch etwas Detail erkennen zu können.
Beachtet man, dass die Planeten eben noch Saisonobjekte sind. Wir haben jetzt ein paar Monate "schlechte Jupitersaison", Saturn ist im Mai in der Dämmerung abgetaucht, und es wird Ende September werden, bis er für Morgenbeobachter ein in der Dämmerung jagbares Objekt wird - von gut Beobachten reden wir da noch nicht! Mars-Saison ist grob alle zwei Jahre.
Was macht man denn mit dem Teleskop zwischendurch? Bzw. was macht man, nachdem man den einen Planeten, der gerade machbar ist, "ausgesehen" hat?
Wenig, wenn man ein Teleskop hat, dem die optischen Reserven fehlen, oder eben auch die Okularausstattung für andere Dinge.

Clear Skies
Sven

Hallo !

Ich möchte gerne an diesem Punkt in die Diskussion mit einsteigen:

Nächstes Jahr ist Jupiter schon wieder wesentlich attraktiver als dieses Jahr:
Er steht immerhin schon wieder etwas nördlicher und damit nicht mehr ganz so tiefe Kulminationshöhen. Zudem steht nächstes Jahr die Bahnebene der Jupitermonde sehr günstig. Es wird viele Jupitermonderscheinungen geben und sogar gegenseitige Bedeckungen und Verfinsterungen der Jupitermonde. Jupiter erreicht allmählichh sein Perihel, er kommt der Erde also näher als in den Jahren zuvor.

Und noch ein ganz wesentlich Aspekt: Dadurch, dass Jupiter dann sich im aufsteigenden Teil der Ekliptik befindet, ist er sogar noch 4 Monate nach der Opposition noch in Kulminationsnähe am Abendhimmel zu sehen. Das war in den letzten Jahren anders. Da war Jupiter bereits zwei Monate nach der Opposition in der Abenddämmerung schon im Südwesten und hatte seine Kulmination schon deutlich hinter sich.
Für den Fernrohrbeobacahter bedeutet dies, dass nächstes Jahr und in den Folgejahren Jupiter deutlich länger, nämlich mehr als doppelt so lange zu bequemer Beobachtungszeit am Abendhimmel in Kulminationsnähe zu beobachten ist als in den Jahren zuvor.
Also gibt es auch mehr Gelegenheiten, ihn zu beobachten und dabei vielleicht auch mal gutes Seeing zu haben.

2010 ist Jupiter dann schon am Himmelsäquator und damit endgültig wieder ein uneingeschränkt lohnendes Fernrohrobjekt.


Zudem möchte ich erwähnen, dass wir nächstes Jahr eine sehr günsgige Gelegenheit haben, die Venus in der Nähe ihrer unteren Kulmination zu beobachten, wo sie am interessantesten ist.
Nur alle 8 Jahre ist für die Nordhalbkugel die Konstellation für die Venus so günstig wie 2009.
Eine schmale große Venussichel kann man also erst 2017 wieder so gut und so einfach sehen wie 2009.


Gruß
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Hi Zusammen

Folgendes möchte ich mal einfach in den Raum stellen, zu diesem Thread, wie zu manch anderem:

Gerade in diesem Thread wird ja viel die persönliche Meinung gerechtfertigt, genauso wie die Meinung veralteter Literatur als "diskussionslos hinzunehmen" dargestellt wird. Wobei das leider bei weitem nicht auf "veraltete" Literatur zutrifft, sondern leider auch auf moderne Werke, sei es mit Hang zum Abschreiben althergebrachter Vorstellungen anstelle sorgfältiger Analysen eigener und fremder Beobachtungen. Das klassische Beispiel ist die Barlow-Linse, deren Brennweitenverlängernde Wirkung das Seeing reduziert, weil lange Brennweiten weniger anfällig für Seeing seien. Man kann heute wissen, dass diese bloße und unreflektierte Folgerung aus bestimmten Beobachtungen schlicht falsch ist. Dies aber zu erklären leistet aber heute praktisch kein Forum mehr.

Leider sind die zum richtigen, tiefgreifenden Verständnis nötigen Zusammenhänge sowohl zahlreich als auch komplex. Umfassende Darstellungen würden enormes Engagement der Beratenden erfordern - buchfüllende Abhandlungen, vielleicht auch lediglich einige zig gut ausgewählte Links (mit dann ähnlichem Textumfang). Auch nötig wäre im Folgenden, dass Ratsuchende sich dann da durcharbeiten. Beides ist mehr oder weniger kaum zu leisten bzw. zu erwarten. Das wurde ja auch schon vielfach angemerkt - meist von dritter Seite.
Im realen Leben ergibt sich so etwas über viele Monate in unzähligen Gesprächen und privaten Lesephasen, wenn man denn engagiert und wirklich interessiert ist.

Wie mir aber mehrfach und unmissverständlich klar gemacht wurde, wird das gar nicht mehr gewünscht. Die schnelle Antwort ist gefragt.
Früher, als die Foren noch anders - ich sage klar: besser - liefen, gab es seitens des Fragestellers noch Engagement und auch Rückkopplung über Verstandenes oder Nicht-Verstandenes. Da wurde auch mal selbst recherchiert, wenn denn ein Begriff unbekannt war. Diese Eigenitiative wirkte als großer Multipllikator, wodurch sich Fragesteller wie passive Leser massiv und umfassend Wissen aneignen konnten. Vor allem aber gab es früher in aller Regel unter den Beratern unausgesprochene Regeln, die mit vorsichtiger Zurückhaltung, Geduld und Vertrauen zusammenhängen.

Heute hingegen kann man feststellen, dass die Beratung massiv dorthin gedrängt wird, wo die heute aktiven Händler auch ihre Vorratslager positioniert haben. Das heißt es wird zum Beispiel massiv auf "transportable" Geräte wie Mak oder ED mit kleiner Öffnung gedrängt, und das mit physikalisch unhaltbaren Leistungsprognosen, sowie auch platten Überbewertungen, wie wir sie hier im Thread in Verbindung mit Zeiss hatten.
Das steht interessanterweise im krassen Gegensatz dazu, dass heute unzählige kostenlose und hochwertige Informationsquellen zur Verfügung stehen, von der unabhängigen Enzyklopedie bis hin zu vielen idealistisch und auch selbstlos gepflegten Internetpräsenzen, für die seitens der Betreiber freiwillig ein großer Zeit- wie Kostenaufwand betrieben wird. Ich möchte als ein Beispiel unter vielen einmal die Vermessung der verschiedenen Filter für Sternfreunde nennen, um die sich verschiedene Sternfreunde verdient gemacht haben, sei es beim Thema Sonne, wie auch beim Thema Interferenzfilter.
Während früher allein das Wissen kaum verfügbar war, allein schon, weil der physikalische oder technische Zugang fehlte, ist heute Wissen verfügbar, was nur von einem kleinen Personenkreis überhaupt genutzt und als sinnvolle Quelle zur persönlichen Weiterentwicklung erkannt wird.

Das zeigt sich denn auch in der jüngeren (aber nicht nur jüngsten) Entwicklung der Forenkultur. Die Rechtfertigung der eigenen Kaufentscheidung steht den meisten "Beratern" wesentlich höher im Kurs, als die nüchterne Einschätzung der Fähigkeiten des eigenen Gerätes. Es gehört aber zur Beratung wesentlich dazu, die Leistung des eigenen Gerätes und auch anderer Geräte zu kennen. Diese Fähigkeit ist immer seltener anzutreffen. Logisch, dass niemand emotional voll von der eigenen Überzeugung entkoppelt ist, die zum Kauf eben des eigenen Gerätes geführt hat, das ist aber im wesentlichen nicht das Problem. Das Problem ist im wesentlichen, dass man dem Fragesteller das eigene Gerät als einzig gangbaren Weg präsentiert. Die Beratung, die hingegen Alternativen aufzeigt und diese nicht nur beim Namen nennt, sondern auch in ihren Leistungskriterien differenziert bewertet, findet immer seltener statt.

Die Folge davon ist, dass die Beratung nicht dazu führt, dass der Fragesteller das Wissen zur eigenen Entscheidung übermittelt bekommt. Vielmehr wird der Fragesteller dazu gedrängt, das Gerät mit den am besten klingenden Parolen anzuschaffen. Parolen aber sind weder differenziert, noch gehen sie auf den Sternfreund individuell ein. Sie sind nur leicht zu verstehen und liegen deshalb im Trend. Sie führen weder zu Wissen noch zu Verständnis noch zu einer nachvollziehbar sinnvollen Entscheidung des Betreffenden. Allenfalls zu Zufallstreffern.

Damit reduziert sich der Beratungserfolg auf die bloße Abfertigung des Fragestellers, das Propagieren der eigenen Kaufentscheidung und das Umsetzen des vorgegebenen Budgets. Eine nachhaltige Entwicklung des angehenden Sternfreunds hin zum Sternfreund mit eigener Kompetenz und somit auch zum langfristig aktiven Sternfreund, der die Gemeinschaft bereichert, gerät zum Zufallstreffer und ist fast völlig von reiner Eigeninitiative des Fragestellers abhängig. Kontraproduktiv ist dabei die Tendenz, jene angehenden Sternfreunde mit den wünschenswerten Eigenschaften Grundbildung, Recherchebereitschaft, Nacharbeit, Engagement und auch bereitschaft zum Feedback, eher abzustoßen und damit von der Gemeinschaft der Sternfreunde eher fernzuhalten, denn sie dafür zu begeistern
.
Der schnellebige "Vollkonsument" hingegen wird nach einem halben Jahr "Selbstfindung mit Teleskop" für gewöhnlich das Stadium der Gleichgültigkeit erreicht haben und sich einem anderen Hobby zuwenden, um dafür erneut ein "Schnellschuss-Budget" zu verkonsumieren.

Ähnliches kann auch für die Beratung durch den Händler gelten, wobei der Händler durch den heutigen Marktdruck ebenso gezwungen ist, den Kunden mit Standardlösungen abzufertigen. Dies als besondere "Idee" zu propagieren, kann auf keinem Fall im Sinne eines Astronomie-Forums mit Beiträgen unabhängiger Benutzer sein. Es ist eher das Eingeständnis eines systematischen Totalversagens der Forengemeinschaft, wenn man zugeben muss, dass die notwendigerweise kommerziell (und wenig idealistisch) geprägte Händlerberatung als wirkliche Alternative in Frage kommt. Man wird natürlich auf diese Weise den Fragesteller los und einen unangenehmem Thread ist man dadurch genauso schnell los, wie der Sternfreund als zukünftige Stütze unseres gemeinsamen Hobbys.

CS
Sven
 
Re: Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Hallo Sven,

Du hast fairer Weise keine Namen genannt. Mir dagegen würde es helfen konkrete Kritikpunkte zu meiner Person zu hören.
Ich nehme es keinem übel sachlich Kritik zu üben, auch wenn ich nicht immer diesen Eindruck vermittle. Ich bin zwar nicht der Fremdwortexperte aber das was ich aus Deinem Text zu entnehmen vermag, kling größtenteils sehr plausibel.

VG,
Micha
 
Re: Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Hallo Sven,

Du hast leider Recht, es ist eine in vielen Foren beobachtbare Entwicklung. Würde mich interessieren warum das so ist, es geht doch auch viel freundlicher...ein bischen weniger auf Differenzen rumreiten...keine inhaltsfreien provokanten Kommentare...Einsteiger könnten sich etwas Grundwissen aneigenen...Aussagen sachlich diskutieren...eigentlich nicht wirklich viel verlangt.
Hoffentlich wirds Wetter bald besser...


Grüße + CS Felix
 
Re: Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Hallo alle zusammen,
Zitat von Sven_Wienstein:
...Umfassende Darstellungen...
Wie mir aber mehrfach und unmissverständlich klar gemacht wurde, wird das gar nicht mehr gewünscht. Die schnelle Antwort ist gefragt.

Warum ist das so? Heute kommen die Fragesteller mit ihren Vorurteilen daher. Die schönen Bilder des Hubble-Teleskops werden vor einem Millionenpublikum ausgebreitet. Die Erwartungshaltung ist gross. Das ist anders als vor vielleicht 15 Jahren.

Ich halte es für unvermeidlich, dass die Beratung mit einem kleinen Wechselspiel von Fragen und Antworten beginnt. Man muss sich über die Bedürfnisse des Fragestellers erst mal ein Bild machen. Erst dann kann eine umfangreichere Beratung einsetzen.

Konkret im Fall Carsten: Er redet zum wiederholten Mal von Merkur-Beobachtungen. Wenn man die Hochglanzbilder der Raumsonden anschaut, dann könnte man meinen, den Merkur kann man genau so beobachten, wie man den Mond beobachtet.
Beobachten wir also Planeten, irgendetwas wird es schon zu sehen geben...
Hier muss man einfach korrigierend eingreifen. Die einführenden Fragen und Antworten sind vielleicht unvermeidlich kurz und bündig.

Zu den einführenden Bemerkungen im Fall Carsten gehört noch etwas. Die Sonne ist mindestens genauso ein lohnendes Objekt wie der Jupiter. Man kann nicht nur von der Instrumente-Seite aus reden, die Objekt-Seite gehört auch dazu. Wir sind alle erwachsene Menschen. Wir wissen, dass wir nicht alles sofort haben können. Aber die Groborientierung brauchen wir sofort. Im Fall der Sonne beginnt die Protuberanzenbeobachtung mit etwa der Preisklasse 600.-Euro. Man wüsste als Fragesteller halt schon gern, was auf einen eines Tages zukommt.

Zitat von Sven_Wienstein:
Parolen aber sind weder differenziert, noch gehen sie auf den Sternfreund individuell ein. Sie sind nur leicht zu verstehen und liegen deshalb im Trend.
Parolen ("weitwinklig" einerseits, "hochvergrössernd" andrerseits usw.) haben meiner Meinung nach also nur als Einleitung zur Groborientierung ihren Sinn. Von Seiten der Beratenden wünscht man sich da mehr Taktgefühl.
Es ist allerdings sehr frustrierend, wenn man im Thread über Parolen nicht hinaus kommt. Von Seiten der halb-kompetenten Berater wünscht man sich mehr Zurückhaltung, also bitte keine Romane, Von Seiten der kompetenten Berater wünscht man sich mehr Beteiligung.

Die Knochenarbeit von der Berater-Seite her ist in den Anfängerforen einfach grösser geworden. Das merkt man besonders, wenn die Anfänger mit all ihren Vorurteilen von Anfang an fotografieren wollen. Gegen die Vorurteile muss man angehen. Man kann die Leute aber nicht abkanzeln ("Unter 2000.-Euro läuft überhaupt nichts"). Man sollte auf die Übergangslösungen im Detail eingehen.

Forenkultur? - Es geht wohl nur mit vernünftiger Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Foren. Diese Arbeitsteilung finde ich zum Teil unübersichtlich. Manches ist so gut gesagt worden, das braucht man nicht noch einmal zu sagen. Mehr Querverweise wären gut, mehr Links. Vor allem, öfter mal den anderen aufmerksam zuhören.

Mit Grüssen, Joachim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Hi Zusammen,

ich schreibe mal eine Antwort auf mich selbst, dann bevorzuge ich keinen.

Warum nenne ich keine Namen? Nun, würde ich Namen nennen, würde sich ja leicht jemand persönlich angegriffen fühlen und sich dann verteidigen, was der Sache nicht dienlich ist.
Warum benutze ich auch mal Fachwörter? Weil man sich mit Fachwörtern über genau definierte Dinge unterhalten kann. Fachwörter animieren auch den ein oder anderen, selbst nachzuschlagen, was mit einem Fachwort genau bezeichnet wird. (Ich tue das jedenfalls häufig.)

Warum ist das mit den Foren heute so, oder wie kommt es dazu? Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, sicher aber kann man feststellen, dass Schule heutzutage nicht mehr in dem Maße Allgemeinbildung vermitteln kann, wie das zur Zeit des Wirtschaftswunders wohl noch gewesen sein mag. Davon werden heute nur noch Auswüchse betrachtet, die von vielen als Negativ gesehen werden, wie zum Beispiel das Auswendiglernen von Schillers Glocke. Wir leben auch in einer Zeit, in der hauptsächlich Spezialisten gefragt sind, so dass eine breite Wissensbasis nur noch ein "Soft Skill" von "generell interessierten" sein mag. Auch ein gesellschaftlicher Wertewandel hat stattgefunden, denn die Fähigkeit, sich mit komplexen Themen oder Problemen auseinanderzusetzen wird heute gesellschaftlich nicht mehr besonders angesehen, eher negativ sanktioniert (Anm. d. Übersetzers: "verpönt"). Man würde darüber lachen, wenn man sich im Comedy-TV zwei Möbelpacker anschaute, die während ihrer körperlichen Arbeit die verschiedenen numerischen Verfahren zur Lösung n-dimensionaler Gleichungssysteme diskutieren.
Solche langfristigen Entwicklungen werden sicherlich durch das stetige verneinen von generellen Problemen unseres Schulsystems (die ich meine Schulbildung betreffend mal mit "Unterrichtsausfall durch Krankheit, Personalmangel, Fehlplanung und Durchziehen von Unfähigen benennen würde) noch gefördert oder vielleicht sollte man "potenziert" sagen.
Aber auch andere gesellschaftliche Phänomene fördern dies. Zum Beispiel die Aufmerksamkeitsspanne. Dies ist schlicht eine trainierbare Fähigkeit. Ein Mensch, vor allem ein junger Mensch, sollte lernen, sich eine gewisse Zeitspanne auf ein Problem zu konzentrieren oder auch einer Erklärung oder einem Vorgang so lange folgen zu können. Sehr ähnlich gelagert ist die Zeitspanne, in der ein Mensch in einer ihm vorgeführten Bild-Szene Informationen, sprich "Details" aufnimmt. Diese Zeitspannen werden heutzutage ermittelt und massiv in den Medien eingesetzt, das heißt die Bildschnitte in TV-Beiträgen (und auch Werbespots) werden entsprechend kurz gemacht, damit das Bild den trägen Zuschauer nicht langweilt. Und genauso muss nicht blos nach jedem Werbeblock, sondern nach jedem Szenenwechsel in Reality-Soaps dem Zuschauer nochmal erklärt werden, was er sich gerade für ein "Problem" anschaut.
Betrachtet man sich heutztage derartive TV-Produktionen, so darf man Zweifel haben, ob die Zielgruppe derartiger Sendungen intellektuell fähig wäre, dem Maus-Beitrag über die Herstellung von Streichhölzern zu folgen! Das findet ein solcher Zuschauer auch nicht schlimm, man hat ja Feuerzeuge!

Damit einher geht aber, dass immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft dadurch geprägt werden. Es wird viel TV geschaut und weil dort die Zeitspanne für die Informationsaufnahme sehr kurz angesetzt ist, wird die Aufmerksamkeitsspanne nicht gerade trainiert. Die heute übliche Masche, in "Informationssendungen" eher Antworten zu liefern, als Fragen, und die Antworten bitte leicht verständlich, führt auch nicht gerade dazu, dass beim Zuschauer weitergehende Interessen geweckt werden.

Wenn durch all solche Einflüsse seit gut zwei Generationen die Bereitschaft zum eigenständigen Erarbeiten von Wissen, stets zurückgeht, wenn der Spaß am selbst finden von Lösungen (egal auf welchem Feld) kaum noch anzutreffen ist - und sei es, weil man sonst als Bücherwurm, Freak oder sonstwas dasteht (und von manchen Leuten als Langweiler gemieden wird), muss man sich natürlich nicht wundern.
In den Astronomie-Foren kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sternfreunde an sich bis weit in die 90er Jahre hinein ein ziemlich elitärer Haufen waren. Und zwar nicht elitär bezüglich des Kontoauszuges, sondern elitär bezüglich ihres Interesses.

Ich sollte mich also eigentlich nicht darüber wundern, dass von vielen Leuten heute im Astronomie-Forum genauso flache und einfache Antworten gefordert werden, wie man es in allen anderen Massenmedien heutzutage schon gewohnt ist.

Diejenigen Menschen, die aus dem geschilderten Muster ausbrechen, dürften immer seltener werden.

CS
Sven
 
Re: Neuling sucht - Teleskop oder eigene Kompetenz?

Das Problem in diesem Fall kann aber auch andere Ursachen haben. Ich zitiere mich mal selbst:

>>Hallo Sven,

Du hast fairer Weise keine Namen genannt. Mir dagegen würde es helfen konkrete Kritikpunkte zu meiner Person zu hören.
Ich nehme es keinem übel sachlich Kritik zu üben, auch wenn ich nicht immer diesen Eindruck vermittle. Ich bin zwar nicht der Fremdwortexperte aber das was ich aus Deinem Text zu entnehmen vermag, kling größtenteils sehr plausibel.

VG,
Micha <<


Und nun Deine Antwort bzw. Reaktion:

>>Warum nenne ich keine Namen? Nun, würde ich Namen nennen, würde sich ja leicht jemand persönlich angegriffen fühlen und sich dann verteidigen, was der Sache nicht dienlich ist.
Warum benutze ich auch mal Fachwörter? Weil man sich mit Fachwörtern über genau definierte Dinge unterhalten kann. Fachwörter animieren auch den ein oder anderen, selbst nachzuschlagen, was mit einem Fachwort genau bezeichnet wird. (Ich tue das jedenfalls häufig.)<<


Vielleicht solltest Du nicht alles gleich als persönlichen Angriff werten? Ein häufig auftauchendes Phänomen bei dieser Art von Kommunikation. Wenn ich schreibe, das Deine Aussagen verständlich und logisch erscheinen, ist das doch eher ein Zuspruch als ein Angriff.
Andererseits: Wenn ein anderer User (Mitglied seit 2002) in einem anderen Trade behaupten darf, das ein Dobson für die Planetenbeobachtung nicht das Instrument erster Wahl ist, wieso ernte ich (Mitglied Herbst 2007) bei gleicher Behauptung herbe Kritik? Ich habe mich auch nicht im Ton vergriffen. Begriffe wie Blödsinn und Lächerlich stammen von… na ja ich nenne auch keine Namen. Ich habe auch keine pauschalen und herabsetzende Begriffe für die Instrumente anderer Sternenfreunde wie z.B. Farbwerfer verwendet (nicht Du! Also kein Angriff).
Es liegt wohl in der Natur des Menschen, Neulinge erst mal mit Argwohn zu begegnen. Das Konkurrenz- Denken besorgt dann den Rest. Sogar dort, wo es gar keine zu geben braucht. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus! Wer ohne Fehl und Tadel…

VG,
Micha
 
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