Zitat von Goetz:
Nehmen wir mal das Celestron CPC-800 oder den Dobson. Beide haben ein Synscan GoTo oder Ähnliches. Wie geht man damit um?
Das Teleskop müsstest Du in ca. 1 Stunde aus der Verpackung heraus aufbauen können, wenn Du ausreichende handwerkliche Fähigkeiten hast.
Hallo Götz!
Kleine Frage: Hast du schon mal ein CPC aufgebaut? Deine Schilderungen treffen zwar ziemlich genau auf eine parallaktische Montierung zu, mit der ich vor zehn Jahren mal rumgespielt habe (und die dazu geführt hat, dass die einzige Elektronik an meinem Teleskop jetzt der Leuchtpunktsucher ist), aber ich hab grad testweise ein CPC 925 bei mir und bin doch verblüfft, wie gut das mittlerweile funktioniert.
Zum zusammenbauen ist da fast nichts, eigentlich nur den Sucher auf das Teleskop stecken und justieren sowie den den 1,25"-Adapter anschrauben. Das Teleskop war zwar dejustiert, als es bei mir ankam, aber Sterne gucken ging trotzdem - die Justage kann man immer noch machen, wenn der erste Spieltrieb besänftigt ist.
Wenn's auf den Acker geht, ist das Teleskop innerhalb von fünf Minuten aufgebaut - Stativ aufstellen, Teleskop draufsetzen, einrasten und mit drei im Stativ integrierten Schrauben fixieren, Handsteuerbox einklipsen, Strom anschließen, und weniger als 1 Minute auf's GPS warten - da braucht das Navi von meinem Auto länger. Und dann kommt der Part, den ich auch nicht geglaubt hatte, bevor ich's ausprobiert hatte: Es langt wirklich, drei x-beliebige Sterne anzufahren, im Okular zu zentrieren und das SkyAlign rechnen zu lassen - ich hatte wahrscheinlich Capella (stand in einem Baumwipfel), irgendwas in der Cassiopeia und Jupiter angefahren, und danach war das Goto exakt genug, um 20 quer über den Himmel verteilte Objekte anzufahren.
Die Technik funktioniert also mitlerweile überraschend gut, wenn man teuer genug einsteigt.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mobiles Goto mal als funktionstüctig anpreisen würde...
Der ganz große Nachteil ist, dass ich an dem Abend zwar eine ganze Reihe von Objekten
angeschaut hatte, aber trotzdem nicht
beobachtet hatte: Ich bin zwar die Liste mit Beobachtungsvorschlägen abgefahren, hab aber keine Ahnung, was z.B. die Silberdollargalaxie ist bzw. wo sie steht. Mit den Objekten beschäftigen muss man sich weiterhin, damit man weiß, was man da eigentlich sieht oder warum man nichts sieht - M31 und Plejaden sind eher was für kurzbrennweitige Optiken, weil sie eben so ausgedehnt sind. Zumindest ein Buch wie der
Vizi (
Rezension) ist also unbedingt nötig, sonst bringt dir das schönste Goto nichts. GErade weil du so schnell so viel sehen kannst, ist es umso wichtiger, dich auf die Beobachtungsnacht vorzubereiten - sonst stehst du mit dem Goto-Navi unter dem Sternenhimmel und weißt nicht, wo du hin willst - oder du hakst nur eine Liste ab. Ob das Objekt was für dein Teleskop ist, verrät dir das Goto auch nicht - und dass das Aufsuchen der halbe Spaß ist, steht auch auf einem anderen Blatt.
=> Karl: Einen kleinen Apo für den Einstieg zu empfehlen, ist meiner Meinung nach (hab ich auch mal anders gesehen) keine allzu gute Idee: Gerade beim Einstieg geht's um Erfolgserlebnisse, um dabei zu bleiben. Für mich ist der ED80 die endgültige Optik, aber gerade für den Einstieg rate ich zu soviel Öffnung, wie man noch transportieren und handhaben kann. Kleine Optiken lernt man erst mit etwas Beobachtungserfahrung schätzen - gerade bei Deep-Sky in Mitteleuropa geht ihnen doch zu schnell die Puste aus.
So, dann hab ich meinen am Threadanfang versprochenen Erfahrungsbericht doch noch abgeliefert, auch wenn das CPC glaub vom Tisch ist :/
Gruß,
Alex
Kleiner Nachtrag noch: Das beigepackte Zubehör ist allerdings ein Witz. Das Okular und der Zenitspiegel sind zwar nicht schlecht, haben aber nur 1,25" - und gerade das CPC929 wird sogar damit beworben, dass es für 2"-Zubehör optimiert ist. Dazu kommen also noch ein 2"-Spiegel, ein brauchbares Übersichtsokular in 2" und ein Anschluss für 2"-Okulare.
Ein paar Okulare für höhere Vergrößerung fehlen so oder so noch.