Hallo M_Donie,
ansich ist ein 6" Dobson ein tolles Einstiegsgerät.
Hast Du schon einmal durch ein Teleskop schauen können? Z.B. bei Freunden, oder in einer Sternwarte?
Wenn Dich Deepsky-Objekte (Nebel, Galaxien...) interessieren, dann solltest Du überlegen, ob es nicht noch für einen 8" reichen würde, gebraucht kann man da ab und an ein Schnäppchen machen.
Wie dunkel ist der Himmel wo Du beobachten möchtest? Sieht man z.B. die Milchstraße?
Diese ist ein erster, einfacher Indikator.
Wenn der Himmel nicht dunkel ist und du vornehmlich Deepsky-Objekte beobachten willst, musst Du mit dem Teleskop rausfahren. (Ist kein dunkler Garten und kein Auto vorhanden so ist eventuell ein kleiner Refraktor, ein Maksutov oder z.B. das Heritage 130p eine bessere Idee.)
Mit 6" kann man einige der Planeten prima beobachten, wenn Sie gerade am Himmel zu sehen sind. Zur Zeit ist das vor Allem Venus mit ihren Phasen, Jupiter mit seinen Wolkenbändern, und Mars samt Polkappe und Struktur, aber auch Saturn ist morgens schon wieder zu sehen. Wenn dieser höher steht auch die Cassini-Teilung seiner Ringe.
Allerdings sieht man die Planeten nicht wie auf den farbigen Poster oder Wissenschafts-Dokus die man so kennt.
Durch unsere Athmosphäre kann man oft nicht mehr als 200x vergrößern, seltener 300x oder mehr. Die Planeten sind also eher klein.
Zu Planeten und was man erwarten kann siehe auch
http://www.serifone.de/planeten.htm
Die kleinen Bildchen sind schon nah an dem was man visuell (unter guten Bedingungen) erwarten kann, bis auf Uranus und Neptun.
Offene Sternhaufen, Nebel, Kugelsternhaufen und einige Galaxien kann man damit auch sehen. Bei 6" noch nicht so gut wie bei 8", doch es ist schon sehr viel möglich.
Näherungsweise siehst Du hier was mit verschiedenen Öffnungen möglich ist
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_deepsky.htm
http://clarkvision.com/visastro/m51-apert/
...allerdings nur bei intensiver Beobachtung und guten Bedingungen.
Bis auf die Planeten und einige wenige Ausnahmen werden Nebel und (vor Allem Galaxien) selbst in größeren Geräten nicht farbig sein.
Fotos:
Nein.
Für die Fotografie (bis auf den Mond) benötigst Du eine Nachführung, selbst Planeten abzulichten ist am Dobson schon kniffelig. Deepsky-Objekte benötigen zudem eine längere Belichtung, dann wird eine EQ-Montierung erforderlich.
Diese kostet in ausreichender Stabilität allerdings mehr als dein kompletter Dobson. Deshalb sind Dobsons für die visuelle Beobachtung so beliebt... Das meiste Geld steckt in der Optik, montiert sind sie auf einer einfachen aber stabilen Kiste (Rockerbox).
Hast Du eine DSLR oder Kamera die eine längere Belichtungszeit erlaubt?
Bereits mit einem normalen Stativ lassen sich da einige Experimente machen. Mit max. 200-300mm Brennweite dann auch eine einfache, günstige Barndoor basteln.
Selbst damit ist viel möglich:
http://www.j-baechli.ch/astrofotografie/Controller?action=GALLERY
Astrofotografie ist mehr als nur Drannhalten + Knipsen.
Meist ist es erforderlich dutzende Bilder zu machen, diese am Computer zu "Stacken" (Bilder werden addiert, Details besser sichtbar, Rauschen minimiert...) und allein die Bildbearbeitung dauert mindestens so lang wie das schießen der Bilder ;-)
Viel Erfolg in den Einstieg!
Gruß
Marcus