Neuses APM 150mm Bino?

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hab mal durch das von APM vertriebene 150 er Fernglas einäugig im Vergleich zum 100er Glas bei Tag durchgeschaut. Beidäugig ging nicht da 2" Einblick, da reichte meine Kopfbreite bzw mein Puppillenabstand nicht aus - habe da einen zu schmalen Kopf.(Puppillenweite knapp 60 mm)

Das 150 er Fernglas hat ein erheblich helleres Bild bei vergleichbarer Vergrößerung abgeliefert als das 100er. Für mich war der Unterschied sehr beeindruckend.

Wer einmal durch ein 150er schaut im Vergleich zum 100er der will ein 150er, natürlich sollte auch die Optik stimmen, der Unterschied ist jedenfalls subjektiv enorm.
 
In der Tat eine sehr spannende Entwicklung!

Ich hatte das 150er UO Glas auch mal zum Test hier, bei direkten Vergleich mit einem 125mm Borg Doppelrefraktor war der Unterschied aber minimal, das natürlich an den 150er Achromaten lag.

Beim neuen 150er mit FPL53 in den Linsen wird das aber anders sein, die optische Qualität wird deutlich über der von Achromaten liegen.

Die ersten Berichte zum 120er AMP im Vergleich zum 100er klingen ja auch extrem vielversprechend:

http://www.cloudynights.com/topic/552006-apm-120s-first-impressions/

Für mich gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass das 150er das gleiche Qualitätsniveau erreichen wird.

Natürlich wird das kein Planetengerät, das kann es aufgrund des schnellen Öffnungsverhältnisses (ich spekuliere mal auf f/6) bei 150mm Öffnung auch gar nicht.
Aber das ist auch nicht der Einsatzzweck eines solchen Binos dessen natürliche Grenze meiner Meinung nach bei einer Austrittspupille von 1mm oder 150 facher Vergrösserung liegt.

Schön auch, dass dieses Glas 2" Okulare unterstützen wird.
Für welches Gerät man sich dann entscheidet, 100mm, 120mm, 150mm oder das auch noch zu erwartende 80mm ist alleine eine Frage dessen, was man an Grösse und Gewicht bewältigen kann und mag.
Sucht mein ein ausgesprochenes Reisegerät, etwas, das gerade noch eben so transportabel ist oder etwas für den hauptsächlich stationären Betrieb?
Von der optischen Qualität wird man seine Entscheidung zukünftig jedenfalls nicht mehr abhängig machen müssen.

Ich bin sehr froh, dass APM in diese Richtung investiert und uns diese tollen Geräte zugänglich macht.
Ich habe jedenfalls meine Pläne für ein Doppelteleskop aus zwei APM 140mm ED Refraktoren gestoppt und warte auf das neue 150er Glas.

Grüße Jochen
 
Hallo Jochen,

auf das 150 mm Bino wirst du lange warten müssen.

APM hat zurzeit große Probleme mit der Auslieferung des 100 mm Bino (Halbapo) und des 120 mm Bino (SD). Beide sollten im August ausgeliefert werden. Aus August wurde Oktober - aus Oktober ist mittlerweile November geworden. Ob der November gehalten werden kann, ist völlig offen.

Mit anderen Worten: APM hat im ersten Halbjahr 2017 genug zu tun, um die Binos an den "Mann" bzw. die "Frau" zu bringen. APM braucht aber die Verkaufszahlen, um abschätzen zu können, ob ein ausreichendes Marktpotenzial für ein 150 mm Bino existiert. Dieses Bino wird sicherlich nicht unter 5000 Euro zu haben sein, und wer bei den Chinesen eigene Produktspezifikationen durchdrücken will, muss mindestens einen ganzen Container bestellen.

Nach meiner Einschätzung wird APM erst Mitte 2017 entscheiden, ob eine 150 mmm Version kommen wird. Danach muss geplant und ein Prototyp erstellt werden. Das wiederum heißt: frühestens Mitte 2018 könnte so ein Bino unseren Astromarkt bereichern.

Darüber hinaus gibt es seitens APM kein offizielles Statement über eine 150 mm Version. Zurzeit gibt es nur Spekulationen und Gerüchte.

Gruß Sternenhundklaus
 
Hallo Klaus,

dass es länger dauern wird ist mir klar, aber ich denke das ist es wert.
Am Marktpotential zweifle ich nicht, von einem 150er Bino träumen viele, nicht erst seit der Popularität des 150er Fujinon und ich kenne 2 Leute, die sich eigentlich das 120er kaufen wollten, nun aber doch lieber auf das 150er warten...

Was es in diesem Bereich bisher gibt sind aber alles faule Kompromisse.
Das Fujinon ist schwer und teuer und beitet keine Wechselokulare.
Das 159er UO ist auch kaum leichter hat aber nur Achromate.

Auch für Selbstbauer ist das Angebot an interessanten Optiken praktisch nicht vorhanden, entweder man nimmt auch Achromate (150/750 respektive 150/900) oder man muss bei 150mm ED / APO mit (zu) viel Brennweite kämpfen, etwa beim 152/1200 ED.

Vom von mir lange favorisierten 150/1000 Borg ED wurden nur etwa 50 Stück gebaut, die noch dazu mit optischen Problemen zu kämpfen haben.

Ein 150 f/6 ED mit FPL53 wie Markus es jetzt plant wird mit Sicherheit ein Renner, da scharren viele Leute schon mit den Hufen ;-)
Für meinen Geschmack ist es jedenfalls genau das Instrument, das ich seit langem haben will.

Grüße Jochen
 
Hallo Jochen,

ich glaube nicht, dass Markus Ludes etwas plant. Er hat andere Sorgen. Ein 150 mm Bino müsste ja aus dem Umsatz der 100 mm Bino und 120 mm Bino finanziert werden - und dieser Umsatz fehlt.

Darüber hinaus ist eine Produktidee noch keine Planung. Produzenten haben viele Produktideen. Von zehn Ideen wird letztlich nur eine realisiert.

Wir beide kennen Markus Ludes. Wenn es um seine Produkte geht, hängt er sich sofort in jeden Thread rein - ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten.

Denk mal darüber nach, warum er sich bisher nicht reingehängt hat!!!

Die 120 mm Version ist doch ein wunderbares Bino. Es kommt der eierlegenden Wollmichsau sehr nahe. Am 24. Dezember könnte es unter deinem Weihnachtsbaum liegen.

Gruß Klaus
 
Nope, ein GrossBino das keine 2" Okulare abkann ist für mich völlig uninteressant.
Wenn es tatsächlich nicht kommen sollte muss ich halt doch mit den 140er ED eines bauen, aber ich glaube es wird kommen ;-)

Grüße Jochen
 
Hallo,

wenn man mal kalkuliert, wie gut die Farbkorrektur eines 150er Doubletts mit F6 bestenfalls sein könnte, landet man, ausgedrückt im Maß von Lichtenknecker, bei einen RC-Wert (Rest-Chromasie) irgendwo um 3,5 oder vielleicht knapp oberhalb von 3. Mit ach und krach wären womöglich auch 3 drin, aber tiefer wird man mit einem ED-Dublett dieser Öffnung jedenfalls nicht kommen. Das ist kein schlechter Wert, zeigt aber, dass man in jedem Fall mit etwas Restfarbe würde leben müssen. (Zum Vergleich: fotografisch perfekte Apos liegen kleiner als 1, visuell immer noch sehr gute Halbapos kommen auf 1-2, und gute ED-Objektivdoubletts mit aber schon gering sichtbarem Farbfehler, z.B 80er Volksapo oder der genannte neuere APM 140er mit F7, liegen um 2,5)

Gruß,
Mathias
 
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Hallo Mathias,

dass ein solches Glas eine ausgesprochene Planetenoptik wird erwartet hoffentlich niemand ;-)

Mir persönlich sind möglichst weite Felder bei maximaler Öffnung und hoher Qualität der Optik wichtiger.
Ein (möglichst) kurzbrennweitiger 150er ED, sozusagen als Pendant zum 150/750 Achromat, habe ich schon immer sehr schmerzlich vermisst.

Etwas Restfarbe stört mich dabei nicht, wenn ich damit schöne Sternfelder ansehe ist es mir egal, ob der ein oder andere helle Stern eine etwas falsche Farbe zeigt.
Und auch ein leichter Farbrand am Mond wird mir die Freude am Beobachten ganz sicher nicht nehmen.
Und ich werde auch ganz sicher nicht versuchen damit feine Details auf der Jupiteroberfläche zu beobachten.

Ich bin mir aber sicher, dass man bei etwa 150x schöne Beobachtungen der Planeten im Sternenumfeld wird machen können, das reizt mich wesentlich mehr.

Grüße Jochen
 
Hallo Klaus

der Grund warum ich mich bisher nicht meldete, ist der das ich viel unterwegs war und keine Zeit hatte auf Astronomie.de zu schreiben, kannst du auch im Biete Forum verfolgen :-)

Zu deinen Bedenken:

APM bekommt zuerst Muster zugeschickt, diese werden ausführlich getestet, eventuell Verbesserungen angeleiert , dann startet die Produktion, diese dauert ca. 3 Monate.

Das neue 100 mm Semi-Apo kam im August bei uns rein, das haben wir 2 Wochen ausführlich getestet, dann ging die Produktion los , die laut Kunming ca. ende Oktober fertig werden soll.

Dann folgt der Versand, entweder auf dem teuren Luftweg oder auf dem langsamen Seeweg ( 2 Monate ca. ) , für die ersten vorliegenden Bestellungen und ein e kleine Menge fürs Lager werden wir den teuren Luftweg wählen.

Das 120 mm Bino durchläuft genau das gleiche, das Muster sollte Mitte Juli kommen, traf aber erst spät im August ein, sodass die Fertigstellung der ersten Bestellung sich auf Ende November , zieht.

Das neue 70 mm und 82 mm Glas soll als Muster diesen Monat bei mir eintreffen.

Das neue 150 mm wird nach einreichen unserer Wünsche derzeit gerechnet und durch den bekannten US Optikrechner, Prof. Dick Buchroeder kontrolliert. Wenn das Optikdesign steht, folgt das Mechanik design. Dann wird ein Muster gebaut, uns zugeschickt, wir testen es und wenn alles ok beginnt die 3 Monats Produktion. Laut Kunming UO ist die Serie für Auslieferung 2017 vorgesehen.

Und nein, ich muss das alles nicht Vorfinanzieren, das macht der Hersteller selbst


Im Gegensatz zu anderen Hewrstellern, Importeure glaube ich das APM der schnellste von allen ist. Wir brauchen bisweilen kein Jahr von der Idee bis zur ersten Ausliefeurng , anderen benötigen Jahre und selbst dann kommt oft nichts.
 
Hallo Markus,

euer Tempo ist wirklich atemberaubend. Mir ist halbwegs klar, dass ihr den Bino-Markt erobern wollt. Im Grunde genommen hat APM es schon geschafft. Ihr ward sehr schnell und habt den Bino-Markt mit außergewöhnlich guten Binos besetzt, sodass keiner der großen Marken mehr nachziehen kann.

Schnelligkeit kann aber auch zum Problem werden. APM hat in letzter Zeit sehr viele interessante Produkte für die visuelle Astronomie auf den Markt gebracht (150/1200 Refraktor, 140/980 Refraktor, 100 Bino ED, 100 Bino Halbapo, 120 Bind ED). Eigentlich müsste der Markt mittlerweile überverkauft sein.

Wer soll jetzt noch ein 150 mm Bino kaufen?

Aus meiner Sicht macht ein 150 mm Bino frühestens in 2018 Sinn. Die kleineren (70 mm, 80 mm) lassen sich sicherlich noch gut plazieren, weil sie eine andere Käuferschicht ansprechen.

Trotzdem wünsche ich APM weiterhin viel Erfolg. Eure Produkte treffen unsere Wünsche sehr gut. Zurzeit gibt es keinen, der auch nur annähern so innovativ ist.

Gruß Sternenhundklaus
 
Hallo Klaus,

was die potentiellen Käufer eines 150er Binos angeht habe ich eine andere Ansicht.
Die Käuferschicht für ein 100er und 150er überlappen sich nur sehr gering, ein 100er ist transportabel und auch gerade noch eben flugtauglich, alles darüber eher nicht, zeigt dafür noch mal deutlich mehr.
Eine Konkurrenz sehe ich eher zwischen dem 120er und 150er, aber in der Praxis dann doch nicht wirklich, denn das 120er ist noch nicht im Verkauf und jeder, der sich dafür interessiert weiss nun, dass auch ein 150er kommen wird.
Wer mit 2" Okularen beobachten will interessiert sich eh nicht für das 120er...

Ich selbst, einige meiner Bekannten und nicht wenige Leute bei CN haben durchaus grosses Interesse sich das 150er zuzulegen.

Alle diese Binos werden keine Verkaufszahlen wie ein Volksapo erreichen, aber ich sehe durchaus Käufergruppen für jede der Grössen.
Das ist bei Teleskopen ja nicht anders, die gibt es fast in 10mm Schritten und jedes findet seinen Käufer.

Dass Markus nicht in finanzielle Vorleistung treten muss freut mich sehr, dadurch steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir in absehbarer Zeit über ein 150er Bino freuen kann deutlich an ;-)

Grüsse Jochen
 
Zu den Stückzahlen: Die Stückzahlen des 120 mm belaufen sich in der Produktion auf 25 % des 100 mm Binos , so jedenfalls haben wir es mal angenommen.

Das 150 mm wird wohl bei ca. 25 % des 150 mm Bino liegen. In Japan wurde nach Bekanntgabe das ein 150 mm Bino kommt der Plan auf Eis gelegt dort ein 140 mm mit den 140 mm F/7 Objektiven zu bauen.

Um die Stückzahlen zu erreichen dir eine Wirtschaftlichkeit sinnvoll machen, gehen wir verschiedene Wege.

Ein Weg davon ist diese 120 mm und 150 mm Gläser für den gleichen Markt zu bauen den Fuji bedient, hierzu werden nicht austauschbare Okulare benutzt und das komplette Glas Seewasserdicht gebaut.
Ein weitere Weg ist diese Festvergrößerung auf einen Münzständer zu setzen und als Münzfernglas zu verkaufen, hier gibt es einen großen Markt der durch nur wenige Hersteller beherrscht wird. Diese bekommen nun Konkurrenz :-).

Alle neuen Modell genießen den Vorteil, das diesmal United Optics nicht einfach drauf los baut, sondern Wünsche mit uns vorher abstimmt und wir ein Muster zum Testen erhalten. Erst wenn wir das Ok geben, geht es in Produktion.

Somit hatten wir nun zum bsp. die Möglichkeit das Fingernail Reflex Problem abzustellen, oder den Aufbau so zu gestalten das eine Zentral-Einarm-Montierung angebracht werden kann, die Okularblendenöffnung gewählt werden konnte etc.

 
Hallo Jochen,

ich drücke dir die Daumen. So wie es aussieht, wird in 12 - 18 Monaten ein 150 mm Bino den Markt bereichern.

Hallo Markus,

25% von der Verkaufszahl des 120 mm Bino hören sich sehr realistisch an. Die zusätzlichen Marktfelder habe ich nicht auf meinem Radar gehabt - wie auch - dafür bin ich als Nur-Sternfreund zu weit entfernt. Ich drücke dir ebenfalls die Daumen, dass alles so läuft, wie du es dir vorgestellt hast.

Gruß Klaus
 
Hallo Markus,
auf deiner web-Seite wird das 120 mm Doppelteleskop ja genau wie das 100 mm mit 28 mm Prismen beschrieben. Das bedeutet dann ja auch die gleichen Probleme bei geringen Vergrößerungen. Wird denn das 150 mm Bino diesbezüglich besser sein?
Gruß Willi
 
Hallo Willi

ich verstehe nicht von welchen Problemen du mit den 28 mm Prismen sprichst , sorry, klär mich bitte auf.

wenn du Fingernail meinst, deswegen wurden die Prismen mit 28 mm Gewählt, das Fingernail wurde damit eliminiert
 
Hallo Markus,

auch mich beeindrucken die von Euch angetriebenen Fortentwicklungen. Ich habe mir auf der AME den 120er Prototyp angeschaut und mich gefragt, ob dieses Optik-Design nicht auch als "mono" Teleskop eine sehr gute Figur machen könnte. Wenn man sich mal überlegt, welches optische Format ein Refraktor mitbringen sollte, um dem "sweet Spot" einer möglichst breiten visuellen Anwendung nahezukommen, gibt es gewisse Vorgaben, die den Wunsch nach größtmöglicher Öffnung einschränken:

Neben Hochvergrößerung möchte man ja gern auch ausgedehnte Objekte gut und weitwinklig beobachten können. Dazu darf man mit der Brennweite aber nicht viel höher liegen als max. ca 700mm, sonst werden die möglichen Sehfelder der Optik dafür zu klein. Möchte man mit maximal 700mm unter höchstmöglichem Kontrast beobachten, mit einem handlichen, transportablen und schnell einsatzbereiten Gerät, kommt nur eine obstruktionsfreie Optik mit guter Farbkorrektur in Frage. Will man aus Preis- und Gewichtsgründen bei einem ED-Doublett bleiben, das ja auch schneller auskühlt, kann man für eine visuell noch akzeptable Farbkorrektur kaum wesentlich tiefer als F/6 gehen. Allenfalls sind F/5,5 vielleicht noch drin, weil bei noch schnellerem Öffnungsverhältnis das Design optisch zu angespannt ausfällt und die Bildfehler exponentiell zunehmen. Wenn aber bei 700mm höchstens F/5,5 möglich sind, ergibt das 127mm Öffnung, die unter diesen Umständen bestenfalls erzielt werden können. Eure Binooptik liegt also schon sehr nah an dieser Machbarkeitsgrenze...

Aber nicht nur die optischen Kenndaten machten so ein Teleskop interessant. Euer Bino wiegt nur 9 kg, das heißt, ein entsprechender 120/F5,5 Refraktor käme auf nur 4-5kg Gewicht. Bei visuellem Einsatz würde er von vielen kleineren Montierungen problemlos getragen und könnte damit als sehr gut reisetauglich durchgehen. Schaut man sich dagegen mal an, was gerade um diesen sweet spot herum an Refraktoren bisher angeboten wird, ist man schnell ernüchtert: außer sehr teuren und in erster Linie fotografisch ausgelegten schweren Apos gibt es hier nichts. Ein mit 6,6kg noch relativ leichter Televue 127/660 kostet 8000 Euro. Alle anderen Geräte vergleichbarer Öffnung zu bezahlbaren Preisen bis sagen wir 2000 Euro haben mit 850 oder 900mm und noch mehr schon deutlich zu viel Brennweite und wiegen oft mehr als 10kg, was in Verbindung mit dem größeren Hebel und dem niedrigeren Einblick entsprechend höhere und aufwendigere Montierungen nötig macht.

Also, wie wär's damit, die neuen ED 120/F5,5 Objektive auch einzeln verpackt in einen hübschen kurzen Tubus anzubieten? Als leichte, preisgünstige und weitwinklige Alternative für den visuellen Beobachter, der einen deutlichen Schritt über 4 Zoll Öffnung hinausgehen möchte, aber kein Vermögen investieren und nicht sinnlos Gewicht schleppen will?

Gruß,
Mathias


 
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Hallo Matthias,

ich sehe das ganz genau so wie Du.
Viel Öffnung mit wenig Brennweite war schon immer ganz oben auf meiner Wunschliste, aber eben mit einer besseren Farbkorrektur als die 150/750 oder 120/600 Achromaten.
Wie Du schon sagst gehen die neuen Binooptiken von APM in genau diese Richtung.

Ich denke aber, dass der Kundenkreis für solche Teleskope relativ klein ist, und das ist meiner Meinung nach ein psychologisches Problem.
Wenn auf einem Tubus APO oder Semi APO oder ED draufsteht, dann darf er keine Farbe zeigen.
Das ist jedenfalls das Kriterium von dem man immer wieder liest und welches viele Kunden anlegen.

Um das zu erfüllen baut Televue ja die NP Teleskope, die aber sehr teuer, sehr schwer und schwierig zu kollimieren sind.

Die Welt ist aber nicht schwarz oder weiss, dazwischen gibt es auch viel erstrebenswerte Zwischentöne, und für mich sind das kurzbrennweitige EDs mit viel Öffnung, die gerne etwas Restfarbe zeigen dürfen.
Für mich als ausschliesslich visuellen Beobachter ist das ein perfekter Kompromiss zwischen einem APO und einem Achromaten.

Ich freue mich sehr, dass diese Optiken nun (wahrscheinlich) endlich kommen, und auch ich fände es toll, wenn Markus die Objektive auch einzeln anbieten würde.

Grüße Jochen
 
Matthias

prinzipiell ist es kein Problem. Das Problem das ich sehe , wird sowas für sagen wir mal 2000 Euro angeboten, werden wir Höchstforderungen gestellt und ist ein Mini Achs Koma oder Mini Asti sichtbar, was bei einem Bino verziehen wird, dann wird der Refraktoren verrissen.

Derzeit wird in UK durch Altair Astro beispielsweise publiziert das unser neuer 100 mm SemiApo bei schwacher bis mittlerer Vergrößerung genaus gut ist wie der doppelt so teure Apo und man den Apo gar nicht braucht.

Genauso stelle ich es mir hier vor, du bringst einen 120 mm F/5.5 FPL 53 ED raus bietest den für schwache und mittlere Vergrößerungen, nicht als Highend, an und schon werden leute kommen, warum 2000 Euro ausgeben, wenn es der Skywatcher 120/600 bei den Vergrößerungen fast genauso gut tut
 
Hallo Markus,

erstaunlich, dass es zwischen einem kurzen 120er FH für rund 350 Euro und einem vergleichbar kurzen 120er Voll-Apo für rund 8000 Euro kein nennenswertes Marktpotential zu geben scheint.... Schade, wenn es so ist wie Du sagst - aber das wirst Du sicher besser einschätzen können als ich. Du wirst schon genug gesehen und verglichen haben, während mir leider der Überblick fehlt, welche Bildqualität mit welchem Format, Design und Aufwand zu welchem Preis am Ende tatsächlich machbar ist - und auch am Markt genügend nachgefragt würde.

Allerdings bedeutet Deine absagende Einschätzung umgekehrt ja auch: Leute ohne Anspruch an absolute Perfektion sind mit einem gut gemachten kurzen Achromat visuell gar nicht schlecht bedient...

Andererseits zeigt Euer "Semi-Apo"-100er Bino offenbar doch Verkaufserfolg, obwohl es beileibe nicht perfekt, sondern "nur" etwas besser korrigiert ist als ein einfacher FH. Beim Preis von ca. 1500 Euro für ein Bino legen die Kunden offensichtlich noch keine High-End Ansprüche an. Zeigt das nicht, dass man ganz analog, mit sagen wir knapp unter tausend Euro Budget für einen Refraktor, nicht auch einen kurzen 120er "Semi-Apo" stricken könnte, der immerhin schon so viel bessere Bildqualität bieten könnte, dass er dem 120/600er FH etwas Wasser abgraben könnte?

Mit anderen Worten: Wenn Du für einen 120er Kurz-ED bei 2000 Euro wegen pingeliger Kunden noch keinerlei Chance siehst, wäre für knapp 1000 Euro (mit entsprechend mehr Fehlern) denn schon ein Korrektionsniveau drin, das die bei diesem Preis niedrigeren Erwartungen der Kunden befriedigen und einen Kaufanreiz auslösen könnte? Dass für einen kurzen 120er zwischen FH und Voll-Apo, der mehr als das zwanzigfache kostest, gar kein Platz am Markt sein soll, kommt mir doch etwas unwahrscheinlich vor. Aber vielleicht hast Du damit auch Recht.

Gruß,
Mathias

 
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Hallo Matthias

ich weiss nicht woher du diese Information nimmst, soweit ich weiss jedenfalls nicht von mir , ode rwo nehme ich einen Vollapo 120 mm für 8000 Euro in den Mund ??????

Ein kurzer 120 mit F/5.5 als 2 Linser kann nicht mehr als Halbapo bezeichnet werden , viele 2 Linse rsind eigentlich Halbapos werden aber allgemein als ED oder ED Apo Bezeichnet.

Für 1500 gibt es doch bei Skywatche rauch schon einen 120er ED
 
Hallo Markus,

ich glaube nicht, dass Matthias behaupten wollte, dass Du einen Voll-APO für 8000,- EUR erwähnt hast. Vielleicht hatte er einen Bestimmten im Kopf (LZOS 123 o.ä.). Der erwähnte 120er Skywatcher hat aber nur f/7,5. Ein hochwertig ausgeführter 120/f6 -f5,5 Zweilinser mit Sondergläsern wäre was feines.
 
Hallo Markus,

wie Jochen schon sagte, das war ein Missverständnis. Bei den 8000 Euro hatte ich an den Televue 127/660 F5,2 gedacht, nicht an Euer Sortiment. Meines Wissens ist dieser Refraktor in der Öffnungsklasse um Fünf Zoll der Einzige am Markt, der bei weniger als 700mm Brennweite bessere Korrektur als ein rein achromatisches Design bietet. Zwischen dem Skywatcher 120/600 FH und diesem Televue Apo gibt es in dieser Öffnung nichts kurzbrennweitiges, alle anderen haben mindestens F6 oder noch deutlich mehr Brennweite.

Ob ein ED 125/700 mit F5,6 allerdings schon visuell genügend Korrekturniveau bieten könnte, dass ist die Frage. Die Physik setzt halt Grenzen. Ich vermute, dass gerade anspruchsvolle Nutzer, wie Jochen (portaball) und Jochen (flamsteed) - entgegen ihrem eigenen Beteuern - dann doch kein Interesse hätten, weil sie vom Ergebnis enttäuscht wären. (Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, weshalb der eine von Euch beiden sich ständig neue Teleskope baut und sein tolles selbstgebautes ED 120/800 so schnell wieder verkauft hat, und der andere unermüdlich alles vergleichend ausprobiert und an- und irgendwann wieder verkauft, was Rang und Namen hat. Wie es halt so geht, wenn man auf der Suche nach dem heiligen Gral ist... :-) Nicht ärgern, ist nicht böse gemeint ;-)

Gruß
Mathias
 
Matthias

das Bino mit 120 mm F/5.5 habe ich jetzt mehrmals benutzt mit Vergrößerungne bis 240-Fach

wenn ich also ein 2 Linser ED Rich field habe und dieser über 200 Fach kann, dann sollten die Ansprüche eines jeden gedeckt sein. Das es kein LZOS or AP 130 F/6 ist oder wird weiss man im Vorraus, dennoch ist die Korrektur bedeutend besser als jeder der noch nicht durchgeschaut hat, zu glauben vermag.
 
Hallo Markus,

das überrascht mich - mehr als 170fach, sprich AP 0,7mm würden für mich an einem ED120 F/5.5 zum visuellen Beobachten eigentlich kaum Sinn machen, allenfalls für Testzwecke. Wenn aber sogar 200 bis 240fach für Deinen Geschmack noch gehen, finde ich es umso bedauerlicher, dass Du dafür als Monoversion erst mal keine Chance am Markt siehst. Aber wenn das 120er Bino den Erfolg haben sollte, den ich ihm wünsche, und andere diese beachtliche Qualität bestätigen, änderst Du ja vielleicht doch noch Deine Meinung, die Korrektur der Objektive wäre für ein Mono leider nicht gut genug...

Gruß,
Mathias
 
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Matthias

die Aussage kam vom Optikrechner der mit sagte wenn wir die Fernglasprismen durch ein Zenitprisma ersetzen, sei die Korrektur zu schlecht. Müsste man vielleicht mal einzeln Testen um sich selbst ein Bild zu machen, oftmals sind die Optikrechner keine Praktiker
 
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Hallo Markus,

wenn der Glasweg eines normalen Zenit-Prismas nicht reicht, oder die beiden Umkehrprismen in Eurem Bino vielleicht aus speziellem Glas sein müssen (?) - warum dann nicht ein Mono mit diesem fest verbautem Umkehrsatz wagen? Also Euer Bino einfach halbieren, die Beweglichkeit der Okularaufnahme kann sogar wegfallen, fertig ist die Laube. Sicher, "was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht." Aber andererseits gilt auch "wer nicht wagt, der nicht gewinnt." So ein "Groß-Mono" mit fest verbautem Umkehrsatz verursachte keine großen neuen Entwicklungskosten und hätte vielleicht auch außerhalb der Astronomie Marktchancen:

Vogelbeobachter z.b. nutzen für großen Distanzen (Horste von Greifvögeln, Seevögel über Gewässern usw.) Spektive. Die gehen vernünftigerweise nur bis 60 oder 70-fach, weil bei Tag sonst das Luftflimmern zu groß wird. Aber dabei hat man mit den üblichen 80-90mm Spektivöffnung nur noch ca AP 1mm, kein Wunder dass die Bilder da oft flau werden und gerade in der Dämmerung zu dunkel, wenn Beobachtungen wegen der Vogelaktivitäten oft am interessantesten wären und das Luftflimmern aufhört. Ein 120er Mono böte bei 60-fach AP 2mm, das ist schon was ganz anderes, und bei dämmerungstauglicher AP 5mm wäre immer noch 24-fache Vergrößerung drin. Und die für Vogelbeobachter wichtige seitenrichtige Darstellung wäre inklusive. Und 4-5kg wären noch transportabel, auch in Sachen Montierung, und mit Bino-Ansatz wäre die lichtsammelnde Öffnung äquivalent zu zwei Spektiven mit 85mm Öffnung.

Ganz allgemein gilt, wenn man für Tagbeobachtung einen deutlichen Schritt über die gängigen Spektivöffnungen hinausgehen will, und gerne Richfieldqualitäten hätte, gibt es am Markt wenig bis gar nichts. Dabei wären auch im professionellen Bereich sicher Anwendungen vorhanden, bspw. für Inspektionen von Brücken, Windrädern, Gebäuden oder in der Security, Seeschiffahrt, Häfen usw. was weiß ich noch alles... Und auch da wäre seitenrichtige Darstellung von Vorteil. (So weit ich weiß werden z.b. zur Kontrolle von off-shore Windrädern mangels Alternativen teils umgebaute Schmidt-Cassegrains eingesetzt, die auf den Schiffen in der Seeluft aber schnell verschleißen und wegen der hohen Brennweite bei den gewünschten Vergrößerungen um 50-fach nur kleine Sehfelder zeigen, was die Orientierung und Suche nach Defekten erschwert).

Vielleicht wäre damit sogar ein neuer Trend zu begründen. Wenn für Teleskope schon keine Okulare angeboten werden, die durch einen eingerechneten Gegen-Fehler den Farbfehler hochgeöffneter Objektive kompensieren können (wie es das bei Mikroskopen schon lange gibt), dann wären vielleicht fest integrierte Umkehrsätze mit vergleichbarer Wirkung hier ein neuer Weg, den man ausprobieren könnte?

Nur so eine Idee.

Gruß,
Mathias




 
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Hallo Matthias,

Nicht ärgern, ist nicht böse gemeint ;-)
Keine Sorge, mach ich nicht. :/

...und der andere unermüdlich alles vergleichend ausprobiert und an- und irgendwann wieder verkauft, was Rang und Namen hat. Wie es halt so geht, wenn man auf der Suche nach dem heiligen Gral ist... :-)
Der ein oder andere heilige Gral steht schon bei mir zu Hause. :/
Ich bin mir über die Grenzen eines so kurzen 120ers im Klaren (deshalb vielleicht eher f/6 als f5,5). Ich würde von einem solchen Teleskop erwarten, dass es das Maximum aus seiner Konstruktion herausholt. Das ist derzeit bei vergleichbaren Teleskopen nicht gegeben, Stichwort: Lotterie.
Ein schönes Beispiel dafür, was machbar ist, ist der Kometensucher 110/750 von Zeiss (ja, der hat ein entspannteres Öffnungsverhältnis, ich weiß). Der ist auch bunt, aber hoch genau gefertigt und leistet deshalb das maximal Mögliche was mit dieser Konstruktion damals machbar war. So etwas fehlt meiner unmaßgeblichen Meinung nach auf dem Markt.
 
Jochen

was du da an Qualität verlangst erfordert Präzisionsarbeit und kostet auch soviel ....das wird der Markt nicht bezahlen....denn ein solcher Achromat würde mehr kosten als ein China Vollapo gleicher Öffnung
 
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