Neuzugang: Zeiss 20x60S

portaball

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Tja, was soll ich sagen, immer wenn man denkt man hätte seine Ausrüstung komplett, bringen einem Beobachtungskollegen auf dumme Gedanken :)
Es ist jetzt nicht so, dass ich noch nie über den Kauf eines Zeiss 20x60S nachgedacht hätte, aber bisher endeten meine Überlegungen dazu mit "brauche ich nicht" "ist hoffnungslos veraltet" "Canon IS ist besser, schärfer, etc."

Inzwischen bemerke ich aber auch, dass das herumschleppen des 150er APM eine echte Herausforderung ist.
Das Glas über 20 Kilo, der Fluidhead 10 Kilo, das Stativ mit Kurbelsäule 10 Kilo, Der Okularkoffer 10 Kilo ...
Deshalb habe ich das Glas in den letzten 2 Jahren nur einmal außerhalb meines Gartens genutzt, und ich denke nicht, dass sich daran etwas ändern wird.
Für Ausnahmesituationen (Kometen) ja, klar, aber ansonsten möchte ich die Transportwege lieber bei 10 Metern belassen.

Nun bin ich aber regelmäßig an einem schönen dunklen Ort, an dem schon das Leica Ultravid 10x20 recht viel zeigt, das 15x50 Canon natürlich noch viel mehr.
Einmal hatte ich das 150er mitgenommen und es war wirklich toll - Aufbau, Abbau und Schlepperei haben sich aber in mein Gedächtnis eingebrannt.

Ich bin ein großer Fan des unkomplizierten Beobachtens, ein Stativ oder leere Batterien können mir schon die Freude nehmen.
Aber generell ist ein bequemer Liegestuhl mit einem stabilisierten Glas schon meine Idealvorstellung und deshalb habe ich immer mal wieder mit dem stabilisierten Zeiss geliebäugelt.

Gestern ging dann alles sehr schnell, ich war in Kontakt mit einem Astrofreund, der seit einigen Monaten so ein Glas besitzt und damit sehr zufrieden ist.
Bei Kleinanzeigen poppte dann gestern Abend eines auf und für 1700.- Euro wurden wir uns handelseinig.
Das Glas ist aus privatem Erstbesitz mit allen Unterlagen und in neuwertigem Zustand, dafür hängt man sich dann auch gerne mal ein paar Stunden auf die Autobahn :)

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Der Neupreis von 6900.- DM (!) ist frappierend, das war 1992 richtig viel Geld

Erste Beobachtungen bei Tageslicht und Vergleiche mit dem Canon 15x50IS sind sehr vielversprechend.
Ich finde das Zeiss steht mit Stabi wesentlich ruhiger als das Canon, bei höherer Vergrößerung.
Faszinierend :)

Grüße Jochen
 
Hallo Jochen,

herzlichen Glückwunsch zu diesem neuen alten Glas. Die Rechnung von der Firma Eisen Finger in unserem schönen Frankenberg überraschte mich dann doch etwas. Das spricht aber auch schon wieder für die Qualität, denn der alte Finger verkaufte niemandem etwas, von dem er nicht selbst überzeugt war. Vor Jahren wollte er mich einen Rasenmäher nicht verkaufen. "Den muss ich haben, manche Leute wollen so was. Dir verkauf ich den aber nicht." Der Rasenmäher, den er mir verkaufte, war deutlich günstiger und ich zufrieden.

CS Gerhard
 
Glückwunsch auch von mir. Das 20x60S für den Preis und funktionierend... nicht schlecht. Aber offen ist noch die Frage wann endlich die Restlichtverstärkerröhren kommen ;-)
Klaren Himmel dir!
 
Hallo Markus,

von den Röhren habe ich mich eigentlich verabschiedet, aus verschiedenen Gründen:

- Wirklich interessant fände ich nur 2 Einzelgeräte, um sie als kleines Handheld Bino aber auch hinter verschiedenen Ferngläsern wie Canon IS oder APM 150 zu nutzen. Aber 2 von den Dingern in der Qualität wie ich sie gerne hätte sind einfach eine Preisklasse, die ich nicht zu zahlen bereit bin.
- Ich merke immer wieder, wie sehr mich knackscharfe Sterne mit ihren feinen Farbnuancen anmachen. Röhren zeigen weder knackscharfe noch farbige Sterne.
- Spannend fände ich die Röhren für Galaxien, aber dafür sind sie nur bedingt geeignet und brauchen davor auch eine passende Optik für die entsprechende Vergrößerung. Noch mehr Geraffels mag ich aber nicht, vor allem nicht wenn das Ergebnis dann immer noch nicht perfekt ist, aber viel Geld gekostet hat.
- Für Nebel sind die Röhren richtig gut, aber man muss viel mit Filtern herumspielen. Ich mag aber keine Filterwechselorgien und Nebel finde ich auch nicht soo spannend.

Deshalb bin ich aus dem Thema raus.

Grüße Jochen
 

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Danke, Dominique, ich habe das PDF gefunden und kannte es noch nicht.
Ja, der Service bei Zeiss kostet um 1000 Euro :)

Grüße Jochen
 
Nein.

Die Swaro Okularbooster habe ich schon lange wieder verkauft, weil sie schwierig zu benutzen waren und das Gesichtsfeld sehr eng wurde.
In irgendeinem Bericht zum 20x60 habe ich auch gelesen, dass der Einsatz der Zeiss 3x Okularbooster nur unbefriedigende Ergebnisse liefert.

Die Objektivbooster, die ich am Canon verwende - oder besser verwendet habe, denn sie sind durch das Zeiss auch obsolet geworden, sind von der Öffnung zu klein.
Natürlich könnte man jetzt wieder anfangen mit allen möglichen Boostern zu experimentieren, aber darin sehe ich keinen Sinn.
Auch mag ich es nicht Unmengen an Geraffels rumzuschleppen und anschrauben zu müssen, deshalb beobachte ich ja auch nie mit Filtern :)

Wirklich interessant sind die Booster eh nur am Tag oder bei Mond und Planeten.
Insbesondere beim Bergwandern bieten sie die Möglichkeit bei kleinem Zusatzgepäck die Vergrößerung drastisch zu steigern.
Aber auch hier werde ich zukünftig das Zeiss mitnehmen, dann muss ich auch keine Angst vor leeren Batterien mehr haben :)

Nein, die Abstufung mit 3 Stabi Gläsern 10x, 15x und 20x muss handgehalten reichen.
Ich wechsle lieber das Fernglas als dass ich Booster an - und abschraube.

Grüße Jochen
 
Besten Dank Dominique,
das Zeiss Conquest 15x45 BT* S bzw. der Funktionsdemonstrator ist soeben auf meinen Wunschzettel auf Platz 1 gerückt :-)
 
Auf ebay-kleinanzeigen gibt es derzeit reichlich Gläser Zeiss 20x60s im Angebot ab 1700,- VB, also an so ein Glas ran zu kommen für einen verhältnismäßig günstigen Preis ist noch möglich.
Und man bekommt eine Menge Fernglas wie ich finde fürs Geld und das von Zeiss.

Zum Test in deutsch hier ein Link:

https://scopeviews-co-uk.translate....tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc

Interessant sind die Ausführungen unter verminderter Feldschärfe am Rand, Chromatische Abberation und Zusammenfassung.

Zu beachten ist => Knopf gedrückt halten wenn Stabilisierung aktiv sein soll. Dadurch müssen die Hände dort das Glas halten, wo nicht unbedingt die
günstigste Griffposition je nach Handgröße liegt.

Augenabstand 10 mm daher nur ohne Brille benutzbar.

Farbsäume soll auch dieses Glas gemäß Test zeigen.

Es ist sicher richtig das es ein Traumglas ist speziell in dieser Größenordnung - aber es ist nicht ein in allen Belangen perfektes Fernglas.
Zugeständnisse die auffällig sind, sind auch hier zu machen.

Und das Zeiss ist für Astro gemäß Testergebnis, wohl nicht so gut mit der Stabilisierung zu gebrauchen.
Im horizontalen Bereichen soll der Stabilisator sehr gut arbeiten, aber wenn man es in den Himmel richtet soll die Stabilisierung nicht mehr gut
arbeiten.

VG. Michael
 
Hallo Michael,

dass die Stabilisierung nur horizontal funktionieren soll liest man immer wieder, es ist aber Humbug.

Ich nutze das Glas fast immer auf dem Kopf stehend, dann drückt der Daumen nämlich durch das Eigengewicht des Glases die Stabitaste praktisch automatisch.
Die Sache mit der "ungünstigen Griffposition" ist also einfach zu lösen...

Und selbst auf der ISS, also in der Schwerelosigkeit funktioniert der Stabi ohne Probleme :)

Ich habe explizit danach gesucht aber nicht feststellen können, dass sich der Stabi bei 0°, 45° oder auch 90° anders verhält.

Es zeigt am Mond definitiv weniger Farbsäume (nämlich genau keine) als das hochgelobte Canon 15x50 IS

Mich haben diese Märchengeschichten auch lange, zu lange, vom Kauf abgehalten, bei den Preisen ist man dann doch etwas vorsichtiger...
Erst als mir ein befreundeter Astrokollege von seinem 20x60S vorgeschwärmt hat und mir sagte, dass die immer wieder erzählten Geschichten über den Stabi und die Bildqualität nicht stimmen würden habe ich zugeschlagen.

Woher diese Geschichten stammen weiss ich nicht, möglicherweise schreiben Leute über ein Glas, das sie noch nie selbst in der Hand hatten?
Aber der Stabi ist definitiv sehr empfindlich, gut möglich dass defekte oder teildefekte Gläser ein solches Verhalten zeigen?

Grüße Jochen
 
Hi Jochen,

ne gehört vom hören sagen z B Cloudynights usw habe ich das nicht mit den Stabilisierungsproblemen übernommen.

Ich habe meine Informationen zu den Stabilitätsproblemen bei gen Himmel gerichteten Glas nur aus dem Testreview zum Zeiss,
den ich in meinem Post oben verlinkt habe gelesen, dass ist alles.

VG. Michael
 
Hallo Michael,

In dem von Dir verlinkten Artikel sieht man ja gut die rötliche Vergütung eines relativ neuen 20x60S
Ich habe mir jetzt mein sehr frühes Glas nochmal angeschaut und die Vergütung sieht genau so aus.
Es ist also fraglich, ob Zeiss über die Jahre tatsächlich etwas an der Vergütung geändert hat, möglicherweise hat man das Glas auch komplett und in allen Details unverändert weitergebaut.

Wobei, das West Germany ist irgendwann weggefallen :)

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Grüße Jochen
 
Einfach entlang der Längsachse um 180° drehen :)
Dann sind der Stabi Knopf und Fokussierer unten.

Grüße Jochen
 
Dann sind der Stabi Knopf und Fokussierer unten.
Naja, ich denke mal, dass auch dieses Wunderglas durch den geraden Einblick die genannten Beobachtungen erschwert und eher für die Natur geeignet ist. Aber auch da stellt sich die Frage des Gewichts für freihändiges Beobachten. Mich erinnert dieses Fernglas an einen Panzer ähnlich wie die so beliebten schweren SUV's, völlig aus der Zeit gefallen.
Gruß Rolf
 
Hallo Rolf,

wären mit Deiner Argumentation nicht alle geradesichtigen Ferngläser sinnfrei?

Vielleicht einfach mal in die Hand nehmen, durchschauen und dann weiterdiskutieren :)

Zeiss würde es wohl nicht 30 Jahre lang bauen, wenn es keine Käufer dafür gäbe, und wer dafür das Geld auf die Theke legt macht das auch nicht ohne Grund.

Es sieht schwerer und größer aus als es ist, die Bilder täuschen da gewaltig
Das Canon 15x50 ist gerade mal 300g leichter.
Ich finde das Zeiss liegt sogar besser in der Hand, weil es nicht so wuchtig ist.

Ich kann schon 8x Gläser nicht ruhig genug halten um daran Spaß zu haben, aber diese 20x machen richtig Freude, egal ob bei Tag oder bei Nacht und egal ob am Horizont oder im Zenith.

Grüße Jochen
 
Moin,

auch wenn ich zum Thema 20x60 nichts beitragen kann, ich kann bestätigen dass man solche und andere Gläser dieser Art durchaus halten und auch über Kopf nutzen kann, wie Jochen sagt hat das alles seine Grenzen, aber es geht z.B. mit einem guten Stuhl sehr wohl.

Wichtig dabei ist dass man es gut fassen kann, Marinegläser sind deswegen oft gummiert, was die Haltekräfte reduziert, und es muss gut ausgewogen sein, das kann ich mangels eig. Erfahrung mit dem Zeiss nicht bewerten.

CS
Jörg
 
Hallo Rolf,

bezüglich großen und schweren geradesichtigen Gläsern gebe ich Dir Recht.
Ich hatte ja selbst ein APM 25x100ED und auf einem Carbonstativ mit Kurbelsäule und einem Gitzo Fluidhead war das sicher für so ein Glas bestmöglich montiert.
Ja, es war nutzbar, auch bis fast in den Zenith, aber Spaß hat es keinen gemacht, sodass ich es in 2 Jahren keine fünfmal benutzt habe, bevor ich es wieder verkauft habe.

Für Gläser jenseits der 80mm Öffnung sind Winkeleinblick ganz sicher die beste Lösung.

Bei handgehaltenen Gläsern sehe ich das aber anders.

Wie gesagt kann ich nichtmal 8x ruhig genug halten um damit Freude zu haben, deshalb kommen für mich nur stabilisierte Gläser in Frage.
Diese nutze ich auf einem Liegestuhl, der bis in die Horizontale in sehr feinen Schritten verstellbar ist.
Bei jedem Winkel kann ich die Ellbogen auf die Armlehnen aufstützen und so die Handgläser sehr entspannt und für lange Zeit halten.
Ich geniesse auch die Freiheit einfach Winkel und Richtung zu wechseln und dahin zu schauen, wo ich gerade Lust habe oder in der Milchstraße spazieren zu gehen.

Möglicherweise experimentiere ich beim Zeiss 20x60S auch mal mit einer Stirnstütze, wie sie von einigen sehr gerne eingesetzt wird.
Bisher habe ich so etwas nicht benötigt, aber vielleicht werden die 1,6 Kilo damit noch angenehmer handhabbar.

Grüße Jochen
 
Ich hab mir jetzt mal ne gebrauchte Swaro Stirnstütze bestellt und werde sie ans Zeiss adaptieren

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Grüße Jochen
 
Ein 20x60S mit Stirnstütze, Bino-Bandit, Handschlaufen wie bei diesem anderen Prototyp, aber bitte ohne extra Sucher/StarSense ;-)
Würde man die Stütze über das Stativanschlussgewinde befestigen wollen?
 
Bino Bandit liegt hier auch noch rum :)

Ja, ich werde die Stütze am Stativgewinde befestigen, das geht natürlich nur, wenn man das Glas falsch herum benutzt, was ich aber eh mache :)

Nein, ganz sicher kein Sucher am Handfernglas, wobei ein grüner Laser liegt hier auch noch rum :alien:
Wäre aber kompliziert, dann müsste man ja 2 Knöpfe drücken :)

Grüße Jochen
 
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