Hallo!
Warum ist ein schnelleres Teleskop justageanfälliger...
Also das ist schnell erklärt:
Bei allen konventionellen Optiksystemen entstehen mit zunehmend kurzer Brennweite mehrere Abbildungsfehler.
Dies sind zum Beispiel Koma und Bildfeldwölbung und bei Linsensystemen noch chromatische Fehler, weil natürlich ein Linsensystem jeder Lichtwellenlänge eine andere Brennweite verpasst.
Natürlich fallen diese Abbildungsfehler bei unterschiedlichen Systemen auch unterschiedlich aus. So zeigen Refraktoren beispielsweise bei gleichem Öffnungsverhältnis weniger Koma als ein Newton.
Nun isses so, um mal beim Newton zu bleiben, das das Bildfeld, in welchem die Koma so gering bleibt, dass sie innerhlab des Beugungsscheibchens "untergeht", immer kleiner wird, je "schneller" die Optik wird.
Du musst dir das so vorstellen, dass in der Bildmitte des Teleskopes keine Koma vorhanden ist. Weiter zum Rand hin dann gibt es einen Komafehler, der mit größer werdendem Abstand zur Bildmitte (optische Achse) immer größer wird.
Solange aber dieser Fehler kleiner ist als das Auflösungsvermögen der Optik oder fotografisch gesehen eben der Spotdurchmesser der Optik spricht man eigentlich von einem komafreien Bildfeld. Und eben dieses wird umso kleiner, je schneller die Optik wird.
Bei einem Newton mit f/4 beispielsweise ist die Größe des komafreien Bildfeldes nur noch wenige Millimeter groß.
Dies bedeutet, dass wenn die Optik nur ganz schwach dejustiert ist, man eben schon in einem Bereich der Optik beobachtet, in dem das Teleskop nicht mehr seine volle Abbildungsschärfe liefert, weil Koma eben schon das Bild ganz leicht verschmiert. Je kürzer also die Brennweite ist, desto stärker nimmt die Koma zu, und desto stärker macht sich eben auch eine leichte Dejustage schon bemerkbar! Alles klaro?
...und hat so seine Probleme mit einigen Okularen.
Auch das ist recht schnell erklärt:
Stell dir mal den Lichtkegel vor, der in einem Teleskop entsteht, eben weil das Objektiv oder der Spiegel das Licht fokusiert.
Der Kegel wird ja umso stumpfer, je schneller die Optik wird. Wenn nun ein Okular im Teleskop steckt, dann ist der Winkel, der ganz äußeren Lichtstrahlen, wenn diese ins Okular fallen ja recht groß, verglichen mit dem Winkel auf der Achse, der ja bei 0 Grad liegt.
Genau da liegt das Problem! All diese Lichtstrahlen die mit unterschiedlichen Winkeln ins Okular fallen sollen im Okular natürlich zu einem scharfen Bild führen, was aber nur bis zu einem gewissen Grad möglich ist, und bei größeren Einfallswinkeln eben auch komplexere Okulardesigns nötig werden.
Ansonsten entsteht im Okular Astigmatismus, dadurch werden die Sterne am Rand des Gesichtsfeldes ziemlich verzogen, was häufig mit Koma verwechselt wird.
Alle Klarheiten beseitigt?! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
clear skies,
André