Newton 8" f/6 parallaktische Montierung

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lil_mayo

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Guten Morgen liebe Astro-Gemeinde,

vor einigen Wochen hab ich beschlossen ein Teleskop zu bauen. Dabei steht Selbstbau an oberster Stelle, weshalb ich mir so wenig Komponenten wie möglich kaufen möchte. Das Teleskop soll auf reine visuelle Nutzung ausgelegt sein.
Bislang hab ich mir einen 8" Spiegel von Stathis bestellt und den soweit ausgeschliffen (f/6 -> 1200mm Brennweite), poliert wird im Januar. Okulare und Fangspiegel musste ich mir leider Bestellen, da diese einfach für den Anfang zu kompliziert sind um sie selbst zu bauen, das Ergebnis soll ja auch anschaulich werden.

Bei der Montierung möchte ich mich ein wenig austoben. Daher ist ein Dobson eher die langweilige alternative.
Anforderungen bislang sind:
- Manuelle Einstellung möglich
- Motorisierte Nachführung, damit das betrachtete Objekt nicht aus dem Gesichtsfeld fliegt.
- Angenehmes drehen der Achsen
- Stabil und Schwingungsarm

Soweit so gut. Meiner Meinung nach zielt das ganze auf eine parallaktische Gabelmontierung hin, die auf der Deklinationsachse mit einem kleinen Motor betrieben werden kann. Leider stellen sich da einige Fragen:
- Ist eine stabile, nicht allzu sperrige Gabelmontierung an einem 8" möglich?
- Kann ich damit den gesamten Himmel betrachten? (ich versteh das nicht ganz mit der Polachse,die ja eigentlich stationär sein sollte)
- Ist die Gabelmontierung eine fundierte Lösung?
- Gibt es ähnliche Projekte? (hab relativ wenig dazu in der 8" größe gefunden, weshalb ich vielleicht auch ein wenig verunsichert bin)

Ich hoffe ich hab meine Situation halbwegs verständlich geschildert.
Schönen Tag wünsch ich euch :)
 
Hi,lil-mayo
Eine Gabelmontierung ist denkbar ungünstig für einen langen Newton.Gabeln werden meist nur fur kurze Instrumente benutzt,damit man sie durchschwenken und auch in den Zenit sehen kann.Da der Newton mindestens 1,2 Meter lang ist müsste die Gabel ziemlich hoch werden und das widerspricht sich von selbst.
Ein Dobson ist zwar auch eine Art Gabel,aber sie ist nicht parallaktisch montiert und verhält sich schwerpunktmäßig auch anders.

https://www.facebook.com/horst.christians
Selbstbaugruppe: https://www.facebook.com/groups/h.chris0306/

LG Hotte.
 
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Hi Hotte,
also durchschwenken müsste ich den Tubus ja nur von der Spiegel näheren Achse aus. Halte ich diese entsprechend schwer, könnte ich das Problem mit der großen Gabel doch relativieren können.
Inspiriert bin ich im übrigen von folgendem Bild:
Link zur Grafik: http://www.astronomyedinburgh.org/publications/journals/52/howie11.jpg

zu sehen ist ein 8" f/6

Darüber hinaus kann ich den Zenit ja dennoch ansteuern, da die grob 50 Grad Polachseneinstellung den Tubus im Zenit noch (weit) von der Gabel fernhalten.

 
Hallo lil_mayo,

Willkommen im Forum!

Inspiriert bin ich im übrigen von folgendem Bild...

Das ist ein sehr schöner Beleg dafür dass man tatsächlich einen Newton auf parallaktischer Gabelmonti bauen kann. So etwa in der Art hab ich nämlich auch schon in verschiedenen Versionen gebaut :cool:

Jetzt fehlt dem Ding eigentlich nur noch der Motorantrieb für die Stundenachse. Ein Motor für Deklination ist dagegen nicht zwingend erforderlich. Hier würde eine manuelle Feineinstellung völlig ausreichen.

Noch etwas zur Dimensionierung der Gabel: Die sollte so bemessen sein dann man den Tubus ohne Anschlag durchschwenken kann. Sonst bekommt man je nach Position des Objektes Probleme beim Einblick. Stell dir vor das Teleskop im Bild sei jetzt gerade annähernd in Südrichtung mit ca. 0° Dekl. auf den Mond ausgerichtet. Und jetzt stell dir vor du wolltest ein Objekt mit annähernd gleicher Dekl. aber erheblich weiter östlich beobachten. Dann müsstest du schräg von unten ins Okular schauen oder eben das Teleskop durchschwenken und dann auf das Objekt ausrichten. Der Einblick wäre dann bequem schräg von oben.

Da es ungezählte Möglichkeiten allein für die Ausführung einer Gabelmonti folgender Vorschlag: Mach einfach mal Detailskizzen von deinen Vorstellungen die du selber realisieren könntest und stelle sie hier zur Diskussion. Wir haben ja keine Ahnung davon
über welche Werkstattmöglichkeiten du verfügst.

Gruß Kurt


 
Auch wenn du diese Bauart nur visuell,jedoch mit Rektazensionsantrieb nutzen willst wird die Sache schlagartig schwieriger.Wenn wir dein Bild mal als Vorlage nehmen,dann stell dir mal bildlich vor was passiert wenn du unten einen Antrieb mit Zahnkranz anbringst.Erstens hast du keinen Platz dafür und zweitens ist der Hebel bis zur Teleskopaufhängung unglaublich lang.Mit anderen Worten:Das ganze wird sich verwinden und wackeln wie ein Dackelschwanz.Mit dieser Konstruktion gibts mehr Frust als Lust.

Gruß Hotte.
 
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Hallo Kurt,
oh hoppla, da hab ich anscheinend die Stundenachse mit der Deklinationsachse verwechselt. Naja aber auf jeden fall weist du auf was es ankommt.

Mit dem durchschwenken hast du auf jedenfalls recht. Da muss ich mal rumprobieren um einen Kompromiss zwischen größe (soll ja trotzdem ins Auto passen), Schwerpunkt des Tubus und Stabilität zu finden.

Ich mache derzeit ein Praktikum bei einem Modellbauer, der hat so ziemlich jede Maschine die man benötigt inklusive CNC, Lötstation, alle Möglichen Materialien und und und. Da ist also die einzige Grenzen sind meine Handwerkliche Erfahrung (nicht so toll) und mein leichter Geldbeutel.
Eine Skizze kann ich liebend gerne morgen hinzufügen :)
 
Hallo lil_mayo,

die von Dir geplante Anordnung der Komponenten ist bis auf die Lagerung der RA-Achse und ohne eine zusätzliche Rotationsmöglichkeit am Fuß der Gabel (Azimutlager des Dobson) wie bei einem Dobson auf einer Äqutorial-Plattform. Bei der Äquatorial-Plattform befindet sich die Deklinationsachse praktisch zwischen den RA-Lagern, bei Dir läge sie nahe dem oberen RA-Lager außerhalb. Die Weglassung der zusätzlichen Rotationsmöglichkeit erhöht die Stabilität gegenüber der Äquatorial-Plattform. Die bei Dir ungünstigeren Verhältnisse bezüglich der RA-Lagerung, können durch eine entsprechende Anordnung der RA-Lager und eine ausreichend biegesteife RA-Achse kompensiert werden. Da man diese Schwachstelle kennt, kann gegengesteuert werden. Mir sind keine Klagen von Äquatorial-Plattform-Benutzern wegen mangelhafter Stabilität zu Ohren gekommen.

Grüße

Kurt
 
Hallo Hotte,

...Mit dieser Konstruktion gibts mehr Frust als Lust..

mit der Ausführung gemäß Foto hast du wahrscheinlich recht. Aber grundsätzlich lässt sich ein „mittekleiner“ Newton in einer richtig dimensinierten Gabelmonti gut nutzen.


Hallo Namensvetter, hallo lil_mayo,

...Mir sind keine Klagen von Äquatorial-Plattform-Benutzern wegen mangelhafter Stabilität zu Ohren gekommen...

mir auch nicht :)

Diese Art von Nachführung für Newtons hat nach meiner Praxiserfahrung den höchsten Grad von Steifigkeit/Gewicht und ist zudem auch mit Amateurmitteln mit geringem Aufwand zu realisieren. Daher bekommt man so etwas auch preisgünstig "von der Stange". Im anhängigen Bild steht mein 16" Selbstbau Newton auf der für größere Dobsons ausgelegten Dobson EQ-Plattform S von Telekop- Service Ransburg.
Diese schien mir derart preisgünstig dass ich hier auf den Selbstbau der Plattform verzichtet habe.

Bei diesem Lagerungsprinzip ist die auf ca. 1h begrenzte Nachführzeit nachteilig. Die Präzision des Abtriebs ist mir
für vis. Beobachtung und sogar für Mond und Planetenfotografie gut genug. Für Langzeit -DS- Fotos wird es wohl nicht reichen.

Wenn man sich als Bastler richtig austoben will dann wäre der Bau einer gut funktionierenden Gabelmonti die sportlichere Herausforderung. Diese könnte man auch in Alt- AZ-
Ausführung realisieren, Dann bräuchte man allerdings eine sehr spezielle (Schritt)-Motorsteuerung für beide Achsen und für Langzeitbelichtungen auch noch eine präzise motorbetriebene Bildfelddrehmimik. Also, noch mehr Gelegenheiten um sich auszutoben :smiley61:


Gruß Kurt

 

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Die EQ-Montierung für Dobsons hab ich mir auch schon überlegt. Für den Selbstbau, der bei mir ja an oberster Stelle steht, hab ich jedoch noch wenig Quellen gefunden. Über jeden Link oder Fotos, die man nicht auf den ersten 2 Seiten beim Googlen findet, wäre ich sehr dankbar :)

Naja aber mal weiter zur Gabelmontierung.
Ich hab gestern Abend noch ein paar Skizzen dazu gemacht, ob die auch Sinn ergeben weiß ich nicht wirklich (Schwerpunkt, Einsichtserhalten, Stabilität etc.)
Link zur Grafik: http://postimg.org/image/sf08y0xnf/

Der Tubus soll in den Skizzen übrigens duschschwenkbar sein. Als Schwerpunkt hab ich bei einem 1200mm Tubus mal einfach 400mm von Spiegelende aus angenommen.
In der Montierung selbst soll ja der Schrittmotor liegen. der ist sozusagen an ein großes Zahnrad an der Stundenachse angeschlossen. Nördlich liegt die Steuerung und Südlich eine Öffnung.
 
Hallo nochmal lil_mayo,
ich möchte dir den Spaß am Selbstbau bestimmt nicht verderben,aber wenn ich mir diese Konstruktion ansehe,weiß ich im Voraus,das es so nicht funktionieren kann.Es gibt einige physikalische Grundsätze über die du dich einfach hinwegsetzt.Jeder Montierungsbauer konstruiert sein Instrument so,das er möglichst kurze Hebel anwendet um eine maximale Steifheit und Stabilität zu erreichen.Das ist der erste und wichtigste Grundsatz wonach sich alles richten sollte.Das ist bei diesem Gebilde sicherlich nicht der Fall.Du benutzt extra lange Hebelkräfte durch die Gabel und der Schwerpunkt passt dadurch auch nicht.Er sollte so nahe wie möglich an den Lagerachsen liegen.In deinem Fall wirken extreme Kräfte auf Lager und Achse wie sie ungünstiger nicht sein kann.
Hier mal ein Beispiel,wie man es nicht machen sollte.
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1022397981158470&set=gm.1660324987560267&type=3&theater

So sollte es aussehen.
Kurze Hebel,nahe an den Achsen,Schwerpunkt senkrecht auf die Säule verteilt.

http://www.astrobin.com/full/224961/0/

LG Hotte.
 
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Moin,

Deine Skizze sieht ja nicht schlecht aus, hat aber mMn zwei Denkfehler:
- die Schwenkachse des Tubus bei 400mm vom hinteren Tubusende zu planen, ist sehr optimistisch - geh mal mit OAZ und Okularen eher von 600mm aus (damit wird die Gable noch länger)
- wenn Du die gezeichneten Winkelverhältnisse mechanisch so ausführen möchtest, dass es sich nicht verbiegt, beim Berühren nicht zittert und bei allen Teleskopstellungen identisch funktioniert, wird die Gabel sooo schwer, dass Du sie nicht ins Auto tragen magst (wenn sie denn überhaupt reinpasst)

Eigene Ideen sind löblich, in diesem Fall solltest Du aber eher bekannte Pfade einschlagen und z.B. einen GoTo-Dobson bauen, wenn es denn motorisiert sein soll.
 
Hallo Ralf,

die Schwenkachse des Tubus bei 400mm vom hinteren Tubusende zu planen, ist sehr optimistisch

es gibt Newtons, da liegt die Drehachse noch viel näher am hinteren Ende des Tubus. Sind das alles Fehlkonstruktionen?

http://www.teleskop-express.de/shop...ynScan---406-mm--f-4-4--Dobson-Reflektor.html

Selbst mit einem Volltubus kann man das erreichen.

http://www.astroshop.de/orion-dobson-teleskop-n-254-1200-skyquest-xt10g-dob-goto/p,20127

Bitte beachten: Ein Teil der Brennweite erstreckt sich vom Fangspiegel in Richtung Okular.

Ich glaube nicht, dass alle Dobsons zittrige Gebilde sind. Oder ändert sich die Steifigkeit einer Gabel, wenn man sie schräg stellt? Schon in meinem Beitrag weiter oben habe ich darauf hingewiesen, dass man die RA-Lager und die RA-Achse den Hebelverhältnissen anpassen muss.

wird die Gabel sooo schwer, dass Du sie nicht ins Auto tragen magst

Ist es so schwer, eine brauchbare RA-Lagerung zu bauen, dass man das 8"-Röhrchen ohne Kran in ein Auto bekommt?

Wenn man das Teleskop ähnlich gestalten würde, wie auf der Aufnahme von Kurt weiter oben, dann wäre das Gewicht des Teleskops sehr gering und müsste ohne Problem brauchbar zu lagern sein.

Viele Grüße

(anderer) Kurt

 
Hallo Kurt
das sind sie ja auch nicht,weil sie azimutal montiert sind und der Schwerpunkt stimmt.
Beispiel:Nimm einen Strohhalm und stelle ihn senkrecht hin und drück mal drauf....da gibt nichts nach.Und dann halte ihn mal 50 Grad schräg und drück mal drauf...da verbiegt er sich doch ganz leicht oder bricht ab.Das lernt man im ersten Schuljahr.
 
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Ob ich einen waagerecht eingespannten Stab am Ende senkrecht belaste, oder ob ich einen senkrecht eingespannten Stab am Ende waagerecht belaste, erzeugt die gleiche Verformung.
Eine Last, egal in welche Richtung sie wirkt, kann eine Anordnung verformen, bis wieder ein Gleichgewicht herrscht, die Schwingeigenschaften werden dadurch nicht verändert.

Grüße

Kurt
 
Es hat keinen Zweck eine Unterhaltung zu führen,wenn die einfachsten Grundlagen fehlen.Das würde zu nichts führen.Die Schwerkraft wirkt nun mal immer senkrecht zum Erdmittelpunkt und nicht anders.Auch die Hebelkräfte lassen sich nicht wegdiskutieren.
Immerhin:Der schiefe Turm von Pisa steht ja auch noch.Bei 50 Grad Schräglage wirds kritisch.Entweder bricht der Turm ab,oder er wird aus dem Fundament gerissen.Daran würde sich auch nichts ändern wenn der Turm doppelt so dick und das Fundament fester wäre.Würde man den Turm oben noch zusätzlich mit Gewicht belasten,gäbe es ihn bestimmt nicht mehr.
 
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Eine statische Last verformt ein Objekt und kann gesteigert werden, bis etwas kaputt geht. Schwingungen gibt es deswegen nicht. Dazu braucht es eine veränderliche oder periodische Kraft. Eine schiefe Gabel ist rein statisch belastet. Für Schwingungen zählt nicht die Tragfähigkeit, sondern die Steifigkeit, zusammen mit Massen. Von Laien wird das oft durcheinander gebracht.
 
Klar gibts Schwingungen.Leg mal ein 20cm langes Lineal auf die Tischkante und schlag mal drauf....und dann machste das gleich bei einem 5 cm langen Lineal dann merkste den Unterschied.Das lässt sich doch nicht von dir wegdiskutieren.Schwingungen entstehen am Teleskop durch Windeinflüsse oder alleine schon beim Fokussieren und sind somit unerwünscht und werden durch eine richtige Bauweise bis auf ein minimum reduziert.Wenn ich Planeten mit 5 Meter Brennweite fotografiere und justieren muss,kann ich Schwingungen nicht gebrauchen.Ein Hochhaus schwingt oben auch mehrere Meter,dein Einfamilienhaus nicht.Eine richtig gemachte Montierung hat keine statische oder mechanische Belastung-warum auch?:Das System ist vollkommen im "Gleichgewicht"
 
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Bei allem was Du anführst, handelt es sich um sich ändernde Kräfte, die, wie ich schrieb, Schwingungen verursachen. Du hast es jetzt verstanden: Ohne eine sich ändernde Kraft (Schlag auf das Lineal, sich ändernde Windgeschwindigkeit, Kraftausübung bei Berührung des Okularauszugs), gibt es keine Schwingung.
 
Hallo zusammen,

ob jetzt die last statisch (ehe nur im Keller) oder dynamisch (bei der Benutzung) is es vollig egal.
Der Fakt ist, je größer die Entfernung zwischen RA-Lager und dem Gewicht der darauf wirkt, desto schlechter das Ergebniss in jede Sicht. Außer man will ne Rute bauen und seefischerei treiben, dann hat so eine Konstruktion gewisse vorteile.

Gruß
Igor
 
Hallo Igor,

völliger Unsinn! Und ich denke, auf dieses Niveau muß Du dich auch nicht begeben. Es gibt mindestens 2 gute Gründe einen Newton in einer äquatorialen Gabelmontierung zu verwenden.
Kannst Du sie benennen?

Grüße,
Gerrit
 
Hallo,

was hier gebaut werden soll, ist was die Statik anbelangt, ein Dobson auf einer Äqutorialplattform (oben eine Gabel mit Teleskop, unten eine äquatoriale Mimik). Dadurch dass die Gabel schräg steht, ändert sich die Steifigkeit und das Schwingungsverhalten der Gabel nicht. Außerdem würde ich eine Truss-Bauweise vorsehen. Dann rückt der Schwerpunkt des Tubus ein schönes Stück in Richtung Tubusende. Die Gabel kann dann sehr kurz und relativ dünn dimensioniert werden. Bei dieser Bauweise wird der Tubus außerdem ziemlich leicht. Mit einer derart kurzen Gabel rückt auch der Schwerpunkt des Teleskops nahe an das obere RA-Lager, was ebenfalls die Steifigkeit der gesamten Anordnung erhöht. Vor allem würde ich ausgehend von einer als akzeptabel angenommenen Lösung zumindest näherungsweise berechnen, welches die Konsequenzen von Dimensionsänderungen sind. Mir ist klar, dass Neukonstruktionen ohne begleitende Berechnung leicht daneben gehen können. Statische Berechnungen liegen leider nicht jedem. Man sollte nicht vergessen, dass es sich um ein rein visuelles Teleskop handelt. Die Anforderungen, die an einen fotografischen Einsatz gestellt werden, sind damit nicht zu vergleichen. Ich bin keiner der ruft "das geht nicht", sondern lote aus, welche Maßnahmen zum Ziel führen könnten.

Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt,

eine Hufeisenmontierung wäre eine weitere Alternative. Die Trussbauweise ist eine gute Empfehlung.

Grüße,
gerrit
 
Hallo Gerrit,

danke für diese weiterführende Ergänzung:

eine Hufeisenmontierung wäre eine weitere Alternative. Die Trussbauweise ist eine gute Empfehlung.

Bei dem Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar haben wir beides, Hufeisenmontierung und Trussbauweise. Der Konstrukteur, ein gewisser Herr Serrurier, war für seine wegweisenden Konstruktionen bekannt. Neulich habe ich mir auf dem Calar Alto das 3,5-Meter-Teleslop angeschaut, das ebenfalls so gebaut wurde. Das Ganze ist wirklich genial und beeindruckend.

Viele Grüße

Kurt
 
Zitat von MountyPython:
Hallo Igor,

völliger Unsinn! Und ich denke, auf dieses Niveau muß Du dich auch nicht begeben. Es gibt mindestens 2 gute Gründe einen Newton in einer äquatorialen Gabelmontierung zu verwenden.
Kannst Du sie benennen?

Grüße,
Gerrit

Nein Gerrit, kein Unsinn!
Und es geht bei mein Text nicht darum die Vorteile äquatorialen Gabelmontierung schlecht zu machen sondern nur die Tatsache eine langen Newton auf schräg gestellte Gabel zu stellen.
Es geht nur um die hebelkräfte die am RA Lager entstehen.

Link zur Grafik: http://www.astrosurf.com/re/king_263.jpg

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Igor,

Es geht nur um die hebelkräfte die am RA Lager...

hast Du an einem Beispiel überschlagen, welche Kräfte am Lager auftreten und welche Kräfte ein durchschnittliches Kegelrollenlager aufnehmen kann? Oder ist das nur Dein Bauchgefühl? Wenn eine Konstruktion ein Lager zu 1 Prozent beansprucht und eine zweite Konstruktion zu 5 Prozent, dann ist bei Dir die zweite Konstruktion abzulehnen, obwohl eine 20fache Reserve vorhanden ist. Das nenne ich Hinterwäldlerlogik.
Gerrit hat zu Recht von "Unsinn" gesprochen.

Grüße

Kurt
 
Zitat von xbass:
Zitat von MountyPython:
Hallo Igor,

völliger Unsinn! Und ich denke, auf dieses Niveau muß Du dich auch nicht begeben. Es gibt mindestens 2 gute Gründe einen Newton in einer äquatorialen Gabelmontierung zu verwenden.
Kannst Du sie benennen?

Grüße,
Gerrit

Nein Gerrit, kein Unsinn!
Und es geht bei mein Text nicht darum die Vorteile äquatorialen Gabelmontierung schlecht zu machen sondern nur die Tatsache eine langen Newton auf schräg gestellte Gabel zu stellen.
Es geht nur um die hebelkräfte die am RA Lager entstehen.

Wirklich Unsinn! Weil Du es pauschal nicht festmachen kannst. Schon garnicht anhand einer Skizze die nicht mal vollständige Bemaßung beinhaltet. Es ist von einem 8" F/6 Newton die Rede, der in guter,steifer Ausführung im Truss-Tubus nicht mal 8 kg auf die Gabel bringt. In dem Sinne ist zwar die Referenz auf die Vergangenheit ganz nett, aber spiegelt leider nicht den Sachverhalt im Ansatz wieder.
Insgesmat - bei allem Respekt vor Deinem Schaffen - absoluter Irrsinn im Verhalten und in der Aussage!

Jedes Konzept hat seine Berechtigung mit seinen Vor- und Nachteilen. WEnn man den Newton im Truss-Tubus baut, dann hat man sogar die Freiheit den Schwerpunkt so nahe wie möglich an die RA-Achse zu bringen. Oder aber eben direkt auf die Höhe der RA-Achse zu bringen: Das wäre dann eine Hufeisen-Montierung. Diese ist durchaus auch mit Hausmitteln herstellbar. Und zwar auch so, daß das Hufeisen unter Last im Meridian wieder in die optimale Form fällt (Meßuhr läßt grüßen). Fürs visuelle reicht aber der weniger präzise Ansatz alle mal.


Aber hier wird erstmal gewettert, polemisiert, usw.

Ich ab in dem Zusammenhang mal eine Frage an Dich: Kannst Du mir sagen, welche Lager abtriebsseitig in den Harmonic-Driver-Getrieben Deiner Montierung verbaut sind? Wußtest Du das vorher?

Vorteile der Gabel- und Hufeisenmontierung:
+ Kein Mirror-Flop beim Meridian-Flip ,der beim Einsatz der Deutschenmontierung erforderlich ist. Einwand "Ach da nehmen wir mal eine Knicksäule": Ja, damit verlagert man den Aufwand bezgl. der Statik in die Säule. Patzt man hier, wird man evtl. die Restfehler noch mit Pointing-Modellen erledigen können.
Die Kollimation muß man jedoch manuell erledigen (selbst wenn die Hauptspiegelhalterung motorisiert ist). Letztendlich ist die einseigite Belastung auf die Lager der DEC-Achse immernoch gegeben.
Sofern z.B. die Harmonic-Drives abtriebseitig keine Kreuzrollenlager haben, dürfte hier eine der Schwächen des Systems liegen.

+ Deckungsgleichheit der Abbildlung beim fotographischen Einsatz: Bei einer deutschen Montierung muß man die Spikes durch eine entsprechende Feldrotation in wieder in Deckungsgleichheit bringen. Zeitfaktor.
+ Meridian-Flip an sich: Kostet Zeit. Diese spart man bei diesem Konzept.

Ich würde mal sagen, dass Philip (hoffe der Name ist richtig) durchaus seine Erfahrungen im Selbstbau erstmal machen kann. Ich würde erst den Tubus bauen, da gibts genug zu berücksichtigen, daß der Schwerpunkt des Newtons nahe an die Achsen kommt. Ein gutes CAD-Programm und man kann die Schwerpunkts- und Belastungssituationen auch recht kostengünstig simulieren (Freecad , Z88).

CS und einen guten Rutsch,
Gerrit
 
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Hallo Kurt ,

die Montierung ist so gräßlich, daß ich glatt auch eine haben möchte für meinen großen 18" Newton und 14" ACF ;-)

Sieht nach einer Montierung von Michael Knopf aus. Und von ihm weiß ich, das er seine Designs (Solidworks) vorher penibel simuliert. Und das ist ja auch nicht die erste Gabel die er erfolgreich an eine Sternwarte bringt.

CS
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Gerrit,

Du hast es richtig erkannt. Es handelt sich tatsächlich um eine Knopf-Montierung, die seit über 10 Jahren wunderbar läuft und die man nicht so schnell zum Wackeln bringt.

Viele Grüße

Kurt
 
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