Das richtige Fernrohr ist eines, welches man haeufig benutzt. Wie haeufig man ein Fernrohr benutzt, haengt von der Zeit ab, die zwischen der Feststellung: "Es ist klar" und dem Moment "ich beobachte los, mein 1. Objekt ist eingestellt", vergeht. Und von dem Herrmann, den man machen muss, um so weit zu kommen. Ein Fernrohr, welches schwer ist und extrem umstaendlich aufzubauen, benutzt Du weniger. Du sagst Dir: "och, wer weiss, bis ich aufgebaut habe sind bestimmt die Wolken wieder da." Wenn Du Dir in den Garten vor Deinem Haeuschen eine Rolldachhuette baust und darin Dein NextStar fest aufstellst, kann es sein, dass ein C11 eine feine Sache ist. Rausgehen, aufschieben, losgaffen. Wenn Du das ganze Geraffel jedes Mal alles erst einmal rauswuchten musst, dann kann es sein, dass Du mit einem C8 oder sogar einem noch kleineren Scope besser bedient waerst (C8-Tubus wiegt nur 5kg statt 15kg, und man KANN damit schon eine ganze Menge machen). Wenn Du erst irgendwo hinfahren musst: Denk an den inneren Schweinehund - je umstaendlicher und komplexer, desto eher sagst Du: NEIN, ich fahr heute nicht raus. Ein bisschen haengt es auch davon ab, WAS Du eigentlich machen moechtest. Planeten, Mond, Deepsky?
Ich habe eine Montierung auf meinem Grossstadt-Balkon und kann in 5min mein C8 per Schwalbenschwanzkupplung da dranhaengen. In klaren Naechten stell ich die Optik schon vorher raus, d.h. sie ist ausgekuehlt, wenn ich anfange. Um 2:00 klingelt mein Wecker, um 2:15 ist der Mars auf dem Chip der Webcam, um 2:45 bin ich wieder im Bett. Ein C11 mit Monti koennte ich da gar nicht aufstellen, also waere es fuer mich das eindeutig schlechtere Fernrohr.
Hoffe diese Ueberlegungen helfen etwas
Hartwig
Hartwig