Noch ein Kopernikus vom 23.4. - in Farbe

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Hallo Leute,

auch ich habe das schöne Wetter am 23.4. genutzt und mit dem C11 der Volkssternwarte Hannover den Mond aufgenommen. Zum Einsatz kam eine DMK31 + 2x A-P Barlowlinse (Luminanz) sowie eine Canon 40D für die Farbaufnahmen.

Für jedes Mosaikteil nahm ich 400 Frames auf, von denen je 160 mit AviStack gestackt wurden. Nur 400 weil ich den gesamten Mond mit Mosaikteilen abdecken wollte und nur begrenzt Festplattenplatz zur Verfügung hatte.

An dem Abend variierte das Seeing ziemlich, war phasenweise aber hervorragend. Der Bereich um Kopernikus ist aus dem gesamten Mosaik (noch nicht fertig) der schönste (Rechtsklick und "Anzeigen" für volle Auflösung).

Viele Grüße,
Michael

Link zur Grafik: http://www.theusner.eu/astro/images/moon/20100423/Copernicus_20100423_C11_RGB.jpg
 
Hallo Michael,

sieht echt cool aus, in Farbe, vor allem in voller Auflösung!
Das mit den Farben hab ich noch nicht so intensiv hinbekommen,
bestenfalls als blassen Schimmer.

Gruß Wolf Manfred,
ein eifriger und sehr dankbarer Nutzer deiner Software!!
 
Hallo Michael,

die Ausarbeitung ist imposant und wirkt mit den überwiegend tiefen Tönen sehr "dramatisch". Vielleicht geht es anderen ähnlich: Die Datei wird von meinem Standard-Browser "SeaMonkey" nicht angezeigt, mit FireFox ging es. Was kann da falsch sein?

Bin gespannt auf das "Gesamtkunstwerk"! Weniger aufwendig wäre es ja vielleicht ohne Barlow gegangen (?) - siehe z.B. hier ...

Gruß, Jan
 
Schön, dass euch das Bild gefällt.

Zitat von Jan_Fremerey:
Die Datei wird von meinem Standard-Browser "SeaMonkey" nicht angezeigt, mit FireFox ging es. Was kann da falsch sein?
Hmm, keine Ahnung. Habe ich ganz normal in PS als Jpeg gespeichert?

Bin gespannt auf das "Gesamtkunstwerk"! Weniger aufwendig wäre es ja vielleicht ohne Barlow gegangen (?)

Jaaa, na klar. Aber das habe ich ja schon öfter gemacht und hatte mit immer mal vorgenommen, das mal mit der Barlowlinse auszuprobieren.

Allerdings war das recht furchtbar. Mein alter Laptop hat für ca. 32 GB Daten Platz. Das reichte aber bei weitem nicht und da ich auch keine geeignete schelle externe Platte habe (kann nicht direkt drauf schreiben. Empfehlung?), musste ich 2x Daten auslagern (gesamt 87 GB). Da ist je eine halbe Stunde bei draufgegangen. Und das bei sehr gutem Seeing :mauer:

Dann habe ich noch von Kopernikus aus zuerst den gesamten Südteil aufgenommen (war mir am wichtigsten). Dann vom Nordpol her den Rest. D.h. an der Nahtstelle habe ich eine Zeitdifferenz von >2h. Da habe ich Dank der Libration jetzt das große Problem, beide Teile zusammenzufügen... Toll wäre jetzt ein Programm, das mir den Nordteil wieder zurückdreht :)

Viele Grüße,
Michael
 
Zitat von Michael_Theusner:
... eine Zeitdifferenz von >2h. Da habe ich Dank der Libration jetzt das große Problem, beide Teile zusammenzufügen... Toll wäre jetzt ein Programm, das mir den Nordteil wieder zurückdreht :)
Libration? - Eigentlich brauchst Du nur ein Programm, um den Mond auf seiner Umlaubahn zurückzuverlagern, denn die Schattengrenze wandert auch ohne Libration. Hast Du schon mal einen Bilder-Vergleich mit und ohne Barlow gemacht? Ich arbeite übrigens am Mond gerade mit einer "Anti-Barlow", um von f/20 auf f/12 zu kommen ...

Gibt es einen Link zu Deinen ohne Barlow aufgenommenen Mondfotos?

Gruß, Jan
 
Hallo Michael,

tja da hilft nur eins: größere Festplatte für deinen Laptop!
Mir gehts mit 120 GB schon manchmal extrem knapp.
Allerdings ist die Frage, ob es für den alten Lappi noch eine günstige Erweiterung gibt,
oder ob es gleich ein neuer sein muß.

Gruß Manfred
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Libration? - Eigentlich brauchst Du nur ein Programm, um den Mond auf seiner Umlaubahn zurückzuverlagern, denn die Schattengrenze wandert auch ohne Libration.
Das Hauptproblem ist tatsächlich die Libration. Der etwas andere Schattenwurf ist nicht so schlimm, da die Grenze im Mare Imbrium liegt.

Link zur Grafik: http://www.theusner.eu/astro/images/moon/20100423/libration.gif

Man sieht, dass sich der Mond deutlich nach Osten gedreht hat und nicht nur das... Da habe ich jetzt mit einer sich über die Mondoberfläche ändernden Verzerrung zu kämpfen.

Hast Du schon mal einen Bilder-Vergleich mit und ohne Barlow gemacht?
Wie meinst Du das? Wegen der Details?

Ich arbeite übrigens am Mond gerade mit einer "Anti-Barlow", um von f/20 auf f/12 zu kommen ...
Interessant. Die meisten versuchen es ja eher umgekehrt :)

Gibt es einen Link zu Deinen ohne Barlow aufgenommenen Mondfotos?
Hier: http://www.theusner.eu/astro/moon.html

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

vielen Dank für den Link! Das sind ja beeindruckende Bilder vom Mond mit hervorragender Deatailauflösung! Die sind dann aber doch wohl überwiegend auch mit Barlow aufgenommen worden?

Ja - nach den Vergleichsbildern hatte ich wegen der Detailauflösung gefragt. Da Du ja ganz offensichtlich an großflächigen Mondaufnahmen interessiert bist, und man mit 4,65 µm Pixelweite auch bei f/10 praktisch das volle Auflösungsvermögen des Teleskops erreicht, vgl. hier, dachte ich, dass dieser Aspekt für Dich interessant sein könnte ...

Gruß, Jan

P.S. Die Bilder aus Deiner Galerie kann ich auch nicht mit Seamonkey sehen - mit Firefox wieder kein Problem. Da ich alle anderen Bilder aus dem Forum mit Seamonkey sehe, habe ich keine Idee, woran es liegen könnte ...
 
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Hallo Michael,

Zitat von Michael_Theusner:
Das Hauptproblem ist tatsächlich die Libration.
sehr schön gezeigt! Prinzipiell hülfe da das Lunar Terminator Visualization Tool (LTVT), wie in der "normierten" Mare-Orientale-Fotoreihe (aber wem erzähle ich das, Deine Orientale-Anim war einfach toll :super: ), doch in Deinem aktuellen Fall würde das hier eine Heidiarbeit ;) ...

Aber mach doch mal ein Stereo aus dem/den Randbildern!

Mondsüchtige Grüße+cs,
Dietmar
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Hallo Michael,
vielen Dank für den Link! Das sind ja beeindruckende Bilder vom Mond mit hervorragender Deatailauflösung! Die sind dann aber doch wohl überwiegend auch mit Barlow aufgenommen worden?
Danke. Nein, die sind tatsächlich (fast) alle ohne Barlow entstanden. Dazu kam der 200/3000 mm Refraktor (bis auf 3.4.09, C11) der Volkssternwarte Hannover zum Einsatz.

Ja - nach den Vergleichsbildern hatte ich wegen der Detailauflösung gefragt. Da Du ja ganz offensichtlich an großflächigen Mondaufnahmen interessiert bist, und man mit 4,65 µm Pixelweite auch bei f/10 praktisch das volle Auflösungsvermögen des Teleskops erreicht, vgl.
Wenn man drüber geht, hat man dann aber durch die höhere Vergrößerung beim Stacken noch den Superresolutionseffekt. Insofern erhält man bei gutem Seeing dann mehr Details (siehe z.B die Bilder vom 6.9.2004, Teilmosaik mit Barlow). Bei schlechtem Seeing bringt das allerdings nichts. Das ist meine langjährige Erfahrung mit dem großen Refraktor der VStw.

Viele Grüße,
Michael
 
Zitat von wasguggsuda:
Oh, das ist ja klasse! Ganz herzlichen Dank für den Link! Das werde ich mal ausprobieren. Zumindest könnte ich damit die Einzelbilder umrechnen?

(aber wem erzähle ich das, Deine Orientale-Anim war einfach toll :super: ),
Oh ja, das waren noch Zeiten (Oktober 2003). Eine Woche klarer Himmel und jeden Morgen vor der Arbeit ein Mondmosaik aufgenommen :biggrin:
Das Mare Orientale habe ich nie besser gesehen als damals.

Aber mach doch mal ein Stereo aus dem/den Randbildern!
Na das ist ja auch eine gute Idee! Werde ich mal tun.

Viele Grüße und Danke!
Michael
 
Hallo Michael,

danke für die Infos! Am Refraktor hast Du ohne Barlow bei f/15 aufgenommen, das C11 wäre ja ohne Barlow bei f/10. Beim Farbchip Deiner ToUCam kann man hinsichtlich der Bildauflösung mit einer effektiven Pixelweite von 5,6 x 1,3 = 7,3 µm rechnen. Die Ankopplung der ToU an den Refraktor bei f/15 ist also weitgehend vergleichbar mit der Ankopplung der mit einer Pixelweite von 4,65 µm ausgestatteten DMK31 bei f/10 am C11.

Das besagte Mondmosaik vom 6.9.2004 hattest Du am Refraktor mit 2fach-Barlow, also bei f/30 aufgenommen. Die Detailauflösung dieses Mosaiks ist - offenbar aufgrund der damaligen außergewöhnlich guten Sichtverhältnisse - wirklich bemerkenswert. Daher habe ich einen Ausschnitt davon - Clavius - mit meinem schon mehrfach benutzten "Zwischenverkleinerungstest" untersucht, und festgestellt, dass der Einsatz einer Barlow (möglicherweise hätte 1,5x gereicht) an dieser Stelle durchaus gerechtfertigt war. Hier ist das Testergebnis:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/MTheusner_Clavius.gif

In dieser Animation wird der Originalausschnitt mit dem zwischendurch um den Faktor 2 verkleinerten und anschließend auf den Originalmaßstab, d.h. zweifach zurückvergrößerten Bild verglichen. Das zwischenverkleinerte Bild weist gegenüber dem Original erkennbare Verluste in der Feinzeichnung auf. Der zwischenverkleinerte Bildausschnitt zeigt die Qualität, die man mit einer Aufnahme bei f/15 und zweifacher datentechnischer Nachvergrößerung erreicht hätte.

Zitat von Michael_Theusner:
Bei schlechtem Seeing bringt das allerdings nichts. Das ist meine langjährige Erfahrung mit dem großen Refraktor der VStw.
Da kann ich Dir nur zustimmen. Insbesondere habe ich aufgrund zahlreicher nachträglicher Analysen von mit größeren Teleskopen (12" und darüber) gewonnen Bildern festgestellt, dass eine übertriebene optische Nachvergrößerung mittels Barlow o.ä. selbst bei sehr guten Sichtbedingungen keinen Gewinn an Detailzeichnung bringt. Es besteht - im Gegenteil - die Gefahr, dass bei den mit dem Quadrat der Brennweite zunehmenden Belichtungszeiten Detailzeichnung verlorengeht (Bewegungsunschärfe!).

Gruß, Jan
 
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