BirdOfBrass
Mitglied
Nach fast einem Monat "ohne Sterne" (Wolken, zu träge, keine Zeit) bin ich endlich mal wieder zum Sternegucken gekommen. Am Beobachtungsplatz angekommen waren die Bedingungen alles andere als optimal: Der Bodennebel stand schon über dem Gras, ein dreiviertel voller Mond über dem Südhorizont und von Nordosten rauschte ein Flieger nach dem anderen über meinen Kopf dem Flughafen entgegen. Wobei die Landescheinwerfer weit störender sind als der Lärm. Aber immer noch besser als die Wolkendecke der letzten Tage. Positiv denken!
Heute abend wollte ich den kleinen miniBORG 50 an die Grenzen der Vergrößerung führen - und zwar an beide! Für ein möglichst großes Feld musste ich irgendwie den 2"-Zenitspiegel verwenden können. Dazu habe ich die Steckhülse des Spiegels in eine kleine Rohrschelle montiert; auf den "Rest" der Steckhülse kam dann eine kurze 2"-Verlängerung. Auf deren Steckhülse saß wiederum eine Borg-Verlängerungshülse, die schließlich das miniBORG-Objektiv mit Taukappe trug. Das 40mm Pentax XL Okular liefert dann eine Vergrößerung von 6,25 und ein Feld von etwa 10,4 Grad. Die Steckverbindung zwischen den Verlängerungshülsen fungiert dabei als Schiebefokussierer fürs Grobe, die Feinfokussierung erfolgt mit dem Gewinde der Okularaufnahme im Zenitspiegel.
Ich muss zugeben, dass hier der Schwanz mit dem Hund wedelt, aber funktionieren tut es gut. Natürlich ist man bei solchen Werten schon tief im "Fernglas-Land" und die Austrittspupille von 8mm ist für meine 60+ Augen sicherlich etwas übertrieben. Aber der Winkeleinblick ermöglicht auch wackelfreie zenitnahe Beobachtungen, ohne sich dabei den Hals verrenken zu müssen. Allerdings macht sich die Bildfeldwölbung schon bemerkbar; der Rand des Feldes ist nicht mehr scharf. Fazit: kann man machen, muss man aber nicht.
* eps Lyr
Der bekannte "Double-double" diente als Objekt für das andere Vergrößerungs-Extrem. Vor etwa einem Monat konnte ich mit dem miniBORG eps2 bei 100x gerade noch trennen, war aber an eps1 gescheitert. Diesmal war ich entsprechend vorbereitet und hatte ein 3.2mm Planetary HR eingepackt. Mit einer 2x Barlow liefert es am miniBORG 156x; mehr bekomme ich mit meinen Okularen nicht zusammen. Eindeutig trennen oder auch nur "länglich" sehen konnte ich eps1 damit aber auch nicht. Für eine 50mm Öffnung ist eps1 aber auch schon am theoretischen Limit. Ich denke, der kleine Borg zeigt hier alles, was man von einem f/5-Achromaten mit dieser Öffnung erwarten darf.
Das Nachführen mit dem Getriebeneiger (Manfrotto 410) funktioniert übrigens auch bei dieser Vergrößerung problemlos.
* NGC 884 / NGC 869
Der vom Mond aufgehellte Himmel ließ den Doppelhaufen erwartungsgemäß ziemlich flau und sternarm erscheinen.
* M 31
Der Andromeda-Galaxie erging es natürlich nicht besser. Mehr als ein grauer Schmierfleck war nicht zu erkennen.
* Mond
Wenn der Mond Deep Sky-Objekte flau werden lässt, beobachtet man eben den Mond! Ich war überrascht, wie knackig mir der kleine Refraktor unseren Begleiter selbst bei 156x präsentierte. Der Rand des Mondes war zwar durchaus bläulich-violett geschmückt (ein Achromat ist ein Achromat ist ein Achromat ...), aber der Terminator strozte nur so von scharfen Details. Ich konzentrierte mich auf das Mare Humorum und dessen Umgebung. Besonders auffällig war ein tiefschwarzer Schatten westlich des Kraters Lee. Die schattenwerfende Struktur selbst konnte ich aber nicht erkennen.
Nach der Mondbeobachtung habe ich abgebaut und noch ein bißchen mit meinem "Sternfeldglas für Arme" (ein Nikon TC-E2 Telekonverter) den Himmel durchstreift. Doppelte Vergrößerung klingt nicht nach viel, aber die Konstellationen erscheinen doch deutlich schöner und sternreicher.
Über dem Südost-Horizont bemerkte ich dann - Saturn! Um ein Haar wäre ich nach Hause gegangen, ohne dem Herrn der Ringe einen Besuch abzustatten! Also schnell das Stativ wieder aufgestellt und das Telesköpchen draufgesetzt.
* Saturn
Ein so kleines Fernrohr ist nun kein Planetenkiller, aber ich war doch erstaunt über das gute Bild. Bei 100x waren die Ringe noch scharf zu sehen, und auch bei 156x wurde das Bild nicht matschig. Ich sah nicht unbedingt mehr Details als bei 100x, aber doch war alles einfacher und müheloser wahrnehmbar: eine dunkle Zone nördlich der Ringe, die zum Südpol hin dunkler werdende Planetenscheibe. Die Cassini-Teilung konnte ich nicht sehen und ich weiß auch nicht, ob das unter besseren Bedingungen (höherer Stand des Planeten und weiter geöffnete Ringe) mit diesem Instrument überhaupt möglich ist.
Klare Nächte
Stephan
Heute abend wollte ich den kleinen miniBORG 50 an die Grenzen der Vergrößerung führen - und zwar an beide! Für ein möglichst großes Feld musste ich irgendwie den 2"-Zenitspiegel verwenden können. Dazu habe ich die Steckhülse des Spiegels in eine kleine Rohrschelle montiert; auf den "Rest" der Steckhülse kam dann eine kurze 2"-Verlängerung. Auf deren Steckhülse saß wiederum eine Borg-Verlängerungshülse, die schließlich das miniBORG-Objektiv mit Taukappe trug. Das 40mm Pentax XL Okular liefert dann eine Vergrößerung von 6,25 und ein Feld von etwa 10,4 Grad. Die Steckverbindung zwischen den Verlängerungshülsen fungiert dabei als Schiebefokussierer fürs Grobe, die Feinfokussierung erfolgt mit dem Gewinde der Okularaufnahme im Zenitspiegel.
Ich muss zugeben, dass hier der Schwanz mit dem Hund wedelt, aber funktionieren tut es gut. Natürlich ist man bei solchen Werten schon tief im "Fernglas-Land" und die Austrittspupille von 8mm ist für meine 60+ Augen sicherlich etwas übertrieben. Aber der Winkeleinblick ermöglicht auch wackelfreie zenitnahe Beobachtungen, ohne sich dabei den Hals verrenken zu müssen. Allerdings macht sich die Bildfeldwölbung schon bemerkbar; der Rand des Feldes ist nicht mehr scharf. Fazit: kann man machen, muss man aber nicht.
* eps Lyr
Der bekannte "Double-double" diente als Objekt für das andere Vergrößerungs-Extrem. Vor etwa einem Monat konnte ich mit dem miniBORG eps2 bei 100x gerade noch trennen, war aber an eps1 gescheitert. Diesmal war ich entsprechend vorbereitet und hatte ein 3.2mm Planetary HR eingepackt. Mit einer 2x Barlow liefert es am miniBORG 156x; mehr bekomme ich mit meinen Okularen nicht zusammen. Eindeutig trennen oder auch nur "länglich" sehen konnte ich eps1 damit aber auch nicht. Für eine 50mm Öffnung ist eps1 aber auch schon am theoretischen Limit. Ich denke, der kleine Borg zeigt hier alles, was man von einem f/5-Achromaten mit dieser Öffnung erwarten darf.
Das Nachführen mit dem Getriebeneiger (Manfrotto 410) funktioniert übrigens auch bei dieser Vergrößerung problemlos.
* NGC 884 / NGC 869
Der vom Mond aufgehellte Himmel ließ den Doppelhaufen erwartungsgemäß ziemlich flau und sternarm erscheinen.
* M 31
Der Andromeda-Galaxie erging es natürlich nicht besser. Mehr als ein grauer Schmierfleck war nicht zu erkennen.
* Mond
Wenn der Mond Deep Sky-Objekte flau werden lässt, beobachtet man eben den Mond! Ich war überrascht, wie knackig mir der kleine Refraktor unseren Begleiter selbst bei 156x präsentierte. Der Rand des Mondes war zwar durchaus bläulich-violett geschmückt (ein Achromat ist ein Achromat ist ein Achromat ...), aber der Terminator strozte nur so von scharfen Details. Ich konzentrierte mich auf das Mare Humorum und dessen Umgebung. Besonders auffällig war ein tiefschwarzer Schatten westlich des Kraters Lee. Die schattenwerfende Struktur selbst konnte ich aber nicht erkennen.
Nach der Mondbeobachtung habe ich abgebaut und noch ein bißchen mit meinem "Sternfeldglas für Arme" (ein Nikon TC-E2 Telekonverter) den Himmel durchstreift. Doppelte Vergrößerung klingt nicht nach viel, aber die Konstellationen erscheinen doch deutlich schöner und sternreicher.
Über dem Südost-Horizont bemerkte ich dann - Saturn! Um ein Haar wäre ich nach Hause gegangen, ohne dem Herrn der Ringe einen Besuch abzustatten! Also schnell das Stativ wieder aufgestellt und das Telesköpchen draufgesetzt.
* Saturn
Ein so kleines Fernrohr ist nun kein Planetenkiller, aber ich war doch erstaunt über das gute Bild. Bei 100x waren die Ringe noch scharf zu sehen, und auch bei 156x wurde das Bild nicht matschig. Ich sah nicht unbedingt mehr Details als bei 100x, aber doch war alles einfacher und müheloser wahrnehmbar: eine dunkle Zone nördlich der Ringe, die zum Südpol hin dunkler werdende Planetenscheibe. Die Cassini-Teilung konnte ich nicht sehen und ich weiß auch nicht, ob das unter besseren Bedingungen (höherer Stand des Planeten und weiter geöffnete Ringe) mit diesem Instrument überhaupt möglich ist.
Klare Nächte
Stephan