Nochmal 6-Zoll-Mars

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Frabo

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Liebe Forenkollegen,
anbei nochmal ein Mars, aufgenommen mit der Asi 120mc, von 15000 Bildern 280 gestackt und mit Registax und Fitswork bearbeitet. Aufnahmegerät war wieder der 6-Zoll-f-8-Newton mit einer Dreifachbarlow. War gerade ein Lücke in den Wolken am 23. Oktober gegen 22:45 Uhr.

Liebe Grüße,

Frank

Mars1.jpg
 
Ich habe nochmal ein wenig weiter durchgeschaut und etwas später aus der Serie nochmal ein Bild bearbeitet. Leider sieht man aus der Schärfung die hässlichen Ränder... Hat jemand eine Idee, wie man die etwas "wegbügeln" kann?
Liebe Grüße
Frank
Mars2301_2.jpg
 
Hallo Frank,

schöne Marsaufnahme von Deinem 6", das habe ich als Referenz gesucht.
Als Neueinsteiger mit einem 5" MAK experimentiere ich noch mit Fitswork herum und nutze inzwischen vorrangig den 2D FFT Filter. Die Filter können beim überziehen leider auch Interferenzen als scheinbare Oberflächendetails generieren.
Da der Mars seine Oberfläche ändert, war ich verunsichert, ob ich schon überzogen habe. Die Umrisse passen - scheint mir - in beiden Bildern, wobei Dein Bild deutlich schärfer ist.
Woran erkennst Du, ob der Bildinhalt noch Realität und kein Filtereffekt ist?

Gruß
thomas314


(Bild: Mars 24.10.20; 21:55 auch in einer Wolkenlücke bei eher schlechten Sichtverhältnissen, MAK 5" + SVBONY305 +5x Barlow; 100 von 2000 Bildern mit AS!3, die optimale Beseitigung des Grünstichs muss ich auch noch herausfinden :-)
mars25102020.jpg
 
Hallo Frank,

schöne Marsaufnahme von Deinem 6", das habe ich als Referenz gesucht.
Als Neueinsteiger mit einem 5" MAK experimentiere ich noch mit Fitswork herum und nutze inzwischen vorrangig den 2D FFT Filter. Die Filter können beim überziehen leider auch Interferenzen als scheinbare Oberflächendetails generieren.
Da der Mars seine Oberfläche ändert, war ich verunsichert, ob ich schon überzogen habe. Die Umrisse passen - scheint mir - in beiden Bildern, wobei Dein Bild deutlich schärfer ist.
Woran erkennst Du, ob der Bildinhalt noch Realität und kein Filtereffekt ist?

Gruß
thomas314


(Bild: Mars 24.10.20; 21:55 auch in einer Wolkenlücke bei eher schlechten Sichtverhältnissen, MAK 5" + SVBONY305 +5x Barlow; 100 von 2000 Bildern mit AS!3, die optimale Beseitigung des Grünstichs muss ich auch noch herausfinden :)
Den Anhang 162141 betrachten

Hallo Thomas,

schau mal in den Thread. Dort sind einige Bilder mit 5 und 6". Dort ist auch erklärt, wie genau die Bilder bearbeitet wurden.

Ich kenne deine Pixelgröße nicht, aber für ein Maksutov ist eine 5x Barlow zu heftig. Faustregel ist 5x Pixelgröße in µm = das optimale Öffnungsverhältnis für Planetenfotografie.

Ich würde auch versuchen mehr Bilder zu stacken. 100 ist die absolute Untergrenze wo man noch vernünftig schärfen kann.

CS Joachim
 
Hallo Thomas,

ich denke, dass es - genau wie Joachim schreibt- sinnvoll ist, die maximale Pixelgröße mal fünf als Wert für die Verlängerung der Brennweite zu nehmen. Ich habe bei meiner Aufnahme mit einer 3-fach-Barlow verlängert, da war ich mit f 24 schon um einiges über dem bei den Pixeln der Asi (3,75m) relevanten Wert. Das hat nur geklappt, weil es Momente gab, in denen die Luft wirklich ruhig war. Sonst nehme ich eine zweifach verlängernde Barlow (f 16 bei mir, ) da bin ich in der Regel ganz gut mit bedient.
Das Summenbild besteht aus 850 Frames; dann kann man auch schon ein wenig schärfen.
Neben den Bedingungen bei der Aufnahme sind halt auch die Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit z.B. bei der Bildbearbeitung macht, wichtig; ich würde mich da auch immer noch als einen Lernenden (siehe meine Frage nach den Rändern oben) bezeichnen. Es ist auch schön zu sehen, wie man im Laufe der Jahre deutliche Fortschritte macht. Viel Freude dabei!

Frank
 
Hallo Joachim und Frank,

vielen Dank für Eure Hinweise.

Diese Workflows - auch in anderen Quellen - muss ich weiter in Ruhe durchgehen. Leider haben die meisten keine Startdatei (AVI) zum Vergleich im Angebot, so dass ich bei meinem Rohmaterial noch nicht sicher bin, ob es am Workflow, oder am Material liegt. Mir fehlt auch eine aktuelle Referenz (außer eben der Vergleich mit den Bildern in den Foren), wie der Mars nun wirklich aussieht.

Die "nur" 100 Bilder sind meiner FAT32 SDX Card geschuldet, die eben keine 10000 Bilder AVI als Grundlage erlaubt. Den Hinweis sehe ich aber auch als wichtige Steigerung und werde ihn baldmöglichst umsetzen. Leider arbeitet jetzt die Zeit (die scheibare Marsgröße) dagegen.

Die SV305 hat 2,9µm Pixel ( SONY IMX290 ). Ich hatte auch mit der Bresser 2x Barlow experimentiert, aber ein Unterschied im Ergebnis war nicht unbedingt erkennbar, wenn man zum Vergleich mit AS! wieder auf 1,5 fach hoch skaliert. Das Nyquist-Kriterium führt (wenn ich das richtig verstanden habe) für eine Farbkamera zur Rechnung: (1500/127)/2,9 = 4x Barlow. Eine 5x schien mir bei meiner verfügbaren Auswahl korrekt.

Das Scharfstellen habe ich übrigens mit einem Batinow Gitter gemacht. Vermutlich geht das auch über irgendwelche Messwerte in SharpCapture, aber das Batinow Gitter schien mir der schnellste Weg. Ich bin nicht sicher, ob man hier noch optimieren muss (ein Einzelbild der AVI):

marsavi.jpg

Nebenbei: verwendet Ihr auch ImPPG (wird u.a. hinter dem Link von Joachim vorgeschlagen)? - Windows warnt vor dem Programm!?

Danke nochmals,
viele Grüße
thomas314
 
(außer eben der Vergleich mit den Bildern in den Foren), wie der Mars nun wirklich aussieht.
Hi,
hier macht sich jeder seinen eigenen Mars :)

Spass beiseite, es gibt schon Übereinstimmungen zwischen den Aufnahmen und der Realität, wie die Vergleiche mit OpenGL Marsen, d.h. auf Kugel gemappte Karten aus Sondenfotos zeigen (Stellarium, WinJupos, Virtual Planets Atlas als Softwarebeispiele). Aber vor allem die Farbgebung variiert, und hängt auch davon ab, auf welche Aspekte man selbst den Fokus legen will.

Dein AVI Einzelbild sieht entweder nach a) unterirdisch besch...ssenem Seeing oder b) ziemlich defokussiert (oder c) beides zusammen) aus, bei einigermassen guten Bedingungen und erwischtem Fokus sieht man schon im Livestream Albedounterschiede, und kann prägnante Strukturen (Solis Lacus, Syrtis Mayor etc.) identifizieren. Ach ja, ist mir auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen :) , der Mars sieht auch ziemlich grün aus. Hmm ??

Windoze warnt vor allen Programmen, deren Entwickler nicht genügend $$ an M$ zahlen, um diesen Hinweis abzustellen, was bei Free(ak)Ware von AstroNerds i.d.R. der Fall sein dürfte. Sollte dich also nicht beunruhigen.

Ob du die optimale Grösse des Abbilds auf dem Chip hast, ist am Anfang eher zweitrangig, wichtig ist erstmal, dass du genug Frames zusammenkommst. So 5-10000 Frames Aufnehmen und davon 10-50% verwenden, ist ein Start-Rahmen, den du dann später auf deine Verhältnisse anpassen/optimieren kannst.

Soviel mal auf die Schnelle ein paar Tips von meiner Seite. Der ganze Capturing & Postprocessing-Circus ist schon ein ziemliches Freak Business, da zählt einfach viel Ausprobieren, Parameter verändern, Erfahrungen sammeln, etc. Try & Error at its best.
Aber zum Glück bietet das Forum hier auch eine Menge Vergleichsmaterial & Infos.

Viel Erfolg !!
-cb
 
Danke cb,
ich werde nochmal alle Themen nachlesen, die Tipps beherzigen und für den nächsten Test auf besseres Wetter hoffen.
Vg
thomas314
 
Hallo Frank,
zu deiner ursprünglichen Frage mit den "hässlichen Rändern" bin ich mit Autostakkert3 [Local, Multi-Scale, Place AP Grid] zu diesem Geisterbild gekommen (noch ohne Schärfung). An den Polen sieht man, dass der Rand ein 2. größeres Marsbild ist, welches sich klar abhebt. Wenn das die Umkehrpunkte der Bildschwingungen sind, wäre evtl. die locale AP-Methode mit der globalen Ausrichtung überfordert. Bei anderen AP - Einstellungen verschwimmt der Doppelrand zwar zur Unkenntlichkeit, dieser könnte aber durch die Schärfung als Bogen im Planten wieder sichtbar werden.
Die Ringechos müssten bei der Schärfung beim schwarz/grau Übergang eigentlich schwächer sein, sind dort aber - so mein Eindruck - ebenso ausgeprägt wie bei höheren Kontrastübergängen zum schwarzen Himmel. Das sieht so aus, als wenn sie aus dem Gradienten zwischen den 2 Rändern generiert werden, der - außer bei den Extremwerten (z.B. dunkles Randgebiet) - in etwa gleich stark ist.
Wenn die Schärfung diesen Doppelrand zurückbringt, müsste man dann nicht vor der Schärfung dagegen ansetzen?
as3rand.jpg


thomas314

PS: Sorry für das immer noch schlechte Ausgangsmaterial, aber das Wetter bietet noch keine neue Gelegenheit.
 
Normalerweise kenne ich bislang nur den 'halben' Zwiebelring am hellen Rand als -m.o.w. - unvermeidlichen Seiteneffekt der Schärfung. Der volle Ring im Bild oben ist strange..
Deinen Worten nach war wohl der Mars nicht immer zentriert im Bild? M.E. nach ist die Multi-AP Methode von AS3 sehr leistungsfähig, wenn das Ausgangsmaterial gut ist. Je schlechter die Qualität (z.B. verzerrte Planetenscheibchen mit sichtbaren Seeing-Turbulenzen), desto weniger und grössere APs muss man nehmen, sind sie zu klein, gibts schnell Artefakte. Zum Glück erkennt man die aber auch direkt...
U.U. ist der obige 'Doppelmars' aber auch eine Folge von defokussiertem Ausgangsmaterial?
Die ganze Stacking /Aligning/Quality Estimation Magic ist mir aber noch zu unbekannt im Detail, so dass ich meistens auch nur staunen kann (entweder positiv, wenn das Resultat gut ist, oder negativ, wenn man sich fragt wie zum Teufel der Algorithmus jetzt dieses Artefakte erechnet hat?? )
-cb
 
Hallo Thomas

Irgendwas läuft da beim registrieren schief. Ein Teil der Bilder wird versetzt addiert.

War ein Teil der Bilder stark versetzt oder verwackelt?

Einfach mal die Optionen durchprobieren bei der Analyse. Planet und surface.

Vielleicht noch close to Edge.

Guck dir auch mal dein Video an ob da was auffällt.

Ich hatte sowas nur wenn die Aufnahme sehr dunkel was bzw bei deepsky Bildern.

Cs Joachim
 
Hallo an alle,

die Montierung schaukelt den Mars deutlich im 1,5s Takt der Hauptschritte des Schrittmotors (Mikroschritte nicht vohanden oder wirkungslos). Aber das würde ja nur in RA Richtung ausbrechen. Die APs waren automatisch gesetzt, ab 24 dynamisch nach oben. Da waren auch sehr viele zu sehen (ca.20), aber ich bin nicht sicher, ob ich die nochmal reproduzieren kann.
Eigentlich fand ich interessant, dass man den Rand abschneiden könnte und dann einen besseren Mars hätte als sonst, also mit weniger Zwiebelring... frei nach dem Prinzip: "It's not a bug, it's a feature" :)
Ich muss dazu aber erst mal sehen, ob ich das bei besserem Material wiederholen kann.
Auf die Schnelle zeigt das neue Material vom Mittwoch erst mal nicht diesen klar getrennten Doppelmars, aber dafür auch den Zwiebelring. Die Methode von Holger [komposer], ein unscharfes Bild sanft in den Rand einzublenden ist hier auch dabei, hat aber oben nicht ganz geholfen.
20201105.jpg

Vg
thomas314
 
Nachtrag/Fehlerbericht:
neben dem Fakt, dass ich fast immer einen dünnen Schleier von Cirrus-Wolken bei meinen Aufnahmen hatte, bin ich den Hinweisen folgend auf einen persönlichen Fehler gestoßen. Ich hatte irgendwo als Anleitung gelesen:
1. Gain voll aufdrehen, 2. Exposure auf 2-3ms runter nehmen und 3. schauen, dass man mit Gamma die 3 Farbkurven im Histogramm optimiert.
Ich nahm an, dass eine Übersteuerung im Histogramm durch ein Anstoßen der Kurven an der rechten Seite erkennbar wäre. Ich habe aber ignoriert, dass es ja 2 Übersteuerungen gibt und mich nicht darüber informiert, welche das Histogramm in Sharpcap zeigen kann.
Soweit ich das nun einschätzen würde, kann Gain und Exposure die Elektronik übersteuern. Gamma hingegen beeinflusst die Kodierung der Daten nach dem ADC und zeigt eine mathematische Übersteuerung, eben durch das Anstoßen der Kurven im Histogramm an der rechten Seite.
Die Kurven schienen immer mit Gamma optimierbar (siehe Bild, SharpCap), aber der Peak am Ende der Kurven war mir (zwar aufgefallen) aber nicht klar. Jetzt sehe ich darin die Übersteuerung der Elektronik, welche ich mit einer Reduzierung von Gain verhindern muss.
1605031201966.png

Wie mir scheint, brauche ich bei jedem Planeten (und je nach Änderung des Seeing mehrmals bei einer Beobachtung) erneut eine Parameterakrobatik für die Kamera. Liege ich mit der Einschätzung in etwa richtig? Wie kann man in SharpCapt genau erkennen, wann die Elektronik beginnt zu übersteuern?

Auf den Hinweis von Joachim (close to Edge) kann ich jetzt auch eingehen. Diese Einstellung kannte ich nur vom Schärfen mit Iris. Jetzt habe ich die Einstellung auch in AS gefunden und damit die (mir bisher unbekannten) Artefakte erzeugt. Bei meinen verrauschten Quellvideo scheint es nicht zu helfen.

Die Videos enthalten ein paar aufblitzende Marsbilder von der manuellen Nachführung in Sharpcap. Eine Software zum Wegschneiden von Einzelbildern in .ser Dateien habe ich noch nicht gefunden.
Die sollten durch die Bewertungsfunktion in AS aussortiert werden. Allerdings muss ich feststellen, dass eine Vorsortierung mit den Berwertungsfunktionen von PIPP keine Übereinstimmung mit der Bewertungsreihenfolge von AS hervorbringt (die graue Kurve in AS sollte dann ja auch gut sortiert sein).
Wenn die Bewertung aber sehr unzuverlässig arbeitet, dürfte das Aussortieren ja nicht so viel bringen.

Gruß
thomas314
 
Gain& Gamma:
Mit SharpCap kenne ich mich nicht aus (ich arbeite mit FireCapture) aber die Parameter Exposure, Gain & Gamma sind ja universell. Ich versuche immer, den Gain nicht ganz so hoch zu regeln, und nehme lieber etw. länger Bel.Zeiten in Kauf, dann schlägt beim Schärfen der Noise nicht ganz so schnell zu. Übersteuern kann man im Grunde - meines beschränkten Wissens nach - hauptsächlich mit Exposure u/o Gain, während Gamma eigentlich nur den Kontrast regelt. Sofern Gamma hier dasselbe meint wie das Gamma aus der Röhrenmonitor Zeit zur Konvertierung von linearen in nichtlineare RGB Werte (hoch 1/Gamma od. umgekehrt, oder so,..)

Close to Edge:
Ich nehme an, du meinst die Option 'Detect Abrupt Horiz...Vert. Artifacts (e.g. planet on edge of FOV) in AS3 ?
Falls ja, habe ich zumindest festgestellt, dass die Option auch nicht immer so funktioniert, wie man (ich...) denke, d.h. manche teilweise abgeschnittene Marse schlüpfen doch mal durch. U.U. hilft dann, den Noise-Robust Parameter höher zu setzen (5,6,7...), damit werden scheits mehr Murks-Frames erkannt.

Manuelles Bereinigen
SER Streams manuell bearbeiten kannst du in SIRIL mit der Option Framelist (Icon ganz rechts unten, was eine Stapel Frames zeigen soll)., da kannst du z.B. Murks-Frames manuell von der weiteren Verwendung ausschliessen, und so z.B. ein bereinigtes SER wieder rausschreiben. Ist aber - verständlicherweise - ziemlich mühsam, vor allem bei mehren 1000 Frames ... :-) :-(

Soviel mal ein paar Einfälle von mn. Seite, ohne Gewähr ( .. und auch ohne Gewehr, wir sind ja nicht in Trump Country.. zum Glück)

-cb
 
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