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Nochmal M13

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

anscheinend haben einige von uns - wie z.B. Willi - M13 in den klaren Nächten im Juni auf's Korn genommen.
Ich habe über 6 Nächte belichtet und Frames mit 60 und teilweise mit 120s gesammelt.
Ich habe von den Bildern nur die besten ca. 50% verwendet. An meinem Standort auf einem Balkon kämpfe ich besonders in der warmen Jahreszeit öfter mit dem Seeing.
Das Bild entstand in Heidelberg unter einem Bortle 5 Himmel mit einer QHY411 in BIN2 am CDK14 mit den vollen 2.5m Brennweite auf GM2000 HPS II.
L 270 min, R 100 min, G 100 min, B 100 min. Bearbeitet in PI und PS.
Anbei "mein" M13 als JPEG Bild auf 50% runter gesampled damit ich es ins Forum hochladen konnte.
M13, 2021-06-15, 187x87L, 67x93R, 66x95G, 65x92B. QHYCCD-Cameras-Capture_stacked-PI-PS-05.jpg


Das Bild in voller Auflösung findet ihr hier:


Bei voller Auflösung rein zoomen lohnt sich.
Wie Willi kämpfe ich auch noch mit einer minimalen Verkippung nachdem der komplette Imaging Train frisch montiert wurde, noch dazu nach Reinigung und Justage der Optik .

CS
Christof
 
Zuletzt bearbeitet:

steinplanet

Aktives Mitglied
Hallo Christof,

2,5 m Brennweite und über 9 Std. Belichtung sind natürlich eine Hausnummer. Dein M13 gefällt mir sehr gut :y:

LG
Willi
 

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Danke dir Willi.

Ich beneide dich um deine feste Sternwarte und das anscheinend bessere Seeing an eurem Standort.
Mir scheint euer M13 ist etwas "schärfer". Ich experimentiere derzeit stetig mit den Settings der Kamera.
Da sollten noch kürzere Belichtungszeiten drin sein. Vielleicht kann ich so noch etwas an meinem Standort rausholen.
Wie du geschrieben hast, eine Art Lucky Imaging. ;-)

Auch muss ich wohl noch mal an ASTP ran oder doch alle Frames handverlesen. Hatte gehofft mittels Sigma Clip beim Stacken
die Satellitenspuren besser raus gerechnet zu bekommen.

LG
Christof
 

steinplanet

Aktives Mitglied
Hallo Cristof,

gutes Seeing und gute Rohdaten spielen natürlich eine zentrale Rolle, aber erst seit der intensiven Nutzung von Pixinsight sind meine Bilder deutlich besser geworden.
Z.B. von all den für meine M13 angefertigten Aufnahmen - fast 7 Std. - kamen nur die besten 4,6 Std. zur endgültigen Bearbeitung. Mit dem Prozess "Subframeselector" in Pixinsight lassen sich aus hunderten Bilder nach festen Kriterien die besten aussortieren und zur Weiterverarbeitung separat speichern.
Desweiteren sind die Stacking Algorithmen in PI mit vielen verschiedenen Sigma-Funktionen sehr effektiv im Auslöschen von Satellitenspuren. Auch die sehr gut steuerbare Entrauschung über das k-Sigma Noise Thresholding im Linearen Bereich, sowie die sehr feine Deconvolution mit errechnetem PSF machen das Programm zu einem sehr praktischen Helfer auf dem Weg zu einem guten Bild. Möchte ich nicht mehr missen.

LG
Willi
 

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Danke für die Infos Willi.
In Sachen Pixinsight bin ich Anfänger. Ich nutze derzeit quasi den Standardprozess aus den Video Tutorials.
Ich sehe schon da habe ich noch eine lange Lernkurve vor mir. ;-)
Das Stacking habe ich vor Kurzem noch mit MaximDL bewerkstelligt bevor ich mit ASTP Versuche gestartet habe.
Die Stacking Funktion in PI habe ich noch nicht ausprobiert. Ich muss mir da unbedingt mal mehr Zeit nehmen.

LG
Christof
 

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

inzwischen hab ich mich etwas mehr mit Pixinsight auseinandergesetzt. Danke für die Anregung an Willi.
SubframeSelector, ImageIntegration, LocalNormalization, usw. ... in der Tat gibt es dort noch viel zu lernen bei der Menge an mächtigen Tools.
Für dieses Mal hat mir der SubframeSelector und die "normale" gewichtete ImageIntegration gute Dienste geleistet. Hier meine neue M13 Version
bei der ich ca. 60% der besten Frames verwendet habe.

M13_PI_best_60proc-PS.jpg


Wer wieder in die volle Bildauflösung abtauchen und zwischen den vielen kleinen Galaxien spazieren gehen möchte hier der Link zum 16 Bit Tiff in voller Auflösung:

M13_PI_best_60proc-PS.tif

CS
Christof
 

steinplanet

Aktives Mitglied
Hallo Christof,

sehr schön! :y:
Was mir jetzt wesentlich besser gefällt ist der dynamische Helligkeitsanstieg zur Sternhaufenmitte hin.

LG
Willi
 

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Hallo Willi,

danke für dein Feedback und an der Stelle auch dem Feedback aller anderen!

Der erste Versuch war in Sachen HDRWaveletTransform - streng nach Video Tutorial - zu „flach“ geworden.
An der Stelle hab ich beim zweiten Versuch einiges Experimentiert. Wie gesagt kann man bei all den Tools
unendlich viel dazulernen. Da wird es so schnell nicht langweilig.
Andererseits muss ich sagen, dass ich eigentlich dazu tendiere möglichst wenig mit den Bildern anzustellen.
Etwas strecken, danach wieder etwas die Farbdynamik anheben und damit ist fast schon alles fertig. Sollen
ja keine gephotoshopten „Supermodels“ werden. ? Aber da bewegen wir uns in den Bereich individuellen
Geschmacks und darüber kann man sich bekanntlich streiten. Am Ende geht es bei dem schönen Hobby
um den Spaß.

Womit ich an meinem Standort in / an der Stadt viel mehr kämpfe sind die Gradienten. Das Tool
DynamicBackgroundExtraction ist einerseits große klasse, ich kämpfe dabei aber stets mit den
Tücken der Objekte. Der aktuelle M13 hat wie ich inzwischen auf einem anderen Monitor sah einen
fleckigen Hintergrund und einen Hof. Da muss ich bei Gelegenheit noch mal dran gehen.

Apropos Spaß, ich habe mit der großen Menge an M13 Bildern sogar einmal mit DrizzleIntegration einen
Versuch gestartet. Das macht in Sachen Rechenzeit dann kaum Spaß und trotz der guten Voraussetzungen
mit Dithering während der Aufnahme und sehr großer Anzahl an Bildern habe ich noch keinen echten
Gewinn in Sachen Bildqualität erkennen können. Vermutlich weil die Auflösung / Pixel in BIN2 schon
weit jenseits den lokalen Seeing Bedingunegn ist?

CS
Christof
 

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

nach den vorherigen Ausarbeitungen und den Anmerkungen von Willi (danke dafür) hab ich mich meinem M13 Datenbestand noch einmal genommen.
Dieses Mal habe ich mich weiter in Pixinsight eingearbeitet und u.a. Deconvolution und MultiScaleLinearTransform genutzt um noch mehr rauszuholen.
Das Ergebnis seht ihr hier in halber Auflösung und Bittiefe als JPEG:
M13_PI_Deconv_best_60proc_PS.jpg

Und hier in voller Auflösung:

Ich denke der Aufwand hat sich gelohnt, es war noch etwas an Detailauflösung zu gewinne und der Hintergrund ist nun weniger "bunt".
Auf jeden Fall hab ich wieder mehr über PI gelernt. ;-)

Freue mich wie immer über Feedback & Kritik.

Noch ein Hinweis: Ich habe bei der Gelegenheit die alten Bilder von meiner Dropbox genommen.

CS
Christof
 

steinplanet

Aktives Mitglied
Hallo Christof,

das nenne ich doch mal eine steile Lernkurve :) :y:
Wenn man im Thread von oben nach unten wandert, kann man die Steigerung der Bearbeitungsqualität sehr deutlich sehen. Hier sieht man, dass es nicht nur reicht gute Daten einzufahren, sondern dass es genauso wichtig ist damit auch arbeiten zu können.
Gratulation, das Bild ist nun der Hammer!

LG
Willi
 
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