Hi Zusammen,
es kommt eben ganz drauf an, was man machen will. Wenn ich parallel zur Webcam-Aufnahme die vorherige Aufnahmeserie ZIPen will, ist der übliche 1,6GHz Atom im Netbook zu schwach auf der Brust. Der liegt ja in etwa auf dem Niveau eines Athlon 700. Wer mit Giotto Serien zusammenrechnet wird den totalen Einbruch erleben, das muss man dann auf den nächsten Tag verschieben und die Kiste dann alle zwei Stunden (oder länger) mit der nächsten Serie füttern.
Bei mir läuft 24/7 ein Eee-PC, der quasi ein Netbook ohne Display ist. Ist stets surfbereit und dient als kleiner Webserver, dafür langt das sogar.
Als Notebook aber hat ein Centrino bzw. auch ein moderner Doppelkern-Prozessor aber durchaus seine Vorteile. Der verbraucht nicht entscheidend mehr, wenn er im Leerlauf auf 800 MHz getaktet ist, ist dann aber schon mindestens gleich schnell wie der 1,6GHz Atom unter Vollast. Mit entsprechender Software (z.B. Centrino Hardware Control) kann man den Proz. zwingen, auf 800 MHz (bzw. dem "Minimal-Takt" des Modells) zu laufen und durch Undervolting kann man auch viel Strom einsparen. Man hat also Leistung auf Abruf. Dieses Potenzial fehlt beim Atom. Allerdings muss man sich ein Notebook dann auch dementsprechend genau aussuchen, das heißt zum Beispiel unter Umständen verzicht auf zusätzliche 3D-Chips, wenn man davon nicht besonders stromsparende Varianten bekommt. Als ich mein Gerät gekauft habe, war der im Intel 915BG Chipsatz eingebaute Grafikkern noch der energiesparendste. Stellarium bringt der aber auch auf den Schirm. Ist natürlich der Chipsatz, den man üblicherweise in den Atom-Rechnern so vorfindet, dann natürlich in der... äh... am wenigstens energieverschwendenden Variante.
Das Problem beim Atom ist ja, dass der Prozessor [zensiert] sparsam ist, der Chipsatz aber die vier- bis fünffache Leistung zieht, weil Intel verpennt hat, den Chipsatz auf kleinere Strukturen umzusetzen. Als ich zuletzt nachlas war der 915er immer noch über 100nm Strukturgröße, ich meine sogar 150nm. Völlig inakzeptabel, aber man hat keine Wahl - oder vielleicht inzwischen? Selber googlen.
Beim Atom jedenfalls landen 20W bis 40W im Chipsatz, dafür ist da auch ein Lüfter drin, der Proz braucht keinen.
Muss man also abwägen. Wenn man nicht viel Leistung braucht, dann ist ein Netbook klasse. Klein aufzustellen, daheim an einen großen externen Monitor anschließbar, lange Batteriekapazität (sollte man entsprechend aussuchen), Preis ist auch OK.
Braucht man mehr Rechenleistung muss man sich entsprechend umschauen und ein Gerät mit Centrino, Core Duo oder Core 2 Duo, oder eben auch Athlon/Turion 64 anschauen. Da gilt es dann ein Prozessormodell mit kleinem TDP-Wert zu nehmen und auf eine stromsparende 3D-Grafik zu achten, im Zweifelsfall also ein Gerät das eben keinen Ati oder Nvidia Chip extra enthält sondern im Falle der Intel-Prozessoren eben auf die Chipsatzgrafik 915/945 setzt.
Welchen Prozessor man nimmt sollte man an den TDP-Wert koppeln, denn ein Zweikerner mit kleiner Strukturgröße kann sogar weniger verbrauchen, als ein alter Einkerner. Es lohnt also, bei Intel oder AMD vorbeizuschauen und die Infoseite zum verbauten Prozessor eines interessanten Gerätes aufzurufen. Da steht der TDP-Wert oder zumindest findet man den heraus wenn man nach TDP und dem genauen Prozessormodell googlet.
Übrigens fällt mir dazu gerade noch ein, dass man bei der Webcam-Fotografie unbedingt auf die Akkukapazität achten muss, die Webcam schlürft ja gnadenlos über USB den Strom und der kleine Akku eines Netbook ist dann bald leergelutscht, während ein groß gewählter Akku eines Notebooks (80Wh sind leider selten geworden) neben seinem Gewicht eben auch eine gute Energiekapazität mitbringt. Es sei denn man geht über ein Reisenetzteil auf den/einen Autoakku.
Clear Skies
Sven