Nova Sagittae 2026 mit Staranalyser 100

TorstenHansen

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Hallo,

meine letzte Staranalysersternspektroskopiesitzung ist nun auch schon wieder über 2 Jahre her. Gestern Nacht konnte ich nicht widerstehen und musste die neue Nova aufs Korn nehmen. Ein relativ leichtes Objekt, welches mit 2 Sekunden pro Einzelbild und insgesamt 1500 Einzelbildern mit der Videokamera, schließlich zu einem glatten Stack von knapp 900 Einzelbildern führte. Die Darstellungen unten zeigen als Erstes gewissermaßen das "wahre" Spektrum, also den über den Wellenlängenbereich tatsächlichen Intensitätsverlauf. Hier ist zu erkennen, dass die Nova bereits "errötet". Das wird sich evtl. die nächsten Tage noch fortsetzen. Insgesamt dürfte sie visuell derzeit dunkel orange erscheinen.
Der zweite Graph ist eine Darstellung eines (willkürlich) gewählten Kontinuums (Pseudokontinuum) welches ich über den dargestellten Wellenlängenbereich normiert habe. Die Emissionen sind in dieser geringen Auflösung gar nicht so leicht den Elementen zuzuordnen. Offensichtlich sind wohl aber die Balmer-Linien, allen voran H-Alpha, alle in Emission. Vor der H-Alpha-Linie zeigt sich eine kleine Absorption, welche evtl. auf ein P-Cygni-Profil hindeutet. Durch den Abstand "Minimum Absorption - Maximum Emission" könnte die Geschwindigkeit der expandierenden Hülle bestimmt werden.
Zur Datenreduktion, namentlich der Response-Korrektur (also der vordergründigen Korrektur des Einflusses des Kamerachips) muss noch angemerkt werden, dass der in der Nähe sich befindende A3V-Stern zeta Sagittae eigentlich ideal geeigent wäre, da in fast gleicher Höhe über Horizont (also ähnliche Luftdichte vom Licht durchquert) befindlich. Leider ist der Stern ein Dreifachsystem mit dem Paar A und B, welches wohl ein spektroskopischer DS ist mit Spektraltyp A1 und A3 ist, und einem dritten Begleiter in 8 Bogensekunden Abstand, dessen Spektralstreifen in der spaltlosen Anordnung natürlich sehr nahe beim Hauptstern liegt. Bei der Hintergrundkalibrierung ist dies durchaus anspruchsvoll und kann das Ergebnis beeinflussen. Es wäre also wohl besser gewesen Altair zur Responsekorrektur heranzuziehen, der nicht allzuweit entfernt steht. Ähnlich wie Altair rotiert zeta Sge ebenfalls rasant und wäre als Ellipsoid am Himmel zu sehen, würde die Scheibe auflösen können. Im Spektrum verrät sich diese Rotaion durch Linienverbreiterung.

Link zur vollen Auflösung: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/use...aSagittae20260827/NovaSge20260827Analyse1.jpg

NovaSge20260827Analyse1.jpg


Grüße
Torsten
 
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Hallo,

leider sind oben im ersten Beitrag 2 gravierende Fehler passiert, die ich zunächst korrigieren möchte.

1. Das Datum war der 26.08.26 und nicht der 27.08.26.
2. Das Spektrum im ersten Graphen ist nicht relativ flusskalibriert, sondern es wurden nur die Rohspektren durcheinander dividiert; genauer das Rohspektrum der Nova durch das Kontinuum von zeta Sge. Das ist so keine relative Flusskalibrierung. Diese verlangt eine Division des Rohspektrums des Zielobjekts (also der Nova) durch die Kurve, welche korrigiert ist um den Instrumentenanteil und andere Einflüsse der Beobachtung (eben z.B. die vom Licht durchquerte Luftmasse).

Hier nun das tatsächlich relativ flusskalibrierte Spektrum und das auf das lokale Kontinuum rektifizierte Spektrum vomn 26.08.2026.
Es ist auch hier ein Anstieg zum Roten hin zu erkennen, aber vermutlich erschien die Nova visuell nicht so rot, wie ich es oben beschrieben hatte.
Weiterhin habe ich den Wellenlängenbereich in Richtung IR mit in die Darstellung übernommen. Die dort enthaltenen Linien sind vermutlich nicht ausschließlich durch die zweite Ordnung im Blauen kontaminiert, da der Kamerachip im Roten Richtung IR deutlich empfindlicher ist als im Blauen.

NovaSge20260826Analyse2.jpg


Grüße
Torsten
 
Hallo,

gestern Nacht konnte ich großzügige Wolkenlücken nutzen um eine weitere Beobachtung der Nova anzustellen.
Die folgende Darstellung ist ein Vergleich mit auf das lokale Kontinuum rektifizierte Spektren. Richtung IR sind mittlerweile weitere Emissionen hinzugekommen und die Emissionen der Balmerlinien, vor allem H-Alpha, haben gewissermaßen das Regiment übernommen, um es mal bildlich auszudrücken.
Unten im Bild habe ich noch eine verkleinerte Darstellung eines Rohbildes des bildkalibrierten und etwas gestreckten Spektrums der Nova ergänzt. Man kann gut erkennen, dass die Helligkeit der Nova praktisch durch die H-Alpha-Emission dominiert wird ( im Link besser zu sehen )!
Im Bereich 5000 bis 5300 Angström haben sich die FeII Emissionen gut entwickelt (Eisen-Nova).

Volle Auflösung: http://www.aau.telebus.de/Ver_…aSge20260826mit30Vgl1.jpg

Grüße
Torsten
 
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