TorstenHansen
Aktives Mitglied
Hallo,
meine letzte Staranalysersternspektroskopiesitzung ist nun auch schon wieder über 2 Jahre her. Gestern Nacht konnte ich nicht widerstehen und musste die neue Nova aufs Korn nehmen. Ein relativ leichtes Objekt, welches mit 2 Sekunden pro Einzelbild und insgesamt 1500 Einzelbildern mit der Videokamera, schließlich zu einem glatten Stack von knapp 900 Einzelbildern führte. Die Darstellungen unten zeigen als Erstes gewissermaßen das "wahre" Spektrum, also den über den Wellenlängenbereich tatsächlichen Intensitätsverlauf. Hier ist zu erkennen, dass die Nova bereits "errötet". Das wird sich evtl. die nächsten Tage noch fortsetzen. Insgesamt dürfte sie visuell derzeit dunkel orange erscheinen.
Der zweite Graph ist eine Darstellung eines (willkürlich) gewählten Kontinuums (Pseudokontinuum) welches ich über den dargestellten Wellenlängenbereich normiert habe. Die Emissionen sind in dieser geringen Auflösung gar nicht so leicht den Elementen zuzuordnen. Offensichtlich sind wohl aber die Balmer-Linien, allen voran H-Alpha, alle in Emission. Vor der H-Alpha-Linie zeigt sich eine kleine Absorption, welche evtl. auf ein P-Cygni-Profil hindeutet. Durch den Abstand "Minimum Absorption - Maximum Emission" könnte die Geschwindigkeit der expandierenden Hülle bestimmt werden.
Zur Datenreduktion, namentlich der Response-Korrektur (also der vordergründigen Korrektur des Einflusses des Kamerachips) muss noch angemerkt werden, dass der in der Nähe sich befindende A3V-Stern zeta Sagittae eigentlich ideal geeigent wäre, da in fast gleicher Höhe über Horizont (also ähnliche Luftdichte vom Licht durchquert) befindlich. Leider ist der Stern ein Dreifachsystem mit dem Paar A und B, welches wohl ein spektroskopischer DS ist mit Spektraltyp A1 und A3 ist, und einem dritten Begleiter in 8 Bogensekunden Abstand, dessen Spektralstreifen in der spaltlosen Anordnung natürlich sehr nahe beim Hauptstern liegt. Bei der Hintergrundkalibrierung ist dies durchaus anspruchsvoll und kann das Ergebnis beeinflussen. Es wäre also wohl besser gewesen Altair zur Responsekorrektur heranzuziehen, der nicht allzuweit entfernt steht. Ähnlich wie Altair rotiert zeta Sge ebenfalls rasant und wäre als Ellipsoid am Himmel zu sehen, würde die Scheibe auflösen können. Im Spektrum verrät sich diese Rotaion durch Linienverbreiterung.
Link zur vollen Auflösung: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/use...aSagittae20260827/NovaSge20260827Analyse1.jpg
Grüße
Torsten
meine letzte Staranalysersternspektroskopiesitzung ist nun auch schon wieder über 2 Jahre her. Gestern Nacht konnte ich nicht widerstehen und musste die neue Nova aufs Korn nehmen. Ein relativ leichtes Objekt, welches mit 2 Sekunden pro Einzelbild und insgesamt 1500 Einzelbildern mit der Videokamera, schließlich zu einem glatten Stack von knapp 900 Einzelbildern führte. Die Darstellungen unten zeigen als Erstes gewissermaßen das "wahre" Spektrum, also den über den Wellenlängenbereich tatsächlichen Intensitätsverlauf. Hier ist zu erkennen, dass die Nova bereits "errötet". Das wird sich evtl. die nächsten Tage noch fortsetzen. Insgesamt dürfte sie visuell derzeit dunkel orange erscheinen.
Der zweite Graph ist eine Darstellung eines (willkürlich) gewählten Kontinuums (Pseudokontinuum) welches ich über den dargestellten Wellenlängenbereich normiert habe. Die Emissionen sind in dieser geringen Auflösung gar nicht so leicht den Elementen zuzuordnen. Offensichtlich sind wohl aber die Balmer-Linien, allen voran H-Alpha, alle in Emission. Vor der H-Alpha-Linie zeigt sich eine kleine Absorption, welche evtl. auf ein P-Cygni-Profil hindeutet. Durch den Abstand "Minimum Absorption - Maximum Emission" könnte die Geschwindigkeit der expandierenden Hülle bestimmt werden.
Zur Datenreduktion, namentlich der Response-Korrektur (also der vordergründigen Korrektur des Einflusses des Kamerachips) muss noch angemerkt werden, dass der in der Nähe sich befindende A3V-Stern zeta Sagittae eigentlich ideal geeigent wäre, da in fast gleicher Höhe über Horizont (also ähnliche Luftdichte vom Licht durchquert) befindlich. Leider ist der Stern ein Dreifachsystem mit dem Paar A und B, welches wohl ein spektroskopischer DS ist mit Spektraltyp A1 und A3 ist, und einem dritten Begleiter in 8 Bogensekunden Abstand, dessen Spektralstreifen in der spaltlosen Anordnung natürlich sehr nahe beim Hauptstern liegt. Bei der Hintergrundkalibrierung ist dies durchaus anspruchsvoll und kann das Ergebnis beeinflussen. Es wäre also wohl besser gewesen Altair zur Responsekorrektur heranzuziehen, der nicht allzuweit entfernt steht. Ähnlich wie Altair rotiert zeta Sge ebenfalls rasant und wäre als Ellipsoid am Himmel zu sehen, würde die Scheibe auflösen können. Im Spektrum verrät sich diese Rotaion durch Linienverbreiterung.
Link zur vollen Auflösung: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/use...aSagittae20260827/NovaSge20260827Analyse1.jpg
Grüße
Torsten
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