Hallo Michael,
ich versuche deine Frage korrekt zu beantworten.
Unter Obstruktion versteht man die Abschattung des Sekundärspiegels auf dem Primärspiegel.
Obstruktion wirkt kontrastmindernd. Eine Faustregel besagt, daß die Konstrastleistung eines obstruierenden Teleskops etwa der Kontrastleistung eines nichtobstruierenden Teleskops mit der gleichen freien Öffnung entspricht.
Also: ein 150mm Newton mit 30mm Fangspiegel soll die Kontrastleistung eines 120mm Refraktors haben.
Ich schreibe bewußt ... man sagt ... soll ... Ich selbst habe dies bisher nicht verglichen.
Um ein möglichst kontrastreiches Bild zu erhalten, versucht man die Obstruktion gering zu halten.
Fakt ist, daß die Größe des Fangspiegels beim Newton maßgeblich durch das Öffnungsverhältnis bestimmt wird, d.h. ein Newton mit kleinem Öffnungsverhältnis (z. B. f/8) hat kommt bauartbedingt mit einem deutlich kleinerem Fangspiegel aus, als ein Newton gleicher Öffnung mit größerem Öffnungsverhältnis (z.B. f/5) Der Newton mit kleinem Öffnungsverhältnis wird somit - gleiche Qualität der optischen Komponenten vorausgesetzt - den besseren Kontrast aufweisen. Zusätzlich ist dieser deutlich justieranfälliger und kommt ohne teure viellinsige Okulare aus, um randscharfe Bilder zeigen zu können. Aber ich schweife ab ...
Die Obstruktion wird als Verhältnis des Durchmessers des Fangspiegels im Verhältnis zum Hauptspiegel angegeben. Im Beispiel mit 30mm zu 150mm = 0,2 oder 20%. Manche (unseriöse) Anbieter geben die Obstuktion als Verältnis der abschattenden Fläche zur Gesamtfläche an, das gibt wesentlich kleinere %-Sätze, nur wird davon das Bild nicht besser.
Unter 20%?? Hängt vom Öffnungsverhältnis ab. Bei einem f/4 bekommt man die Bildebene nicht mehr vernünftig ausgeleuchtet, bei einem f/10-Newton reichen 15% üppig. Wie so oft, es kommt darauf an.
Beste Grüße
Achim
p.s. der Newton mit 150mm wird auf jeden fall ein deutlich helleres Bild als der Refraktor mit 120mm liefern, das merkt man insbes. bei lichtschwachen Objekten.