Hallo Heiko,
um deine Fragen beantworten zu können müßte man wissen
um was für einen Teleskoptyp es sich handelt.
Angenommen daß es ein Newton-Teleskop ist und angenommen daß
beide einen Parabolspiegel verwenden dann kann ich deine Fragen
wie folgt beantworten:
Die maximale sinnvolle Vergrößerung Vergrößerung ist bei beiden
Newtons gleich hoch, für Normalsichtige etwa 0.7mm Austrittspupille
oder auch D x 1,5 also bei 150mm Öffnung 214x oder 225x.
Beide sammeln gleich viel Licht. Allerdings wird es so sein
daß der Fangspiegel beim 150/750mm Newton größer sein muß
als beim 150/1500mm Newton. Ersterer kommt leicht mit einem
30mm Fangspiegel aus, letzterer wird einen etwa 50mm großen
Fangspiegel haben. Es werden dadurch etwa 4% bzw etwa 9% der Fläche
des Hauptspiegels abgeschattet. Diesen Unterschied bei der
Lichtsammelleistung wird man selbst im direkten Vergleich
nicht sehen.
Was ist besser an einem kleineren Öffnungsverhältnis?
1) Man kommt mit einem kleineren Fangspiegel aus.
Die Auswirkung auf die Kontrastübertragungsfähigkeit des Teleskopes
ist bei einem kleineren Fangspiegel geringer.
2) ein Newton hat abseits der Achse Koma.
Die Koma wird umso stärker je lichtstärker der Newton ist.
Die Koma wächst bei einem gegebenen Newton linear mit dem Achsabstand.
Bei einem 6"f/5 Newton ist der Durchmesser des Feldes in welchem
er begungsbegrenzt abbildet
sehr viel kleiner als bei einem f/10 Newton.
3) Es gibt viele auch einfach aufgebaute und relativ preiswerte Okulare
welche an einem f/10 Teleskop gut abbilden.
An einem f/5 Teleskop brauchst du dazu entweder eine
zusätzliche Barlowlinse oder aber mehrlinsige Okulare.
4) der Nachteil eines solchen f/10 Newtons ist seine Baulänge.
Er wird ca 150cm lang sein und deshalb ein entsprechend
geräumiges Transportfahrzeug brauchen.
Außerdem würde so ein Tubus eine sehr viel tragfähigere
Montierung brauchen.
5) der f/10 Nwton kann bei gleichem Durchmesser der Okularsteckhülsen
nur kleinere Gesichtsfelddurchmesser als der f/5 Newton erreichen.
Angenommen du sprichst von einem 6"f/10 Fraunhofer-Refraktor
im Vergleich zu einem 6"f/5 Fraunhofer-Refraktor ergebn sich andere Faktoren.
Hier ist der Dominierende Untersched der Farblängsfehler
und seine Auswirkung auf die Abbildungsgüte.
Der f/10 FH bildet im Weißlicht wesentlich schärfer und
kontrastreicher ab als der f/5 . Um am f/5 einigermaßen sinnvoll
auch hohe Vergrößerungen nutzen zu können wird man wenigstens
einen Teil des Farbspektrums ausfiltern müssen. Aber selbst
bei Grün kann bei einem 6"f/5 FH die sphärische Aberration
nicht vollständig korrigiert werden, es bleibt ein Zonenfehler,
sofern man keine Ashäre verwendet.
Das gleiche Spiel kann man nun für weitere Teleskop-Typen fortsetzen.
Etwa Apochromaten, oder MaxSudhoff-Cassegrains
MfG,Karsten
Edit:
Aha, du schreibst
Spiegel.
Dann gehe ich davon aus daß es dir um den Newton gehen wird.
Edit 2:
Raziel28 schreibt daß bei einem 150/1500mm auf die Parabolisierung
verzichtet werden kann. Man sollte das aber nicht tun, denn sonst kann der Newton nur etwas besser als beugungsbegrenzt sein,
während er mit perfekter Parabolisierung eine bei gutem Seeing
erkennbar besere Kontrastübertragung aufweist.