Öffnungsverhältnis

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gheiko

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Hallo,
ich habe nun schon eine Menge recherchiert zum Thema Öffnungsverhältnis und bin keinen Deut schlauer geworden.
Daher hier noch einmal die Frage:

Was unterscheidet ein Teleskop mit 150mm Spiegel und 1500mm Brennweite von einem 150mm Spiegel und 750mm Brennweite?

- Ist beim 2. eine höhere Vergrößerung möglich?
- Wird beim 2. mehr Licht gesammelt?
- Was ist besser an einem kleineren f (also f=9 gegen f=5)?

Bitte helft mal einem Unwissenden.
Mein Dank ist Euch schon mal gewiss und Ihr könnt nix dagegen tun. :knuddel:

Grüße aus Berlin sendet
Heiko
 
Hallo Heiko,

am 150/750 brauchst Du ein 35mm Okular um auf Minimalvergrößerung = 7mm AP zu kommen. Am 150/1200 brauchst Du ein 56mm Okular um auf dieselbe Vergrößerung und AP zu kommen.
Am 150/750 brauchst Du ein 3,5mm Okular um auf 0,7mm AP, also eine sinnvolle Vergrößerungsgrenze für Objekte wie Juputer zu kommen. Am 150/1200 brauchst Du dafür ein 5,6mm Okular.

Im Prinzip ist das der ganze Unterschied. Aber einer mit Tragweite! Die Okulare am 150/750 müssen stumpfe f/5 Strahlenkegel verdauen können und jene die das nicht ab können, zeigen Okularastigmatismus und andere Abbildungsfehler am Rand - und wenn es ganz schlimm kommt sind die Sternpunkte sogar in der Bildmitte größer als man es sich wünschen würde. Der f/8 Strahlenkegel bei 150/1200 ist schlanker und die meisten Okulare kommen damit prima zurecht.
Ein 150/750 kann aber mit einem 1,25" Okular 2,13° Himmelsausschnitt zeigen. Der 150/1200 schafft nur 1,34°.
Ein 150/750 Newton braucht einen größeren Fangspiegel als ein 150/1200 bei gleichen Anforderungen an Backfokus und beleuchtetes Feld. Ein 150/750 Refraktor hat mehr mit Abbildungsfehlern wie Farblängsfehler und Gaußfehler zu tun, als ein 150/1200 - solche Fehler zu korrigieren ist teuer und klappt auch nicht bei jedem Produkt.

Und allein daraus kann man jetzt wieder ungeheuer viel ableiten...

Auf was bist Du denn so gestoßen, bei der Recherche?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Heiko,

also es schaut so aus, ganz banal ist mit gleichem Okular am niedrigerem Öffnungsverhältnis eine höhere Vergrößerung möglich als am hohen Öffnungsverhältnis.

Gehen wir mal weg von der Vergrößerung und betrachten mal die Austrittspupille. Ohne Zahlen ist ja der Zusammenhang, je niedriger die Vergrößerung, desto höher die AP.
Das heisst, das gleiche Okular liefert Dir am f/4-Gerät mehr Licht aufs Auge als am f/8-Gerät gleicher Öffnung.
(Größere AP liefert mehr Licht auf das Auge als kleine AP, daher erscheinen höhere Vergrößerungen auch dunkler im Okular, klar?)

Also, das Lichtsammelvermögen bleibt gleich, aber die AP steigt mit steigendem Öffnungsverhältnis. Solche Geräte wurden und werden auch 'schnelle Teleskope' genannt, eine Bezeichnung aus der Fotografie, denn mit höherem Öffnungsverhältnis fallen die Belichtungszeiten kürzer aus, 'man bekommt sein Bild schneller'.

Beachte bitte, niedrigeres Öffnungsverhältnis entspricht höherer Brennweite und umgekehrt. Landläufig wird ja nur z.B. f/8 gesagt, eigentlich schreibt es sich f 1/8.
Dann wird klarer warum 1/8 niedriger ist als 1/4.
f/4 sagt also aus, daß die Öffnung einem Viertel der Brennweite entspricht. Der Kehrwert dazu ist die Öffnungszahl, also alles gerade umgedreht.

Beim Newton kommt hinzu, daß Geräte mit hohem Öffnungsverhältnis einen größeren Fangspiegel brauchen, da durch die kurze Brennweite der stumpfere Strahlenkegel ja früher geschnitten werden muss als an Geräten mit niedrigem Öffnungsverhältnis. Lad Dir mal die Freeware myNewton herunter und spiele ein bisschen an den Parametern herum, dann weißt Du was ich meine.
Ein Newton mit niedrigem Öffnungsverhältnis kommt also mit kleinerem Fangspiegel aus, somit ist die Obstruktion kleiner und seine Kontrastleistung höher. Weiterhin sind die Spiegel einfacher herzustellen, bishin, daß auf das parabolisieren komplett verzichtet werden kann.

Bei den Linsenteleskopen verhält es sich ähnlich. Bei niedrigem Öffnungsverhältnis sind die Anforderungen an die Korrektur des Strahlengangs durch die Linse(n) nicht so hoch, da die ungewünschten Refraktionseffekte (Aufteilung des Lichts in seine Spektralfarben, also Farbfehler) geringer ausfällt als bei Teleskopen mit hohem Öffnungsverhältnis.

Nun könnte man sich natürlich schlau die Frage stellen, warum man dann nicht überall lieber auf niedrige Öffnungsverhätnisse setzt, anstatt sich den ganzen Murks mit teuren, mehrlinsigen Korrekturen zu erkaufen oder Spiegel zu parapolisieren...?

Mhh, State of the Art sogar bei den Einsteigern sind heute 8" Dobsons, richtig?
Gut, also ein 8" Dobson f/10 ist dann schonmal um die 2 Meter lang. Ein schöner farbfehlerarmer 6" Refraktor mit f/15? Bitteschön der wäre dann 2,25m lang.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Heiko,

um deine Fragen beantworten zu können müßte man wissen
um was für einen Teleskoptyp es sich handelt.

Angenommen daß es ein Newton-Teleskop ist und angenommen daß
beide einen Parabolspiegel verwenden dann kann ich deine Fragen
wie folgt beantworten:

Die maximale sinnvolle Vergrößerung Vergrößerung ist bei beiden
Newtons gleich hoch, für Normalsichtige etwa 0.7mm Austrittspupille
oder auch D x 1,5 also bei 150mm Öffnung 214x oder 225x.

Beide sammeln gleich viel Licht. Allerdings wird es so sein
daß der Fangspiegel beim 150/750mm Newton größer sein muß
als beim 150/1500mm Newton. Ersterer kommt leicht mit einem
30mm Fangspiegel aus, letzterer wird einen etwa 50mm großen
Fangspiegel haben. Es werden dadurch etwa 4% bzw etwa 9% der Fläche
des Hauptspiegels abgeschattet. Diesen Unterschied bei der
Lichtsammelleistung wird man selbst im direkten Vergleich
nicht sehen.

Was ist besser an einem kleineren Öffnungsverhältnis?
1) Man kommt mit einem kleineren Fangspiegel aus.
Die Auswirkung auf die Kontrastübertragungsfähigkeit des Teleskopes
ist bei einem kleineren Fangspiegel geringer.
2) ein Newton hat abseits der Achse Koma.
Die Koma wird umso stärker je lichtstärker der Newton ist.
Die Koma wächst bei einem gegebenen Newton linear mit dem Achsabstand.
Bei einem 6"f/5 Newton ist der Durchmesser des Feldes in welchem
er begungsbegrenzt abbildet sehr viel kleiner als bei einem f/10 Newton.
3) Es gibt viele auch einfach aufgebaute und relativ preiswerte Okulare
welche an einem f/10 Teleskop gut abbilden.
An einem f/5 Teleskop brauchst du dazu entweder eine
zusätzliche Barlowlinse oder aber mehrlinsige Okulare.
4) der Nachteil eines solchen f/10 Newtons ist seine Baulänge.
Er wird ca 150cm lang sein und deshalb ein entsprechend
geräumiges Transportfahrzeug brauchen.
Außerdem würde so ein Tubus eine sehr viel tragfähigere
Montierung brauchen.
5) der f/10 Nwton kann bei gleichem Durchmesser der Okularsteckhülsen
nur kleinere Gesichtsfelddurchmesser als der f/5 Newton erreichen.

Angenommen du sprichst von einem 6"f/10 Fraunhofer-Refraktor
im Vergleich zu einem 6"f/5 Fraunhofer-Refraktor ergebn sich andere Faktoren.

Hier ist der Dominierende Untersched der Farblängsfehler
und seine Auswirkung auf die Abbildungsgüte.
Der f/10 FH bildet im Weißlicht wesentlich schärfer und
kontrastreicher ab als der f/5 . Um am f/5 einigermaßen sinnvoll
auch hohe Vergrößerungen nutzen zu können wird man wenigstens
einen Teil des Farbspektrums ausfiltern müssen. Aber selbst
bei Grün kann bei einem 6"f/5 FH die sphärische Aberration
nicht vollständig korrigiert werden, es bleibt ein Zonenfehler,
sofern man keine Ashäre verwendet.

Das gleiche Spiel kann man nun für weitere Teleskop-Typen fortsetzen.
Etwa Apochromaten, oder MaxSudhoff-Cassegrains ;)

MfG,Karsten

Edit:
Aha, du schreibst Spiegel.
Dann gehe ich davon aus daß es dir um den Newton gehen wird.

Edit 2:
Raziel28 schreibt daß bei einem 150/1500mm auf die Parabolisierung
verzichtet werden kann. Man sollte das aber nicht tun, denn sonst kann der Newton nur etwas besser als beugungsbegrenzt sein,
während er mit perfekter Parabolisierung eine bei gutem Seeing
erkennbar besere Kontrastübertragung aufweist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sven,

vielen Dank für die fundierte und ausführliche Antwort.
Bei meinen Recherchen bin ich auf solche wie deine Ausführungen gestoßen. :super:

Nur das Problem ist, ich bräuchte es etwas einfacher. ?)

Geht das?

Beispiel:
Ein 150/750 kann aber mit einem 1,25" Okular 2,13° Himmelsausschnitt zeigen. Der 150/1200 schafft nur 1,34°
Das bedeutet was genau für mich?

Ich sehe ja hier bei den Profis, dass die meisten mit ungefähr f=5 arbeiten und fotografieren. Ich habe f=9,3. Ist das schlechter? Soll ich mich umstellen? Das ist die eigentliche Frage.
Kann ich dann mehr sehen?

Vielleicht ist das nun besser formuliert.

Gruß Heiko
 
Hallo Heiko,

willst du knipsen (falls ja: was?), oder gucken (falls ja: Was und Wo?).

CS, Karsten

Edit:
Ich sehe in deiner Signatur 150/1400mm Bresser Pollux.
Und du erwähnst nun f/9,3
Also geht es dir offenbar um diesen Newton?!
Da sieht alles noch einmal ganz anders aus, denn dieser Newton
ist einer mit katadioptischer Newton mit Kugelspiegel und
einem brennweitenverlängerndem Linsenelement im Auszug:

http://www.bressershop.de/item.php?lang=&id=4690900

Leider weis ich nichts genaues über den Aufbau dieses Linsenelementes
so daß ich dir auch nichts über die theoretische Abbildungsleistung
des Teleskopes sagen kann. Da du es hast wirst du ja wissen
wie es abbildet...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Heiko,

Zitat von gheiko:

in gewissem Sinne schon: Mit kleineren Brennweiten (bei fester Öffnung) erreichst du (wie Sven schon geschrieben hatte) größere Gesichtsfelder und auch größere Austrittspupillen (bei einem f/15-Spiegel wird eine Austrittspupille von 7mm etwas schwierig werden). Großflächige Objekte lassen sich damit (teils auch in Kombination mit Nebelfiltern) einfach besser wahrnehmen.

Gruß, Robert
 
Hallo Heiko,
das Öffnungsverhältnis errechnet sich aus Brennweite / Durchmesser und wird als 1/f dargestellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Öffnungsverhältnis

- Vergrößerungen sind bei beiden identisch möglich, Du brauchst nur verschiedene Okulare dafür (Vergr. = Teleskopbrennweite / Okularbrennweite)

- Licht sammeln beide gleich viel (entscheidet der Spiegeldurchmesser)

- ein kleines f (1/9 ist kleiner als 1/5) ist unkomplizierter an einfachen Okulardesigns und man kann leichter höhere Vergrößerungen erreichen ohne extrem kurzbrennweitige Okulare nutzen zu müssen. Dafür muss man mit rel. kleinen Austrittspupillen leben.

- ein großes f (1/5 ist größer als 1/9) liefert die größeren Austrittspupillen je Vergrößerungsstufe, was für die visuelle Deepskybeobachtung sinnvoller ist.

Je kleiner das Öffnungsverhältnis, desto länger muss man in der Fotografie belichten.
Ein weiterer Aspekt: je länger die Brennweite des Teleskops, desto kleiner das Gesichtsfeld am Himmel bei identischem Okular.

Fazit: im Prinzip geht mit beiden das gleiche, nur unterschiedlich gut. 1500mm würde man eher für Planeten und Mond nutzen (helle Objekte, hohe Vergrößerungen nötig), das 750er eher für Deepsky (lichtschwache Objekte, größere AP nötig).

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen?
 
Hallo Karsten,
momentan schau ich viel Saturn und Mond.
Hab auch den Venus-Transit gespechtet und mit Digicam direkt ins Okular geknipst (weil keine Halterung für Fotoapparat am Teleskop). Also sehr laienhaft.
Aber Saturn ist schon mein bevorzugtes Ziel. Sowohl beim Spechten und vlt. später mal beim Fotografieren. Die Digicam gibt da nix brauchbares her. Obwohl ich den Saturn klar und deutlich sehen kann. Nebst Titan. Mehr Monde konnte ich noch nicht ausmachen. Meist nutze ich das 25mm Okular, manchmal mit Umkehr-Barlow 1,5. Das andere Okular (10mm) nutze ich eigentlich kaum, das das "Sichtloch" (Einblick) sehr viel kleiner ist.

Gruß Heiko
 
Zitat von gheiko:
Das andere Okular (10mm) nutze ich eigentlich kaum, das das "Sichtloch" (Einblick) sehr viel kleiner ist.

Meinst du damit, dass du mit dem Auge zu nah ans Okular gehen musst? Rein rechnerisch wäre das ja eine ganz nette Vergrößerung für Saturn, wobei auch noch mehr drin wäre.
 
Zitat von Blackbert:
Meinst du damit, dass du mit dem Auge zu nah ans Okular gehen musst? Rein rechnerisch wäre das ja eine ganz nette Vergrößerung für Saturn, wobei auch noch mehr drin wäre.

Hmm, also der Saturn wird dunkler, ist schneller aus dem Sichtfeld und nicht so schön scharf abgebildet wie mit dem 25mm Okular. Obwohl er etwas größer ist, gefällt mir der Anblick mit dem 25mm Okular besser.

Gruß Heiko
 
Zitat von gheiko:
Hmm, also der Saturn wird dunkler, ist schneller aus dem Sichtfeld und nicht so schön scharf abgebildet wie mit dem 25mm Okular. Obwohl er etwas größer ist, gefällt mir der Anblick mit dem 25mm Okular besser.

Karsten hatte ja schon seine Bedenken über die optische Qualität dieses "Newtons" geäußert. Es kann aber auch an den Bedingungen (z.B. Luftunruhe) oder an der Justage liegen.

Meine Empfehlung wäre (bevor du dir was Neues kaufst): Suche mal nach Gleichgesinnten in deiner Umgebung, die dein Teleskop etwas genauer begutachten. Vielleicht sind es nur Kleinigkeiten, die schnell behoben werden können. Ich selbst hatte sowas bei einem Bekannten erlebt: Hauptspiegel war total verspannt und es war einfach kein scharfes Bild möglich bei höheren Vergr.
 
Zitat von Blackbert:
Karsten hatte ja schon seine Bedenken über die optische Qualität dieses "Newtons" geäußert. Es kann aber auch an den Bedingungen (z.B. Luftunruhe) oder an der Justage liegen.

Ja das habe ich schon öfter gehört. Das die Qualität nicht so toll ist. Das Teil hat 190.- neu gekostet. Ganz sicher werde ich mich auf dem HTT mal umschauen, was so geht.
Was ist den so übel an den "Katadioptischen"?

Gruß Heiko
 
Hallo Heiko,

in dem Teleskop ist ein Kugelspiegel drin. Der hat bei seinen
immerhin 150mm Durchmesser und seiner geringen Brennweite
(genau weis ich die nicht, aber sie liegt wohl unter 600mm)
eine starke sphärische Aberration.
Diese muß vom dem Linsenelement im Okularauszug kompensiert werden.

Das kann tatsächlich gut funktionieren, ja man kann sogar noch
weitere Abbildungsfehler kompensieren, etwa Bildfeldwölbung
oder Koma abseits der Achse, aber das verlangt dann eine recht
aufwendige Konstruktion die bei deinem Teleskop mutmaßlich
nicht verbaut sein wird. Hier ein Beispiel:

http://www.telescope-optics.net/sub_aperture_corrector.htm

Das Problem ist daß man ohne genaue Angaben vom Hersteller
nicht sagen kann was der Korektor im Auszug macht, oder nicht macht.

Man kann aber sagen daß das Teleskop (wie jedes andere Teleskop!)
genau justiert sein muß damit es optimal abbilden kann.
Außerdem darf keine Verspannung auftreten. Auch das betrifft
jedes Teleskop, auch ich habe schon verschiedene Teleskope
mit verspannten Spiegeln gesehen. Da kann man mit geringem Aufwand
oft viel verbessern.

Wenn dir der Sinn nach Planetenbeobachtungen steht dann würde
ich an deiner Stelle zuerst versuchen das Teleskop in den
bestmöglichen Zustand zu versetzen.
Wenn dann trotz genügend langer Auskühlzeit bei sehr ruhiger Luft
(du siehst dann daß ein Stern auch bei höherer Vergrößerung
z.B. mit deinem 10mm Okular ganz ruhig im Okular steht)
Saturn doch nicht so kontrastreich abgebildt wird
dann kann ein lichtschwacher normaler Newton mit Parabolspiegel
eine gute Alternative sein.
Den solltest du dann eher langbrennweitig wählen.
Bei 6" Öffnung zum Beispiel mit 1200mm Brennweite.
Von Orin U.K. gab es mal einem 150mm Newton mit 1600mm Brennweite.
Das Problem ist leider daß Newtons mit langem Tubus
eine sehr tragfähige Montierung brauchen.
Man kann auch mit einem Dobson gut Planeten beobachten,
ich mache das mit einem 200/1200mm ATM Dobson,
aber viele Leute mögen das weniger gerne.

MfG,Karsten
 
Zitat von gheiko:
Ganz sicher werde ich mich auf dem HTT mal umschauen, was so geht.

:super: Da wirst auf jeden Fall Hilfe bekommen. Aus Leipzig werden ganz sicher auch einige kommen (inkl. meine Wenigkeit). Möglicherweise bietet Uwe Pilz (ebenfalls aus Leipzig) wieder einen Workshop zur Newton-Justage an. Vielleicht wäre das eine gute Anlaufstelle.
 
Hallo Heiko,

Teleskoptreffen halte ich für eine gute Idee - überhaupt Austausch in der Praxis.

Ansonsten möchte ich Dir mit auf den Weg geben, dass es Dir helfen kann, für Dinge eine Vorstellung zu entwickeln. So ein paar Grundsätze, die muss man einfach drauf haben. Einfach das Teleskopbrennweite geteilt durch Okularbrennweite die Vergrößerung ergibt. Und dass der nutzbare Vergrößerungsbereich für Teleskope vom Öffnungsdurchmesser abhängt.
Damit als Grundlage kannst Du Dir eine Menge überlegen. Wenn Du Dir also einfach mal vorstellst, was Du mit dem einen oder dem anderen Teleskop machen musst, um 100x zu vergrößern, wirst Du bemerken, dass Du auf unterschiedliche Okulare kommst. Denke solche Dinge mal zu ende und Du wirst feststellen, dass die Mauern die sich vor Dir auftürmen Schritt für Schritt zu erklimmen und dann von oben betrachtet sehr übersichtlich sind.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Heiko,

Zitat von gheiko:
Nur das Problem ist, ich bräuchte es etwas einfacher. ?)

Geht das?

Beispiel:
Ein 150/750 kann aber mit einem 1,25" Okular 2,13° Himmelsausschnitt zeigen. Der 150/1200 schafft nur 1,34°
Das bedeutet was genau für mich?
Kann ich dann mehr sehen?

Vielleicht ist das nun besser formuliert.

der Sternhaufen des Siebengestirns, auch Pleijaden oder M45 genannt, hat ca. 1,2° am Himmel.
Einmal hast Du nur den Sternhaufen im Bild, im anderen Fall noch etwas vom Umfeld, er "schwebt" sozusagen am Himmel.

Gruß Uwe
 
Hallo Heiko,

Zitat von gheiko:

Mehr Umfeld oder größer?
Gut, die Vergrößerung dürfte nun klar geworden sein, wobei natürlich hier mit der Zeit noch das Erfahren dazu kommt, welcher Vergrößerungswert wirklich welche Bilder im Okular zeigt.

Mehr, im Sinne von 'Umfeld' oder besser Gesichtsfeld genannt, ist eine andere Geschichte. Du hast ja sicher schon von den scheinbaren- oder Eigengesichtsfeldern bei Okularen gehört.
Da gibts Okulare mit 45°, 50°, 60°....bis hin zu aktuell 120° scheinbarem Gesichtsfeld.

Was oder wieviel Feld man dann am Himmel sehen kann zeigt die Formel zum wahren Gesichtsfeld, also das, was wirklich dabei rum kommt und vom Teleskop abhängt, in dem das Okular steckt.

Wir nehmen mal an, Du hast ein Plösslokular mit 10mm Brennweite mit 45° sGF (scheinbares Gesichtsfeld).
Was Du damit wirklich siehst, steckt im wahren Gesichtsfeld (wGF).

wGF = sGF / M (Vergrößerung)

So, jetzt bekommst Du also einen Wert heraus, in dem Beispiel also ~0,32° wGF.

Nähmen wir an, Du würdest statt des Plössls mit 45° z.B. ein Speers Waler mit 82° sGF benutzen, dann hättest Du ~0,59° wGF.

So, und nun mach Dir mal den Spaß und rechne diese Gesichtsfelder mal für einen 6" f/5 durch...



Als greifbare Relation zu den wahren Gesichtsfeldern nimm den Mond, der knapp 0,5° am Himmel ausmacht. Mond ist aber auch schon recht groß am Himmel, wenn wir daneben nicht gerade von sehr offenen Sternhaufen oder ausgedehnten Nebeln sprechen, sind die meisten DS-Objekte um einiges(!) kleiner.

Interessant dabei ist nur, zeigst Du z.B. einem Laien den Saturn bei 200fach Vergrößerung in Deinem neuen Top-Okular mit 100° sGF, also ein sauteures Okular, darfst Du Dich nicht wundern, wenn der Gucker dann sagt 'och...der ist ja aber klein, das hab ich mir viel größer vorgestellt' ;)
Der Grund dafür ist unter anderem, daß man die Größe im Okular am Anfang in Relation zum gezeigten Feld bestimmt.
Erst später, mit zunehmender Erfahrung wird man zu schätzen lernen was es heisst, z.B. die beiden Sternhaufen h&chi oder die Galaxien M81/82 zusammen in einem Bildausschnitt zu sehen.

Hier noch ein kleines Anhängsel zu den Abkürzungen, die dir immer mal wieder begegnen werden:

sGF / AF / aFOV
Scheinbares Gesichtsfeld oder englisch apparent field of view

wGF, TF / tFOV
wahres Gesichtsfeld oder englisch true field of view
 
Hallo Heiko,

als Einsteiger wird man mit vielen Fachbegriffen erschlagen. Das ging mir vor einiger Zeit auch so. Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm.
Das Buch "Fernrohrführerschein in vier Schritten" aus dem Oculumverlag wurde mir damals beim Sternwartenbesuch empfohlen und ich fand es ganz gut.

Vielleicht ist das ja für Dich interessant.

Gruß

Ronald
 
Hallo zusammen,

erst einmal vielen lieben Dank für Eure doch recht umfassenden Ausführungen zu meiner Frage.
Ich hatte zwar gehofft, dass es eine einfache Antwort gibt, sehe aber ein, dass dies wohl nicht der Fall sein kann, da es ja sooo viele Dinge zu berücksichtigen gibt.
Erinnert wohl an die Frage, welches Teleskop das passende ist. Man kann es nicht einfach so beantworten.
Nochmals danke und wir sehen uns auf dem HTT (großes Womo, 2 Paddelboote und ein Teleskop) :-)

Gruß Heiko
 
Hallo Heiko,

das waren bereits die einfachen Antworten ;)
Nur die Ruhe, das kommt alles mit der Zeit und sicher wirst Du Dich in nächster Zeit nicht selten bei 'ach soooo ist das' ertappen. Clear Skies!
 
Hallo Heiko,

lade dir doch mal das gratis Planetariumsprogramm Stellarium herunter(falls du es nicht eh schon hast). Dort gehe auf: Einstellungsfenster > Erweiterungen > Okulare > Konfigurieren

Nun kannst du verschiedene Teleskope mt Öffnung und Brennweite sowie Okulare mit Brennweite und Eigengesichtsfeld anlegen. Man kann dort übrigens auch Kameras anlegen.

Wenn du dann z.B. auf Andromeda gehst und ein Teleskop + Okular wählst dann hast du die Galaxie so gross oder klein im Blick wie auch mit diesem Teleskop in real(Natürlich nicht was Schärfe und Helligkeit betrifft).

Da bekommst du dann ein Gefühl dafür. Ich hab die viele Rechnerei auch nie ganz behirnt, erst als ich im Stellarium herumgespielt habe wurde mir klar was Gesichtsfelder und Vergrösserungen bedeuten.

MfG Gerry
 
Hallo Toni,

danke für den Link, den kannte ich noch garnicht.

Leider funktioniert die Animation offenbar unter XP nicht :(

MfG Gerry
 
> Leider funktioniert die Animation offenbar unter XP nich

Doch. Wenn's nicht klappt, dürfte es eher am Browser liegen...
 
Hi Micha,

es liegt wohl daran das es erst ab IE9 klappt aber den bekommt man ja erst mit den neueren Windowsbetriebssystemen.

MfG Gerry
 
Servus.

Auch bei mir funktioniert es mit XP Pro SP3 und dem Firefox Browser.

Viele Grüße
*entfernt*
 
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