Off Axis Guiding IMX178 (Color oder Mono?)

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makro_

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Hallo allerseits,

gestern hab ich das erste mal mit meinem Celestron C6 und dem ZWO OAG mit einer ASI120mm mini als Guidekamera Fotos gemacht. Zumindest hab ich es versucht.
Ich weiss, für den Anfang etwas zu ambitioniert, da hätte ich mit weniger Brennweite anfangen können... Nur gibt es in der Richtung, in der ich den Nachthimmel sehe, zur Zeit nur kleine bzw. weiter entfernte Objekte, daher die hohe Brennweite (1500mm).
Die ASI120mm war bei Tag schon gut eingestellt, Focus hat auch in der Nacht gepasst, was man an dem einen oder anderen Stern, den ich mühsam per Handsteuerung finden musste, gut erkennen konnte. Zwar verwende ich keinen Reducer, aber PHD2 konnte gut mit den Test-"Kometen" mithalten. Nun hatte ich bei meinem eigentlichen Ziel (M3) aber nur mehr Rauschen in PHD2, egal ob mit oder ohne Binning, Darks, Gain 0 bis 100... Einfach nichts zu machen. Da meine Montierung aber gut trackt und immer ziemlich gut eingenordet ist (weil sie draussen bleibt), habe ich dann eine Reihe 10 Sekunden-Belichtungen angefertigt, um wenigstens ein halbwegs verwertbares Resultat in dieser Nacht zu erhalten.
Dann hab ich mal die Kalibrierung zurückgesetzt, da "flogen" hin und wieder ein paar Sterne vorbei, aber viel zu schnell, um mit 3 Sekunden Belichtungszeit was brauchbares für PHD2 einzufangen.

Nach einer kurzen Recherche hab ich erfahren, dass viele User sich mit der 120mm herumplagen, wenn es um hohe Brennweiten, vor allem bei den Schmidt-Cassegrains, geht.
Daher möchte ich die Guidecam wechseln. Preis/Leistungs-mässig fielen mir die IMX178 Varianten diverser Hersteller auf, die auch von SC Benutzern mit OAG vereinzelt empfohlen wurden, da Empfindlichkeit und Sensorgrösse, Auflösung recht gut dafür geeignet sind, der Bonus als Planetenkamera mit 6MP ist natürlich auch nicht schlecht.
Die Mono-Version des Sensors ist ca. doppelt so empfindlich wie die Farb-Version.

An eure (hoffentlich zahlreichen) Erfahrungen mit diesem Chip angelehnt, meine Frage:
Wäre es ein großer Nachteil beim Guiding hier die Farb-Variante zu kaufen? Ich fotografiere durchwegs OSC, teilweise mit Dual-NB Filtern, also würde ich bei Planeten- und Mondfotografie dann wohl eher von dem 178C Modell profitieren, weil ich ja keine RGB und NB Filter besitze. So wie ich das verstanden habe, ist jede Guidingcam mit größerem Sensor und höherer Empfindlichkeit (und geringerem Rauschen) der ASI120mm haushoch überlegen, wenn es um Off Axis Guiding geht.

Was meint ihr?

Danke und CS,
makro
 
Hallo Marko,

gleich vorweg, ich habe keinen OffAxis Guider, fotografiere aber schon ziemlich lange ...
Wenn ich mir das recht langsame C6 in Kombination mit dem kleinen Sensor der 120mm anschaue kann ich Deine Probleme gut nachvollziehen. Daher hier nur mal ganz allgemein zum Thema Guiding Kamera... sie sollte, gerade für OffAxis, so empfindlich wie möglich sein. Das spricht gegen Farbkameras, da sie durch die Bayermatrix ordentlich an Empfindlichkeit verlieren. So sehr ich es nachvollziehen kann mit einer Farbkamera zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen, kann ich doch nur davon abraten. Wenn Du einen moderneren und empfindlicheren Sensor kaufst, den Du durch die Farbfilter gleich wieder unter das Niveau der 120mm drückst ist das, meiner Meinung nach, nicht sinnvoll.

Der IMX178 hat nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel und ist, in meinen Augen, nicht mehr erste Wahl. Es gibt den 'Nachfolger' IMX678 auch in monochrom mit nochmals etwas kleineren Pixeln und hoher Empfindlichkeit im IR. Oder Du schaust Dir den SC2210 Sensor mal an der z.B. bei Touptek und ZWO (ASI220) verbaut wird. Der hat zwar größere Pixel, steht aber im Ruf sehr empfindlich zu sein. Was für den OffAxis letztlich die bessere Entscheidung ist, kann ich Dir leider nicht sagen.

Für Planeten würde ich mal einen Blick auf die ASI715 werfen. Die hat so kleine Pixel (1.4µ), dass man sich an manchem Teleskop die Barlow schenken kann. Zudem ist sie im IR noch sehr empfindlich (ideal für Luminanz Aufnahmen mit einem 850nm Filter) und einigermaßen günstig.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Makro,

Als erstes sei gesagt, dass die ASI120mini sowohl bei 1500mm als auch bei 2050mm einwandfrei als OAG-Guidingcam arbeitet.
Je höher die Brennweite und je schlechter das Seeing, desto rauschiger wird es. Ja, und die 120er wird dann auch ein wenig zur Diva (Fokus), aber bei gutem Seeing (bei 2050mm Brennweite) und drehbarem OAG läuft das Guiding echt gut.
MIt der ASI178C kam ich beim OAG nicht in den Fokus, da mein Abstand zwischen OAG und ASI294 zu klein war. Ich komnte den Abstand ohne Abschattung nicht einstellen.

Versuch es noch mal mit der 120er mit 2x2 Binning und versuche den Fokus exakt zu treffen. Ein wenig Übung, dann rauscht es auch nicht mehr. Mit meinem RC hab ich immer wieder Erfolg.

CS
Chris
 
Danke für deinen Input, Michael.

Im Prinzip mangelt es bei der ASI120mm nur an zwei Dingen (in meinem Fall, mehr dazu weiter unten): Empfindlichkeit und Sensorgröße (Himmelsfläche), dafür kriegt man ordentlich Rauschen.
Laut Internetforen bringt eine, ebenfalls schon ältere, ASI290mm schon deutliche Besserung bei den Brennweiten 1000-2000mm. Ich bin schon am Datenblätter-sammeln, denn das wird wohl keine einfache Wahl. Selbst wenn ich sie nur für Guiding nutze, ist die Schmerzgrenze bei ca. €300 Euro erreicht, wenn die Kamera aber Planeten auch gut "kann", und vielleicht sogar hochauflösendere Bilder (ab 4MP) liefert, darf sie gerne etwas mehr kosten.
Jedenfalls übersieht man ohne Tips wie die deinen auf dem Markt einige vielversprechende Kandidaten, weil der Markt sich mehr an Trends orientiert, und da werden halt oft Modelle empfohlen, die eigentlich schon von moderneren Varianten abgelöst wurden, nur bildet sich das erst später in den Meinungen und Verkaufszahlen ab. Dafür gibt's massig Erfahrungswerte mit den alten Kameras...

Hallo Makro,

Als erstes sei gesagt, dass die ASI120mini sowohl bei 1500mm als auch bei 2050mm einwandfrei als OAG-Guidingcam arbeitet.
Je höher die Brennweite und je schlechter das Seeing, desto rauschiger wird es. Ja, und die 120er wird dann auch ein wenig zur Diva (Fokus), aber bei gutem Seeing (bei 2050mm Brennweite) und drehbarem OAG läuft das Guiding echt gut.
MIt der ASI178C kam ich beim OAG nicht in den Fokus, da mein Abstand zwischen OAG und ASI294 zu klein war. Ich komnte den Abstand ohne Abschattung nicht einstellen.

Versuch es noch mal mit der 120er mit 2x2 Binning und versuche den Fokus exakt zu treffen. Ein wenig Übung, dann rauscht es auch nicht mehr. Mit meinem RC hab ich immer wieder Erfolg.

CS
Chris

Wie gesagt, bei den Test-Sternen schien es zu halbwegs gut zu laufen. Um M3 herum sah es dann wieder mager aus. Das Seeing war gut, direkt nach dem Regen war der Himmel nach einer Stunde sehr klar, ich hab hier Bortle-3, also daran lag es nicht. Es lag am Mangel an verwertbarem Signal durch zu geringe Empfindlichkeit und zu kleinem Ausschnitt, wobei der ZWO OAG beim C6 mit der ASI120mm bei (von ASTAP errechneten) 1650mm realer Brennweite beim Focusieren (tagsüber) schon gezeigt hat, dass er teilweise ausserhalb des Strahlengangs liegt. Die Abstandsprobleme habe ich zum Glück nicht, denn der OAG ist bei mir vor dem Filterhalter (und der Kamera). Ich werde heute (bzw. sobald es wieder freie Himmel gibt) nochmal auf 750mm F/5 wechseln und das Prisma mit Hilfe meines Flat-Panels so weit wie möglich in den Strahlengang verschieben. Dann kann die Kombination nochmal an das 6" SC ran. Mittelfristig möchte ich aber trotzdem eine empfindlichere Guiding Kamera, die auch Planeten "gut kann" (oder umgekehrt?). An Leitrohren hat die ASI120mm nie Probleme gemacht, allerdings waren die aber um einiges schneller als das CS Tönnchen mit F/10...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Marko,

Nach einer kurzen Recherche hab ich erfahren, dass viele User sich mit der 120mm herumplagen, wenn es um hohe Brennweiten, vor allem bei den Schmidt-Cassegrains, geht.

da kann ich auch ein Lied davon singen. Ich arbeite auch oft bei 1200mm mit dem 6" Apo oder 10" Newton, oder gar bei 2800mm mit dem C11, und bin ebenfalls ein OAG Nutzer. Ich hatte damals mit der ASI 120MM Mini und 290MM Mini nicht immer Freude bei diesen Systemen. Teilweise konnte ich das Multistar Guiding mit mehreren Sternen gar nicht nutzen, da ich durch das kleine Bildfeld kaum Sterne gefunden habe. Oder die Sterne waren je nach Position nur sehr schwach zu sehen, besonders bei lahmeren Öffnungsverhältnissen.

Ich habe damals vom normalen ZWO AG auf den ZWO OAG-L mit großen Prisma gewechselt, und setze hier die ASI174MM Mini mit dem schönen großen Sensor ein. Damit haben sich die oben erwähnten Probleme von alleine erledigt. Aber das ist natürlich die teure Edelvariante, welche dein Budget sprengen würde.

Wie schon erwähnt, würde auch ich hier in deinem Fall auf eine Mono und deren höhere Empfindlichkeit setzen. Wenn die Kamera aber gleichzeitig auch für Planeten/Mond eingesetzt werden soll, und du da auch farbige Aufnahmen machen möchtest, müsste da wohl noch ein Filterrad und Filter hinzukommen, und generell die Akzeptanz, hier auch mit Mono arbeiten zu wollen.
 
Wobei der OAG-L halt "dicker" ist und es dann ggf. Probleme mit dem Backfokus beim Einsatz von Flattenern/Reducern oder Komakorrektoren gibt.

Ciao, Udo
 
Natürlich, das muss je nach Aufbau wie immer berücksichtigt werden. Das gleiche wie auch bei Filterräder, Filterschublade, Rotationsadapter u.s.w. es muss halt am Ende passen. Aber der OAG-L sollte hier auch kein aktiver Vorschlag sein, da es wohl auch nicht im Budget liegen würde, genau so wenig wie die passende Kamera. Hinzu kommt auch der Punkt, dass der OAG-L durch den angeschraubten Helical Fokussierer auch wirklich nur auf die Mini Modelle ohne USB 3 Anschluss ausgelegt ist. Die Kombination einer guten Planetenkamera wird hier wohl nicht passen.

Ich wollte aber nur meinen Lösungsweg auf das erwähnte Problem vorzeigen, und auf das eigentliche hinausgehen, dass man sich hier noch mal bezüglich Mono/OSC in Bezug auf Planeten/Mond Gedanken machen müsste.
 
So, ich hab nun das Prisma vom OAG maximal tief (in Richtung Sensor/Lichtweg) gestellt. Ein Flat erstellt und siehe da, keine Abschattungen sichtbar.
Eventuell "sieht" die ASI120mm nun mehr, was ich mangels freiem Nachthimmel leider gerade nicht testen kann. Übermorgen sollte es dann klappen, laut Wettermodell. Ich fange dann aber mal mit dem 750mm Newton an, um den Faktor Öffnungsverhältnis mal weitgehend aus der Gleichung zu nehmen, ausserdem wurde das Teleskop gerade neu eingestellt, und zwar von Grund auf, inkl. Focuser/FS Zentrierung und Focuser/Tubus Verkippung, und dann neu kollimiert, weil ich den Teleskop-Tubus um 2cm gekürzt habe, um das zu lange OAZ-Rohr beim Fotografieren aus dem Lichtweg zu bekommen.
Das Ding muss jetzt einen Real-World Test bestehen, danach darf wieder das SCT ran, dann sehe ich eine weitere Nacht später ob es mit der ASI120mm klappt oder ob was Neues her muss.
Ich sehe dann wohl auch, ob die Empfindlichkeit der Guidingcam nur grenzwertig oder eben zu gering ist, dann muss kurzfristig ein Nachfolger bestellt werden, wobei bei grenzwertigem Verhalten mittelfristig auch eine neue Cam kommt, aber dann ohne Monochrom-Anspruch und mit Planetentauglichkeit. Dass ich irgendwann auf eine Kamera im Okular-Format angewiesen bin, ist unwahrscheinlich, also kann ich die größeren Modelle mittels Gewindeadapter montieren und mit dem OAZ focusieren.
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einem Guider Sterne ist proportional dem Quadrat der Blende, der Chipdiagonale und der Pixelgröße. Die 178 hat meiner Meinung zu kleine Pixel zum Guiden. Schon gar nicht als OSC. Da hast du pro Pixel nur ein Drittel des Lichts einer Mono. Da es beim Guiding nicht wirklich auf die Abbildungsqualität ankommt, kann man bei der Mono zusätzlich noch den Luminanz Filter weglassen und hat dann noch UV und IR zusätzlich zur Verfügung. Dein SNR ist also mit der Mono locker 4-5x so gut wie mit der OSC.

Bei f/10 und einem kleinen Chip ist es aber kein Wunder, dass man mal keinen Stern findet. Besonders im Frühling hat man damit Probleme, da man nier praktisch senkrecht zur Galaktischen Ebene schaut, wo die Sterndichte am geringsten ist. F/10 ist generell schon grenzwertig, besonders mit einem SCT, das nochmal zusätzlich 20-30% Licht durch Spiegel und Obstruktion verliert. Die 1500mm kannst du eh nicht ausreizen, was die Auflösung angeht, wenn du nicht gerade eine Vollformat mit Riesenpixeln hast.

Man kann das Problem mit dem Sternefinden aber reduzieren, in dem man das Signal verbessert. Binnen, einen Median Filter drüber legen und eine Bad Pixel Map oder Darks erstellen hilft. Das reduziert das Rauschen und eliminiert False Positives. Aber selbst damit wird die 178 OSC nicht besser sein als deine 120 Mono ohne diese Maßnahmen.

Ich selbst guide mit einer ASI290MM Mini am OAG mit f/6,24. Das geht mit den Maßnahmen einwandfrei. Damit hatte ich noch nie weniger als 3 Guidesterne, obwohl bei mir das Prisma schon so weit am Rand ist, dass die Sterne deutlich verzerrt sind.

weil ich den Teleskop-Tubus um 2cm gekürzt habe,
Damit hast du natürlich auch dein voll ausgeleuchtetes Feld reduziert. Bei den Newtons von der Stange ist das eh schon grenzwertig. Was ist denn das für ein Newton und welche Kamera nutzt du? Und warum hast du das richten lassen müssen? Das ist beim Newton doch relativ einfach. Es sind nicht umsonst 99% der Selbstbauten Newtons. Ich baue mir auch gerade wieder einen. Das muss eigentlich nicht perfekt zentriert sein, man muss nur die optischen Achsen aufeinander ausrichten. Im ungünstigsten Fall verschiebt sich das ausgeleuchtete Feld etwas. Die optischen Achsen bleiben aber außer bei den Highend Newtons nicht ewig stabil ausgerichtet. Da muss man regelmäßig nachjustieren. Die billigen dejustieren sich alleine schon durch die Lagerung.
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einem Guider Sterne ist proportional dem Quadrat der Blende, der Chipdiagonale und der Pixelgröße. Die 178 hat meiner Meinung zu kleine Pixel zum Guiden. Schon gar nicht als OSC. Da hast du pro Pixel nur ein Drittel des Lichts einer Mono. Da es beim Guiding nicht wirklich auf die Abbildungsqualität ankommt, kann man bei der Mono zusätzlich noch den Luminanz Filter weglassen und hat dann noch UV und IR zusätzlich zur Verfügung. Dein SNR ist also mit der Mono locker 4-5x so gut wie mit der OSC.
Always willing to learn. Danke für die Infos.
Bei f/10 und einem kleinen Chip ist es aber kein Wunder, dass man mal keinen Stern findet. Besonders im Frühling hat man damit Probleme, da man nier praktisch senkrecht zur Galaktischen Ebene schaut, wo die Sterndichte am geringsten ist. F/10 ist generell schon grenzwertig, besonders mit einem SCT, das nochmal zusätzlich 20-30% Licht durch Spiegel und Obstruktion verliert. Die 1500mm kannst du eh nicht ausreizen, was die Auflösung angeht, wenn du nicht gerade eine Vollformat mit Riesenpixeln hast.

Man kann das Problem mit dem Sternefinden aber reduzieren, in dem man das Signal verbessert. Binnen, einen Median Filter drüber legen und eine Bad Pixel Map oder Darks erstellen hilft. Das reduziert das Rauschen und eliminiert False Positives. Aber selbst damit wird die 178 OSC nicht besser sein als deine 120 Mono ohne diese Maßnahmen.
Hab ich auch versucht. Sobald ein Stern im PHD2 Suchfenster war, verminderte sich auch das Rauschen stark.
Den Gedanken mit der 178C hab ich aus einem älteren Video von Cuiv (aka. the lazy geek) der seine 290m damit abgelöst hat und laut eigenen Aussagen damit erhebliche Verbesserungen beim (EDIT: Off Axis-) Guiding erzielt hatte. Ich wollte mich aber nicht auf eine einzige Meinung zu dem Thema verlassen.
Ich selbst guide mit einer ASI290MM Mini am OAG mit f/6,24. Das geht mit den Maßnahmen einwandfrei. Damit hatte ich noch nie weniger als 3 Guidesterne, obwohl bei mir das Prisma schon so weit am Rand ist, dass die Sterne deutlich verzerrt sind.
290mm ist natürlich auch ein guter Kandidat für einen möglichen Nachfolger der 120mm, aber erst teste ich damit noch weiter. Am Leitrohr war die Kamera immer gut genug.
Damit hast du natürlich auch dein voll ausgeleuchtetes Feld reduziert. Bei den Newtons von der Stange ist das eh schon grenzwertig. Was ist denn das für ein Newton und welche Kamera nutzt du? Und warum hast du das richten lassen müssen? Das ist beim Newton doch relativ einfach. Es sind nicht umsonst 99% der Selbstbauten Newtons. Ich baue mir auch gerade wieder einen. Das muss eigentlich nicht perfekt zentriert sein, man muss nur die optischen Achsen aufeinander ausrichten. Im ungünstigsten Fall verschiebt sich das ausgeleuchtete Feld etwas. Die optischen Achsen bleiben aber außer bei den Highend Newtons nicht ewig stabil ausgerichtet. Da muss man regelmäßig nachjustieren. Die billigen dejustieren sich alleine schon durch die Lagerung.
Ein bisschen, natürlich, aber der OAZ ragt nicht mehr 3cm in den Tubus rein, da lässt sich der Verlust der Ausleuchtung bei ensprechender Sensorgröße (APS/C) verschmerzen. Ich verwende eine IMX571c Variante, die auf Touptek basiert, oder eine Canon EOS 1100D an einem Skywatcher 150/750mm Newton, das ich für Fotografie umgebaut habe. Den Standard Crayford OAZ durch einen mit Feintrieb getauscht, FS geklebt statt geklemmt, Lüfter hinten, Spiegelränder geschwärzt, FSS beflockt. Leider wusste ich nicht, dass der OAZ einen so langen Tubus hat. Abschneiden wäre mir zu riskant gewesen, denn dann könnte er durch etwas Unachtsamkeit oder blöde Zufälle nach hinten aus der Lagerung rutschen.
Dann hab ich noch ein PDS200/1000 (fast) geschenkt bekommen, da war aber schon ein Low Profile OAZ drauf. Das Teil kommt aber nur im Sommer bei wenig bzw. keinem Wind an die Montierung. Lagerung ist unterschiedlich, aber das 150/750 Newton stelle ich eigentlich immer hin, während das größere Newton quer an der Wand hängt bzw. liegt, mittels eigens aus Holz geschreinertem Halter. Kollimierung vom HS mache ich meistens am Stern, wenn die Teleskope hinreichend abgekühlt sind. Das geht ganz fix.
 
Ein bisschen, natürlich, aber der OAZ ragt nicht mehr 3cm in den Tubus rein, da lässt sich der Verlust der Ausleuchtung bei ensprechender Sensorgröße (APS/C) verschmerzen.
Der in den Tubus ragende OAZ ist eigentlich kein Problem. Der ist vor dem Objektiv und damit optisch nicht aktiv. Der kostet nur Licht. Das ist sehr wenig, aber dann halt auch in der Bildmitte.

Ich nehme mal an, das ist ein Skywatcher 150p. Da komme ich mit ein paar Annahmen auf eine Ausleuchtung von 14,5mm. Das ist für visuell schon relativ viel und wäre so die Untergrenze, die ich für APS-C wählen würde. Angenommen habe ich eine Grundhöhe des Auszugs von 70mm und 20mm Backfokus. Wahrscheinlich bin ich mit den Annahmen eher noch zu niedrig. Visuell nimmt man normalerweise eine Ausleuchtung von so 10mm für 2" Okulare.

Den Fokus noch zwei cm rauszulegen, reduziert das Feld um etwa 5mm. Da wird es in den Ecken schon dunkler. Ich denke da bist du bei 70% Ausleuchtung. Das kann man zwar alles kalibrieren mit Flats, aber das wird immer sensibler und irgendwann fängt es gegen den Rand an zu rauschen. Das geht schon, hat aber seinen Preis. Bei dem PDS ist nicht umsonst der Fangspiegel größer als beim P.

Zum Vergleich, den fotografischen Newton, den ich gerade anfange zu bauen, lege ich auf eine Ausleuchtung von etwa 25mm aus. Bei APS-C habe ich damit kaum einen Helligkeitsabfall. APS-C ganz ausleuchten habe ich mit meinen Komponenten nicht geschafft. Mit Vollformat komme ich auch auf nur etwa 70% in den äußersten Ecken, da mir der Komakorrektor anfängt zu vignettieren. Da musste ich leider einen Kompromiss eingehen. Bin mal gespannt, ob das noch nutzbar ist. Das müsste ähnlich sein wie bei dir APS-C. Geht das gut zu ebnen?
 
Der in den Tubus ragende OAZ ist eigentlich kein Problem. Der ist vor dem Objektiv und damit optisch nicht aktiv. Der kostet nur Licht. Das ist sehr wenig, aber dann halt auch in der Bildmitte.
Ich bin ein Fan von schönen Sternen, die hatten durch den in die Öffnung ragenden OAZ Tubus eine "flache Seite", so dass ein Segment fehlte.
Ich nehme mal an, das ist ein Skywatcher 150p. Da komme ich mit ein paar Annahmen auf eine Ausleuchtung von 14,5mm. Das ist für visuell schon relativ viel und wäre so die Untergrenze, die ich für APS-C wählen würde. Angenommen habe ich eine Grundhöhe des Auszugs von 70mm und 20mm Backfokus. Wahrscheinlich bin ich mit den Annahmen eher noch zu niedrig. Visuell nimmt man normalerweise eine Ausleuchtung von so 10mm für 2" Okulare.
Steht leider nichts drauf. Nur Skywatcher, Newton Telescope und die Eckdaten.
Den Fokus noch zwei cm rauszulegen, reduziert das Feld um etwa 5mm. Da wird es in den Ecken schon dunkler. Ich denke da bist du bei 70% Ausleuchtung. Das kann man zwar alles kalibrieren mit Flats, aber das wird immer sensibler und irgendwann fängt es gegen den Rand an zu rauschen. Das geht schon, hat aber seinen Preis. Bei dem PDS ist nicht umsonst der Fangspiegel größer als beim P.
Ich kann das heute mal mit meiner Flatfield Box checken...
Zum Vergleich, den fotografischen Newton, den ich gerade anfange zu bauen, lege ich auf eine Ausleuchtung von etwa 25mm aus. Bei APS-C habe ich damit kaum einen Helligkeitsabfall. APS-C ganz ausleuchten habe ich mit meinen Komponenten nicht geschafft. Mit Vollformat komme ich auch auf nur etwa 70% in den äußersten Ecken, da mir der Komakorrektor anfängt zu vignettieren. Da musste ich leider einen Kompromiss eingehen. Bin mal gespannt, ob das noch nutzbar ist. Das müsste ähnlich sein wie bei dir APS-C. Geht das gut zu ebnen?
Welchen KK nutzt Du denn? Ich setze den Baader MPCC-IV ein.

So, dann aber wieder on-topic :giggle:
 
Hier die Aufnahmen vom abgesägten Newton. Mit der Belichtung vom imx571c bin ich gerade noch zufrieden, in den Ecken ist der Abfall noch erträglich.
Und ja, ich hab gesehen, dass die Ausleuchtung nicht mehr ganz zentral ist, trotz "Tesaband-Modding" des Coma Correctors, und nach Überprüfung mit dem Auge ist mir schon aufgefallen, dass das Röhrchen nicht gut kollimiert ist. Hab das dann gleich mit dem Laser erledigt, die Kamera aber nicht mehr montiert.
Beim Autoguider-Foto sieht man schön, dass der fast ein Drittel nicht in den Lichtweg eintaucht. Tiefer gestellt würde der auch schon den Sensor der Hauptkamera teilweise abschatten. Das ist schon etwas ernüchternd. Da werd ich doch mal versuchen, ob ich mit Leitrohr auf dem SCT nicht doch vergleichbare Resultate bei einfacherem Handling (60mm F/4 und keine Abschattung) erzielen kann. Wenn ja, ist das "Experiment OAG" wohl vorerst gestorben und man findet das Teil bald hier am Marktplatz :( Dafür erspare ich mir aber die Anschaffung einer empfindlicheren Guiding-Cam.
Oder ich dreh nochmal völlig ab und spare ein paar Monate Geld für eine zweite Astrokamera mit kleinem Sensor UND eine zweite, empfindlichere Guiding Cam für den OAG... dessen Spiegel ich dann ja um einige mm weiter in den Lichtweg schieben kann. :unsure:

Hauptkamera:
Capture_571c_stretched_kl.jpg


Guiding Cam:
Capture_120m_kl.jpg
 
Mit 750mm Brennweite und 150mm Öffnung hat es auch mit der AS120mm im OAG geklappt, wobei ich auch hier von einem empfindlicheren Sensor profitiert hätte.
Das Rauschen in PHD2 war offenbar dem Seeing durch hohe Schleierwolken zu verdanken, mittlerweile hab ich mit etwas Herumgesuche auch Leitsterne mit dem 1500mm/F10 finden können, das hat auch funktioniert. Auf jeden Fall wird der OAG behalten und es geht mittelfristig in Richtung monochromer Guidingkamera mit möglichst hoher Empfindlichkeit (220m, 290m evtl. 178m). Die 120mm mini wird dann zum Kollimator für die Newton-Tonne und fixe Leitrohr-Kamera.
Zum verkaufen ist sie doch etwas zu gut, und durch die Größe auch relativ praktisch.

EDIT: Übrigens war die Kürzung des Newton-Tubus ein voller Erfolg. Focus ca. 5mm vor Ende OAZ Maximalauszug, keine angeschnittenen Sterne mehr!
Meine erste erfolgreiche Modifikation einer Billigtonne in Richtung Foto-Newton ist damit abgeschlossen.
 
EDIT: Übrigens war die Kürzung des Newton-Tubus ein voller Erfolg. Focus ca. 5mm vor Ende OAZ Maximalauszug, keine angeschnittenen Sterne mehr!
Meine erste erfolgreiche Modifikation einer Billigtonne in Richtung Foto-Newton ist damit abgeschlossen.
Danke für die Info!

Das behalte ich im Hinterkopf für mein eigenes Projekt. Sollte der Auszug komplett eingefahren sein oder reicht es, wenn das Rohr außerhalb des Durchmessers des Spiegels ist? In der Fokusposition ist der Auszug bei mir mehr oder weniger bündig mit der Verlängerung der Spiegelaußenkante. D.h. er ragt ca. 1cm in den Tubus. Wenn er ganz raus müsste, dann bräuchte ich einen schmäleren OAG oder ich müsste etwas mit dem Brennpunkt raus und damit Ausleuchtung opfern.

PS: mein Projekt ist so ähnlich wie deins. Die Optik stammt aus einer Billigtonne. Den Billigtubus verwende ich allerdings nicht. Ich baue das komplett neu. Das meiste kann ich aus Verschnitt und Abfall von früheren Projekten machen. Das einzige Teil, in das ich wirklich Geld investiert habe, ist der Okularauszug. Als Korrektor nehme ich auch den MPCC.
 
Danke für die Info!

Das behalte ich im Hinterkopf für mein eigenes Projekt. Sollte der Auszug komplett eingefahren sein oder reicht es, wenn das Rohr außerhalb des Durchmessers des Spiegels ist? In der Fokusposition ist der Auszug bei mir mehr oder weniger bündig mit der Verlängerung der Spiegelaußenkante. D.h. er ragt ca. 1cm in den Tubus. Wenn er ganz raus müsste, dann bräuchte ich einen schmäleren OAG oder ich müsste etwas mit dem Brennpunkt raus und damit Ausleuchtung opfern.

PS: mein Projekt ist so ähnlich wie deins. Die Optik stammt aus einer Billigtonne. Den Billigtubus verwende ich allerdings nicht. Ich baue das komplett neu. Das meiste kann ich aus Verschnitt und Abfall von früheren Projekten machen. Das einzige Teil, in das ich wirklich Geld investiert habe, ist der Okularauszug. Als Korrektor nehme ich auch den MPCC.
Evtl. kannst Du deinen OAZ Tubus auf der Spiegelseite bearbeiten, das wäre bei meinen 3cm "Überlänge" zu riskant geworden. Bei 1cm sehe ich bessere Chancen. Es kann auch sein, dass die kleine Überlänge fotografisch gar keine Auswirkungen hat, bei mir ragte der OAZ deutlich in den Haupttubus hinein!
Es gibt aber auch diesen Adapter, der in Verbindung mit dem MPCC-III sinnvoll erscheint:

Link zu TS Produktseite

Vielleicht kommt der OAZ damit auch noch ein paar Millimeter raus, falls es doch noch Artefakte trotz Bündigkeit OAZ-Tubusende (oder Anfang?) mit der Spiegelaussenkante geben sollte. Das Teil sehe ich mir jedenfalls gerade näher an, vor allem weil ich den MPCC immer mit Tesaband tunen muss, damit er nicht beim festklemmen verkippt. Die Sache mit dem Anzugsmoment und dem Verformen der Korrektorlinse(n) (siehe Artikelbeschreibung) ist auch nicht so ohne, wenn man etwas mehr Gewicht auf der Kameraseite haben sollte.

Viel Erfolg!
 
Was hast du eigentlich für einen Okularauszug? Bei mir bin ich mit meinem Imagetrain genau bei 55mm mit OAG und Filterrad. D.h. ich habe keine Reserve mehr um das im Auszug zu versenken. Der OAG ist praktisch die Ablageplatte auf dem Auszugsrohr. Derzeit habe ich 60-62mm Backfokus eingeplant. D.h. ich hätte noch ein paar mm Reserve.

Verschrauben wäre mir auch lieber. Das löst das Problem mit Verkippung aber nicht unbedingt. Ich hatte am Apo Verkippung trotz Verschraubung. Das kam vom OAG. War aber über die Montageplatte einfach zu beheben. Das finde ich auch nicht so schlimm, solange das alles verbaut bleibt. An meinem Apo habe ich das Setup nun schon ein 3/4 Jahr nicht mehr angefasst. Der Newton ist nur fürs Fotografieren gedacht. D.h. man muss die Verkippung einmal korrigieren und lässt das dann so für längere Zeit.

Ich hatte eher an so etwas gedacht:

Vermutlich wird das mit dem kurzen M48 Gewinde des MPCC aber nicht funktionieren. Bevor ich mit Verschrauben anfange, muss ich aber erst mal die genaue Brennweite des Spiegel haben. Den habe ich leider noch nicht hier. Der erste Versuch hat nicht geklappt, vom zweiten habe ich noch nichts gehört. Und ansonsten habe ich den Spiegel nicht mehr zu einem akzeptablen Preis gesehen. Am Ende wird das gar nichts und ich kann eh neu anfangen zu planen. Wäre natürlich ärgerlich, da ich alles schon vorgezeichnet und das erste Teil schon gefräst habe. Und ich werde noch den genauen Arbeitsabstand des MPCCs messen. Da habe ich auch schon die ein oder andere Überraschung erlebt, wo das ein halber cm mehr war als angegeben. In dem Fall wäre die Fokussierungsreserve schon voll aufgebraucht.
 
Ich hab diesen OAZ hier:
TS Link

Damit würdest Du den Auszug um 13mm "kürzer" bekommen. Seltsam ist die Angabe des Anschlussgewindes: 55mm.
Während beim MPCC-III Schraubadapter 54x1mm angegeben sind, der passt hier also sicher nicht, ausser mit einem Aapter von 55mm (innen) auf 54mm (innen). Das könnte man mit wenigen mm Aufbau realisieren, dann würde man das Auszugrohr wieder um ungefähr 5-9mm weiter Richtung Kameraseite bewegen können (oder hab ich jetzt einen Knoten im Hirn?) :D
 
Ich hab den hier. Der ist voll eingezogen inklusive der Montageplatte nur 48mm hoch. Das Teil ist allerdings voll der schwere Klotz. Da habe ich meinen Konstruktionsplan nochmal nachbessern müssen.

Ob man da was abschrauben kann, weiß ich gar nicht. Fuge habe ich jedenfalls keine gesehen am OAZ Rohr. Weg sparen kann ich vermutlich nicht mehr, da der OAG direkt auf das M48 Gewinde des MPCC kommt. Das brauche ich für meine Vollformatkamera. Zusammen mit dem Filterrad, sind das schon 55mm. Der OAG ist so breit und dick, dass das eigentlich auch mit Klemmung gehen sollte. Ich könnte höchstens noch einen dünneren OAG nehmen. Dann könnte ich den MPCC mit einer M48 Verlängerung etwas weiter in den Auszu schieben und damit den Auszug etwas weiter raus drehen. Das mache ich aber nur, wenn das OAZ Rohr Probleme bei der Abbildung macht.

Nur mit einer OSC wäre das einfacher. Da könnte ich den MPCC 20mm tiefer einschieben und das OAZ Rohr komplett aus dem Tubus rausfahren und den Rest in die Ausleuchtung investieren.
 
Hm, das mit dem MPCC "weiter in den Auszug schieben" geht glaub ich nicht, der hat nämlich einen schmalen Ring, der am OAZ an der 2" Klemmhülse anliegt.
Mein Auszug am 1000/200mm Newton ist deinem sehr ähnlich:

Lacerta OAZ

...und der hat leider auch einen 2" Tubus aus einem Stück, da gibt's definitv kein Gewinde, was mich leider unendlich nervt, denn es gibt dadurch keine Möglichkeit, eine andere Klemmhülse (ausser 1,25") anzubringen. Die eine Klemmschraube ist mir viel zu anfällig für Verkippung, und das ist auch genau das Problem mit diesem OAZ. Langfristig werde ich mich davon leider trennen müssen, aber das kostet halt auch wieder mal etwas Geld. Manchmal wird von den Herstellern bzw. Re-brandern wirklich an der falschen Stelle gespart, jeder vernünftige OAZ sollte ein Gewinde und eine Klemmhülse mit drei um 120° versetzte, ordentlich abgerundete Klemmschrauben besitzen.
Aber naja, was soll man machen...
 
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