Ohne Darks dank fitswork Sigma Stacking

komposer

Aktives Mitglied
Hallo,

ich besitze eine sehr rauscharme Asi462mm, die aber einige weinige Hotpixel zeigt.
Nur deswegen habe ich dennoch Darks gemacht um diese zu subtrahieren.

Bisher hatte ich in der fitswork Stapelbearbeitung die Lights mit der Funktion Add gestackt. Vorher aber ein Masterdark mit Hotpixelkorrektur subtrahiert.
Ohne Masterdarkabzug verursachten die Hotpixel unschöne Muster.

Jetzt habe ich testweise einfach die Lights direkt gestackt aber mit der Funktion Sigma und siehe da: Keine Hotpixel Muster.

Hier zum Vergleich:
irisnebel-120924-stacking-testkl.gif


Jetzt geht das Stacken noch schneller und ich kann mir auch noch die Darks sparen, denn ich sehe oben keinen Unterschied zwischen Sigma versus Add mit Dark.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger

Zwischen den Aufnahmen dithern ist für Sigma wichtig.
Satelitenspuren würden auch verschwinden.
Nur addieren hat besseres Signal Rausch verhältnis, probier mal mit nur 4 Bildern.

Gruß Frank
 
Danke Frank,

also wäre es doch besser mit der Funktion Add zu stacken und dabei vorher immer ein Masterdark zu subtrahieren ?

Speziell gedithert habe ich nicht, die Nachführung läuft nicht so exakt, da ist immer ein leichter Drift drin und ich mache ca. alle 15 Min. leichte Korrekturen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

das lässt mir ja keine Ruhe mit dem schlechteren Signal Rausch Verhalten beim Sigma Stacking.
Konnte das bisher nicht im Internet finden, werde weiter forschen, hoffe aber auf noch mehr Meinungen.

Gruß,
Holger
 
Moin,

ich stacke immer mit Sigma Funktion eben damit ich mir die Darks spare. Dithern in beiden Achsen ist dann natürlich Pflicht.
Wenn Deine Montierung immer einen leichten Drift in die gleiche Richtung hat könntest Du Probleme mit dem "Rain Noise" bekommen. Aber Deine Korrekturen scheinen das zu verhindern.
Wenn Du eh schon mehr oder weniger Dithers könntest Du dann auch mal Drizzeln versuchen. Ich denke bei genug lights sollte das SNR kaum oder nur minimal schlechter werden als mit anderen Stacking Methoden. Messbar vielleicht, sichtbar wage ich zu bezweifeln.

Gruß Markus
 
Danke Markus,

Dithern in beiden Achsen ist dann natürlich Pflicht.
Und ohne macht sigma keinen Sinn ?
Wahrscheinlich würde ohne jeglichen Drift die Hotpixel als Sterne gesehen und nicht aussortiert, oder ?
Wäre das schon der einzige Nachteil oder kommen noch andere sichtbare Probleme bei fehlendem Dithern dazu ?

Durch die leichte konstante Verschiebung wandern bei mir die Sterne immer meist in beiden Richtungen. Mal passt die Geschwindigkeit / die Nachführung in der Rek-Achse nicht genau und die Sterne wandern nach rechts oder links. Gleichzeitig ist die Einnordung nicht so exakt, so dass die Sterne auch nach oben oder unten driften. Das ist nicht viel, manchmal fällt das erst nach ein paar Frames auf. Das muss ich dann ab und zu manuell korrigieren, alle 15 - 30 Min. je nach Brennweite und meist eher die Dek Achse mit der Feinverstellung.

Die Hotpixel bleiben dabei natürlich immer an der gleichen Stelle und werden daher bei mir beim Sigma Stacking aussortiert.
Das wäre meine logische Schlussfolgerung ohne Hintergrundwissen.

Eine automatisches Dithern ist bei meinem Setup nicht möglich. Ich müsste immer manuell eingreifen, an der Feinverstellung (Deklination) drehen oder die Achse (Stundenwinkel) manuell bewegen.

Bei den Darks hatte ich bisher immer recht wenige gemacht, vielleicht 10. Daraus dann mit fitswork das Masterdark erstellt, eigentlich nur um die Hotpixel loszuwerden.


Hier mal ausführlich der Hintergrund:

Auslöser für den Wechsel der Stackingmethode waren schlechte Darks beim Start meiner Irisnebel-Aufnahme am 12.09.24:

Ich hatte beim letzten Avi nach den Lights einfach wie üblich die Steckhülse mit Deckel auf die Kamera geschraubt um noch Darks anzuhängen.
Dabei habe ich die Kamera neben dem Rechner gelegt und da vermute ich die Störquelle.

Bei der fitswork Stapelbearbeitung:
1. Schritt
Lights auswählen
2. Schritt
Masterdark abziehen mit Häkchen bei Hotpixelkorrektur
3. Zur Zieldatei addieren Funktuion Add

Tja und das sah dann schon im Vorschaufenster merkwürdig pixelig aus. Anders als sonst.
Ohne Darkabzug wieder alles normal aber Spuren der Hotpixel im Summenbild.
Also mal ohne Darkabzug als 2 Schritt direkt addiert mit Funktion Sigma und die Spuren der Hotpixel waren weg.

Dann nochmal raus an den Rechner um schnell neue Darks nachzuholen.
Mit denen ging es dann auch wieder ohne Störmuster.

Aber so auf den ersten Blick konnte ich zwischen Sigma ohne Darks und Add mit Darks keinen Unterschied ausmachen.

Gruß,
Holger
 
Probiere mal einen Vergleich addieren und Sigmastack mit sehr wenigen Bildern, dann siehst du den Unterschied,
Mit genug Bildern merkt man es nicht mehr SA überwiegen dann die Vorteile , gerade bei wirklich langen Einzelbelichtungen hat man vielleicht in jedem Bild Sateliten, da ist Sigma klar im Vorteil.
So richtig hat die Dark Subtraktion ja auch nicht geholfen.

Gruß Frank
 
Danke Frank,

Probiere mal einen Vergleich addieren und Sigmastack mit sehr wenigen Bildern, dann siehst du den Unterschied,
Ja das hatte ich gestern gemacht und auch einen Unterschied gesehen. Allerdings habe ich besonders aufgrund meiner recht kurzen Belichtungszeiten immer sehr viele Lights.

So richtig hat die Dark Subtraktion ja auch nicht geholfen.
Hatte ich sonst auch nur wegen der Hotpixel gemacht.
Die Kamera ist ja sehr rauscharm, hatte die deswegen auch gekauft.

Ich tendiere dazu die Darks in Zukunft wegzulassen, da die Hotpixel ja auch mit dem Sigma-Stacking eliminiert werden.

Gruß,
Holger
 
Hallo!

Sigma-Stacking funktioniert ja so, dass nach der Ausrichtung der Einzelframes aufeinander die Deckungsgleichen Pixel über alle Lightframes verglichen werden. Dann werden nur x Prozent (98%, 95%... je nachdem wie stark man das einstellt) der Pixel verwendet, die dem Median (oder Mittelwert?) am ähnlichsten sind. Ausreißer werden verworfen. Wenn man nicht dithert, liegen die Hotpixel alle übereinander und heraus kommt ein Hotpixel. Darum muss man dafür unbedingt dithern oder die "Cosmetic Correction" z.B. in PI nutzen. Satellitenspuren oder ungezogene Strahlung, die mal einen Pixel heller macht, würden auch ohne zu dithern durch das Sigma-Stacking aussortiert.
Diese Methode verwirft also einen kleinen Teil der Daten. Ggf. auch einen kleinen Teil der validen Daten. Aber schlimm ist das nicht wirklich. Wenn man von 100 Einzelaufnahmen 2-5 verliert, fällt das kaum ins Gewicht. Man sieht das jedenfalls nicht. Der Prozess kann zudem auch noch ausgefeilter sein - je nachdem, wie die Stackingsoftware vorgeht. Dann bleibt unter Umständen auch noch mehr Valides Signal übrig.
Wie dem auch sei: Die Vorteile überwiegen die Nachteile erheblich.

Auf Darks zu verzichten kann man überlegen. Wenn man die gut und richtig erstellen kann, dann kann man sich damit die unschönen Charakteristika eines Chips wie das Verstärkerglühen oder Levelunterschiede der Pixel ("Rauschmuster", nicht aber das Rauschen, das dem Signal anhaftet) abziehen lassen. Das kann auch zusätzlich zum Dithern ganz sinnvoll sein, da Dithern dabei ja nicht, oder jedenfalls nicht 100%ig hilft. Bei meiner alten DSLR waren Darks absolute Pflicht.
Heute sind die Sensoren aber wesentlich verbessert (rauscharm und homogener als früher), oft gibt es kein Verstärkerglühen mehr und nur wegen der Hotpixel sind Darks vielleicht überzogen.
Bedenken muss man auch, dass mit dem Dark auch das Bias abgezogen wird. Bei der Verwendung von Flats und Flatdarks müssten dann zusätzlich Bias-Frames beim Stacken bereitstehen.
Ich mache Darks eigentlich immer zu jedem Projekt einmal neu. 40 oder 50 Darks kann eine gekühlte Kamera prima auch allein und ohne Probleme nach der Aufnahmesession machen. Aber wer das als Zumutung empfindet, kann eben unter Umständen auf Darks verzichten, wenn er dithert.

Gruß
Sebastian
 
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