Hallo Roland,
Galaxien erscheinen in der Regel als schwach leuchtende Nebel. Wenn man noch nie eine im Teleskop gesehen hat, kann man schon mal daran vorbeihuschen. Vor allem wenn wenn man die Galaxie direkt von oben sieht und sich ihr Licht auf eine große Fläche verteilt.
Ich benutze zum Aufsuchen meist den guten alten Karkoschka und ein Fernglas, um markante Sternformationen zur Orientierung auszumachen. Dann richte ich mein Teleskop (8'') mit Hilfe des Suchers auf das Zielgebiet aus und halte mit einem 30mm Okular (große AP und großes Gesichtsfeld) Ausschau nach dem gesuchten Objekt. Das funktioniert für mich sehr gut und ich lande meistens genau dort, wo ich hinwollte. Als Sucher benutze ich einen 8x50 RA-Sucher mit 90°- Einblick, damit ich da auch bequem reinschauen kann.
Ein Telrad wird vermutlich zu Recht oft empfohlen, weil er beim Durchsehen Zielkreise auf den Himmel wirft und man ein maximales Gesichtsfeld hat ohne mehr Sterne zu zeigen, als man mit bloßem Auge sehen kann. Jedoch ist genau der letzte Punkt für mich ein Nachteil, da ich schwächere Sterne zur Orientierung und zum Finden von schwach leuchtenden Kleinkram brauche. Der Blick durch das Teleskop, auch mit Okularen hoher Brennweite, liefert mir da schon ein zu schmales Gesichtsfeld. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung die auf meine Beobachtungsgewohnheiten beruht. Es gibt viele, die Telrad-Sucher einem optischen Sucher vorziehen und glücklich damit sind.
Ich kann dir die Sternbilder Löwe und Jungfrau empfehlen. Dort gibt es jede Menge Galaxien. Direkt zwischen diesen beiden Sternbildern befindet sich der Virgo-Haufen und auch direkt unter dem Löwen findet man einige Galaxien, die dicht zusammenstehen. Die Andromeda-Galaxie ist natürlich das leichteste Ziel, da man die ja bereits mit bloßem Augen sehen kann. Allerdings steht die zu dieser Jahreszeit tief über dem Horizont.
Natürlich darf der Himmel nicht zu sehr durch künstliche Beleuchtung aufgehellt sein. Ich beobachte von einem Wohngebiet aus, umringt von einigen Straßenlaternen (die mich zum Glück nicht direkt anstrahlen) und habe in der Nacht zu heute viele Galaxien gefunden. Es muss also auch nicht stockdunkel sein.
Auf das I-Pad würde ich verzichten. Das große Display ist auch im Nachtmodus noch so hell, das es die Dunkeladaption stört. Selbst mein kleines Smartphone stört mich im Nachtmodus so sehr, das ich es beim Beobachten nicht benutze. Nimm am besten nur einen Sternatlas und eine regelbare Taschenlampe mit Rotlicht.