Ich sag mal "Hallo Thread!"
ich weiß nicht, wer immer wieder diesen UHC-Müll verbreitet. Dazu würde ich gern mal umherziehen und diversen Händlern Kopf und Homepage waschen wollen. Wenn ich's schon lese, möchte ich zur Drahtbürste greifen, aber das geht höchstens meinem Bildschirm zur Last und der ist schon matt.
Ich habe mich dem Thema schon vor Jahren und recht umfassend gewidmet:
http://www.svenwienstein.de/HTML/uhc_oder_oiii.html
Um es kurz zu machen ist in den allermeisten Fällen die UHC-Empfehlung für den ersten Filter schlicht und ergreifend falsch. Sie ist falsch, im Bezug auf kleine Teleskope und sie ist falsch im Bezug auf die zu erwartenden Beobachtungsbedingungen, also das Störlicht am Beobachtungsplatz. Die meisten Einsteiger sitzen nun mal eher in den Ballungsräumen und nicht inmitten der Mecklenburger Seenplatte. Der erste Beobachtungsort ist eben Balkon oder Terrasse und nicht die einsame Waldlichtung.
Was Fee über billiges Material schreibt, muss ich im Bezug auf Nebelfilter leider unterstreichen. Es gibt da seit einigen Jahren ein erhebliches Reinfall-Potenzial. Was ausschaut, wie eine interessante Marktvielfalt, ist leider eher ein Dickicht aus Serienstreuung und immer neu gelabelten Billigprodukten. Tatsächlich hat der Markt eher an Vielfalt eingebüßt. Konkret beispielsweise, als Astronomik den damals weichen OIII mit hoher Transmission, der ideal für sehr dunkle Standorte ausgelegt war, umkonzipiert hat. Der Filter liegt nun näher an konsequent harten OIII-Filtern wie der Markt sie von Baader, Thousand Oaks und Lumicon schon hatte. Um nun einen weichen OIII zu bekommen, muss man ein Billigprodukt nehmen und einfach hoffen, dass die Charge, die man erwischt, da rauskommt, wo man den Filter haben will. Und das geht nicht nur ab und zu mal schief, sondern andauernd. Ich kenne den Anblick, vor allem den auf den Gesichtern enttäuschter Käufer.
Ein Gerät wie das 130p mit f/5 jedenfalls kann sehr gut einen härteren OIII vertragen, weil damit niedrige Vergrößerung mit entsprechend hellem Bild zugänglich sind. Über Baader und Thousand Oaks kann man diskutieren, aber ein Lumicon oder Astronomik (aktuelle Variante) wären gut gewählt. Was ich von den günstigeren OIII-Filtern kenne, halte ich für die zu erwartenden Bedingungen (siehe oben) für zu wenig wirkungsvoll, und das gleiche gilt entschieden für einen UHC gleich welchen Herstellers. Der UHC mag später als Ergänzung kommen, macht aber definitiv nicht den Anfang.
Was die Farbfilter für die Planetenbeobachtung angeht: Ja, diese ganzen Koffer voll Filter und Okulare müssen raus, die nehmen zuviel Platz im Lager weg!
Meiner Meinung nach ist man mit einem passenden Graufilter für die Planetenbeobachtung erst einmal viel besser bestückt, als mit einer ganzen Regenbogenpalette von Farbfiltern. Beim 130p würde ich wohl auf einen 4x Graufilter setzen und meine, dass man damit nur dann "arbeiten" sollte, wenn man durch starke Luftunruhe gezwungen ist, die Vergrößerung so weit zurück zu nehmen, dass das Bild unangenehm hell wird. Nahe der Höchstvergrößerung sollte man soweit Möglich für Licht in seiner Umgebung sorgen, damit das Blendempfinden zurückgeht. Es gibt Sternfreunde, die sich den Tubus mit einer Taschenlampe beleuchten - geht nicht, wenn auf dem Teleskoptreffen nebenan einer Deepsky gucken will, geht aber auf der Terrasse eher problemlos.
Clear Skies
Sven