Okulare für f/4,2

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TakFan

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Hallo ins Forum,

Für 2011 steht die Anschaffung eines 16" Dobsons an. Hier habe ich die Wahl zwischen f/4,2 und f/4,7. Ich neige zum f/4,2, da dabei die Einblickshöhe zenitnah selbst mit Äquatorialunterbau "Treppenfrei" bleibt.

Bin mir nicht sicher welche von meinen Okularen bei f/4,2 Probleme bekommen. Hat jemand Erfahrungen mit folgenden Okularen bei f/4,2 oder schneller?

TeleVue Nagler Typ 6 (2,5mm)
Pentax XW (3,5mm / 5mm / 7,5mm)
Tak Hi Le (12,5mm)
TeleVue Nagler Typ 5 (31mm)

Dank im Voraus
Dirk
 
Hallo Dirk,

bei 4.7 und insbesondere f4.2 empfiehlt sich der Paracorr (V=1,15).
Dadurch wird das 31 Nagler auch zu einem 27mm Okular, was bei f4.2 eine AP von 6,4mm ergibt.

Den Rest einfach mit Ethos (z.B. 17 und 10mm) auffüllen ;)

Zu den Pentax kann ich nichts sagen.

Gruß Dietmar

PS. nur bei f4.2 kannst Du das 2,5mm Nagler noch verwenden, bei recht sportlichen 672x (AP 0,6mm),
sollte aber mit EQ-Plattform kein Problem sein.
 
Hallo Dirk,

wie Dietmar schon geschrieben hat, ist der Paracorr bei diesem Verhältnis eigentlich Pflicht. Auf die Nagler T6 würde ich ebenfalls verzichten und mir gleich Ethos-Okulare anschaffen.

Für DS und am Dobson sind sie wegen des Gesichtsfelds ohnehin den Pentax XW überlegen. Einzig die Anschaffung des Naglers 31mm T5 solltest Du überlegen, denn ein Ethos länger als 21mm wird es wohl in absehbarer Zeit nicht geben.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hallo Dirk,

visuell ist f/4 und dessen nähe böse. Ich habe auch die Entscheidung für f/4 getroffen wegen der PKW-Breite und der Montierungs-Belastung, aber ich bezweifle doch stark, dass ich mich noch einmal so entscheiden würde.

Der angesprochene Paracorr ist tatsächlich nett, weil die angestrebten Okulare gut genug sind, um seine Wirkung überhaupt sichtbar zu machen. Nebenbei verlängert er aber auch spürbar, was man ggf. in die AP-Rechnerei einbeziehen kann und so kommt dabei heraus, dass man bei f/4,8 liegt und beim 31mm Nagler knapp unter 7mm AP liegen wird. Beim 2,5mm Nagler T6 hingegen liegt man schon recht nah an D x 2, was ja eventuell unerwünscht sein könnte. Da man einen 16" mit f/4 kaum noch beugungsbegrenzt justiert bekommen kann, wird man in dem Falle wohl eher hoffen, dass der Komakorrektor das beugungsbegrenzte Feld vergrößert. D.h. man sollte an die Verlängerungswirkung denken.

Mit dem Pentax XW 3,5 war ich bei f/4 nicht besonders zufrieden, da schaut ein Nagler Typ 6 und sogar ein LVW 3,5 besser aus, nicht nur am Rand.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf und Dietmar,

Erst einmal Dank an für Eure Rückmeldungen. Am Paracorr komme ich sicher nicht vorbei.

Die Okulare sind schon vorhanden und tun ihren Dienst am Refraktor, was nicht heißt, daß sie nicht auch den Ethos weichen können. Aber ich würde es erst einmal versuchen. Ist ja eine Stange Geld um die es dabei geht.

@ Sven
Du schreibst:

Zitat von Sven_Wienstein:
Da man einen 16" mit f/4 kaum noch beugungsbegrenzt justiert bekommen kann, wird man in dem Falle wohl eher hoffen, dass der Komakorrektor das beugungsbegrenzte Feld vergrößert.

Ich wollte mir einen Alluna Spiegel 410mm / f/4.2 holen. Wenn ich Deine Aussage lese, kann ich ja dann gleich einen billigen Spiegel nehmen der gerade mal beugungsbegrenzt ist. Ist dem wirklich so?

CS
Dirk
 
Moin Dirk,

ein Muss ist der Paracorr sicher nicht. Er wird Dir persönlich möglicherweise hinsichtlich der Bildästhetik im Bereich niedriger Vergrößerungen Gewinn bringen (was ja auch immer subjektiv ist), für die Beobachtung von Objektdetails oder bei Beobachtungen an der Wahrnehmungsgrenze wirst Du keinen Nutzen draus ziehen.

Für Deine Okulare gilt im Prinzip das Gleiche. Probier's aus - das Bessere ist immer der Feind des Guten. Mit den Okularen die Du hast wirst Du in jedem Fall wesentlich mehr als nur die ersten Schritte mit dem neuen Teleskop machen (wobei ich das Tak 12 mm nicht kenne).
Wenn man sich mal mit den Leuten unterhält, die die Deep-Sky Beobachtung etwas intensiver betreiben, findet man auch kaum jemanden, der den Paracorr nutzt - jedenfalls im deutschsprachigen Raum.

Dass man die großen und sehr großen Gitterrohr-Dobsons mit schnellem f/ problemlos perfekt justieren kann (und diese Teleskope die Justage auch bei der Beobachtung halten) wird schon seit Jahren in der Praxis gezeigt - sei es im ATM-Bereich oder auch von den einschlägigen kommerziellen Anbietern (wie z.B. Obsession oder ICS). Die Kollimationsproblematik betrifft ja in der Regel die Teleskope des unteren Qualitätssegments mit ihren mechanischen Defiziten. Aber es geht hier ja nicht um einen Orion UK 16" f/4 Dobson.

Gruß

Gerrit

P.S. Nimm den f/4,2! :/

 
Hallo Dirk,

den großen Spiegel wirst du sehr selten an die Grenzen seiner
Leistungsfähigkeit bringen können, da de Luftruhe meistens
viel zu schlecht dafür ist.

Aber:
Wenn man die MTF Kurven von 2 Optiken gleicher Öffnung,
aber unterschiedlicher Oberflächengenauigkeit anschaust
wirst du bemerken daß die bessere Optik auch im Bereich
der größeren Objektdetailabstände mehr Kontrast übertragen kann.
Also in einem Bereich wlchen du auch bei niedriger Vergrößerung
schon sehen kannst.

Da das beugungsbegrnzte Feld eines 16" f/4,2 Parabolspiegels
extrem klein ist und du keine Nachführung am Teleskop hast
halte ich eine Komakorrektur für sehr empfehlenswert.

CS,Karsten
 
Hallo Gerrit,

Ja, es wird ein 410mm; f/4,2. Drumherum von der DobsonFactroy , da habe ich keine großen Bedenken bzgl. Justierstabilität.
Die Praxis wird es letztendlich zeigen müssen.

LG und Danke für Euer Feedback.
Dirk
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dirk,

ich verstehe nicht ganz, weshalb ein rein visueller Newton mit 16" unbedingt ganz nahe F/4 sein soll - das wiederspricht allem jahrzehntelang publizierten Geschreibsel ...

Im Zenit (Zenitnähe) beobachtest du wahrscheinlich 1x von 10x

F/4 ist extrem schwierig und Komabehaftet
F/4,5 ist problematisch
F/5 ist problemlos
F/6 ist schon ein APO :)
Diese Klassifizierung stammt allerdings von keiner Fachliteratur und ist meine rein persönliche Meinung !!!

Johann
 
Hallo Johann,

vom optischen her ist alles klar, da ist F6 deutlich entspannter, leichter zu justieren und braucht keine high end Okulare und Korrektoren. Aber bei 400mm bedeutet das eine Einblickhöhe von ca. 2.2m, das ist nicht mehr so ganz gemütlich. Auf einer weichen Wiese ist im Dunkeln schnell einmal ein Sturz von der Leiter drin, und alleine beobachten an einem entlegenen Platz wird zum kleinen Abenteuer. Ein ebener Aufstellort für Dobson und Leiter ist halt oft nicht in Sicht, eine schräge Wiese muß dann reichen.

Ich hab mir gerade einen 400mm F4.5 Dobson zum Lowrider umgebaut, 12cm in der Einblickhöhe gespart waren mir den Aufwand wert. Theoretisch perfekte optische Leistung bei 400mm hilft mir wenig, wo die Auflösung nicht durch die Optik, sondern das Seeing begrenzt ist. Und die erreichbare Schärfe ist mit Korrektor gut über das ganze Feld. Nur die mechanische Ausführung und die Kollimation sind natürlich deutlich kritischer.

Bei der Größe ist ein Planeten Newton fehl am Platz und sehr unhandlich, bei 250 bis 300mm würde die Sache ganz anders aussehen.

Clear Skies
Arnold
 
Hallo,

das sind mr zu viele Kompromisse nur für den Zenit und das rein visuell am Dobs...

Ok, dann eben einen F/4,7 von Alluna - oder ist das eh schon übertrieben wenn wie du meinst das Seeing die Grenze darstellt und nicht die Optik ?? Das wiederspricht sich doch, da könnte man auch die GSO - Scherbe einbauen wenns so wäre ???

Als ich würde vorschlagen den F/4,7 als Lowrider UND Okularschlitten, welchen du im Zenit extrem runter fährst um die Leiter einzusparen - oder brauchst du auch noch gerade jetzt im Zenit die maximale Gesichtsfeldausleuchtung - also solche Auslegungsparameter finde ich dann schon eigenartig.

Johann

Mit Alluna hast du einen TOPTOP-Spiegel und wegen der Zenithöhe wird die machbare, optische Leistungsfähigkeit, vermurkst... :confused:
 
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Hi Johann,

Der f4,7 ist meine Alternative. Argument dagegegen ist die Einblickhöhe von rd. 2,2m. Aufrecht stehend bin ich auf einer Augenhöhe von rd. 1,80m. Wenn dann noch eine Äquatorialplattform von 15cm unter den Dobson kommt muß ich rund 45cm überbrücken. Nicht ideal, vor allem mit dem Zeichenblock in der Hand. Auf der anderen Seite hast Du Recht, die zenitnahen Objekte würde ich so auf gut 10% der normal beobachteten Objete schätzen. D.h. die zwei Stufen müßte ich nicht immer hoch....

Wer beobachtet denn hier im Forum mit Dobson ab 300mm aufwärts und schneller als f/4,5. Wie sind die visuellen Erfahrungen? Ist das eine zu schnelle Optik? Laufe ich in die falsche Richtung?

CS
Dirk
 
Hallo Dirk,

ich habe einen 12" f/4 im HP-Volltubus und bin sehr zufrieden damit. Die Kollimationsprobleme, die bei f/4 häufig angeführt werden, kenne ich nicht. Ich habe einen FT-Auzug, eine Drahtspinne und benutze die Ethos-Serie (bis auf 10 und 17 mm) sowie T6-Nagler, allerdings selten und nur am Bino.

Osho schreibt: "Wenn man sich mal mit den Leuten unterhält, die die Deep-Sky Beobachtung etwas intensiver betreiben, findet man auch kaum jemanden, der den Paracorr nutzt - jedenfalls im deutschsprachigen Raum."

Den Paracorr empfinde ich durchaus als Verbesserung, auch wenn Osho der Auffassung ist, dass er im "deutschsprachigen Raum" von intensiveren DS-Beobachtern nicht benutzt wird. Vermutlich zähle ich nicht dazu, auch die Leute, die ich kenne, DS beobachten und dabei einen Paracorr verwenden.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hallo Dirk,

wenn Du einen schlechteren Spiegel nimmst, wird es ja zusätzlich schlechter. Erst recht, wenn womöglich ein Korrekturproblem vorliegt. Daher hat der gute Spiegel schon seine Berechtigung.

Aber schau mal hier:
http://www.brayebrookobservatory.org/BrayObsWebSite/HOMEPAGE/forum/AA_error_article.pdf
Es gibt in diesem Dokument ein Diagramm aus dem man ablesen kann, dass das beugungsbegrenzte Feld des F/4-Sechzehnzöllers etwa 60 Bogensekunden groß sein wird. Das ist weniger als 1mm Feld. Das ist auf 205mm Radius eine Verkippung des Hauptspiegels von weniger als 1/16 Millimeter. Justiert mit M6 Schrauben (1mm Steigung) am äußersten Rand wäre also eine Drehung der Schraube um 21° schon der Durchlauf des kompletten Beugungsbegrenzten Feldes im Fokus. Und wie das so mit Durchbiegung der Tubuskonstruktion ausschaut steht auf einem anderen Blatt.

Ich wil nicht sagen, dass das alles sinnlos ist. Aber es ist ein Problem, dessen man sich bewusst sein sollte. Jedenfalls wenn man damit Haare oder andere Doppelsterne spalten will. Wenn man aber das Ding eh nicht so genau justieren will weil man es nicht braucht, stellt sich die Preisfrage vielleicht etwas verändert.

Clear Skies
Sven

Edit: War Tinneff den Radius zu nehmen, es kippt ja über die Schraube gegenüber, also 410mm wenn die Schraube am äußersten Rand auf die Zelle wirkt (was sie normal nicht tut). Macht 40°
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ich kann die Aussage von Gerrit, dass der Paracorr bei DS-Beobachtungen kaum benutzt wird, insofern (für mich) bestätigen, dass er bei kurzbrennweitigen Okularen nicht mehr ins Gewicht fällt. Beim 8mm und 6mm Ethos habe ich ihn nicht benötigt, obwohl ich ihn wegen einer evt. subjektiv wahrgenommenen Verbesserung (s.u.) im Auzug gelassen habe. Beim 21mm Ethos störte mich (bei f/4) schon das Koma, so dass er hier notwendig war, um einen optimalen Bildeindruck zu gewinnen.

Natürlich sind das individuelle Vorlieben, wer möchte, der kann auch mit Koma glücklich werden. Mein (persönlicher) Eindruck ist aber auch, dass die Abbildung mit dem Paracorr ein wenig besser ist und die Sterne feiner werden. Ob sich das auch die Wahrnehmungsgrenze auswirkt, vermag ich nicht zu sagen.

Bei 'schnellen' Newton-Geräten ist der Paracorr eine meines Erachtens sinnvolle Investition. Wer ohne ihn leben kann oder will, der braucht ihn eben nicht.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hallo Dirk

Ich denke das einige Sternfreunde die Investition des Paracorr scheuen, weil er doch nicht gerade billig ist und wie einige schon geschrieben haben, der Paracorr nur bis zu bestimmten Okularbrennweiten einen deutlichen Gewinn bringt.
Immer hin bekommt man dafür auch ein Nagler Okular im Gegenwert.

Ich persönlich finde, dass der Paracorr bis ca. +/- 13mm Okularbrennweite je nach Okular schon eine sinnvolle Anschaffung ist.
Der Unterschied mit und ohne Paracorr ist bei F/4 und dem 31mm Nagler, oder dem 21mm Ethos schon deutlich sichtbar.

Jedoch bringt der Paracorr z.B. beim Baader 31mm Aspheric Okular keinerlei Verbesserung.

Meiner Meinung nach gehört ein solches Zubehörteil wie der Paracorr bei so hochwertigen Okularen und einer so hochwertigen Optik schon dazu, er macht die WW-Beobachtung einfach perfekt.

Ich persönlich würde auch auf das Öffnungsverhältnis F/4 gehen und auf "Lowrider" verzichten, da die Zenitbeobachtung mit einem Lowrider je nach empfinden doch eine Genickstarre hervorrufen kann ;)

Die Bedenken gegen F/4 sind zwar berechtigt, halten sich jedoch bei einem perfekten Instrument, welches Optisch und Mechanisch einwandfrei gefertigt ist sehr in Grenzen.
Solltest du bedenken haben, rate ich dazu, vorher zu vergleichen.
Doch wird es leider nicht so viele davon geben ;)

Ich persönlich konnte schon mit einem Orion UK 400/1600 eines Sternfreundes mit Ultragrade Optik und meinem Bino mit dem Baader 1.7 GWK am Mond und Saturn beobachten.
Das Bild war bei 544fach immer noch wirklich knack scharf, der Mond übersät mit Kleinstkratern und Saturn zeigte mehrere feine Bänder in unterschiedlichen Farben.
In Verbindung mit dem 1.7 GWK von Baader, war auch hier bei F/4 keine störende Koma zu bemerken.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

Habe keine Bedenken mehr bei f/4,2. Paßt schon. Habe weitere Rückmeldungen aus der Praxis zu vergelichbaren Systemen bekommen.

Danke für Eure hilfreichen Infos und Anmerkungen zu potentiellen Problemen und Gegenmaßnahmen. Hat mir weitergeholfen.

Wenn es 2011 zum Kauf kommt werden die BBs ja die Mängel und Stärken beschreiben können.

CS
Dirk
 
Es regnet Geld...

Hi Dirk,,

tja, um mal bei der Sache zu bleiben ist dem Johann zuzustimmen.
Der 1,7x GWK von Baader für Newtons ist Komakorrigierend, insofern wird Uwe zumindest wenig davon bemerkt haben.
Was das beugungsbegrenzte Feld angeht habe ich hinreichend eindeutig verlinkt. Wer das nicht peilt, darf gerne auch X-Grade NPQ Pro 2 Science to Business Edition kaufen und ohne Korrektor verwenden.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Johann

Vielleicht ist mein Schreiben nicht ganz so deutlich rüber gekommen?!

Was ich sagen wollte, dass mit dem entsprechenden Zubehör wie Paracorr, oder einem Komakorigierenden GWK die Koma bei F/4 ganz gut in den Griff zu bekommen ist.

Allgemein scheint wohl die Meinung vor zu herrschen, dass eine lichtstarke F/4-Optik "grundsätzlich" kein gutes Bild liefern kann?
Das kann ich jedoch so nicht bestätigen.

Ich habe auch schon mit anderen F/4 Optiken z.B. dem 20" F/4 von ICS beobachtet, welcher auch einen hervorragenden Saturn zeigte sogar ohne einen Komakorrektor.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

ich will nur sagen, daß bei einem 16" Dobs, welcher rein visuell genutzt werden soll die Auslegung auf F/4 Unfug ist und mir das viele Geld für den Superspiegel von Alluna als zweckentfremdet erscheint. Ein 20" hat ja baulich schon ganz andere Dimensionen .... der verträgt aber auch für den Planeten wenns sein sollte eine Blende auf 450mm und schon ist es ein F/4,5

Johann

genau deshalb habe ich bei Bob einen F/4 F/20 Cass bestellt - der kann ohne Linse alles und primär auch fotografisch ....
 
Hallo Johann,

folglich ist jeder, der unter 20" f/4 einen rein visuell eingesetzten f/4 Dobson mit einer hochwertigen Ausstattung nutzt, in Deinen Augen eine Art Dummkopf, der sich für viel Geld Unfug gegönnt hat. Erst Recht, wenn er feststellt, keine Probleme mit Koma etc. zu haben. Denn das gibt es nach Deiner anscheinend absoluten Meinung und augenscheinlich profunden Erfahrung nicht.

Ralf

 
Hallo Ralf, Hallo Uwe,

man fragt sich, was solche Beiträge sollen!
Ganz klar steht die Aussage, dass ein f/4 Newton in besagter Größe etwa ein 1mm großes Feld beugungsbegrenzt abliefert. In diesem Feld spielt ein guter Spiegel seine Leistung aus und auch drumherum wird das Bild dadurch nur besser. Aber eben nicht besser als es diese physikalische Grenze zulässt.
Es gilt nun abzuschätzen, ob man bauartbedingt dazu in der Lage ist, sich diesen Teil des Feldes mittig genug in den Okularauszug zu justieren, so dass ein dort eingesetztes Okular, welches auch mit f/4 auskommen muss, diesen Bereich nahe seiner Bildmitte abbildet. Wenn man sich mal überlegt, dass man die 40° Schraubendrehung einer M6 Schraube die das Feld um 1mm verschieben ja quasi schon zum Kontern verwendet, zeigt das auf, dass die Justage äußerst diffizil ist - zumal das für eine Schraubenposition berechnet ist, die bei den meisten gar nicht vorhanden ist.
Und davon abgesehen müssen auch Tubus und Okularauszug sowie die Klemmung so zusammen spielen, dass diese Toleranz von 1mm eingehalten wird.

Ein Komakorrektor kann nun das beugungsbegrenzte Feld vergrößern. Das ist von Vorteil.
Sieht man in einem guten Weitwinkel (egal bei welcher Vergrößerung) die Koma nicht, hat man ein grundsätzliches Optikproblem. Außer in dem Falle, dass man mit 1mm Feldblende oder weniger schaut, also nur den beugungsbegrenzten Teil es Feldes hat, bekommt man Koma zu sehen. Klar, bei 1,1mm fällt das noch nicht auf, aber bei 3,4mm Feldblende eines 2,5mm Naglers kann man sich da nicht mehr herausreden. Ist hier Koma nicht sichtbar, ist etwas grundsätzlich faul im Staate Dänemark.

Ich möchte daran erinnern, dass Koma Linear mit dem Felddurchmesser anwächst. Und da auch der Felddurchmesser linear mit der Vergrößerung abnimmt, sieht Koma immer gleich groß aus bei gleichem scheinbaren Gesichtsfeldradius, bis dann bei Höchstvergrößerung Koma innerhalb des Beugungsscheibchens verschwindet - womit man den beugungsbegrenzten Bereich vor sich hat.
1mm Feldblende auf 80° kann man bei f/4 übrigens zurückrechnen auf eine AP von 0,15mm mit einem 0,6mm Okular.

Also nochmals: Wenn man sich für f/4 oder f/4,2 entscheidet, sollte man sich überlegen, ob man erwarten kann oder will, dass die Justage auch genau genug erfolgt und von der Konstruktion eingehalten wird. Wenn ja, ist das alles "nur" eine Okularfrage. Wenn man aber gegenteiliges befürchtet, setzt man doch besser auf f/5 und sich selbst auf eine Leiter.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

ich will nur sagen, daß bei einem 16" Dobs, welcher rein visuell genutzt werden soll die Auslegung auf F/4 Unfug ist

warum ist das Unfug?

genau deshalb habe ich bei Bob einen F/4 F/20 Cass bestellt

Was ist ein F/4 F/20 Cass ?

der kann ohne Linse alles und primär auch fotografisch ....

Bist du da sicher? Ich nicht.

CS,Karsten
 
Hallo Karsten,

Antwort auf:
ich will nur sagen, daß bei einem 16" Dobs, welcher rein visuell genutzt werden soll die Auslegung auf F/4 Unfug ist

warum ist das Unfug?

hat dir Sven beantwortet und außerdem weißt du ganz genau daß F/4 kein Öffnungsverhältnis für visuelle Geräte ist, stell dich also nicht blöd hier

genau deshalb habe ich bei Bob einen F/4 F/20 Cass bestellt

Was ist ein F/4 F/20 Cass ?


Antwort auf:
der kann ohne Linse alles und primär auch fotografisch ....

Bist du da sicher? Ich nicht.

Deine zweite Antwort hier oben setzt voraus, daß du weißt was ein F/ sowieso Cass .... ist

Johann

jetzt darfst du mich noch fragen, was ein Bob ist :D
 
@ Johann - Tja, bei so viel Arroganz, oder ist es Ignoranz und beharrliches, aufgesetzt zur Schau getragenes intellektuelles Stehvermögen?, da fällt einem nicht mehr viel ein. Viel Spaß noch in diesem Universum.


Hallo Sven,

ich stimme Dir ja zu. Aber bei allen physikalischen und optischen Gegebenheiten muss Du doch zugestehen, dass man ein f/4 Newton visuell nutzen kann, ohne gleich ins Gras zu beißen, vorausgesetzt die Mechanik, die Okulare, das Zubehör etc. sind entsprechend eingerichtet. Wenn ich beobachte, dann habe ich jedenfalls nicht immer den Rechenschieber im Kopf, um gleich bei dem Gedanken in Panik zu geraten, dass ich durch einen f/4 Newton betrachte. Genau dies sollten die Beiträge konstatieren.

Viele Grüße

Ralf
 
Danke für deine netten Worte....

Ich erinnere an die Zeissianer, welche in Laupheim seinerzeit noch Spiegel verkauft haben und die haben gemeint, daß man einen 300mm Newton für visuellen Einsatz nicht unter F/8 bauen sollte.....


..... das waren sicher auch Deppen .....
 
Na gut, ich habe vielleicht etwas überzogen reagiert, Johann, bitte nichts für ungut. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man als Ingenieur und technisch versierter Mensch andere Prioritäten, Vorkenntnisse und Erfahrungen hat, als ein technischer Laie wie ich es bin. Als mathematischer und physikalischer Schulversager bin ich da klar im Nachteil.

Mein 12" f/4 macht mir wirklich keine Probleme und funktioniert auch prima, jedenfalls für meine Ansprüche, die anscheinend wohl geringer sind als Deine. Ich fühle mich durch Ausschluß-Aussagen immer etwas provoziert. Merkwürdig ist doch auch, dass immer mehr Dobson für den visuellen Einsatz in diesen Öffnungsverhältnissen angeboten werden und die Leute eigentlich auch nicht darüber meckern, sondern sie ohne Probleme - wenn man den Berichten Glauben schenken kann - nutzen.

Schönen Abend ins Land der Kelten

Ralf
 
Hallo Johann,

joa, aus heutiger Sicht waren die schon schön blöd und auch aus damaliger Sicht kann man sich die Frage stellen, warum man auf Weitwinkel mit großer AP hätte verzichten sollen. Die Antwort muss wohl irgendwie mit Einbeziehen, dass es damals entsprechende Okulare allenfalls als Exoten gab.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich bin immer der Ansicht gewesen man solle einen Newton
so lang wie möglich wählen.
Der Grund dafür ist die Koma die ein Newton abseits der
optischen Achse zeigt. Das von dir verlinkte PDF zeigt das
beugungsbegrenzte feld eines Newtons in Abhängigkeit von
seiner Öffnung und seinem Öffnungsverhältnis.
Hoffentlich ist es nicht mit ilfe von Oslo berechnet, das Programm
soll angeblich immer noch die Koma falsch berechnen.

Wie auch immer, es stimmt, das PDF zeigt daß das beugungsbegrenzte Feld
eines 16" f/4 Newtons lediglich knapp 60 Bogensekunden groß ist,
und da bei 1600mm Brennweite 1° Feld 28mm groß ist entsprechen
60 Bogensekunden dann 0,466mm Felddurchmesser.

Das ist sehr klein. Es stellt unglaublich hohe Ansprüche
an die Justagegenauigkeit. Kurt schrieb kürzlich (sinngemäß)
daß der schlechtere Spiegel der besser justiert sei die Nase
vorne haben könne. Da hat er recht.

So lang wie möglich:
Wenn ich hätte frei wählen könnte hätte ich meinen 8" als f/7 gebaut.
Das ermöglicht immerhin fast 6mm AP mit einem 41mm Panoptik
und auf der anderen Seite 0,7mm AP mit einem 5mm XW.
Aber erstens gibt es 8"f/7 nicht von der Stange und zweitens
ist die Rückbank meines Wagens zu chmal. Für mich war deshalb
8"f/6 ein guter Kompromiß. Er war so lang wie (sinnvoll für mich) mäglich.

Wenn jemand im dunklen keine Leiter besteigen möchte,
dann legt die Zenitnahe Einblickhöhe fest, wie lang der Newton
maximal sein kann. Wenn dann bei 40cm Öffnung,
Augenhöhe von rd. 1,80m. und Nutzung einer EQ-Plattform
maximal nur f/4,2 möglich ist, dann muß man sich überlegen
wie man das Beste daraus macht.

Das eine pst die Komakorrektur, die die Größe des beugungsbegrenzten Feldes
massiv vergrößern kann. Das andere sind Okulare die bei f/4,2
nicht viel Okularastigmatismus dazu addieren.

Beides zusammen gab es beim komakompensierenden Pretoris-Okular:

Das wirda aber leider nicht mehr hergestellt. Ihr Erfinder
hat derweil noch bessere komakompensierende WW_Okus erdacht,
nur leider werden die nicht gebaut :mauer:

Also muß man sich notgedrungen mit einer Kombination
aus Komakorrektor + f/4 geeigneten WW-Okular begnügen.

Es bleibt aber trotz Komakorrektor dabei, daß die Justage
des lichtstarken Newtons extrem kritisch ist.

Und deshalb ist die solide mechanische Ausführung des Dobsons
ebenfalls entscheidend.


Hat man Alternativen zum lichtstarken Newton?
Sofi der 99ste meint daß es der von ihm georderte Cassegrain sei.
Perfekt justiert hat ein f/20 Cassegrain ziemlich genau
die Koma die ein f/20 Newton gleicher Öffnung haben würde.
das ist super. Weniger Super sind aber oft die konvex-
hyperbolischen Sekundärspiegel der Cassegrains.
Wenn der Cassegrain beugungsbegrenzt ist kann man schon
zufrieden sein...
Ein Freund mußte seinen Cassegrain wegen schlechter Optik reklamieren.

Weitere Alternaztiven?
Ein Schiefspiegler. Mit einem simplen Kutter-Schiefspiegler
ist es aber leider nicht getan. Der würde viel zu lang.
Bei 40cm Öffnung muß etwas anderes her.
Aus Gründen der Fertigung ist es wünschenswert wenn der
konvexe Sekundärspiegel sphärisch bleiben könnte.
Das ist sehr viel leichter in guter Qualität herzustellen
als ein konvex-hyperbolischer Sekundärspiegel.

Im Buch "The best of Amateur Telescope Making Journal", Vol 1
wird ein 500mm f/12,5 Trischiefspiegler vorgestellt
der sich einem Dobson ähnlich aufbauen ließe. Zwischen dem
Tertiärspiegel und dem Fokus sollte man einen Zenitspiegel einbauen.
Problem bei diesem Teleskop ist der Toroidförmig geformte Tertiärspiegel.
Vom toroidförmigen Sekundärspiegel meines Yolo weis ich
daß dieser sehr schwierig in hoher Qualität zu fertigen ist.

Eine weitere Alternative könnte der von Kurt Schreckling
erdachte Kutter mit komatisch geschliffenem Hauptspiegel sein.
Diesen kommerziell gefertigt in der benötigten Qualität
zu bekommen sollte man sich aber gleich abschminken,
das kann kaum einer bezahlen und noch viel weniger
können so etwas fertigen...

Bleibt also eigentlich nur ein lichtstarker Spiegel
welcher mittels mehrer Linsen auskorrigiert wird.
Oder Öffnungsverzicht.
Oder Cassegrain + fette Montierung.
Oder Schiefspiegeler +fette Montierung
oder komplizierter Tri-Schiefspiegler auf alt-az-Montierung...

MfG,Karsten
 
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