Okularkauf für Anfänger?

#1
Hallo,

eine vermutlich etwas befremdlich anmutende Frage, aber auf welcher Grundlage habt Ihr, als Ihr noch Einsteiger wart (oder noch seid), Okulare gekauft? Doch nicht nur nach Spezifikationen auf dem Papier?

Sind jetzt Brennweite, Gesichtsfeld und Augenabstand gegeben, gibt es immer noch z.B. 4 Modelle, die in Frage kommen und bei 2-400 Euro für ein gutes Okular möchte man doch vorher sehen, ob man damit zurecht kommt?

Also ihr habt die Wahl z.B. zwischen einem Delos, Morpheus und Pentax, alle mit ähnlichen Spezifikationen. Aber vielleicht, weil die Augen eh nicht mehr die Besten sind, tut doch auch ein Hyperion?

Wie stellt Ihr das fest?

Mal abgesehen davon, das, aus welchen Grund auch immer, alle Astrohändler im Süden angesiedelt sind (Gravitationsgesetz?), selbst, wenn Ihr in der Nähe wohnt, wie läuft das ab?

Kann man davon ausgehen, das es jedes Okular beim Händler als Vorführer gibt? Und dann nur im Winter kaufen, wenn es schon deutlich vor Ladenschluß dunkel ist und einen Zeitpunkt abwarten, an den der Himmel auch taugt?

Und was machen die, die nicht im Baryzentrum der Astroshops wohnen?

In diesem Beispiel, Vier Okukare, für den Binoansatz alle doppelt, also 8 Bestellen (schon mal deutlich über 1500 Euro Vorleistung), und dann Sechs zurückschicken?
Ist auch nicht höflich dem Händler gegenüber, den faktisch sind die dann ja schon benutzt.

Und ich muß natürlich auch beten, daß ich innerhalb der 2 Wochen Rückgabefrist auch mal 'nen brauchbaren Himmel habe - mehr als drei Tage im Voraus taugt kein Wetterbericht, daß ist schonmal der Zeitpunkt vom Bestellen bis zur Lieferung.

Wie kamen Eure Sammlungen zustande? Vermutlich übersehe ich etwas komplett naheliegendes und Ihr könnt meinen Knoten lösen.

Danke dafür
 
#2
Hallo,

Eine Antwort auf alle Fragen: andere Hobbyastronomen (z.b Volkssternwarten, gibts fast überall) suchen und mitbeobachten und auf Erfahrungen aus erster Hand zurückgreifen.

Das ist besser und aussagekräftiger als jede Theorie.

Gruss

Matthias
 
#3
Hallo!

eBay und astronomie.de Biete-Board. Ein oder zwei habe ich vielleicht auch bei einem Händler gekauft. Günstig kaufen, ausprobieren, und wenn es nicht passt einfach wieder einstellen. Freut sich wer anders über ein Schnäppchen und alles was es gekostet hat ist das Porto.
Ein paar schöne Okulare (Pentax) habe ich auch mal im Paket mit einem Fernrohr gekauft. Der Wert der Okulare alleine war größer als der des ganzen Paketes, Fernrohr und Montierung gab es also geschenkt. Oder umgekeht, wenn ich das Fernrohr mal verkaufen sollte, waren die guten Okulare umsonst :)

Viele Grüße
Maximilian

PS: In diesem Fall kann ich ausnahmsweise mal nicht zur Volkssternwarte raten (zumindest nicht zu unserer), denn die Okulare für einen 5m (Brennweite) Refraktor passen nicht unbedingt zu einem Balkonfernrohr.
 
#4
Hallo,

willkommen im Forum.

Ich muss zugeben, das ich einige Okulare nach Papier gekauft habe. Aber besser ist es natürlich, wenn man beim Händler durchschauen kann, was ich auch gemacht habe. Da war ich gut zwei Stunden dort und habe einiges getestet.

Alles andere hat Matthias schon gesagt.

Zu den Hyperions kann ich sagen, das ich bestens mit diesen klar kommen (Brillenträger). Schönes Bild. Preislich liegen die auch noch in erreichbaren €-Raum ;).
 
#5
Vielen Dank schonmal für Eure Antworten.

Die nächstgelegene Sternwarte habe ich besucht - in der Tat war das der Auslöser, mir das zuzulegen, um dessen Erweiterung ich hier frage.

Dort gab es einen ~1m Spiegel oder ein Cassegrain mit um die 8m Brennweite. Ob ich da Okulartechnisch mit meinen 80mm richtig aufgehoben bin, oder ich mir dort Okulare leihen kann, habe ich nicht gefragt, das kam mir nicht in den Sinn.

Ob der Kreis der Aktiven um diese Veranstaltung jetzt die von mir geplanten Okulare in doppelter Ausführung in meiner Brennweite hat, kann man natürlich mal in Erfahrung bringen.

Ansonsten hatte ich ja nicht nach Theorie gefragt, sondern wir Ihr in der Praxis Okulare vergleicht.

Oder ob Ihr das gar nicht macht, wie offensichtlich bei Maximilian, der ins Blaue hinein kauft und, wenn es nicht passt, wieder verkauft. Auch eine Methode, aber eigentlich nicht so meine.


Und, bei eBay vielleicht nicht unbedingt, aber seit ich hier mitlese, habe ich noch kein Morpheus im Biete Forum gesehen, auch die Delos oder Pentax waren eher spärlich vertreten und dann ja auch immer nur eines, gerne natürlich in falscher Brennweite.

Aber, ich hatte ja nach Euren Methoden gefragt, daher ganz klar danke für die Rückmeldungen

Gruß

Ede


Tante Edith:

@mbba18: Sorry, hatte Deine Antwort irgendwie übersehen. Hast Du Dich vorher beim Händler angemeldet und gesagt, ich würde gerne dieses oder jenes sehen?

Hast Du Dein eigenes Teleskop mitgebracht? Oder hatten die Deines als Vorführer vor Ort?

Bei den Okularen ist es ja so, daß man auf jedem Level unterschiedliche Meinungen gibt. Die Einen finden die Hyperions super, den Anderen ist nichts unter Docter gut genug. Und ich würde halt gerne einmal mit eigenen Augen sehen, ob der Sprung Hyperion -> Morpheus -> Delos -> Pentax (in finanzieller Reihenfolge) sich für meine Netzhaut lohnt.
Idealerweise natürlich im direkten Vergleich.
 
Zuletzt bearbeitet:
#6
Hallo,

Ich muss zugeben, das ich einige Okulare nach Papier gekauft habe
ich auch. Und nach dem Preis. Ich war früher eher empfindlich gegen mechanische Unzulänglichkeiten als gegen optische Schwächen. Ich habe ein oder zwei Okulare gekauft, damit eine Weile beobachtet und gemerkt, ob mir diese Brennweite gefällt oder nicht. Und danach das nächste Okular gekauft, eine Klasse höher. U.s.w.
Solange man durch kein Televue geschaut hat, vermißt man nichts.:)

Ich wohne nahe der 2,3 großen Astrohändler. Vorführokulare in dem Sinn gibt es nicht aber Du kannst sie in der Hand halten und vielleicht auch bei Tag dort ausprobieren. Die liegen nämlich in Industriegebieten, Nachthimmel gibt's dort nicht.

Gruß Uwe
 
#7
Hallo Ede,

Okular-Kauf ist sehr individuell.
Dir einen wirklich Ratschlag geben, welches Du von den angesprochenen nehmen sollst , werde ich tunlichst vermeiden.

Nimm z.B. die von mir angesprochenen Hyperion's. Ich komme bestens mit denen klar, aber habe schon andere Erfahrungsberichte gelesen, das andere gar nicht mit denen klargekommen sind.

Beides sagt jetzt grundsätzlich nichts über die Qualität und die Verarbeitung aus.

Wie schon gesagt, halt ausprobieren wann und wo immer es geht.
 
#8
Hi,
hier auch Anfänger und mit Binoviewer.
Aus Interesse an Okular-Designs hab ich im Bieteboard 1 25mm Kellner und 1 25mm Ortho gekauft. Nur so zum Erfahren, was bei denen der Unterschied jeweils ist. War sehr preiswert.
Bei den beiden angedachten 24mm Hyperions muss ich davon ausgehen, dass sie "Beaning" verursachen werden, weil mein TS-Bino im Okularstutzen nur 18mm Durchlass hat, aber die Hyperions eine Feldblende von 28mm haben.
BEi denen werde ich den Händler vor der Bestellung kontaktieren und ihm sagen, dass ich die 24mm aus dem Grund erst ausprobieren muss, bevor ich die kaufe. Wenn ich sie dann nicht nehme, darf er mir die 21mm verkaufen. Versprochen.

Wenn ich mich in Foren informiere und user-Einschätzungen lese, achte ich darauf, ob sie das Teleskop erwähnen, mit dem sie das Oku benutzen. Wenn sie das nicht tun, ist ihre Einschätzung für mich nichts wert. Und Bino-Benutzung ist noch mal ne Klasse für sich, was Komfortabilitäts-Einschätzung angeht. Darauf achte ich beim Lesen und Einordnen auch.

Das ist auch so ungefähr die Bredouille, der Du Dich gegenüber sahst in der Sternwarte: dass deren Teleskope nicht vergleichbar sind mit Deinem 80mm und schon gar nicht im Gross-?Bino.

LG und CS Silver
 
#9
Hallo!

Oder ob Ihr das gar nicht macht, wie offensichtlich bei Maximilian, der ins Blaue hinein kauft und, wenn es nicht passt, wieder verkauft. Auch eine Methode, aber eigentlich nicht so meine.
Dass ich sie „ins Blaue hinein“ kaufe habe ich nicht geschrieben :oops: Ich habe nur Deine Frage nach dem „wo“ ich sie kaufe beantwortet. Trotzdem kann es immer sein, dass man selber mit einem ansonsten sehr guten Okular nicht zurechtkommt. Und dann ist es von Vorteil, wenn man bei dieser Erfahrung nicht 300 Euro (die Differenz zwischen einem neuen und einem gebrauchten Nagler...) vernichtet sondern nur 4,50 Euro Päckchenporto.

Viele Grüße
Maximilian

PS: Hyperions und auch Baader Eudiaskopische Okulare kann ich jederzeit empfehlen. Die sind in einem sehr erschwinglichen Preissegment und passen für fast jedes Fernrohr.
 
#10
Vielen Dank. Ein Okularratgeber war auch gar nicht meine Intention. Die Frage war halt, wie, als Anfänger, ihr Eure Ersten ausprobiert habt. Ich werde mal sehen, was sich hier in der Gegend so an Gleichgesinnten tut. Momentan ist ja sowieso eher Wolkenforschersaison angesagt.


Im Frühjahr komme ich vielleicht auch mal in den Süd(westen) zu dem ein oder anderen Händler. Resturlaub als Astroshoppingtrip verbraten.


@uwe: Die mechanischen Unzulänglichkeiten sagt man ja den Morpheus etwas nach - zumindest nach dem, was ich so bis jetzt herausgefunden habe - aber so schlecht, daß die (im Paar) ~200 Euro Unterschied zu den Delos sich rein aus mechanischer Sicht lohnen, werden sie wohl nicht sein. Hoffe ich.
Daher würde dann doch das Einblickverhalten vermutlich entscheiden und das läßt sich weder im Gespräch mit Erfahrenen noch online klären.

@Max: Sorry. Ich habe Deine Antwort falsch verstanden. Danke fürs klarstellen, ich wollte Dir nicht auf die Füße treten.
 
#11
Hallo Ede,

nein, ich habe mich nicht vorher angemeldet. Die haben ganz normale Geschäftszeiten.
Eigenes Teleskop auch nicht.
Die liegen nämlich in Industriegebieten, Nachthimmel gibt's dort nicht.
Die Hyperion's schein recht gute "Allrounder" zu sein.
PS: Hyperions und auch Baader Eudiaskopische Okulare kann ich jederzeit empfehlen. Die sind in einem sehr erschwinglichen Preissegment und passen für fast jedes Fernrohr.
Das denke ich mir auch, auch wenn ich keinerlei Erfahrung mit Bino habe.
Dazu muss ich noch sagen, das ich die Hyperion's hauptsächlich im 2"-Modus benutze.

P.S: Leider gibt es die Zeitschrift Abenteuer Astronomie nicht mehr. Da waren regelmäßig Testberichte drin zu jeglicher "Hardware".
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
Zum Testen eines Okulars würde ich auch falls möglich immer das eigne Teleskop und vorallem einen Nachthimmel empfehlen.
Ich selber bin auch ähnlich wie Maximilian verfahren, man muß sich ja nicht von Anbeginn den Okularkoffer mit einem kompletten Satz perfekter Okulare füllen...

Gruß Horst
 
#13
Hallo Ede,

ich habe mir als Anfänger zunächst mal einfachere Okulare verschiedener Typen (Ortho, Plössl, Erfle) gekauft. Aber alles eher günstige Okulare, zum Teil gebraucht.

Ich kann und möchte Dir keine Empfehlung für Deinen Fall geben. Aber einen grundsätzlichen Hinweis: bevor Du selbst die Qualität eines (teuren) Okulars einschätzen kannst solltest Du einiges an Erfahrung in der Himmelsbeobachtung haben. Deshalb vielleicht nicht gleich mit der Königsklasse einsteigen sondern langsam ausbauen.

CS Oli
 
#14
Ich selber bin auch ähnlich wie Maximilian verfahren, man muß sich ja nicht von Anbeginn den Okularkoffer mit einem kompletten Satz perfekter Okulare füllen...
Genaugenommen war es bei mir so, dass mir der Verkäufer meines ersten „richtigen“ Teleskopes, ein C8, damals gefunden über astronomie.de, ein Vixen LV Okular dazu geschenkt hat (neben einer Säule und anderen Sachen, die er gar nicht in der Beschreibung erwähnt hat). Bei einem Händler (Ransburg glaube ich, aber es ist schon 20 Jahre her) habe ich mir dann noch eine Reihe einfacher Plössls gekauft, um alle sinnvollen Vergrößerungen abdecken zu können. Nach und nach habe ich die dann, beginnend mit den am häufigsten benutzten (10mm und 20mm) durch bessere ersetzt/ergänzt: Pentax, TeleVue, Hyperion. Irgendwann einen (eher mehrere) Binokularansatz/sätze gekauft und dafür dann noch ein paar Okularpaare. Und aktuell kaufe ich gelegentlich 2 Zoll Okulare und anderen 2 Zoll Rümpel für eine eventuelle Teleskopvergrößerung. Weil ich es damit nicht eilig habe kann ich in Ruhe nach (sehr) günstigen Angeboten schauen. Astronomie ist nämlich nicht mein einziges Hobby, das andere (Pferde) will auch bezahlt sein...

Viele Grüße
Maximilian
 
#15
Zum Testen eines Okulars würde ich auch falls möglich immer das eigne Teleskop und vorallem einen Nachthimmel empfehlen.
Würde ich auch gerne. Scheint aber nur zu klappen, wenn man privat Leute mit den passenden Okularen kennt. Oder wie realisierst Du das?

ich habe mir als Anfänger zunächst mal einfachere Okulare verschiedener Typen (Ortho, Plössl, Erfle) gekauft. Aber alles eher günstige Okulare, zum Teil gebraucht.
man muß sich ja nicht von Anbeginn den Okularkoffer mit einem kompletten Satz perfekter Okulare füllen...
Astronomie ist nämlich nicht mein einziges Hobby, das andere (Pferde) will auch bezahlt sein...

Das ist natürlich wiederum recht entmutigend. Mein Plan war, beim Thema Astronomie ausnahmsweise mal nicht in die Equipmentfalle zu laufen. Also ständig neu kaufen und verbessern, sondern von vornehinein solide anzufangen und dann auf das Beobachten konzentrieren statt auf die Gerätschaften.
Solide muß dabei absolut nicht das Beste bedeuten, reell (für meine Physiognomie) langt - eben der überall aussterbende Mittelweg.

Und da ich eigentlich grundsätzlich mit Verlust verkaufe - liegt zweifelsfrei an mir - hätte ich die persönliche Okularevoution natürlich gerne etwas abgekürzt. Eben weil ich auch andere Hobbies habe. Wobei das Argument Erfahrung natürlich nicht von der Hand zu weisen ist.



Bei den beiden angedachten 24mm Hyperions muss ich davon ausgehen, dass sie "Beaning" verursachen werden, weil mein TS-Bino im Okularstutzen nur 18mm Durchlass hat, aber die Hyperions eine Feldblende von 28mm haben.
Von dem Thema habe ich nicht viel Ahnung, das Konzept Feldblende und warum es sie überhaupt gibt, habe ich nie wirklich verstanden, aber wäre in diesem Fall nicht eher Randabschattung das Thema?
Rein aus Neugierde, da ich mit den Panoptiks das gleiche hätte. Allerdings sind die faktisch noch kein Thema - erstmal die kleineren Brennweiten. Aber wenn wir schon dabei sind...

Bei denen werde ich den Händler vor der Bestellung kontaktieren und ihm sagen, dass ich die 24mm aus dem Grund erst ausprobieren muss, bevor ich die kaufe
Eine Kaufgarantie würde ich dem Händler auch geben, aber bei mir wären es halt drei oder vier Paare, von denen dann 2 oder 3 zurückgingen. Mal sehen.
 
#17
Hallo Ede,

"Equipmentfalle" würde ich nicht grad sagen.
Astronomie als Hobby betrieben, ist IMHO kein 0815-Hobby und die Menschen die es betreiben, sind etwas seltener zu finden, als z.B. Fußballer ;).
Auch denke ich, dass man sich klar darüber sein muss, dass das ein oder andere Equipment reichlich € kosten kann.
Auch sind Okulare recht individuell (Deine Augen). Und nicht nur die Okulare. Ich halte auch das Teleskop (in Deinem Fall Bino) für eine recht individuelle Angelegenheit.
Die Ansprüche die ich stelle, was will ich beobachten, wie will ich es beobachten usw. usw.
Da sollte man sich ran tasten. Mit seinen Erfahrungen wachsen. Ich denke auch das mit der Zeit die Ansprüche steigen.

man muß sich ja nicht von Anbeginn den Okularkoffer mit einem kompletten Satz perfekter Okulare füllen...
Da sagt Horst was wahres!

Ich betreibe das wirklich schöne Hobby Astronomie als einzigstes.
Taste mich an die Themen die mich interessieren Stück für Stück ran. Verständnis, verstehen, Erfahrungen sammeln... ...

Ein besser, größer, höher, weiter gibt es immer.

sondern von vornehinein solide anzufangen und dann auf das Beobachten konzentrieren statt auf die Gerätschaften.
Das ist doch ein guter Ansatz.
Aber mit den Gerätschaften wirst Du Dich immer auseinander setzen müssen.
 
#18
aber wäre in diesem Fall nicht eher Randabschattung das Thema?
Damit hast Du ganz Recht. Beaning ist Linsenbedingt und in meinem Fall deshalb schlicht der falsche Ausdruck. Randabschattung ist korrekt.
Hast Du denn einen Binoviewer oder ein 80mm Grossfernglas?

Ich hab noch ne Anekdote re Okukauf übers Bietebord. Aber das war so ein Einzelfall, dass Du das nicht als Strategie verwenden kannst. Jemand bot mir an, mir 2 paar zu schicken, ein 12-er und ein 15-er. Und Mondfilter. Ich solle mir das Paar aussuchen, das mir gefällt und das andere zurückschicken. Cool, nech? Hat mich seeehr gefreut, so einen netten Menschen hier anzutreffen. Im Endeffekt hab ich beide behalten, obwohl die mm-mässig so nah beieinander liegen. Auch wieder als Investition in Erfahrung-Sammeln mit Oku-Designs. Und weil's dafür preislich gepasst hat.
 
#20
my 2 cents: ich hab anfangs dieselbe Frage gehabt, und habe sie durch einen Kauf beantwortet. Obere Mittelklasse, Delos, die Testberichte waren gut, die Erfahrungsberichte waren gut, das Einblickverhalten wurde als gutmütig beurteilt und das war mir wichtig. Auch gerade wenn die Augen nicht mehr die besten sind, sollte ein Okular das nicht noch verschlimmern. ;)

Bislang bin ich absolut zufrieden. Delos & Panoptic sind weltweit im Einsatz, kann also nicht ganz falsch sein. Ich hatte vor 35 Jahren aber auch ganz normale Plössl und hab mich auch damit gefreut, zu beobachten. Letztlich ist es fast egal, wichtig ist nur, dass das Gesichtsfeld passt (68° und 72° in meinem Fall) und das Einblickverhalten. Bei einem Bino musst Du jedenfalls den Kopf schön gerade halten und die optischen Achsen möglichst treffen, sonst huschen auch bei 24mm Panoptic dunklere Abschattungen durchs Bild, wenn man herumwackelt - vor allem bei kurzen Brennweiten wie dem 100/550 Bino von APM.

Ich schließe mich allen Vorpostern an: wenn Du wo probieren kannst, dann guck durch, auch wenn es nur eines ist. Schau, ob der Augenabstand angenehm ist und das Einblickverhalten bei der gewünschten Brennweite. (Beaning, ein guter Kontakt mir Augenbraue oder Nase möglich, etc.) ;)

lg
Niki
 
#21
Hi
man sich nur einlesen, Daten vergleichen, Erfahrungsberichte lesen und am Ende selbst probieren.
Okularkauf ist sehr subjektiv - fast noch mehr als Teleskope. Mit jeder neuen Erfahrung wird sich am Anfang konkretisieren was man selbst braucht und will um zufrieden mit dem Okular zu sein.
Bino und Mono sind nochmal 2 verschiedene Dinge.
Aus meiner Sicht, warte bis zu den Teleskoptreffen im Frühjahr. Da kannst Du probieren und testen und und und... Mit diesen Erfahrungen wirst Entscheidungen selbst treffen können. Und das ist ja das Ziel.
Aufs Beobachten konzentrieren statt auf die Gerätschaften!? ;)
Das ist ein frommer Wunsch. Ohne Gerätekenntnisse und zumindest etwas Basiswissen wird das wenig erfolgreich. Und wenn man denn mal dabei ist, besteht für fast alle die Gefahr des Öffnungsfiebers, der Farbfehlerallergie und der Habenwillsucht. Aber das ist ok so :)
CS
 
#23
Die Einstellung kann das wirklich erreichen. Genau. Keine Optimierungssucht, die wegen schlechtem Wetter die Hälfte oder mehr des Hobbies ausmacht.

Tagsüber beim Händler Okus zu testen, ist nix gutt. Die Pupille ist dann viel kleiner. DEIN Einblickverhalten an Okus ist anders. Hier schreibt ein Anfänger ohne Übung in Ruhighalten von Kopf und Körper: Ich hab ein Paar 15mm TSWA, die sind tagsüber schwierig zu benutzen wegen auftretender Randabschattungen und notwendigerweise ganz starrer Kopfhaltung. Nachts ist das Feature völlig weg. Tagsüber ist meine Pupille 2.3mm gross und die Austrittspupille der Okus in meinem System ebenfalls 2.3mm.
Auch hatte ich ein Paar 30mm Billig-Teile, weiss nicht genau, welches Design das war. Gab's als Beigabe zu einem Binoviewermodell, nicht von TS. Ging zurück weil dejustiert.
Die waren tags ohne Randabschattung, nachts aber waren sie un-er-träg-lich.
Okus am eigenen Gerät kennenlernen, ist auch wichtig. Bringt Dir nix, wenn Dir die Okus beim Nachbarn im Binoviewer am gradsichtigen Newton und auf Barhocker sitzend gut gefallen haben.
Aber im Stehen am eigenen 90˚ Grossbino auf Videoneiger stellt sich raus, dass Du Mühe hast, durch sie die optische Achse zu treffen. Blöd das.

Ich weiss nicht, wie die Internet-Händler mit Rückgaben umgehen. Ob die alle Retouren dann als solche verkaufen müssen oder ob sie die meisten doch noch als Neu vermarkten können, weil die Verpackung null beschädigt ist?
Man kann auch im Shopsystem geflaggt werden, wenn der Händler einen als Spass-Käufer identifiziert und kein Geschäft mehr mit einem machen will. Ich habe vor, meine beiden noch fehlenden Okupaare neu zu kaufen - und nach vorheriger Absprache mit Händler, dass ich halt erst 2x nachts ausprobieren muss, ob's passt = Grosswetterlage kostet Zeit. Will der Händler das nicht, geh ich zum nächsten. Gibt ja zum Glück einige in Deutschland.
 
Zuletzt bearbeitet:
#24
...

Ich weiss nicht, wie die Internet-Händler mit Rückgaben umgehen. Ob die alle Retouren dann als solche verkaufen müssen oder ob sie die meisten doch noch als Neu vermarkten können, weil die Verpackung null beschädigt ist?
...
Ich denke, die werden wieder verkauft, ggf. auch neu verpackt. Sind ja auch "neu" und für mich ist das OK.
Vermutlich gehen viele von uns mit dem Zeug vorsichtiger um, als der Verpacker... außerdem sind es keine Hygiene-Artikel.
Alles andere wäre bei tadelloser Technik eine maximierte Ressourcenverschwendung; reichen schon die ganzen Transporte.
... und wir sprechen ja hoffentlich nicht von "Wardrobing" oder von "nur das beste Exemplar für mich-Selektierern".
Bei YT findet man einige interessante Beiträge zu "Was passiert mit Retouren".
 
#25
Hi GrafSchnappschuss,

eine vermutlich etwas befremdlich anmutende Frage, aber auf welcher Grundlage habt Ihr, als Ihr noch Einsteiger wart (oder noch seid), Okulare gekauft?
wieso befremdlich? Das ist ne wichtige Frage. Und die Okulare entscheiden schließlich mit, ob Du langfristig dabeibleibst oder irgendwann vom Anblick enttäuscht das Hobby aufgibst.

Es wurde ja schon einiges geschrieben. Was mir dabei völlig fehlt, ist der Hinweiß auf Teleskoptreffen/größere Beobachtergruppen. Da hast ne Wahnsinnsauswahl an Teleskopen, Okularen und deren Besitzer und kannst am Nachthimmel praktischerweise auch direkt vergleichen.

Als ich vor mehr als 25 Jahren in die praktische, beobachtende Astronomie mit nem eigenen Teleskop eingestiegen bin, waren solche Teleskoptreffen für mich sehr wichtig. Ich hab mein Zelt aufgebaut (= Revier markiert :D) , anschließend bin ich rumgelaufen und hab mit den anderen Teilnehmern gesprochen. Mich vorgestellt, rumgefragt, wer welche Ausrüßtung hat und ob ich nachts mal mit meiner Ausrüßtung vergleichen darf, weil ich mir diverse Teile kaufen möchte.

Ich hab damals mit der Methode sehr gute Erfahrungen gemacht, viele nette Bekanntschaften gemacht und konnte so Fehlkäufe weitgehendst vermeiden. Zusätzlich hab ich auf diesen Treffen viele Beobachtungstipps abgestaubt, auf den Flohmärkten für kleines Geld meine dürftige Erstausstattung (2 Okulare, 1 Plastikzenitspiegel) um deutlich wertigere Zubehörteile ergänzt. Und Freundschaften geschlossen, die bis heute halten...
 
#26
Was mir dabei völlig fehlt, ist der Hinweiß auf Teleskoptreffen/größere Beobachtergruppen.
Doch, ich glaube in der ersten Antwort hat bogix genau darauf angespielt. Zumindest habe ich es so verstanden. Aber schön, daß noch einmal detailierter untermauert zu haben.
Ich werde mal sehen, was sich hier tut. Trotzdem, wie auch schon von anderen Seite dargestellt, wäre es natürlich der Idealfall, wenn man Okulare am eigenen Fernrohr testen könnte.
Davon ab, gibt es sicher eine Menge anderer Tips und Erfahrungen, an denen man in einer Gruppe teilhaben kann.

das ist ein frommer Wunsch. Ohne Gerätekenntnisse und zumindest etwas Basiswissen wird das wenig erfolgreich
Da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Es geht nicht darum, den Hintergrund nicht verstehen zu wollen - ganz im Gegenteil, ich bin durchaus technisch interessiert -, sondern darum, nicht dem ewig neu kaufen müssen wahn zu verfallen.
Gerade als technisch interessierter neige ich dazu, viel ausprobieren zu wollen, was dann natürlich auch den Besitz in irgendeiner Art voraussetzt. Dabei rückt dann auch der eigentliche Sinn gerne mal zugunsten der Dinge in den Hintergrund. Sprich: Das Equipment wird wichtiger als das Beobachten. Dem möchte ich hier gleich einen Rigel vorschieben und daher, wie Demokrat sagte, in der Mittelklasse einsteigen. Da die aber für mich eben doch recht teuer ist, möchte ich das nicht blind machen.
Da ich auch ein Nasenfahrrad trage, ist aufgrund des geforderten Augenabstands die Auswahl <10mm BW sowieso recht übersichtlich. Und der Zinken muß ja auch noch irgendwie zwischen die Okulare passen.


Aber im Stehen am eigenen 90˚ Grossbino auf Videoneiger stellt sich raus, dass Du Mühe hast, durch sie die optische Achse zu treffen. Blöd das.
Als könntest Du Gedanken lesen. Schon bei 25x bin ich am kämpfen. Bei den geplanten 50/75 wird das noch mal spannender. Aber das, so denke ich (hoffe ich?), ist Übungssache. Allerdings habe ich akut nur einen Kugelkopf, eine richtige Montierung steht noch aus. Ein Thema für sich, das schwieriger als die Okulare zu sein scheint.

Zu den Händlern: Ich werde selbstverständlich auch vorher anfragen. Das Rückgaberecht ausreizen bin ich nicht der Typ zu - daher ja auch dieser Faden. Und zumindest einen Vergleich zwischen Morpheus und Delos möchte ich sehen, wenn irgend möglich. Hätte halt schon erwartet, daß das eigentlich eher Standard ist, aber wurde hier ja auch eines besseren belehrt.

Ganz eilig habe ich es nicht, die Montierung fehlt ja noch, der Transportkoffer auch und ich werde mich auch mal lokal umsehen, hier gibt es zumindest zwei Vereine, und so ich auch die Ruhe und Einsamkeit abseits des Troubels beim Beobachten genieße, in der Gruppe hat das bestimmt auch seinen Charme.

Danke noch einmal für alle Eure Antworten und Hinweise.

Gruß

Ede
 
#27
Da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Es geht nicht darum, den Hintergrund nicht verstehen zu wollen - ganz im Gegenteil, ich bin durchaus technisch interessiert -, sondern darum, nicht dem ewig neu kaufen müssen wahn zu verfallen.
Gerade als technisch interessierter neige ich dazu, viel ausprobieren zu wollen, was dann natürlich auch den Besitz in irgendeiner Art voraussetzt. Dabei rückt dann auch der eigentliche Sinn gerne mal zugunsten der Dinge in den Hintergrund. Sprich: Das Equipment wird wichtiger als das Beobachten. Dem möchte ich hier gleich einen Rigel vorschieben und daher, wie Demokrat sagte, in der Mittelklasse einsteigen. Da die aber für mich eben doch recht teuer ist, möchte ich das nicht blind machen.
Hi Ede,
nein, das war nicht undeutlich.
Ich habe selbst ne Brille und teste gerne - schon länger inzwischen auch Astrozeugs.
Wer so tickt wird das nicht abstellen. Das meinte ich. Und der Kauf der Mittelklasse bewahrt Dich vor gar nichts und ist am Ende aus rein monetärer Sicht auch kein wirklicher Tipp.

Nicht nur mein eigener Weg, auch der der meisten meiner Mitstreiter legt zumindest nahe, dass man, wenn man dauerhaft dabei ist und bleibt am Ende doch das kauft was einfach optisch das Optimum dessen darstellt was man sich leisten will. Da gehen manche sogar über das Kann hinaus.

Als ich vor 2 Jahrzehnten in die 8" Klasse aufstieg, wollte ich auch keine Unsummen für Okulare ausgeben. Nagler T6 für über 300,- DM... ach herje, was Preise. So dachte ich damals und habe mich mehrere Jahre durch diverse Stufen von Mittelklasse bewegt. Das hat mir viel Erfahrung gebracht, monetär war es aber ein Verlustgeschäft. Irgendwann, ich konnte ja dauernd testen, hatte ich dann doch die ersten Nagler im Koffer - und die waren inzwischen teurer als 300,- DM. Zum Glück bekam ich eines der ersten Ethos in D in die Finger und so konnte ich testen ;) und ich übersprang den Zwischenschritt Nagler für die meisten Brennweiten und kaufte gleich die Ethos. Das wir hier über umgerechnet 1300 DM und mehr pro Okular sprechen, spielt keine Rolle mehr...

So oder so ähnlich beobachte ich es bei vielen Leuten. Du gibst erst Ruhe, wenn Du im Vergleich keine nennenswerten Unterschiede siehst. Und so hast man irgendwann nichts mehr aus der Mittelklasse.
Es muss bei Dir natürlich nicht so kommen, aber ich denke, die Gefahr ist latent. ;)
CS
 
#28
Hallo Armin, hallo Ede,

nur kurz zwischendurch: mit meiner Wahl der "oberen Mittelklasse" bezeichnete ich meine Delos. Die stehen meiner Meinung nach und in vielen Berichten von Anwendern in optischer Qualiät den Ethos oder Pentax oder was auch immer nicht nach, sie sind nur vom Budget her preiswerter und das Gesichtsfeld ist mit 72° geringer. Insoferne steigt man optisch hier schon in eine Klasse ein, die man ein Leben lang behalten kann. Aber sie kosten die Hälfte der Ethos-Reihe.

Daher gebe ich Armin (Antares) absolut recht, in eine Mittelklasse, die bei vielleicht bei 150 - 180 Euro pro Okular liegt, würde ich aus den von ihm genannten Gründen heute auch nicht einsteigen wollen (und nur, wenn es finanziell machbar ist!!), weil der Verlust bei einem Verkauf zwecks späterem Upgrade ein eher unnötiger und teurer Zwischenschritt wäre.

Es sei denn, man ist "Sammler und Vergleicher"... das kann ja auch durchaus spannend sein. Ich habe auch einige Nagler und ein Ethos, weil ich meine Erfahrungen gerne selbst mache und gerne mit meinen eigenen Teleskopen. Die Nagler gibt es ja immer wieder günstig gebraucht. Nicht, dass ein Nagler T5/T6 besser wäre als ein Delos, sondern einfach, weil ich mir auch den Kauf von "älteren" Okularen im Rahmen meines Hobbys gönne, wenn ich sie günstig erwische. Zuletzt war es ein 20mm Nagler T2, das war eine Ikone vor 35 Jahren (!!), das gute Stück. Das wollte ich auch mal haben. Groß, sauschwer, nicht alle Linse vergütet, aber das hat damals mit die Weitwinkel-Ära eingeläutet. :)

Selbst ist der Tester. Bei Okularen unumgänglich.
Dafür fahre ich ein eher kleineres Auto. ;)

lg
Niki
 
#29
Hallo,

da du die in Okularauswahl schon eingegrenzt hast, solltest du jetzt wirklich den Test am Teleskop durchführen. Wäre es mein Anliegen, würde ich einen der großen Händler anschreiben und das Vorhaben ehrlich schildern. Normalerweise sollte man sich dort darauf einlassen und ggf. auch einen verlängerten Testzeitraum zugestehen. Wenn du schon bei einem Händler guter Kunde bist, sollte es umso einfacher sein. Vor allem vermeidest du damit, dass du später wegen einer zu hoher Rücksendequote Probleme mit dem Händler bekommst. Solange die Okulare pfleglich behandelt werden, werden sie durch das Durchschauen ja auch nicht abgenutzt.

Ob du bei deiner Auswahl mit den Hyperions zufrieden sein wirst, ist schwer zu sagen. Die anderen Okulare spielen doch in einer andere Klasse. Versuchen kannst du es ja zumindest.

Viel Erfolg.

Gruß

Carsten
 
#30
Allerdings habe ich akut nur einen Kugelkopf, eine richtige Montierung steht noch aus. Ein Thema für sich, das schwieriger als die Okulare zu sein scheint.
Oh.
Uhm.
Dann kannst Du beim Oku-probieren also noch gar nicht an "Deinem Gerät" testen. Grmpf.
Das schockt mich beim Hineinversetzen in eine flight-or-fight-Kopf-untern-Flügel-steck-Reaktion.
Andererseits .. ob Du in dem Moment bequem, entspannt hineinblickst und nicht behindert wirst Du einen schiefen Kugelkopf, der Deinen Kopf und Deine beiden Augen in ungünstige Position zwingt, hast Du ja in der Hand. Zumal Du schon sensibilisiert bist, dass es darauf eben auch ankommt bei der Beurteilung, ob Okus nerven oder für gut befunden werden.

Gruss und schnellen Finde-Erfolg!
 

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