Optimale Mondbedingungen

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Hallo zusammen

Zur Zeit, bzw. wie jedes Frühjahr haben wir optimale Bedingungen für die Mondbeobachtung
Der Mond läuft sehr hoch durch den Meridian und das z.T. schon während der Dämmerung.
Dadurch ergeben sich z.T. deutlich bessere Seeingbedingungen, einmal durch die Objekthöhe und zum anderen durch das noch bestehende thermische Gleichgewicht vor der Dämmerung.
Mit meinem 10" und 16" Newton ist bei solchen Bedingungen die Standartvergrößerung 332fach.
In den letzten Tagen könnte ich direkt nach Sonnenuntergang sogar auf 443x bis 523x vergrößern, bei einer fantastischen Schärfe und Kontrast.
Das interesante dabei ist, dass die Mondoberfläche bei solchen Bedingungen und mit großen Öffnungen plötzlich nochmals übersät ist mit Tausenden von Minikratern und eine sehr rauhe bzw. schroffe Oberfläche bekommt.
Sobald das Seeing jedoch schlechter wird verschwinden diese Minikrater und die Oberfläche erscheint wieder geglättet.
Damit das Teleskop dann auch zu dieser Zeit einsatzbereit ist, stelle ich das Teleskop schon 1-2h vor Beginn/Sonnenuntergang in den Hausschatten auf meinem Balkon und lasse die Lüfter laufen, damit der Spiegel angepasst ist.
Ähnliche Bedingungen hat man erst wieder im Herbst, jedoch dann in der zweiten Nachthälfte mit dem letzten Mondviertel, also zu deutlich schlechteren Bedingungen für's Arbeitende Volk;)
Viel Spaß bei der Mondbeobachtung.

Gruß
CS
 
Hallo,

ich konnte letzte Nacht mein C11 EHD auch erstmals seit Besitz am Mond auf eine AP von 0,5mm (560fach) "hochjagen" ohne den Eindruck nachlassender Schärfe zu haben. Die Fülle an Details war absolut überwältigend, so habe ich den Mond mit eigenem(!) *entfernt* noch nie gesehen.
Das C11 konnte seinen Auflösungsvorteil ggü. meinem ehemaligen 10" LX200 und meinen 5"-Apos erstmals vollumfänglich ausspielen.
Die beste Schärfeleistung habe ich auch während der Dämmerung und bis ca. 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erreicht. Danach wurden die Bedingungen zunehmend schlechter bis schließlich nur noch (die bis dato üblichen) ca. 260fach gewinnbringend nutzbar waren.

VG
Günter
 
Hallo zusammen,
Heute waren wieder optimale Mondbedingungen.
Dabei habe ich schon kurz nach 19Uhr angefangen. Die Luft war extrem ruhig so dass ich mit 576fach beobachten konnte.
Besonders schön war die große Kraterwand von Maurolycus.
Die Wand zeigte sich noch etwas dunkelgrau mit schwarzen Streifen, evtl. Abrutschungen?
Auch die Kraterkette in Davy y, wunderbar wie eine Perlenkette.
DIe Headley Rille auch noch sehr gut zu sehen usw.
Mit fortschreitender Dämmerung wurde das Seeing immer schlechter, so dass ich auf 320fach zurück gehen musste.
Morgen ist wieder mal Copernicus dran.

Gruß
CS
 
Ja, heute extrem klar, auch noch nach der Dämmerung; jetzt wird es zunehmend schlechter.
Konnte das 130 f/6 Triplet bis 390x (4mm Orho plus 2x Barlow) hochschrauben ohne viel Einbruch von Schärfe oder Kontrast.
Selbstverständlich nicht mehr Details als bei 195x, aber das Experiment war ganz beeindruckend...
 
Bei mir ist es mau, Copernicus konnte ich noch einigermaßen gut bis sehr gut sehen, mit 384-443fach.
Aber der Himmel war schon voller Zirren.
Gestern war es durch Saharastaub fast schon bewölkt bei mir, da habe ich es sein lassen.
Vielleicht klappt heute noch Aristarchus mit Rille?

Gruß
CS
 
Gestern hat es wieder geklappt, die Gegend um Aristarchus und Vallis Schroteri war bei 443x wunderbar zu beobachten.
Auch wahren viel kleine Rillen westlich von Schroteri und unterhalb von Aristarchus Z und Vaisala zu sehen.
Aristarchus zeigte feine weiß/graue Farbschattierungen an seinen Terrassenhängen, An solch hellen und weißen Mondkratern zeigt sich, dass der Einsatz eines ADC, mehr Farbreinheit und nochmal mehr Kontrast bringt.
Die Kanten werden schärfer und Farbnuancen kommen besser heraus.
Gassendi war schon zu stark ausgeleuchtet, so dass nur dir größeren Rillen um Gassendi N auszumachen wahren.
Auch wahren die ganzen Dome um Marius sehr gut beleuchtet.
Der Krater Schiller ist auch immer wieder schön zu sehen.

Gruß
CS
 
Jetzt über Ostern bei zu- und abnehmendem Vollmond sind die Beobachtungsbedingungen für die Kleinkrater in Plato günstig.
Grobe Faustregel: pro Zoll Öffnung 1 Kleinkrater sichtbar (gilt ab 4"...).
 
Der Mond geht jetzt nach Vollmond schnell unter 20°ü/H, bei der Objekthöhe sind die Seeingbedingungen oft deutlich schlechter.
Je nach Öffnung kommt man dann ohne ADC eigentlich auf keinen grünen Zweig mehr.
Der Mai bietet nochmal ganz gute Bedingungen und dann ist die Mondsaison erst einmal vorbei.
Wie Eingangs geschrieben bietet der Herbst wieder zur zweiten Nachthälfte bzw. nach Vollmond wieder gute Bedingungen.

Am 16.05. ist dann am frühen Morgen noch eine Mondfinsternis.
Die Totalität findet jedoch tief am Horizont statt.

Gruß
CS
 
Hallo Mondfreunde

Der Mai ist quasi die letzte gute Runde, bei der ein Großteil der Phasen je nach Standort, noch bei über 50° ü.H. stattfinden werden.
So kann man am 06.05. nochmal das Trio, Theophilus mit Cyrillus und Catharina gut beobachten.
Und am 08.05. erreicht der Mond noch einmal die 60° Marke, wo die Hadley-Rille gut zu sehen sein wird.
Am 10.05. dann Copernicus auch noch mal bei über 50°.

Zum Vergleich, im Juni und den folge Monaten wandert der Mond schnell Richtung Horizont und wird dann erst zum Herbst bzw. September, dann jedoch bei abnehmendem Mond, früh am Morgen mit Höhen wieder von über 60° ü.H. zu sehen sein.

Viel Spaß beim Beobachten

Gruß
CS
 
...heute wieder...

Seit 2 Stunden im (unmoralischen, darf man heutzutage ja nicht mehr haben, siehe Nachbar-Thread :( ;)) LZOS 130 f/6 bis 390x ohne Verlust von Schärfe und Kontrast. Natürlich kein Detailgewinn gegenüber 222x...
 
Hallo Steinheil,
wenn du ebenfalls bei diesen Höhen mit solchen Vergrößerungen arbeiten kannst, dann kannst du wenn du willst, ohne schlechtes Gewissen auch auf eine größere Öffnung wechseln. ;)
Ich habe mich quasi vor vielen Jahren ebenfalls so herangetastet in dem ich immer wieder gemerkt habe, das da noch mehr drin ist.
Der Goldstandart für die Mond und Planetenbeobachtung wird von vielen Sternfreunden bei Öffnungen zwischen 12"-16" gesehen.
Weshalb oft 14" als optimal angesehen werden.
Standorte in Äquatornähe erlauben wohl noch größere Öffnungen, weil dort die Objekte quasi durch den Zenit laufen.

Bei über 300x Vergrößerung hast du halt mit 12"/14"/16"...Öffnung eine wesentlich bessere Austrittspupille und deutlich mehr Auflösung/Details.
Diese hat dann den Vorteil, das man mit Binokular, noch eine angenehme Bildhelligkeit, mit guter Farbwiedergabe hat.
Auch sieht man bei APs um 1mm, noch keine störenden "Mücken" (Glaskörpertrübungen).

Das Binokulare beobachten ist ebenfalls für die Mond und Planetenbeobachtung sehr zu empfehlen.
- Deutlich bessere Detailwahrnehmung, durch die Nutzung der vollen Sehkraft des Gehirns, man sieht viel früher und deutlicher das Beugungsscheibchen, ab ca. 1mm/AP
- Die Beobachtung ist entspannter und gemütlicher, was wiederum die Detailwahrnehmung erhöht und auch "Lucky Imaging" bei schlechteren Seeingbedingungen einfacher macht. Man ermüdet nicht so schnell und kann die Vergrößerung näher am Maximum halten
- Okulargesichtsfelder erscheinen größer als monokular
- Das Objekt erscheint ca. 1/3-1/4 größer als monokular, Binokular bei 100fach, erscheint wie mono bei 130-140fach

Leider kommt nicht jeder mit einem Bino zurecht, manche sehen Doppelbilder und bekommen Kopfschmerzen.

Gruß
CS
 
Ich weiß...

Einen Newt (wenn dann großer Gitterrohr-Dob) möchte ich eigentlich nicht; außerdem kenne ich mich bei den Produkten nicht aus.
Gleiches gilt für mich für MNs.

8", 9.25" und 11" SCT haben mich insgesamt enttäuscht, auch an Mond und Planeten...

Gute Maks z. B. von Intes Micro gibt/gab es zumeist nur bis 8"; die großen sind ganz gut, aber derzeit kaum auf dem Gebrauchtmarkt...

Bleibt für mich persönlich eigentlich nur noch ein 5-7" Apo, meinetwegen auch mit Baader-Bino. Einen sehr guten 5" habe ich schon, der reicht vorerst aus, auch am Mond...

Dennoch vielen Dank für Deine Beurteilung, Ulrike.
 
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