Hi Christian,
also OK mit den zwei Okus kannst Du den Dobs nicht voll ausreizen. Das ist doch der moderne 200/1200, oder? Weil es früher auch 200/1000 als Dobs gab. Ich geh jedenfalls von 200/1200 aus.
Was gut ins Budget passt, ist ein nettes 2" Übersichtsokular zwischen 30 und 40mm. Sowas wie ein 40mm Antares Erfle. Wie das neue TS-WA 38 ist, hat sich noch nicht so recht herumgesprochen. Das ist toll für große Objekte und zum suchen.
Für Planeten sind die 10mm Brennweite noch weit ab vom Maximum für Dein Gerät. Du kannst so bis 4mm Brennweite hochziehen, wenn das Gerät eine gute Optik hat, sauber justiert ist und wenn das Wetter stimmt. Da das so viele "wenn" sind: Erstmal 6mm probieren. Da passt in Dein Budget ein 6mm Genuine Ortho, aber neuerdings würdest Du sogar ein TMB Mono bekommen. Das Mono ist ein richtig gutes Planetenokular. Das Genuine ist auch schon sehr gut. Musst Du wissen, ob Dir der Preisunterschied zusagt. Jedenfalls ist bei beiden der Augenabstand recht knapp, Du musst viel dichter ran, als bei Deinem 10mm Plössl. Das ist eigentlich für alle "Planetenokulare" unter 10mm Brennweite gleich. Umgehen kannst Du das nur, indem Du ein Planetenokular mit 10mm oder mehr mit einer Barlow kombinierst. Zum Beispiel ein 12mm mit einer 2x Barlow.
Für Deepsky - also heller oder schärfer als die beiden Plössls Dir Deepsky zeigen, wird es nicht gehen. Deepsky-Objekte sind eben meist diffus. Etwas anderes ist es, wenn das Teleskop nicht die gewünschte Leistung bringt, da kann dann das Okular nichts für. Da müsstest Du schauen, ob die Justage stimmt, ob das Gerät richtig ausgekühlt ist (Lüfter einbau?), eventuell die Innenschwärzung verbessern (Velourfolie) und auch abchecken, ob die Optik in Ordnung ist. Bei den typischen Deepsky-Vergrößerungen bis 150x spielt Seeing eher nur an wenigen Tagen eine Rolle, aber es kommt vor (wie letztes Wochenende), daß schon bei 120x die Sterne zu Flatschen werden wegen des Seeings. Dann wäre das Wetter schuld.
Ansonsten setzt der Deepsky-Freund ja eher auf Weitwinkel-Okulare, die mehr Überblick bieten und dadurch auch den "Spacewalk-Effekt" ausmachen. Das geht meistens auf Kosten von etwas "Planetenkontrast", das heisst ein Weitwinkel-Okular muß schon richtig "Oberklasse" sein, um an die Leistung eines Genuine-Ortho in der Bildmitte heranzukommen. Dafür zeigt halt das Weitwinkel locker ein vier mal so großes Himmelsareal auf einen Blick.
Noch was zu Saturn: Da kommt zwar noch was nach der Cassini-Teilung, aber vielleicht nicht, was Du erwartest. Wenn der Kontrast Deiner Optik gut ist (hier kann die Tubusauskleidung mit Veloursfolie helfen, aber eine gute Optikqualität braucht es auch), dann ist der Flor-Ring oder Crepe-Ring zu erkennen (Wetter muß auch klar sein). Das ist ein Ring der ganz zart, halbtransparent innerhalb des normalen "Doppelringes" liegt. Im schmalen äußeren Ring ist dann auch das "Encke-Minimum" zu erkennen, man sieht, daß der Ring im Inneren etwas dunkler ist. Auf Saturn selbst ist die "Bauchbinde", die hellere Äquatorzone, recht gut zu erkennen, aber kaum mehr Wolkendetail.
Ein Planet, der wesentlich mehr an Details bietet, ist Jupiter. Bei ihm kann man sagen, daß mit jeder Verbesserung des optischen Systems mehr Details herauskommen - wenn das Wetter es zulässt.
Clear Skies
Sven