Optimierung meines C8

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gibeon

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Hallo zusammen,

ich möchte an dieser Stelle mein C8 mit seinen mittlerweile zahlreichen Optimierungen vorstellen.

Vorweg noch der Hinweis: Ich betrachte das Ganze als eine Art Forschungsprojekt. Was ich hier zeige ist nicht zwangsläufig zur Nachahmung empfohlen! Es dient dem Zweck die bekannten Schwachstellen der SCT im allgemeinen und des C8 im besonderen zu beheben.

So sieht das Teil im Moment aus:

IMG_20230630_180605.jpg


Folgende Veränderungen habe ich vorgenommen:

1. Tubus-Isolierung:

Der Tubus wurde mit eine ca. 16 mm starken Isolierschicht aus alukaschierter Isomatte versehen, um interne Turbulenzen durch unterschiedlich warme Ober- und Unterseite des Tubus durch IR-Strahlungsausgleich mit dem Erdboden zu begegnen. Dazu gibt es ja einige eigene Threads.

2. aktive Belüftung:

Um die Temperaturanpassung des geschlossenen Systems (und seiner optischen Komponenten) an die (eventuell fallende) Umgebungstemperatur zu beschleunigen habe ich insgesamt 8 Stück 50 mm Lüfter eingebaut. Dabei befinden sich 6 auf Höhe des HS, wobei 3 pusten und die anderen 3 saugen. Zwei weitere (saugende) Lüfter sind hinten dem HS platziert.

IMG_20230630_180619.jpg


IMG_20230630_180646.jpg


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3. Temperaturmessung:

Auf dem letzten Bild fällt schon die Temperaturüberwachung auf. Sie besteht aus 2 Messfühlern, von denen einer die Temperatur der inneren Tubuswand und der andere die des HS misst. Dass ist sehr hilfreich und Versuche haben ergeben, dass selbst eine Delta T von 1 ° Kelvin noch zu störenden Turbulenzen führt.

Die Stromversorgung für Lüfter und Sensorik übernimmt eine von 3-12 V einstellbares Steckernetzteil.
IMG_20230406_204038-1.jpg


4. Streulichtschutz:

4.1: Velourbeklebung:

Dabei wurden alle inneren Flächen des Tubus mit vorher entfusselter Velourfolie beklebt. Das betrifft im Detail die Tubuswandung, das Blendrohr des FS und das des HS, alles sowohl innen wie außen.

4.2: Blendensystem im HS Blendrohr:

Das ist vielleicht der kontroverseste Punkt meines Berichts. Ich habe versucht, die Maßnahmen die Takahashi bei den Mewlons angewandt hat, auf das C8 zu übertragen. In dem Zusammenhang wird immer wieder eine mögliche Vignettierung befürchtet. Allerdings habe ich die Blenden so weit hinten in Richtung Okular angeordnet, dass es nicht zu der befürchteten Abschattung kommen sollte.

Hier eine Schnittzeichnung eines Mewlons:

IMG-20230604-WA0006.jpg


Im Moment handelt es sich um einfache Ringe aus schwarzem Bastelkarton, die durch dem Flor des Velours im Blendrohr gehalten werden. Hier mal ein Blick ohne und mit Blenden ins Blendrohr:

IMG_20230604_202143.jpg


IMG_20230604_202647.jpg


Der Effekt ist nicht einfach zu fotografieren, ist aber frappierend! Die den SCT nachgesagte "Tagblindheit" wegen Streulichts ist damit verschwunden.

Hat jemand eine Idee, wie man die Kontrastleistung vielleicht fotografisch mit uns zur Verfügung stehenden Mitteln (dSLR oder Astrokamera) quantifizieren könnte?

Ich hoffe meine Beitrag ist für den einen oder anderen von Interesse.

Viele Grüße.

Peter
 
Hallo,

Isolierung UND Belüftung sind meiner Meinung nach ein Widerspruch.
Isolierung macht man doch, damit die Temperatur im Tubus möglichst konstant bleibt und somit das Auskühlen möglichst verzögert(!) wird.
Entscheidend ist nicht, dass das Teleskop Umgebungstemperatur erreicht, sondern dass es IM Teleskop einen möglichst kleinen Temperaturgradienten gibt.
Gerade ein SC wird durch den dicken HS immer der Außentemperatur "hinterherlaufen". Besser ist es meiner Erfahrung nach, den kompletten Tubus "heiß" zu halten.
Auch das Blendrohr wird sonst temperaturmäßig immer hinterherhinken.
Ich habe diese ganzen Experimente mit Belüftung, Isolierung usw. an einem C11 EHD schon hinter mir.
Das schlechteste Ergebnis bezügl. Tubusseeing hatte ich mit Isolierung und gleichzeitiger Belüftung, das beste Ergebnis zeigte die reine und möglichst gute Isolierung in Verbindung mit einer beheizten Schmidtplatte. Beheizte Schmidtplatte nicht nur um Taubeschlag zu verhindern, sondern vor allem um die Schmidtplatte, die ja dadurch, dass sie gegen den Himmel gerichtet ist am schnellsten abkühlt, auf der Temperatur des restlichen Tubus zu halten.
Ach ja, noch ein Detail bezügl. Isolierung:
Die Hälfte der oberen Schicht meiner zweischichtigen Isolierung ist nicht fest aufgebracht, sondern wird nur aufgelegt, um je nach Stellung des Tubus zum Boden hin eine dünnere und zum Himmel hin eine dickere Isolierung zu erreichen.
Aber das sind nur meine(!) Erfahrungen rund um dieses Thema.
Versuch macht kluch und evtl. spielen individuell noch andere Randbedingungen eine Rolle, so dass die Ergebnisse nicht 1:1 übertragbar sind.

VG
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günter,

Vielen Dank für deine Erfahrungen.
Meine Maßnahmen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Sie haben sich entwickelt.
Ich hatte trotz Isolierung und kühler Lagerung des C8 noch immer mit Turbulenzen über dem HS zu tun. In der Praxis hat die Kombination aus Lüftung und Isolierung das Problem beseitigt.
Deine Variante mit beheizter Schmidtplatte und extra dicker Isolierung habe ich noch nicht probiert.

Vielleicht gibt es dazu noch weitere Varianten und passende Erfahrungen?

Viele Grüße,
Peter
 
Hi Peter,

interessant wäre natürlich bei so einem Aufwand und entsprechenden Experimente, wie du ja auch gesagt hast, den Unterschied wirklich messen zu können.
Am besten wäre ein richtiger Praxistest. ZB eine standardisierte Aufnahme durchs Teleskop mit der man den Kontrast-Unterschied messen kann.

ZB ein künstlicher Stern einer vorgegeben Lichtstärke vor einem identisch hellem Hintergrund und identischem Umgebungslicht.

Gruß
Peter
 
Hi Peter,
Ich habe neulich mal erste Versuche am Tag unternommen. Ich kann die Blenden relativ leicht entfernen und wieder platzieren. Dabei diente ein Ast einer Fichte als "Motiv". Ohne die Blenden war der Himmel im Hintergrund deutlich heller. Allerdings ist das nicht standardisiert. Schon eine dünne Wolke vor der Sonne verfälscht das Ganze.

Ich glaube auch, dass sich eine genaue Bestimmung des Unterschieds lohnen würde. Auch um eine mögliche Vignettierung zu bestimmen. Danke erstmal für deinen Hinweis mit dem künstlichen Stern!
Viele Grüße
Peter
 
Ich glaube auch, dass sich eine genaue Bestimmung des Unterschieds lohnen würde. Auch um eine mögliche Vignettierung zu bestimmen. Danke erstmal für deinen Hinweis mit dem künstlichen Stern!
Hi,
könnte man das nicht mittels Flatbox machen? Gleiche Helligkeit der Box und gleiche Belichtung der Kamera müsste einen Unterschied zeigen. Weiters würdest du dann auch eine mögliche Vignettierung sehen oder? :unsure:
Gruß Martin
 
Martin,
genau das wäre ein Weg, mit Auswertung und Vergleich auch jeweils über das Histogramm der Aufnahmen!

Gruß Günter
 
Hallo Martin, hallo Günter,
Das ist eine gute Idee! Jetzt brauche ich nur noch eine Flatfieldbox, aber da kann mir bestimmt ein Freund helfen. Der ist aber zur Zeit im Urlaub.

Frage: Kann man über mit dieser Methode auch den Kontrast ermitteln, oder nur die Ausleuchtung?

Viele Grüße
Peter
 
Vielleicht gibt es dazu noch weitere Varianten und passende Erfahrungen?
nicht mit einem SC sondern mit einem Maksutov Newton: ich habe vor Jahren eine Intes MN86 Optik in einem Hartpapiertubus erstanden und dieses Gerät verhält sich thermisch extrem unauffällig für einen 8 Zöller: das heißt es blubbert zu Beginn der Beobachtung je nach Temperaturunterschied zwischen Tubus und Umgebung etwa 10...30 Minuten und danach ist ohne jede Belüftung Ruhe im Tubus. Ich vermute daß der mit knapp 5mm recht robuste HP Tubus genügend Wärmedämmung mitbringt und das Prinzip Hot Tube da einfach (unbeabsichtigt?) durch die Materialwahl realisiert wurde.


Viele Grüße Felix
 
Sehr schön ;-)

Mein C11 sieht so aus und hat auch eine Isomatte und Velour im Tubus und Blendrohr (nicht direkt verklebt, sondern mit Hilfstubus aus Bastelkarton)

Grüsse, David

c11_isomatte.png
 
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