Hallo Hausmeister !
In der Oktoberausgabe der "Sterne und Weltraum" gibt es einen Testbericht über den TBG 100 APO.
Kurz zusammengefasst und auf das Wesentliche resumiert lässt sich FÜR MICH (und ich besitze ein Optolyth Fernglas, welches hervorragend ist) folgender Schluss ableiten:
- hervorragend geeignet für Widefield Beobachtungen
- ausgezeichnete Farbkorrektur, Schärfe in der Bildmitte
- sehr gute mechanische Verarbeitungsqualität mit einigen interessanten Details
Generell stellt sich m.E. aber die Frage, inwieweit man mit solch "abgeschlossenen" Systemen ernsthaft in der Amateurastronomie Freude finden wird.
Bedingt durch die Bauart (Prismenumkehrsystem), wasserdichter Abschluss und damit verbunden die Limitierung auf einige Okulare (im gegenständlichen Fall gibt es einen Okularadapter für Fremdokulare) ist m.E. die reine Astrotauglichkeit eher umstritten. Wenn Du mit kurzbrennweitigen Okularen oder Barlowlinsen, nur Zenitspiegeln etc. auf höhere Vergrößerungen zur Trennung enger Doppelsterne bzw. Beobachtung von Planeten wert legen willst, bzw. einfache Deep Sky Objekte für kleinere Teleskope beobachten möchtest (Ringnebel, Hantelnebel etc.), bzw. für die Optik erreichbare Doppelsterne trennen möchtest, wirst Du mit einem "offenen" System wie z.B. einem kleinen BORG ED, einem TeleVue 76 bzw. 85 oder Ranger, Pronto etc. besser beraten sein.
Dann kannst Du mit einem einfachen Zenitspiegel und handelsüblichen Okularen weitaus mehr herausholen, ohne dich u.U. mit Problemen wie Koma, Korrekturfehler etc. (bei ordentlicher Qualität des Produktes vorausgesetzt) herumschlagen zu müssen, weil solche Astrosysteme ganz einfach dafür ausgelegt wurden.
Beim Optolyth wäre ich selbst einmal fast schwqach geworden, habe es mir aber dann dennoch aus o.a. Gründen anders überlegt, und dies auch aufgrund von Test- und Anwendungsberichten. So habe ich z.B. verfolgt, wie sich jemand damit herumgequält hat, einen Leica 77 APO-Televid astrotauglich zu machen, oder so musste ich z.B. in einem Testbericht beim Zeiss 85er Fluorit lesen, dass aufgrund der Dünnschicht-Objektivtechnologie optische Schwächen bei sehr hohen Vergrößerungen (> 100fach) auftraten.
So gesehen ist mir mein TeleVue Ranger lieb, mit einem simplen 4mm Radian erreiche ich 120-fache Vergrößerung, zwar auch nicht die Wucht, aber ohne Probleme, mit ein bisschen Farbfehler (der tw. auch vom Okular herstammt), aber problemlos und ohne viel Aufwand. Mit einem TV85 hast Du dann bereits 150fach, keinen Farbfehler und ein knackscharfes Bild. Ein TV76 mit 3mm Radian liefert 160-fach. Ich wage zu behaupten, dass man das mit dem Optolythen nicht so problemlos in der Abbildungsqualität erreichen wird, weil:
* zu viele Glaskomponenten im Lichtweg sind
* Okulare ggf. nicht verfügbar sind, die diese Vergrößerungen zulassen
* und wenn, die Abbildungsqualität bei weitem nicht die eines reinen Astrorefraktors erreicht.
Meine Empfehlung: Überleg einmal, was Du genau willst.
Wenn Du ein Universalgerät für Ornithologie und Astronomie suchst, empfehlen sich wie erwähnt der "offene" BORG, die TeleVue´s, PENTAX-Astrorefraktoren und der Takahashi.
Wenn Du den Schwerpunkt auf die Tagbeobachtung legst, Vögel und Sportbeobachtungen bzw. Flugschauen etc. Deine Ziele sind, ist so ein Rumpelpumpelkumpel wie der Optolyth ideal. Aber da würde ich auch eher zu einem Kleineren greifen (80er), weil nicht so sperrig und schwer. Obwohl man darüber streiten kann, um wieviel 2kg Mehrgewicht wirklich noch was ausmachen ;-)))
Ich verwende im Felde meinen TeleVue Ranger auf Alustativ und 45° Prisma, mit Zenitprisma für die Sternenbeobachtung.
Mit 2-3 Okularen - glaub´mir - Klump genug zum herumschleppen.
Übrigens - für solche "Universalzwecke" habe ich ein 30mm Celestron Ultima, ein 8-24mm Vixen Zoom und ein 4mm Radian in der Reisetasche, samt Alustativ mit Manfrotto Flüssigdämpfungs-2D Neigekopf.
Das liefert dann 16x, 20-60x und 120x; Damit bin ich ziemlich für alles gewappnet, was sich am Tage und bei Nacht zum Beobachten bietet....
CS
Hans