Paralaktischen Montierung oder Dobson ?

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Vragent

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Hallo, ich möchte mir in nächster Zeit ein neues Teleskop kaufen (8" Spiegel denke ich, bin noch nicht sicher. Frage erstmal, als Dobson oder mit EQ5)und habe mein interesse Hauptsächlich auf Mond und Planeten Visual, also ohne Astro Fotographie. Habe im moment, und das seit Weihnachten 1999 ein Bresser Pluto/S mit Paralaktischen Montierung. Die nachgeführte Optiken finde ich von der Bedienung her eigentlich recht nett, das ich den Tubus gelegentlich drehen muß stört mich da weniger. Da ich noch nie an einem Dobson gesessen habe, kann ich mir die Bedienung eigentlich nur als ungenau und extrem wackelig (nennen wir es mal vorbeiwackelig) vorstellen. Ist bei einem Dobson bei Vergrößerungen über 200 noch ein genaues nachführen möglich? Ich hab hier in Uelzen leider keinen den ich kenne, bei dem ich mal ein Dobson testen könnte, darum bin ich erstmal auf eure beschreibungen angewiesen.

Jahman <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
Hallo!
Zuerst empfehle ich Dir einmal ein Dobson! - Warum? - Es ist, wenn von vernünftiger Qualität (also nicht gerade ein "Seben"), DAS ideale Einsteigerteleskop. Da kannst Du den Himmel erst mal richtig kennenlernen. Dazu braucht man noch den Kokoschka oder das Kosmos Himmels-Jahrbuch und eine drehbare Sternkarte (auch Kosmos). Damit ist man am Anfang gut bedient.
Die Vorteile: einen 8" f:6 Dobson kannst Du anschließend immernoch parallaktisch montieren, hast aber immernoch das Gerät zum "schnellen rumschubsen" als Dobson parat! Und Du lernst den Himmel mit einem Dobson besser kennen. Natürlich gibt es hier auch viel Schrott. Also einen guten aussuchen. Vergleiche die GSO mit den Galaxy-Dobsons. Haben beide in etwa ähnliche Qualität, ich persönlich finde den Galaxy wesentlich angenehmer, denn genau DER ruckelt nicht, da er die bessere "Montierung" hat. Zudem ist es in den mitgelieferten Okulaten besser abgestuft (32 + 9mm).
Ich habe zwischenzeitlich (seit einer Woche) 2 davon, den 8" f:6 und den 12" f:5 und bin absolut überzeugt. Auch von der guten Beratung. Bezugsadresse: www.intercon-spacetec.de
Den GSO bekommst Du bei Wolfi Randsburg, Teleskopservice.de. Halte ich aber ehrlich gesagt für die schlechtere Wahl.
Aufrüsten auf parallaktisch: finde ich gut, es später zu machen. Ich selbst habe mit dem Computerteleskop (Meade LX.200) angefangen und mir anschließend, bedingt durch die Gemütlichkeit, schwer getan, den Himmel "zu lernen". Jetzt bin ich auf Dobson umgestiegen, um endlich mal zu lernen, wo was steht. O.k. in meiner Sternwarte mache ich Führungen für Kids, und dazu braucht man den Computer. Die können natürlich nicht minutenlang warten, bis im Teleskop was eingestellt ist, die wollen GLEICH was sehen.
Also:
fang mit dem Dobson an, ist sicherlich besser. Aufrüsten kannst Du später immernoch. Und ich empfehle Dir wirklich diese ausgezeichneten Dinger von ICS: Galaxy, für mich die Wahrheit, da wirklich ehrlich, preiswert und gut. Die lassen Dich auch nach dem Kauf nicht im Stich!
Grüße
Winfried
(25qm Sternwarte mit Meade sc 12" auf 180 kg Säule, Lichtenknecker 5" Refraktor/1300mm, 8" und 12" Galaxy Dobsons und diverse Ferngläser)
 
Hallo Jahman,

ob einem der Dobson liegt oder nicht, mss man selbst testen.
Es gibt wenige Leute, die nicht damit klar kommen, aber es gibt sie. Die meisten Leute finden die
Bedienung einfach und intuitiv.

Deine Befürchtungen in Ri. wackelig und ungenau sind dagegen unbegründet. Da braucht man
schon eine "fette" Monti und ein massives Stativ um so eine ganz normlae Rockerbox zu toppen.
Selbst die ganz "billigen" Geräte mit Spanplattenrockerbox sind recht stabil und schon im Urzustand
bis ca. 200fach recht gut zu beherrschen.
Darüber hinaus bieten alle Rockerboxen teilweise erhebliches "Tuningpotenzial", was bis
zur absolut ruck- und zitterfreien Nachführung quer über beide Nachführachsen bei 400fach und/oder
Nachschieben nur mit dem Auge am Okular gehen kann.
Normales Heimwerkerwerkzeug und -geschick reichen da aus um mit wenig Geld viel zu erreichen.
Ähnliches gilt auch für die gängigen Newtons auf den Boxen.

So ausgerüstet ist also auch Planetenbeobachtung am Dobson sehr genussvoll möglich, wobei auch der
bestnachzuführende Dobson m.E. mit Weitwinkelokularen am meisten Spass macht, weil man bei großem
Gesichtsfeld die Durchlaufmethode anwenden und sich so für kurze Zeit völlig auf das Objekt
konzentrieren kann.
Spezielle, weniglinsige "Planetenokulare" mit kleinem Gesichtsfeld, womit man den letzten Rest
Transmission und Achsschärfe rausholen kann, machen am Dobson nur Spass, wenn man eine
EQ-Plattform, selbst gebaut oder gekauft, drunter setzt, die dann automatisch nachführt.

Letztlich gibt es die 8" Dobsons i.D.R. mit dem Öffnungsverhältnis F/6, was für Okulare
und Handhabung (Justierung) noch recht unkritisch ist.
Bei einem parallaktisch montierten 8-Zöller geht die Überlegung rein aus Stabilitätsgründen
gerne in Ri. kürzerer Tunbuslänge (Hebel), also F/5 oder noch schneller, was von Haus aus die
teureren Okulare und die genauere Justierung zum Erreichen gleichwertiger Ergebnisse voraus setzt.

CS
*entfernt*
 
Hallo Jahman,

ich bin eigentlich nach wie vor überzeugter Parallaktiker, habe aber inzwischen wirklich oft genug am Dobson gesessen (auch an unmodifizierten Billigdobbys) und damit in aller Ruhe Planeten nachgeführt. Das klappt gut, hängt aber vom Okular ab. Bei über 200x ist ein Okular mit sehr kleinem Gesichtsfeld (Ortho) eben kritisch und man braucht viel Übung. Es geht aber, und obwohl ich eben keine Übung habe, bin ich zurechtgekommen. Die bislang genialsten Anblicke von Jupiter und Saturn hatte ich in einem 8" Selbstbau-Dobson, und wenn das Handling eben nicht doch brauchbar wäre, wären es sicher nicht so tolle Beobachtungen geworden.
Natürlich gilt beim Dobson der Wahlspruch "Mist, wieder raus", aber es ist erlernbar und mit kleinen Mitteln sind auch die typischen "Massenfertigungs-Dobsons" zu einer sanfteren Gangart zu bewegen. Optimales Dobson-Verhalten bedeutet aber wohl eher Selbstbau oder "Groß-Umbau".

Wenn Du einen 8" Teleskop auf EQ-5 betreiben willst, dann ist visuell sicher ein 200/1000 das Maximum. Auch ein SC geht natürlich. Wenn ein solches, kurzgebautes Teleskop Deinen Wünschen gerecht wird, ist das OK, aber wenn es ein 200/1200 sein soll, der visuell eben einen sehr guten Allrounder abgibt, dann wirst Du mit einer EQ-5 meiner Meinung nach nicht auskommen (außer mit einer teuren Leichtbau-Version).

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jahman,

wie schon geschrieben wurde ist die Entscheidung zwischen Dobson oder paralaktischer Monti eine Glaubensfrage (und oft genug auch eine Geldfrage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ). In einer Rockerbox kann man z.B. auch einen 50cm Dobson fest "montieren". Wenn man darüber nachdenkt, was man da für eine paralaktische Monti bräuchte... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Einen 8" Newton würde ich auf der EQ-5 auch schon als grenzwertig sehen. Visuell mag es ja noch gehen, aber die Ausschwingzeit wird schon ein paar Sekunden dauern. Wenn du so ein Rohr wirklich fest montieren willst, solltest du mindestens die H-EQ5 nehmen. Die wird auch mit einem nicht-leichtbau Newton 200/1200mm fertig.

Viele Grüße

Carsten
 
Ich hatte ehemals ein Teleskop mit parallaktischer Montierung (steht immer noch im Keller). Nachdem ich ein ganz klein wenig Erfahrungen mit dem Nachschubsen hatte, mag ich das Geschraube an den Feinbewegungen nicht mehr.

Schwierig wird es, wenn man bei höheren Vergrößerungen arbeitet. Man sollte dann Weitwinkelokulare benutzen, welche freilich teurer und zumindes am Rand unschärfer sind als was gutmütiges. 250x ist nach einiger Übung kein Problem, aber bei über 400x muss ich mich konzentrieren. Ich kann nicht ausschließen, dass ich bei einem parallaktisch montierten Gerät in dieser Vergrößerungsklasse mehr sähe.
 
Ja dann sage ich erstmal damke für die zahlreichen Antworten. Ihr konntet mir meine Befürchtunge bezüglich des "ruckeligen" Dobson nehmen!

Berberich - Dir auch nochmal Danke für den Tip mit dem "Galaxy Dobson" der scheint nach meinen bisherigen recherchen in der Preisklasse eines der besten Dobson zu sein.

UwePilz - Ich weiß ja auch immer noch nicht wo mich meine Suche nach einem neuen Teleskop in den nächsten Monaten hinführen wird. Parallaktisch - ja - nein - 8" oder 6" oder ein Mak was bei der kompacktheit auch das transportieren erleichtert.

Aber das soll hier erstmal nicht Thema sein. Ich werde in den nächsten Tagen, mal ein neues Thema eröffnen, wo ich dann ein paar verschiedene Teleskop Modell die ich mir so rausgesucht habe vorstellen werde. Ich hoffe da dann, auf eure Hilfe, um mir den Weg zu meinem für mich richtigen Teleskop zu erleichtern.


Jahman
 
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