Patrick Moore Practical Astronomy Series - Welche Bücher sind gut?

Alexander21

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Liebes Forum,
mich beschäftigt die Buchreihe "The Patrick Moore Practical Astronomy Series". Laut Amazon-Webseite umfasst sie aktuell 166 Bücher, und es erscheinen auch weiterhin neue Titel. Gleichzeitig ist mir aus früheren Diskussionen im Forum bewusst, dass die Qualität der Bücher stark schwankt und nicht alle empfohlen werden können. Einige Titel lesen sich sehr exotisch, zum Beispiel "Cruise Ship Astronomy and Astrophotography" (kenne ich nicht). Deshalb meine Frage an euch: Welche Highlights gibt es, die ihr aus eigener Erfahrung empfehlen könnt?

Meine bisherige Erfahrung ist die folgende: Ich besitze aktuell die folgenden Bücher (siehe Abbildung):
1) „The NexStar User’s Guide” von Michael Swanson
2) "Choosing and Using Astronomical Eyepieces" von William Paolini
3) "Choosing and Using Astronomical Filters" von Martin Griffiths
4) „Human Vision and the Night Sky” von Michael Borgia
5) „The NexStar Users’s Guide II” von Michael Swanson

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Für mich haben sich die Bücher 1 und 2 gelohnt. Die Bücher 3–5 würde ich dagegen eher nicht mehr kaufen. Wenn ich daraus eine Empfehlung ableiten würde, dann diese: Bekannte Namen in der Beobachter-Community stehen eher für Qualität. William Paolini ist auf Cloudy Nights für seine Okulartests bekannt und Michael Swanson betreibt die Webseite schlechthin für die Nexstar-Reihe. Mit Blick auf Band 5 lässt sich das aber nicht verallgemeinern.

Danke für eure Erfahrungen und Rückmeldungen.
Alexander
 
Hallo zusammen,

da es (noch) keine anderen Empfehlungen gibt, möchte ich kurz meine Erfahrungen mit den fünf Büchern wiedergeben, die ich besitze:

1. Michael Swanson – The NexStar User’s Guide (2005)

Dieses Buch war für mich sehr nützlich, da ich seit Anfang der 2000er Jahre selbst ein Celestron NexStar 5 der ersten Generation besitze. Swanson gilt als ausgewiesener Experte für die NexStar-Serie (seine Website: https://www.nexstarsite.com/) und sein Fachwissen zeigt sich insbesondere in den ausführlichen Kapiteln zu Alignment-Verfahren, Fehlersuche und praktischen Tipps für die damaligen Teleskope. Die zahlreichen Abbildungen sind qualitativ hochwertig und unterstützen das Verständnis der beschriebenen Vorgehensweisen. Für Besitzer älterer NexStar-Modelle ist das Buch eine wertvolle Informationsquelle. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Produktreihe sind viele Inhalte allerdings heute veraltet und für aktuelle NexStar-Teleskope nur noch eingeschränkt relevant.

2. William Paolini – Choosing and Using Astronomical Eyepieces (2013)

William Paolini ist vielen Amateurastronomen durch seine ausführlichen Okulartests auf Cloudy Nights bekannt, insbesondere zu extrem hochwertigen Planetenokularen wie dem Zeiss Abbe Ortho, dem Pentax XO und dem TMB Supermono (https://www.cloudynights.com/articl...6mm-lunarplanetary-eyepiece-comparison-r1865/). Genau diese Erfahrung spiegelt sich auch in seinem Buch Choosing and Using Astronomical Eyepieces wider. Besonders gut hat mir das vierte Kapitel gefallen, in dem die besten Okulare verschiedener Gesichtsfeldklassen systematisch vorgestellt werden. Zwar erreicht das Buch nicht die Detailtiefe der Online-Testberichte von Paolini, bietet aber dennoch eine ausgezeichnete Orientierung und der oben verlinkte Test wird auch auf Seite 115 referenziert. Auch die Produktfotos gefallen mir sehr gut. Die Fotos stammen im ersten Teil des Buches überwiegend von den Okularbesitzern, weshalb es zu Beginn ein sehr langes Acknowledgment gibt. Der zweite Teil fällt etwas ab, da zahlreiche Okulare katalogartig vorgestellt werden und sich viele Modelle lediglich durch unterschiedliche Handelsmarken unterscheiden. Trotzdem enthält dieser Abschnitt interessante Hintergrundinformationen. So wurde mir beispielsweise erst durch das Buch bewusst, welch guten Ruf das dem NexStar 5 beigelegte Celestron 25 mm Silvertop Plössl genießt. Schade ist lediglich, dass seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2013 keine aktualisierte Ausgabe erschienen ist und neuere Okularserien, wie beispielsweise die Televue Delite, fehlen.

3. Martin Griffiths – Choosing and Using Astronomical Filters (2015)

Von Choosing and Using Astronomical Filters hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Das Buch behandelt das Thema Filter nur sehr oberflächlich und geht auf wichtige praktische Fragen der visuellen Beobachtung kaum ein. So werden beispielsweise OIII-Filter lediglich als eine einzige Kategorie betrachtet, ohne auf unterschiedliche Bandbreiten oder die Vor- und Nachteile der verschiedenen Hersteller im Jahr 2015 einzugehen. Auch die Abschnitte zu Planetenfiltern bleiben sehr kurz und beschränken sich auf wenige Farbfilter. Die Beobachtungshinweise für Jupiter mit Filtern umfassen gerade einmal 2,5 Seiten und es werden genau fünf Farbfilter beschrieben (Wratten Nr. 38, 21, 58, 15, 25), darunter nur ein einziger Blaufilter (Wratten Nr. 38, Dunkelblau). Die zweite Hälfte des Buches besteht überwiegend aus kurzen Beschreibungen einzelner Deep-Sky-Objekte, wobei meist ein Bild den Großteil der Seite einnimmt.
Im Endeffekt hätte man die Informationen auch in einer Tabelle auf 2-3 Seiten zusammenfassen können ("Objekt A benötigt Filter B"). Da die Bildqualität zudem eher durchschnittlich ausfällt, wirkt dieser Teil wenig informativ. Insgesamt bietet das Buch aus meiner Sicht zu wenig Substanz und bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

4. Michael Borgia – Human Vision and the Night Sky (2006)

Human Vision and the Night Sky verfolgt einen interessanten Ansatz, indem das Beobachten des Nachthimmels durch kleine praktische Übungen und Aufgaben trainiert werden soll. Diese Grundidee finde ich sehr gelungen, da sie die Lesenden aktiv einbindet und zum bewussteren Beobachten anregt. Leider bleibt die Umsetzung oft an der Oberfläche. Viele Themen werden nur kurz behandelt und nicht ausreichend vertieft. Besonders beim Mond hätte ich mir deutlich mehr Beobachtungsziele gewünscht. Die "Lunar 100"-Liste von Sky & Telescope (https://skyandtelescope.org/stargazing-and-observing/celestial-objects-to-watch/the-lunar-100/) umfasst beispielsweise zahlreiche interessante Strukturen, während im Buch lediglich fünf Mondstrukturen beschrieben werden. Stattdessen nehmen historische Hintergrundinformationen viel Raum ein, die für das eigentliche Beobachtungstraining nur einen begrenzten Mehrwert bieten. Trotz des interessanten Konzepts kann ich das Buch daher nur eingeschränkt empfehlen.

5. Michael Swanson – The NexStar User’s Guide II (2017)

The NexStar User’s Guide II ist die modernisierte Neuauflage des ursprünglichen NexStar-Handbuchs. Da ich bereits den ersten Band besaß, habe ich das Buch vor allem aus Gründen der Vollständigkeit erworben. Insgesamt empfinde ich die Neuauflage jedoch als schwächer als ihren Vorgänger. Der Umfang wurde reduziert, gleichzeitig ist die Darstellung großzügiger geworden, sodass der Informationsgehalt pro Seite geringer ausfällt. Darüber hinaus wirken manche Abbildungen deutlich schlechter reproduziert als in der ersten Ausgabe. Beispielsweise war die erste Abbildung "Fig.1.1 An early Nexstar 5 advertisement" früher einwandfrei dargestellt und das identische Bild ist jetzt auf einmal sehr grob aufgelöst. Vor allem vermisse ich die zahlreichen kleinen Praxistipps und Hinweise, die das Original so wertvoll gemacht haben. Möglicherweise hängt dies auch damit zusammen, dass die neueren NexStar-Modelle ausgereifter sind und weniger Anpassungen oder Problemlösungen erfordern. Dennoch bietet die erste Auflage aus meiner Sicht den größeren Nutzen und die höhere Informationsdichte.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Hallo,

mir gefällt sehr gut:

The 100 Best Astrophotography Targets: A Monthly Guide for CCD Imaging with Amateur Telescopes​

von Ruben Kier (2009)

100 gut gewählte schöne Deep Sky Objekte werden vorgestellt und viele gute Tips zur Aufnahme und Bearbeitung von Astrofots gegeben. Schau ich heute auch noch gern rein. Praktisch die Sortierung nach Monaten, also wann das Objektiv optimal am Himmel steht. Die Fotos im Buch sind auch sehr gut.

Viele Grüße

Mario
 
Servus,

Observing and Measuring Visual Double Stars (Bob Argyle)
- Ein sehr spezielles Thema, aber ein Muss für jeden Amateurastronomen, der in diesem Bereich aktiv werden oder tiefer einsteigen möchte. Ich habe bisher kein besseres Buch zu diesem Thema gefunden.

Astronomical Sketching: A Step-by-Step Introduction (Handy, Moody, Perez, Rix, Robbins)
- Meiner Meinung nach eine hervorragende Einführung in das Zeichnen astronomischer Objekte.

Beide würde ich mir jederzeit wieder kaufen.

CS, Heiko
 
Hallo Heiko,
das Buch "Astronomical Sketching" hatte ich auch schon im Blick. Leider ist Zeichnen überhaupt nicht meine Stärke. Ich bin aber oft beeindruckt von der Detailfülle von Zeichnungen. Dadurch wird das visuelle Beobachten stark geschult, vielleicht sogar noch mehr als bei "Human Vision and the Night Sky". Das wäre meine Hauptmotivation beim Kauf.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Servus Alexander,

Meine Stärke war (und ist) das Zeichnen auch nicht wirklich, zumal ansprechende Zeichnungen echt zeitaufwendig sind. Diese von nicht-astronomischen Objekten an einem schönen, warmen Sommertag zu erstellen, ist das eine, nachts bei bescheidener Beleuchtung, Kälte und Tau zu zeichnen, ist noch mal eine ganz andere Geschichte.

Aber zum Buch: Es ist eine Einführung in das Zeichnen verschiedener Objektklassen, beginnend mit dem Mond über Kometen, die Sonne und die Planeten bis hin zu Deep-Sky Objekten, mit zahllosen Tipps, auch was geeignetes Equipment anbelangt. Sehr positiv sind auch die Schritt für Schritt Anleitungen für die verschiedenen Objekte.

Am Anfang ist es allerdings etwas schwierig, den "roten Faden" in dem Buch zu finden, da verschiedene Autoren an der Erstellung beteiligt waren.

Von der Erika Rix als Co-Autorin gibt es noch ein weiteres Buch aus der Patrick Moore Reihe, quasi für Fortgeschrittene: "Sketching the Moon". Da geht es dann wirklich zur Sache, und die dort vorgestellten Ergebnisse übersteigen jedenfalls meinen zeichnerischen Horizont bei weitem. Aber schön anzusehen sind die Zeichnungen auf jeden Fall.

CS, Heiko
 
Hallo Heiko,
der Mond ist insofern ein gutes Zeichenobjekt, da das Thema Dunkeladaption hier vermutlich unproblematischer ist. Teilweise wird die Dunkeladaption am Mond bewusst behindert, um im Gegenzug auf Graufilter verzichten zu können. Das erleichtert den Einsatz schwacher Lichtquellen zum Zeichnen des Monds. Mein Anspruch wäre es natürlich nicht, den Rükl zu reproduzieren.

Ich habe gerade beim Nachschauen festgestellt, dass es von den Autoren noch mindestens ein weiteres Zeichenbuch gibt: "Solar Sketching: A Comprehensive Guide to Drawing the Sun". Ich würde aber nicht ausschließen, dass es in der Reihe noch mehr Bücher in diese Richtung gibt.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Hallo Alexander,

ich habe früher viel Deep Sky gezeichnet, heute noch gelegentlich. Den Mond fand ich aufgrund der Detailfülle immer schwierig. Auch die korrekte Formgebung von Kratern, Größenverhältnisse, Abstände zu umliegenden Kratern usw. richtig zu treffen, fand ich schwierig; daher bin ich davon wieder abgekommen.

Das Buch "Solar Sketching" kenne ich nur vom Namen her. Dass ich regelmäßig Sonnenflecken gezeichnet habe, ist mittlerweile auch schon echt lange her...

CS, Heiko
 
Sehr gut finde ich immer noch Inside PixInsight - Second Edition von Warren A Keller, mittlerweile ein paar Jahre alt von 2018, aber immer noch viele praktische Informationen und viel Hintergrundwissen zu PixInsight.
 
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