Peil-/ Aufsuchhilfe

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FStone

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Hallo und guten Abend,

Ich bin auf der Suche nach einer einfachen und leichten Aufsuchhilfe.
Was ich suche ist
a) Objekt anpeilen - Azimut und Höhe ablesen
b) Azimut und Höhe einstellen, ausrichten - Himmelsregion finden
So etwa die Kombination aus gutem Kompass und Neigungsmesser.
Könnte man selber bauen, gibt's ja aber vielleicht schon.
Das ganze muss nicht super genau sein, +/-1°..2°.
Das Handy ist zu ungenau, und Goto-Montierung ist (mir) zu schwer, eben für den Rucksack.

CS - Frank.
 
Hi Frank,

digitale Teilkreise erfüllen den Zweck recht genau. Als "push to" selbst für Dobsons machbar.
Deiner Beschreibung nach (ebenfalls Rucksackminimalist) wäre aber eine App gefragt, die nicht nur die Schätzsensoren, sondern über die Optik primitives platesolving beherrscht.
Bislang habe ich da noch nichts gefunden.

cs
Jürgen
 
Hallo,

Grob das was ich mir vorstelle wäre:
Celestron SkyScout Hand-Planetarium (z.B. bei astroshop)
Kostet aber 300Eu, gibt's nicht mehr und die Nutzerkommentare waren auch eher abschreckend.

Wie gesagt - guter Kompass, einfacher Neigungsmesser und das kombiniert mit einer Fernglasauflage, das wäre super.


CS - Frank.
 
Hallo Frank,

Wie bereits von Jürgen festgestellt suchst du digitale Teilkreise. Schau dir mal das BDSC von astroleuchten.de an:

BDSC-Astroleuchten.de

Den PC ersetzt du einfach durch ein Android-Smartphone mit Skysafarie und dann hast du das was du suchst.

CS
Dirk
 
Hallo Frank,

ich habe einen Dobson und mache am Nachthimmel ganz normales Starhopping.

Für den Taghimmel verwende ich aber etwas, was vielleicht dem entspricht, was du suchst:

1.) Azimutwinkels und Höhenwinkel des gesuchten Objekts:
App: Sonne, Mond, Planeten (Harnisch Ges.m.b.H.)
Die App ist kostenlos. Es gibt natürlich jede Menge anderer Apps.

2.) Einstellung Höhenwinkel am Dobson mit digitaler Wasserwaage. Ich habe "Laserliner 081.202A". Genauigkeit: ca. +/- 0,2°, Auflösung 0,1°.
Ich halte die Wasserwaage einfach an die Rockerbox. Sinnvoll ist es, das ganze vorher einmalig am Polarstern einzukalibrieren, wobei der tatsächliche Höhenwinkel des Polarsterns für die betreffende Zeit mit einem Planetariumsprogramm zu ermitteln ist. Bei mir passt das ohne weitere Korrektur sehr gut. Die Rockerbox ist also ziemlich in der Flucht mit der optischen Achse.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass man den Dobson nicht waagrecht auf die Wiese stellen muss.

3.) Einstellung Azimutwinkel
Ich stelle den Dobson auf eine Matte mit entsprechender Gradeinteilung. Als "Zeiger" verwende ich einfach die Ecken der Rockerbox. Bleibt nur noch die Ausrichtung der Azimutskala nach einem Objekt bekannten Azimutwinkels. Das kann sein: beliebiger Stern (vorzusweise Polarstern), Planet, Mond oder bei Tag der Schattenwurf durch die Sonne.
Die Genauigkeit der Azimuteinstellung liegt bei mir bei ca. 1 - 2°. Meine Skala ist ziemlich grobschlächtig mit weißem Edding auf die Matte gezeichnet. Fummeliges Ablesen mag ich nicht. Mit dieser Ungenauigkeit kann ich leben. Ich weiß, dass ich im Höhenwinkel sehr genau bin. Für den Azimutwinkel schiebe ich einfach nochmal ein bisschen nach links und rechts. Das Aufsuchen von z.B. Jupiter bei Tag ist damit eine Sache von weniger als 1 Minute.


Du hast nicht geschrieben, mit welchem Instrument / Montierung du beobachtest. Bei einer azimutalen Montierung läufts im Prinzip genauso wie oben beschrieben. Ich mach das z.B. auch mit einem Fernglas auf einem billigen Fotostativ, wobei hier aber für den Höhenwinkel die Gradeinteilung des Stativs verwende. Der Fehler liegt bei ca. 2 - 4 Grad. Das Gesichtsfeld meines Fernglases liegt bei 8 Grad. Auf diese Weise ist das Objekt der Begierde nach der Einstellung von Azimut und Höhe immer im Gesichtsfeld.

Aber, wie eingangs schon erwähnt: Das ist meine Taghimmelmethode. Nachts ist mir das alles immernoch zu fummelig. Dann mach ich das nur, wenn's mit dem Starhopping nicht geklappt hat.

Gruß
Wolfgang
 
Guten Abend,

Danke für Eure Hinweise, am ehesten passt (für mich) das was Wolfgang schreibt.
Großartig basteln wollte ich nicht und der encoder-Satz mit allem drum und drann kostet ja auch erheblich.
Einen digitalen Neigungsmesser hab ich und nutze ich auch schon,
für die Höhe ist das optimal (klein, leicht, genau).
Problem ist der Azimut. Am einfachsten wäre ein (digitaler) Kompass, oder tatsächlich (leider nur des Nachts) am Polarstern ausrichten und einfache horizontale Winkelskale.
Aber wie des Tags z.B. für die Nachführung während des Merkurtransits - außer Montierung am Abend vorher aufstellen und einnorden? Oder in der Dämmerung, horizontnah.
Nutzen möchte das primär für Fernglasbeobachtungen und Fotoobjektive ggf. mit kleiner Reisemontierung. Vielleicht greife ich doch zur Laubsäge.
Es gibt übrigens für Segler Monokulare in die ein Kompass eingespiegelt wird und eine Skala für den Höhenwinkel.
Blöd bloß, das da wieder nicht die Skalen beleuchtet sind und der Höhenwinkel wird nicht per Neigungsmesser bestimmt (man braucht einen Waagerechten Horizont). Die Dinger gibt’s so um die 70 – 100Eu. Sowas z.B. als Sucherfernglas, das wäre doch chic.

CS - Frank
 
Hallo Frank,

nochmal ein paar Kommentare zu deinem letzten Beitrag:

1.) Fernglas bei Nacht: Hierfür braucht man gar keine Aufsuchhilfe, in der Art wie von mir beschrieben. Es reicht ein einfacher Leuchtpunktsucher. Ob der notwendig ist, hängt von der eigenen Orientierung am Himmel und von der Vergrößerung des Fernglases ab.

2.) Merkur mit Fernglas bei Tag: Das wird nichts. Hier reicht die Vergrößerung nicht.

3.) Merkur mit Fernglas während des Transits: Die Sonne findet man (natürlich mit ojektivseitigem Filter) auch ohne Aufsuchhilfe.

4.) Venus bei Tag: Bitte nur machen, wenn der Abstand Venus - Sonne groß genug ist und ausreichend Erfahrung im Hantieren mit dem Stativ/Montierung vorhanden ist. Und nur im nüchternen Zustand. Ansonsten kann es sehr gefährlich für die Augen werden.

Hier stelle ich das Fernglas zunächst Richtung Boden und zentriere meinen eigenen Schatten (geht mit ungefähr 1° Genauigkeit). Dann Azimut an der Stativskala ablesen. Azimut des Schattens ist einfach Azimut der Sonne minus 180° oder plus 180°. Fernglas entsprechend Azimut des Planeten weiter drehen. Höhenwinkel mit Stativskala einstellen. Durchschauen. Venus sehen. Fertig. Jupiter und Mars sind viel viel schwerer zu finden. Das liegt aber am schlechten Kontrast. D.h. die Einstellung funktioniert genauso, bis man den Planeten aber tatsächlich sieht, kann schon mehrere Minuten dauern - und dann nur mit Übung.

5.) Teleskop mit azimutaler Montierung bei Tag: Genauso wie mit dem Fernglas beschrieben, eigenen Schatten aber mit Sucherfernrohr zentrieren. Das sollte dann aber zentrisch über dem Teleskop sitzen. Oder man peilt alternativ den Mond oder die Sonne (mit Filter) an.

6.) Teleskop mit azimutaler Montierung bei Nacht: Polarstern anpeilen, ansonsten wie oben beschrieben.

Welche Genauigkeit hat denn dieser Kompass im Segler-Monokular?

Gruß
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

Ich hätte mich wohl hier und da genauer ausdrücken sollen ;-(

Zu 1) Klar mit Leuchtpunktsucher wäre das gut zu kombinieren.
Ich habe mir z.B. zum Einnorden für meinen nanoTracker einen leichten Alu-Winkel (quasi feste Polhöhenwiege gemäß meines Standorts) machen lassen - unten 1/4 " Anschluss direkt auf’s Stativ, Grundplatte mit kleiner Dosenlibelle, schräger Schenkel zum Aufschrauben des Trackers,
dazu rechtwinklig den Anschluss für einen Leuchtpunktsucher zum Anvisieren des Polarsterns, weil mit dem Visier-Löchlein im Tracker im Dunkeln ist das quasi unmöglich.
Klein, leicht und bis ausprobierten 100mm Brennweite gut brauchbar.
Und auch die Nutzung der Visiereinrichtung mit Fernglas ist zumindest für mich sinnvoll. Letztens hab ich C/2013 US10 Catalina gesucht und nicht gefunden (7.9mag). Da wäre es schon schön gewesen so auf 3x3 Grad genau zu wissen man ist in der richtigen Himmelsgegend.

2.) klar, gemeint hatte ich Merkur in der Dämmerung also horizontnah ohne weitere Sterne wie im März.

3.) auch klar,

4.) das wäre tatsächlich interessanter, und latürnich nur nüchtern …

5.) 6.) Du hast schon recht, das geht. Vorher muss man halt immer ausrichten und es braucht ein (i.Allg. ja auch sinnvolles) Stativ mit Skalen.

7) Welche Genauigkeit hat denn dieser Kompass im Segler-Monokular? -
Weiß ich nicht, so 2° denke ich mal.
Eine Variante wäre z.B. MiNOX MD 7x42 C (100€, gibt’s auch preiswerter)
Gibt’s von Minox auch als Bino 7x50DCM (~450€) mit Digitalkompass (leuchtend!). Ob die auch zenitnah funktionieren weiß ich nicht, dafür sind sie ja nicht gemacht.

Mit handwerklichem Geschick und Equipment ist viel zu machen.
Die Technik für eine Serienfertigung scheint mir preiswert (zumindest in China).
Ich dachte halt so was gäb’s vielleicht.


Gruß - Frank.

PS: Habe gerade die Bedienungsanleitung des Minox-Binos nachgeschaut.
Das Teil hat eine Tilt-Funktion zur Ermittlung der Neigung. Richtung und Höhenwinkel sind 1° genau (!), aber leider leider
nur bis 60° Höhe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das ist mir bewusst, dafür gibt es Goto-Montierungen mit star-alignment. Die passen bloß so schlecht ins Fluggepäck.
Derartige Objekte (M57 9mag, 2,5' Ausdehnung) sind auch keine Feldstecherobjekte.
Von einer schon recht genauen "Wasserwaage" (Fehler ~0.1°) und einem Kompass mit 2° Fehler kann man keine Wunder erwarten,
dafür wäre es aber klein, leicht, preiswert, sofort nutzbar und ich glaube auch durch Laien bedienbar ( ... wo ist eigentlich Az=57°, Alt=16°?).

Wenn's das so nicht von der Stange gibt kann es daran liegen
- das es prinzipiell nicht funktioniert
- es keinen Markt gibt (braucht keiner)
- es zu teuer sein würde (will keiner für das Geld)


VG - Frank.
 
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