Hallo Frank,
ich habe einen Dobson und mache am Nachthimmel ganz normales Starhopping.
Für den Taghimmel verwende ich aber etwas, was vielleicht dem entspricht, was du suchst:
1.) Azimutwinkels und Höhenwinkel des gesuchten Objekts:
App: Sonne, Mond, Planeten (Harnisch Ges.m.b.H.)
Die App ist kostenlos. Es gibt natürlich jede Menge anderer Apps.
2.) Einstellung Höhenwinkel am Dobson mit digitaler Wasserwaage. Ich habe "Laserliner 081.202A". Genauigkeit: ca. +/- 0,2°, Auflösung 0,1°.
Ich halte die Wasserwaage einfach an die Rockerbox. Sinnvoll ist es, das ganze vorher einmalig am Polarstern einzukalibrieren, wobei der tatsächliche Höhenwinkel des Polarsterns für die betreffende Zeit mit einem Planetariumsprogramm zu ermitteln ist. Bei mir passt das ohne weitere Korrektur sehr gut. Die Rockerbox ist also ziemlich in der Flucht mit der optischen Achse.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass man den Dobson nicht waagrecht auf die Wiese stellen muss.
3.) Einstellung Azimutwinkel
Ich stelle den Dobson auf eine Matte mit entsprechender Gradeinteilung. Als "Zeiger" verwende ich einfach die Ecken der Rockerbox. Bleibt nur noch die Ausrichtung der Azimutskala nach einem Objekt bekannten Azimutwinkels. Das kann sein: beliebiger Stern (vorzusweise Polarstern), Planet, Mond oder bei Tag der Schattenwurf durch die Sonne.
Die Genauigkeit der Azimuteinstellung liegt bei mir bei ca. 1 - 2°. Meine Skala ist ziemlich grobschlächtig mit weißem Edding auf die Matte gezeichnet. Fummeliges Ablesen mag ich nicht. Mit dieser Ungenauigkeit kann ich leben. Ich weiß, dass ich im Höhenwinkel sehr genau bin. Für den Azimutwinkel schiebe ich einfach nochmal ein bisschen nach links und rechts. Das Aufsuchen von z.B. Jupiter bei Tag ist damit eine Sache von weniger als 1 Minute.
Du hast nicht geschrieben, mit welchem Instrument / Montierung du beobachtest. Bei einer azimutalen Montierung läufts im Prinzip genauso wie oben beschrieben. Ich mach das z.B. auch mit einem Fernglas auf einem billigen Fotostativ, wobei hier aber für den Höhenwinkel die Gradeinteilung des Stativs verwende. Der Fehler liegt bei ca. 2 - 4 Grad. Das Gesichtsfeld meines Fernglases liegt bei 8 Grad. Auf diese Weise ist das Objekt der Begierde nach der Einstellung von Azimut und Höhe immer im Gesichtsfeld.
Aber, wie eingangs schon erwähnt: Das ist meine Taghimmelmethode. Nachts ist mir das alles immernoch zu fummelig. Dann mach ich das nur, wenn's mit dem Starhopping nicht geklappt hat.
Gruß
Wolfgang