Pläne für Rückkehr zum Mond der NASA enthüllt

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Schade. Dann stehen die USA ab nächstem Jahr ohne eigene Möglichkeit da, Menschen ins All / zur ISS zu schicken?
5 Jahre Entwicklung in die Ares und Mondprojekte umsonst?

Da kann man nur hoffen, dass China vielleicht Richtung Mond was macht, von Seiten der NASA dürfte die nächsten Jahrzehnte nichts mehr los sein.
 
Ich frag mich, was die NASA denn dann so macht.
Klar, Raumsonden, Satelliten und so, aber ich
meine im Bereich bemannte Raumfahrt.

Bisher scheint festzustehen:
- Shuttle erledigt seine Aufgaben und wird dann eingemottet
(gegen Ende diesen Jahres plusminus drei Monate).
- ISS wird bis (mindestens) 2020 weiter betrieben.
- Private bemannte Raumfahrt wird gefördert.

Und sonst? Es soll ja wohl mehr Geld geben. Wofür?
Es wird immer von dem "Flexible Path" aus dem
Augustine-Report geredet.
Was die da wohl vorhaben? ?)

Sonnige :) Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Wozu braucht man noch bemannte Raumfahrt, wenn man keine Ziele mehr hat? Wenn die USA gar nicht zum Mond usw. fliegen will, muss sie eigentlich gar kein Geld mehr investieren.

Das ist irgendwie, als wenn ich mir ein teures Auto leiste, aber gar nicht fahren will, weil es daheim im Garten ja doch am schönsten ist.
 
Es wird mit Sicherheit eine Marslandung geben, vielleicht nicht von den USA bis 2040, aber die Chinesen, die Inder und die Russen wollen den Weltraum erobern. Ich denke dass es spätestens bis 2050, wahrscheinlich aber noch in den 2030-er Jahren eine Marslandung von den Chinesen geben wird. Die Chinesen befinden sich gerade im wirtschaftlichen Aufschwung, das Geld hätten sie auf jeden Fall. Außerdem haben sie sicher Interesse an den Rohstoffen dort.
MfG
Boby
 
Die Chinesen haben ja auch das Geld, das die Amerikaner für Konsum und Kriege verpulvert haben. Ist irgendwie logisch...

Thomas
 
Nun ist es offiziell, wie im Text zum NASA-Haushalt für 2011 nachzulesen ist.

"So this budget cancels the Constellation Program, including the Ares I and V rockets and the Orion crew exploration vehicle."

Und bei dem gegenwärtigen Sparkurs, so heißt es weiter, hält man eine Schwerlastrakete erst für 2030 möglich. Dafür soll der Betrieb der ISS bis mindestens 2020 sicher sein. Mal sehen was es morgen noch Neues gibt.

- Statement by Charlie Bolden - NASA Budget Press Conference (PDF)
 
Und wie fliegen die Amis zur ISS? Mit der Sojus? Jedesmal die eigene Crew nach Kasachstan bringen, für die nächsten 10 Jahre? Man, wer hätte das mal für möglich gehalten.
Der Mondflug ist nicht ganz weg, aber es gibt erstmal keine konkreten Pläne mehr: Garver says heavy-lift vehicle will be developed with intl. coop.: "The 7th time we land on the moon will be with our intl partners." (http://twitter.com/cosmos4u)
 
Ich habe mich ständig gefragt, wie die die ISS bis 2020 ohne Shuttle-Nachfolger betreiben wollen, und ich kapiere es immer noch nicht.
Von der bemannten Raumfahrt ist nichts mehr übrig. Amerika hat ab nächstem Jahr keine bemannte Raumfahrt mehr und wird sie auch mindestens ein, wahrscheinlich zwei Jahrzehnte nicht mehr wiedererlangen.

Selbst im günstigsten Fall, dass diese Kooperation mit der Privatwirtschaft wirklich ein bemanntes Raumschiff hervorbringt (was ich alleine schon bezweifle)
- kann die entsprechende Firma dann ohne Konkurrenz einen beliebig hohen Preis pro Transport verlangen
- ist nicht nennenswert an Termine gebunden. (dann wird halt ein wenig Schadensersatz gezahlt, ist nicht der Rede wert)
- ist eine weitere Neuentwicklung nötig.

Ich hatte bisher gedacht, dass die USA die bemannte Raumfahrt nicht aufgeben werden, weil sie sich sonst China geschlagen geben müssten. Irrtum. China wird in vielleicht fünf, spätestens zehn Jahren die einzig verbliebene Raumfahrernation sein.
Ich wette, deren Propagandaleute haben heute ordentlich die Sektkorken knallen lassen.
 
Ich denke, die bemannte Raumfahrt wird längerfristig kaum mehr eine Rolle spielen. Viel zu teuer - und "gebracht" hat es doch auch nicht sooo viel, wenn man mal ehrlich ist.

In Zeiten, in denen Überbevölkerung, Nahrungsmittel- und Rohstoffknappheit immer brisantere Themen werden, hat der Luxus, ein paar Leuten im Jahr eine schöne Aussicht in der Umlaufbahn zu gönnen, wirklich nichts verloren.

Nicht falsch verstehen: ich bin aus der Generation, die die erste Mondlandung live verfolgen durfte und dadurch auch das Thema Astronomie extrem faszinierend fand.

Aber damals war das - wie schon oft geschrieben wurde - eine Sache der nationalen Ehre, kalter Krieg usw... wenigstens über diese Zeiten sollten wir hinweg sein.

Und die Chinesen? Na, die werden innerhalb der nächsten Jährchen ganz andere Sorgen haben, ihre zehnstellige Bevölkerung bei der Stange zu halten... oder auch nicht!?

 
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Zitat von MartinF:
Zehnstellig! (so viel Genauigkeit muss sein ;) ). Was die Chinesen mit dem Geld machen werden? Gute Frage! Viel von dem Geld ist ja auch in US-Schuldverschreibungen gebunden. Damit ist China auch wieder stark von der Zahlungsfähigkeit der USA abhängig (deshalb wird auch USA-China von vielen als Chimerika bezeichnet).

Thomas
 
Zitat von blue_scape:
Als Transportmittel zur ISS würde ja bald die Kombi Falcon 9/Dragon von SpaceX zur Verfügung stehen.
Was ich, nach allem was ich gesehen habe, bestenfalls für einen Wunschtraum halte.
Selbst wenn (großes Wenn) die Falcon 9 fehlerfrei arbeitet, wird es noch ewig dauern, bis das Teil Man-Rated wird. Es sei denn natürlich, dass man massiv Abstriche bei den Sicherheitsanforderungen macht.
Ob sie sich das nach der Columbia trauen?

Und selbst dann: Meine anderen Kritikpunkte bzgl. privater Weltraumfahrt bestehen weiter.

Ich meine, ich hoffe dass ich so richtig falsch liege. Aber es fällt mir schwer, hier nennenswert Hoffnung aufzubringen.

Nebenbei: So lange die USA nicht total zahlungsunfähig ist, könnten die Chinesen ein Mondprogramm aus der Portokasse finanzieren, wenn der Wille da ist. Aber so groß ist der Wille dann doch wieder nicht, dass sie da das Geld große rausschmeißen, aber im Gegensatz zu den USA werden sie es auch nicht aufgeben.
 
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Moin,
Zitat von Nightshade:
könnten die Chinesen ein Mondprogramm aus der Portokasse finanzieren,
Die Betonung muss wohl auf "könnten" liegen, solange die Finanzkrise nicht auch China vollends erreicht hat.
Denn schließlich ist es auch die Finanzkrise, die den USA die Rückkehr zum Mond versemmelt.
Was ist eigentlich mit Europa?
 
Wenn Obama die Raumfahrt privatisieren will, ergibt es keinen Sinn mehr von "der USA" zu sprechen, wenn es um Raumfahrtmissionen geht.

In einigen Jahrzehnten, vielleicht im 22. Jh., werden einige wagemutige Raumfahrtpioniere, wenn sie es finanzieren können und die technischen Kenntnise haben - vielleicht aus der USA (oder deren Nachfolgestaaten?), vielleicht aus anderen Ländern - ein Raumschiff bauen und zum Mond fliegen, ähnlich wie vor Jahrhunderten Seefahrer zu neuen Kontinenten aufgebrochen sind.

Andererseits sind staatliche Programme etwa von Russland denkbar - dass man dort etwas von Raumfahrt versteht, ist bekannt - oder von China.
 
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Hallo,

dabei halte ich gerade die Mondbasis für sehr wichtig! Der Mond ist in unmittelbarer Nachbarschaft und birgt Ressourcen, die enorm bedeutend werden können - z.B. Helium-3.
Und der Run auf diese wertvolle Ressource wird spätestens losgehen, wenn die Kernfusion in greifbare Nähe rückt.

Irgendwie "bewundere" ich die Effektivität Al Kaidas. Mit ganz wenigen Irren und Selbstmordattentäter schaffen die es, einem Land mindestens 120 Milliarden Dollar (der Militärhaushaltsposten für Irak und Afghanistan) abzutrotzen und die Zukunftprogramme abzuwürgen. Was für eine RENDITE!

Für unsere Zukunft bleibt dann wenig übrig. Es wäre gut, wenn die Europäer sich mal aufraffen könnten, in die Bresche zu springen. Aber das wird mal wieder nicht passieren. Stattdessen werden wir über die Haushalte jammern, noch mehr Geld in unsinnige Prestigeprojekte pumpen und staunend zusehen, wie sich Inder und Chinesen die Zukunft untereinander aufteilen. Schade.

Freundliche Grüße
Theodor
 
Halli,

ich denke die Probleme die Du hier ansprichst, sind nicht mit
Geld zu lösen, sondern nur durch Verzicht. Eine Gesellschaft
in der alle wie die Fürsten leben wollen, ist durch diesen
Planeten dauerhaft nicht zu unterhalten. Die wahren Terroristen sind wir alle, die immer mehr wollen und nicht
an die Zukunft denken möchten und diejenigen die die Rechnung bezahlen sollen, sind noch nicht geboren.
Erst das eigene Nest vollkacken und dann auf den Mond fliegen.
Schöne Aussichten.

Clear screen
Robert
 
Re: Pläne für Rückkehr zum Mond der NASA verhüllt

Hallo allerseits!

Allgemein wird das neue NASA-Budget hier als recht schlecht angesehen,
aber wenn wir ehrlich sind, ist es gar nicht soo schlecht:

- ISS wird verlängert.
Das war ja wohl überselbstverständlich, ist aber keineswegs gratis.

- Shuttle wird stillgelegt.
Ist bedauerlich, denn das Shuttle ist trotz aller Schwächen eine
phantastische Maschine. Aber es saugt Geld das woanders vielleicht
besser angelegt ist, es war und ist eine Sackgasse, denn die Ziele
(100 Dollar pro Kilo ins Orbit oder wie war das?) hat es um
Lichtjahre verfehlt, und es ist vom Konzept her einfach doch
ziemlich gefährlich (kein Abbruch in den ersten 2 Minuten möglich,
Raumfahrzeug ist neben (statt über) dem Tank...).

- Es gibt 6 Milliarden mehr Dollar (verteilt auf 5 Jahre).
Das ist in Zeiten leerer Kassen doch sehr bemerkenswert!

- Constellation wird gestrichen.
Daran scheiden sich natürlich die Geister. Aber seien wir doch mal ehrlich:
Das Programm war doch hoffnungslos unterfinanziert. Bis zur Mondlandung
wäre es wahrscheinlich 2030 oder noch später geworden.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist das Statement der Planetary Society,
und da vor allem folgender Satz:
"After reviewing the budget, we believe the new plan [...] will allow humans
to go back to and beyond the Moon faster and more realistically."
Das ist es doch was wir alle wollen, oder?

- Private bemannte Raumfahrt wird favorisiert.
Hier gibt es natürlich die meiste Kritik und Skepsis, z.T. angebracht
und sicher z.T. auch nur aus Opportunismus. Meiner Meinung nach ist
das sicher sehr gewagt, aber wenn es gelingt, ist es ein Riesenfortschritt!
Die NASA ist zwar toll und berühmt, aber eben doch auch eine staatliche
Behörde mit allen damit verbundenen Nachteilen und Trägheiten.
Man stelle sich nur mal vor, kommerzielle Luftfahrt würde nach wie vor
nur von staatlichen Fluglinien gemacht! Dann hätten meine Kinder
ihre Grosseltern möglicherweise noch nie gesehen!

Sicher der Hauptnachteil des neuen Budgets ist das Fehlen eines
konkreten Ziels. Bezeichnend dafür ist ein Interview mit dem Astronauten
Steve Robinson, der sagte (hier ganz unten):
"We have an exciting future. It's not well defined, but it's exciting."
Da aber jetzt ja (hoffentlich!) genügend Geld da ist,
um die "Hausaufgaben" zu machen, wird vielleicht in fünf Jahren
erneut der Flug zum Mond (oder "beyond"?) ausgerufen.
Und dann mit realistischeren Chancen und Termin vielleicht
schon 2025?...

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten

 
Re: Pläne für Rückkehr zum Mond der NASA verhüllt

Hallo Theodor!

dabei halte ich gerade die Mondbasis für sehr wichtig!
Einverstanden.

Der Mond ist in unmittelbarer Nachbarschaft und birgt Ressourcen, die enorm bedeutend werden können -
Auch deiner Meinung (evtl. ohne das "enorm").

Da scheiden sich die Geister ganz erheblich.
Mal ganz abgesehen von
- dass die "normale" (Deuterium-) Kernfusion noch nicht läuft
- dass die He3-Fusion noch VIEL schwieriger ist
- (war da nicht was mit Nebenreaktionen von De?)
ist die Gewinnung von He3 auf dem Mond EXTREM aufwändig!
Es gibt Abschätzungen, wonach, wenn man Regolith bis
in einen Meter Tiefe abbaut (tiefer hat's wohl eh kaum
mehr Helium-3) und damit die gesamte Erde versorgen
wollte (das wollen wir doch damit es Sinn macht,
zumindest einen zweistelligen Prozentsatz), man dann
etwa 100 Tonnen He3 pro Jahr zur Erde schicken müsste.
Die sind in etwa Zehntausend Quadratkilometern Mondboden
enthalten!! Eine Fläche so gross wie Bayern wäre also
z.B. schon nach 7 Jahren "umgepflügt". Sicher interessant
im Fernrohr, aber nicht "hübsch".
Nein nein, erst wenn wir die De-He3-Fusion beherrschen,
können wir an sowas zumindest mal denken...

Zweifelnde Grüsse ?)
Thorsten
 
Nahe Asteroiden als Ziel?

Hallo Thorsten,

du hast natürlich Recht, man sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Aber über den zweiten Schritt nachdenken, sollte man, denke ich.

Außerdem gibt es vielleicht noch eine interessante Perspektive für die bemannte Raumfahrt: nahe Asteroiden, NEOs. Auf so manchen dürfte man leichter kommen als auf dem Mond, zumindest aber als auf dem Mars. Und der ein oder andere Asteroid dürfte auch wirtschaftlich (und wissenschaftlich) interessant sein, was vielleicht die kommerzielle Raumfahrt einen Schub nach vorn geben könnte.

Freundliche Grüße
Theodor
 
Re: Pläne für Rückkehr zum Mond der NASA verhüllt

Heute wurden noch ein paar Neuigkeiten nachgeschoben. So soll mit Unterstützung anderer Firmen bis 2016 ein Shuttle-Nachfolger für den Transport zur ISS kommen. Wie zu lesen ist, sieht sich die NASA bis dahin abhängig von den russischen Sojus-Kapseln.
 
Hi!!

Trauriger Tag für die Raumfahrt. Kriege sind wohl wichtiger. :mauer:

dxuli
 
Genau, für Kriege wurden von Obama, dem Friedensnobelpreisträger (kein Wunder, wenn der Stifter der Erfinder des Dynamits ist), wie viele 100 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt? Und verschwiegen wird da immer sehr gerne, dass sehr viel Geld gar nicht als Kriegsgeld eingeht (z.B. Forschungen in Unis oder anderen Instituten).
 
Wie heute in der Washington Post zu lesen ist, befürwortet Science-Fiction-Regisseur James Cameron den "mutigen Entschluss" von Präsident Obama. So schreibt er: "I applaud President Obama's bold decision for NASA to focus on building a space exploration program that can drive innovation and provide inspiration for the world. This is the path that can make our dreams in space a reality."

- The right way forward on space exploration
 
Der vielgeschmähte Amtsvorgänger von Obama, George W. Bush hatte zumindest noch Visionen. Er sprach von Marsmissionen und stand der bemannten Weltraumfahrt positiv gegenüber.
George W. Bushs Amtszeit war auch von Krieg geprägt, nur für den Friedensnobelpreis waren es ein paar Kriege zu wenig.

Den bekam dann erst Obama, der ein Wahlversprechen nach dem anderen gebrochen hat, nachdem er neue Gegner auserkoren hatte, welchen er demnächst die Segnungen US-amerikanischer Unkultur aufzwingen will.
Weltraummissionen: "Yes, we can" mag stimmen, aber man muss es auch wollen.

Obama zieht das Geld aus der Weltraumfahrt ab um noch mehr Mittel für sein aggressiven Ziele und neue potenzielle Kriege (Iran, Jemen) verfügbar zu haben.

Pfui, Obama!

 
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