KlausZott
Aktives Mitglied
Hallo Sternfreunde,
letzten Donnerstag (9. Sept) waren die Bedingungen in meinem Schlierseer Garten recht ordentlich (Grenzgröße 5,8m im UMi), sodass ich mich mit meinem 6"/f5 Bino zu einer Planetarischen Nebeltour im Schwan aufmachte. Das Sternbild stand in Zenitnähe recht günstig. Alle Beobachtungen führte ich mit 8mm Radian (95-fach) ohne Nebelfilter durch. Ich startete beim weiten DS 16 Cyg mit dem bekannten Blinkenden PN
6826 (8,8m 25")
Der runde Nebelspot ist so hell, dass ich den Blinkeffekt bei direktem und indirektem Sehen kaum wahrnehmen konnte. Auch der helle Zentralstern verschwand im leuchtenden Nebelball.
6833 (12,1m 2")
Dieser kleine PN ist wirklich nur als Sternchen zu sehen. Trotzdem war er von den Feldsternen deutlich durch den Blinkeffekt und einen leicht bläulichen Schimmer zu unterscheiden.
6884 (11,0m 6")
Auch dieser westlich vom farbigen (optischen) DS 31 Cyg gelegene PN ist nur stellar wahrzunehmen, obwohl ich beim Vergleich mit ähnlich hellen Feldsternen eine etwas stärkere Unschärfe vermutete. Mit über 9000 Lj war es an diesem Abend immerhin der am tiefsten im Orion-Arm unserer Galaxis gelegene PN.
PK 79+5.1 (12,3m 20")
Ein 3°-Sprung nach Süden bescherte mir den schwierigsten PN dieser Nacht. Nur durch genaue Kenntnis der Position konnte ich östlich eines 12m-Pärchens eine schwache rundliche Aufhellung erhaschen und dies immer nur indirekt und blickweise. Ein Versuch mit dem OIII-Filter brachte auch kein besseres Ergebnis, weil mir schlichtweg das Licht fehlte.
PK 64+5.1 (11,3m 8")
Im Vergleich dazu stellte Campbells Star im SW-Eck des Schwans einen richtiggehenden Leuchtturm dar, auch wenn der Nebel des Wolf-Rayet-Sterns in über 8000 Lj Entfernung lediglich stellar auszumachen ist.
6894 (12,3m 40")
Ein etwas kompliziertes Starhopping führte mich am Südrand des Sternbildes entlang zu diesem durchaus lohnenden Objekt. Konnte ich doch indirekt ein schwaches, gleichmäßig helles Scheibchen im glitzernden Gewimmel der Cygnus-Milchtraße ausmachen.
7027 (8,4m 15")
Ein Schwenk nach Norden bescherte mir südlich des Nordamerikanebels den hellsten PN dieses Abends. Wie eine leicht ovale, fast blendende Leuchtkugel hob er sich aus dem galaktischen Hintergrund heraus. Auch die blaugrüne Farbtönung war gut zu erkennen.
7026 (10,9m 20")
Auch dieser nördlich von 63 Cyg gelegene Nebel gehört zu den einfacheren und durchaus interessanten im Schwan. An einen 10m-Stern schmiegt sich ein N-S-gerichtetes Nebeloval das bei abgewandter Blickweise leicht unregelmäßig wirkte.
7048 (12,1m 60")
Dieser Sternennebel ist schon einen Besuch wert. Zeigt er doch, wenn auch indirekt und schwach, ein schönes rundes Nebelscheibchen, an das sich im Süden ein 10m-Stern sozusagen als Perle dranhängt.
7008 (10,7m 83")
Dieser PN war sicher das highlight meiner Tour und kann wie bereits im vorhergehenden thread von Mario beschrieben als echte Empfehlung gelten. Nördlich des DS h 1606 (9,3/10,2 18") ist sofort ein relativ großer leicht ovaler Nebel zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung schiebt sich von Süden eine dunkle Einbuchtung, welche ihm eine stark gekrümmte Bohnenform verleiht. Auch im Bereich der "Bohne" waren Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen, wobei ich den Nordrand am hellsten empfand.
IC 5117 (11,5m 1")
Einfach, aber durch die stellare Größe nicht als PN zu erkennen, sondern eher als "Doppelstern" anzusprechen durch den 20" östlich gelegenen 10m-Stern.
PK 80-6.1 (14,0m 19")
Unerwartet nach der Helligkeitsangabe war der Eggnebel (etwa 2° südlich des nahen DS 61 Cyg) eine kleine Überraschung und machte seinem Namen alle Ehre. Wie ein kleines N-S-gerichtetes Ei zeigte sich dieser protoplanetarische Nebel relativ einfach indirekt im Okular. Von seiner bipolaren Form war natürlich bei dieser Vergrößerung nichts zu vernehmen.
PK 93-2.1 (13,2m 35")
Etwa 1° NO von M 39 gelegen empfand ich diesen PN wie nach der Helligkeitsangabe zu vermuten als ziemlich schwierig. Erst nach intensiverer Betrachtung schälte sich bei abgewandter Blickweise ein O-W-elongierter Nebelhauch aus dem Sternenhintergrund, der aber nicht beständig zu halten war.
PK 86-8.1 (12,7m 8")
Dieses unscheinbare nebelartige Sternchen der 12. Größenklasse mit einem 12m-Stern 2' westlich ein Paar bildend (Zwischen 72 und 74 Cyg) stellte den Abschluss meiner Exkursion in das vielfältige Reich der Planetarischen Nebel im Sternbild Cygnus dar.
Natürlich dürften damit noch nicht alle PN im Schwan für mein Bino ausgereizt sein (bei besserem Himmel könnten sich da auch ein Abell 78 u.a. hinzugesellen), aber damit bleibt ja unserer Sternenhobby so spannend.
Klare Herbstnächte wünscht euch
Klaus
letzten Donnerstag (9. Sept) waren die Bedingungen in meinem Schlierseer Garten recht ordentlich (Grenzgröße 5,8m im UMi), sodass ich mich mit meinem 6"/f5 Bino zu einer Planetarischen Nebeltour im Schwan aufmachte. Das Sternbild stand in Zenitnähe recht günstig. Alle Beobachtungen führte ich mit 8mm Radian (95-fach) ohne Nebelfilter durch. Ich startete beim weiten DS 16 Cyg mit dem bekannten Blinkenden PN
6826 (8,8m 25")
Der runde Nebelspot ist so hell, dass ich den Blinkeffekt bei direktem und indirektem Sehen kaum wahrnehmen konnte. Auch der helle Zentralstern verschwand im leuchtenden Nebelball.
6833 (12,1m 2")
Dieser kleine PN ist wirklich nur als Sternchen zu sehen. Trotzdem war er von den Feldsternen deutlich durch den Blinkeffekt und einen leicht bläulichen Schimmer zu unterscheiden.
6884 (11,0m 6")
Auch dieser westlich vom farbigen (optischen) DS 31 Cyg gelegene PN ist nur stellar wahrzunehmen, obwohl ich beim Vergleich mit ähnlich hellen Feldsternen eine etwas stärkere Unschärfe vermutete. Mit über 9000 Lj war es an diesem Abend immerhin der am tiefsten im Orion-Arm unserer Galaxis gelegene PN.
PK 79+5.1 (12,3m 20")
Ein 3°-Sprung nach Süden bescherte mir den schwierigsten PN dieser Nacht. Nur durch genaue Kenntnis der Position konnte ich östlich eines 12m-Pärchens eine schwache rundliche Aufhellung erhaschen und dies immer nur indirekt und blickweise. Ein Versuch mit dem OIII-Filter brachte auch kein besseres Ergebnis, weil mir schlichtweg das Licht fehlte.
PK 64+5.1 (11,3m 8")
Im Vergleich dazu stellte Campbells Star im SW-Eck des Schwans einen richtiggehenden Leuchtturm dar, auch wenn der Nebel des Wolf-Rayet-Sterns in über 8000 Lj Entfernung lediglich stellar auszumachen ist.
6894 (12,3m 40")
Ein etwas kompliziertes Starhopping führte mich am Südrand des Sternbildes entlang zu diesem durchaus lohnenden Objekt. Konnte ich doch indirekt ein schwaches, gleichmäßig helles Scheibchen im glitzernden Gewimmel der Cygnus-Milchtraße ausmachen.
7027 (8,4m 15")
Ein Schwenk nach Norden bescherte mir südlich des Nordamerikanebels den hellsten PN dieses Abends. Wie eine leicht ovale, fast blendende Leuchtkugel hob er sich aus dem galaktischen Hintergrund heraus. Auch die blaugrüne Farbtönung war gut zu erkennen.
7026 (10,9m 20")
Auch dieser nördlich von 63 Cyg gelegene Nebel gehört zu den einfacheren und durchaus interessanten im Schwan. An einen 10m-Stern schmiegt sich ein N-S-gerichtetes Nebeloval das bei abgewandter Blickweise leicht unregelmäßig wirkte.
7048 (12,1m 60")
Dieser Sternennebel ist schon einen Besuch wert. Zeigt er doch, wenn auch indirekt und schwach, ein schönes rundes Nebelscheibchen, an das sich im Süden ein 10m-Stern sozusagen als Perle dranhängt.
7008 (10,7m 83")
Dieser PN war sicher das highlight meiner Tour und kann wie bereits im vorhergehenden thread von Mario beschrieben als echte Empfehlung gelten. Nördlich des DS h 1606 (9,3/10,2 18") ist sofort ein relativ großer leicht ovaler Nebel zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung schiebt sich von Süden eine dunkle Einbuchtung, welche ihm eine stark gekrümmte Bohnenform verleiht. Auch im Bereich der "Bohne" waren Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen, wobei ich den Nordrand am hellsten empfand.
IC 5117 (11,5m 1")
Einfach, aber durch die stellare Größe nicht als PN zu erkennen, sondern eher als "Doppelstern" anzusprechen durch den 20" östlich gelegenen 10m-Stern.
PK 80-6.1 (14,0m 19")
Unerwartet nach der Helligkeitsangabe war der Eggnebel (etwa 2° südlich des nahen DS 61 Cyg) eine kleine Überraschung und machte seinem Namen alle Ehre. Wie ein kleines N-S-gerichtetes Ei zeigte sich dieser protoplanetarische Nebel relativ einfach indirekt im Okular. Von seiner bipolaren Form war natürlich bei dieser Vergrößerung nichts zu vernehmen.
PK 93-2.1 (13,2m 35")
Etwa 1° NO von M 39 gelegen empfand ich diesen PN wie nach der Helligkeitsangabe zu vermuten als ziemlich schwierig. Erst nach intensiverer Betrachtung schälte sich bei abgewandter Blickweise ein O-W-elongierter Nebelhauch aus dem Sternenhintergrund, der aber nicht beständig zu halten war.
PK 86-8.1 (12,7m 8")
Dieses unscheinbare nebelartige Sternchen der 12. Größenklasse mit einem 12m-Stern 2' westlich ein Paar bildend (Zwischen 72 und 74 Cyg) stellte den Abschluss meiner Exkursion in das vielfältige Reich der Planetarischen Nebel im Sternbild Cygnus dar.
Natürlich dürften damit noch nicht alle PN im Schwan für mein Bino ausgereizt sein (bei besserem Himmel könnten sich da auch ein Abell 78 u.a. hinzugesellen), aber damit bleibt ja unserer Sternenhobby so spannend.
Klare Herbstnächte wünscht euch
Klaus