Planeten-Newton: 10´´/f6,3 oder 8´´/f8 ?

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chipsy

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Welcher Newton erbringt bei Planeten mehr Leistung (in der Praxis wohl gemerkt): ein 8´´ mit f/8 oder ein 10´´ mit f/6,3?
Dass letzterer für DS interessanter ist, weiß ich bereits.
 
Hallo Chipsy,

ich habe selbst einen 19cm Planetennewton f/9 mit Lambda/16PTV mit 30mm Fangspiegel und nur einer Fangspiegelstrebe. Die Leistung entspricht fast einem 20cm Schiefspiegler. Mein 30cm f/6 Allrounddobs zeigt aufgrund der größeren Öffnung mehr, aber nur wenn das Seeing wirklich gut ist. Mein handlicher 20cm f/4.5 DeepSkyNewton zeigt am wenigsten am Planeten, aber dafür ist er auch nicht gedacht. Der 25cm f/5.8 eines Freundes zeigte weniger Details und Kontrast als der 19cm f/9, der hatte aber leider auch nur Lambda/3. Daher mein Rat: Wenn du öfter mal gutes Seeing hast dann nimm den 10", aber nur wenn die Optik gut ist (besser Lambda/8). Wenn das Seeing nicht so toll ist reichen meist auch 8", aber auch da sollte die Optik gut sein.
CS Mike
 
Hi Chipsy,

ich mag es gerade nicht genau durchrechnen, aber es gibt folgende Einzelpunkte:

- 10" hat bei gleichem f/zu einen kleinen Fangspiegel, so daß beim Vergleich Deiner beiden Geräte die lineare Obstruktion ähnlich sein dürfte.
- f/6,3 braucht qualitativ hochwertigere Okulare, um gleiche AP bei gleicher Qualität zu zeigen (also mehr Vergrößerung und mehr Details beim 10").
- Der f/6,3-Spiegel ist schwieriger in gleicher Qualität herzustellen wie der f/8-Spiegel. Damit der 10" seine Vorteile an Auflösung und Kontrast bei der Planetenbeobachtung zeigen kann, muß die Qualität der Oberfläche Vergleichbar sein. Das kann schonmal ins Geld gehen.
- Der 10" hat eine deutlich längere Auskühlzeit und braucht daher noch dringender als der 8" eine Tubusbelüftung. Da die Auskühlzeit länger ist, machen verspannungsarme Spiegelmaterialien ebenfalls mehr Sinn.

Man könnte noch über dies und jenes Grübeln. In der Praxis jedenfalls kommt es letztendlich darauf an, welches der beiden Teleskope optisch am gelungensten ist (Serienstreuung, Fangspiegel spielt auch mit!) und welches am besten Kollimiert ist. Bei schnellem Temperatursturz hat es der 10" schwer, mehr zu zeigen, als der 8". Das gilt auch für die Seeing-Bedingungen an den meisten Tagen.

Es wird also bei vergleichbarer Qualität wenige Tage im Jahr geben, an denen der 10" besser ist, als der 8". Es wird viele Tage geben, in denen der 10" das gleiche zeigt, wie der 8" (eventuell mit Hilfe eines Graufilters gegen Blendung). Und dann wird es auch Tage geben, an denen die Bedingungen so ungünstig sind, an denen der 8" etwas mehr zeigt - aber diese Tage sind dann ohnehin so schlecht, daß sie eher nicht in Deinen Katalog herausragender Planetenbeobachtungen eingehen würden.

Bei beiden Geräten machen die für Newtons bekannten Umbauten wie Tubus-Isolierung, Velour/Samtfolie, Streulicht/Taukappe und Tubusbelüftung viel Sinn. Ausserdem würde ich einen Newton dieser Größe für Planetenbeobachtung nur mit einer handfesten Qualitätszusage und am besten Nachweis per I-Gramm oder Zygo haben wollen, auch wenn das mehr kostet. (Zu beachten ist nur, daß ein I-Gramm zwar Geld kostet, wovon der Spiegel aber nicht besser wird. Das heisst wenn ich Geld ausgebe für einen hochqualitativen Spiegel, dann soll das Geld für die Vermessung nur sicherstellen, daß der Spiegel das auch bringt.)

Clear Skies
Sven
 
Re: Planeten-Newton: 10"/f6,3 oder 8"/f8 ?

Hallo Chipsy,

so wie Du Deine Frage gestellt hast, gibt es noch sehr viele Freiheitsgrade:

1. Soll von marktgängigen Scopes ausgegangen werden, welche Qualitätsklasse? (Preisklasse?)

2. Soll von kompromißlos optimierten Geräten ausgegangen werden? (z. B. genialer Strehl, winziger FS, perfekte Beherrschung des Tubusseeings, ... und vor allem: perfekte Form, Formstabilität und Glattheit der Spiegel, was bei f/6,3 und auch noch 10 Zoll mehr Aufwand bedeutet als bei f/8 und lediglich 8 Zoll. Das ist schon ein erheblicher Unterschied bezüglich der Feinheiten, die hier in den Blickpunkt gestellt werden.)

3. Heißt "mehr Leistung in der Praxis": man soll besonders die Momente der absoluten Luftruhe betrachten und von der dabei erlebten Detailliertheit der Abbildung als "Leistung" ausgehen? Oder sollen diese oft kurzen Augenblicke sozusagen über die Zeit integriert gedacht sein und somit fast vernachlässigt werden und soll eher von mitteleuropäischen Durchschnitts-Atmosphären-Seeing-Bedingungen ausgegangen werden? (Dann würde sich die extrem feinsinnige und hochtheoretische Frage stellen, ob der 10er bereits besser über die Öffnungsfläche integriert und somit Turbulenzzellen rausmittelt und daher auch bei normalem Seeing mehr Leistung bringt)

So freiheitsgrad-behaftet, wie Du fragst, ist die Frage vielleicht besser im Optik-Theorie-Board untergebracht.

Prinzipiell ist die Auflösung eines 10-Zöllers höher als die eines Achters und damit in den Momenten der Luftruhe (dafür bringt der Planetenfan mit einem Gerät dieser Öffnungsklasse und vermutlich hohen Qualitätsklasse seine Geduld und Ausdauer auf), der Detailgrad höher.

Bei ausdauernden Aufzeichnungen mit Webcam ist das alles sicher deutlicher nachweislich objektivierbar als über den visuellen Eindruck, zumal Okulare an f/6,3 oder f/8 anders performen.

Klare Himmel bei Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
optimale Öffnung für Planeten?

Hallo

Die Firma Zeiss schrieb früher bei ihren 5" Refraktoren "Teleskop mit Optimaler Öffnung".

1. Nur eine hohle Werbeaussage?

2. Ist es so, dass ab 6" Öffnung die Seeingbedingungen bei uns, so schlecht werden, dass diese Instrumente nur noch in seltenen Fällen ihr volles Auflösungsvermögen erreichen?

Gruß Uwe
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Danke erstmal für die fundierten Hinweise.

Es geht konkret um die TS-Orion-Leichtbau-Newton. Da gibt es eben einen 8-Zöller f/8 und einen 10-Zöller f/6,3. Außerdem gibt es noch wahlweise bessere Oberflächenbearbeitung, die aber ordentlich ins Geld gehen.

Es geht in erster Linie um halbwegs gute Seeingbedingungen, also keine perfekten! So wie ich das lese, tendiert ihr dann wohl eher zum 8-Zöller.
Bezüglich Auskühlung: Wenn ich sternengucke, dann kühle ich das Gerät ohnehin auf dem Balkon oder im Auto stundenlang vorher aus. Das sollte nicht das Problem sein, denke ich.

(Jetzt kommt noch ein kleiner Aspekt: DS will ich selbstverständlich auch damit machen, aber das soll nicht das Hauptkriterium sein.)
 
Hi Chipsy,
wenn ich vor der Auswahl stünde, würde ich den 10" nehmen, zumindest dahin tendieren. Einfach weil der 10" mehr zeigen könnte, rein von den Daten her.
Das dies in der Praxis nicht immer der Fall sein wird, wurde ja schon erläutert.
Aber wenn es denn geht, dann bist Du mit dem 10er vorn. Solche Geräte können klasse Planetenergebnisse bringen, habe selbst einen solchen in Beobachtungsumfeld. Wenn der Himmel eh nicht gut für Planeten ist, dann spielts weniger ne Rolle wie groß das Gerät ist, denn der Himmel begrenzt früh. Schlimmstenfalls guckst halt DS mit geringen Vergrößerungen, und auch da bist Du mit dem 10" vorn.

All das war weitgehend Theorie. Das A und O für ein gutes Planetengerät ist und bleibt die optische Qualität. Ist die eher schwach, so wirst Du am Planeten wenig Spaß haben, es sei denn die Optik ist so groß, das die schiere Größe i.S. Auflösungsvermögen und auch Kontrast so viel mehr bietet. Das geht dann aber eher in Richtung 18-20 Zoll aufwärts.

CS
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Hallo chipsy,
ich würde auch eher zu 10" tendieren, habe selber einen 10" f 4,8 Pyrex Newton von Skywatcher, damals als Dobson eigentlich nur für Deep Sky gekauft, da ich für Planeten einen MN 78 benutzt habe! Beim First Light an Jupiter stellte sich aber sehr schnell heraus, das dieser 10" an Planeten genauso gut war wie der MN 78 ( und der war wirklich gut ) er zeigte auf Gund seiner grösseren Öffnung sogar mehr Details auf der Jupiter Oberfläche! Weil er die guten Beobachtungsergebnisse am Himmel auch auf der optischen Bank am künstlichen Stern und im Ronchigitter zeigte habe ich Ihn mit den bekannten Mitteln mechanisch und thermisch verbessert und auf meine EQ 6 gesetzt, wo er Heute meinen MN 78 mehr als erstzt! Es gibt also auch preiswerte Geräte mit guten Optiken, was ich gestern wieder an Mars bei 300 facher Vergrösserung mit ND 06 Filter und Nagler Zoom bestaunen durfte, man muss Sie nur finden und beim Kauf immer Rückgaberecht einräumen lassen und ausgiebig testen, so kann man viel Geld sparen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Viele Grüsse und cs Uwe
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Welchen konkret würdest du denn empfehlen? Allzu schwer sollte er auch nicht sein, habe eine CAM.
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Hallo chipsy,
Bei Deiner CAM würde ich bei einem Newton nicht über 8" f5
hinausgehen, auch visuell nicht! Von Skywatcher gibt es wohl auch die Pyrexversion in 8" f5, als Dobson für ca 300 €, wenn Du nur eine nur annähernd vergleichbare Optik erwischt, wie ich mit dem 10 Zöller, ist das ein echtes Schäppchen!
Bei den Okularen solltest Du nicht die Billigsten nehmen, sondern im mittleren Preissegment ( Speer Wallers, Stratus oder Hyperion ) bleiben, weil an f5 und Schneller die einfachen Okulare nicht richtig funktionieren! Als Übersichtsokular habe ich übrigens ein Widescan Typ III mit 30 mm, welches an f 4,8, wenn man nicht auf eine perfekte Randabbildung Wert legt, eine durchaus zufriedenstellende Leistung bringt und nur 1/3 des Nagler kostet, wofür Du Dir lieber gute Planetenokulare kaufen solltest! Ich selber nutze das Nagler Zoom 3-6 mm für Planeten, welches ich für 250 € gebraucht erworben habe und welches mir vier Einzelokulare ersetzt! Aber wie schon in meiner ersten Antwort gesagt, lass Dir beim Kauf auf jedenfall ein Rückgaberecht von ca.4 Wochen einräumen und teste mit anderen Beobachtern das Gerät erst einmal am Himmel! Viel Spass und Erfolg beim Gerätekauf!

cs Uwe
 
Hi,
würde den 8"f8 nehmen und dafür lieber Spitzenoptik(8"Lomo ~ 1000 €)
frag doch mal Frank Ritter(der hat ein 8"f8 Zeiss;Oldenburger Sternfreunde)
Großstädter:da mag 6" öffnung ausgereizt sein seeingmäßig
Landmensch: 8" sollten seeingmäßig kein Problem sein
Spitzenoptik in zusammenhang mit Spitzenmechanik kann seeingmäßig auch mit 5-7/10 noch gut umgehen,während mäßige Spiegel total untergehen .
lange Brennweite ist abbidungsmäßig und seeingmäßig relevant
mind. genauso wichtig ne adäquate Montierung sowohl Schutzhütte
ich höre von versierten Planetenbeobachter in aller Welt ,das sie selten mehr als 8" nutzen im durchschnitt - visuell betrachtet!Jim phillip hat ja 8 und 10 " Apo und guckt die meiste Zeit mit dem Achtzöller(was für eine resourcen(Money)verschwendung..grins)
webcam mäßig mag die Software noch einiges rausmogeln bei teleskope 10-14".
man kann ein 10"Newton schlecht auf 8" abblenden(Privileg von Refraktorbesitzer)kann in bezug auf Obstruktion.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Chipsy,

wie ich schon schrieb, sollte man definitiv. Dann lieber den kleineren, wenn's beim großen Kohlemässig nicht langt.
Der große mit mässigem Spiegel wird nämlich maximal zeigen, was der kleine mit gutem Spiegel zeigt. Dafür hat dann der kleine aber mehr Bildästhetik. Zwischen 10" und 8" liegt eben nicht die Welt an Auflösung.

Clear Skies
Sven
 
Also die Entscheidung geht in Richtung guter 8-Zöller mit f/8. Jetzt die Frage: Welches Modell soll man nehmen, ganz konkret. Sind die TS-Leichtbau-Orion das Maß in diesem Bereich (Leichtbau nicht vergessen)? Und ist Lambda 1/8 ein Muss? Oder ein anderes Modell?
 
Hi Chipsy,
habe gerade gesehen das Du ne CAM hast. Soll da das gesuchte Gerät drauf?
Dann vergiß beide vorgestellten. Auch als Leichtbau wird das auf der CAM nicht sonderlich stabil sein. Dazu müßte es schon eine Monti der Tragkraftklasse EQ6 sein.
Zum Geld: Wie gesagt, Planetengeräte stehen und fallen mit der optischen Qualität. Reichts bei einem 10" nicht zu der guten, dann nimm lieber den 8" mit der besseren Qualität. Diese wird in der Praxis den 2" Vorteil meist kompensieren.
Aber wenn er eh auf die Cam soll, würde ich eher nach 6" f/8 schaun oder über einen Dobson nachdenken, wenn nicht andere Gründe dagegen sprechen.
CS
 
Ein 8-Zoll-f/8-Newton sollte visuell noch gehen, hoffe ich... Zumindest als Leichtbauversion.
Die Frage bleibt immer noch, ob sich der heftige Aufpreis auf Lambda 1/8 lohnt oder die normale Version 1/6 völlig reicht.
 
Der Hebel ist doch gerade 80cm an beiden Seiten? Und wird auch als Kombi von TS angeboten, sogar angeblich fototauglich. Da sollte doch visuell halbwegs vernünftig was möglich sien oder nicht?
 
Hi Chipsy,
80cm je Seite ist richtig, aber auch verdammt viel.

Was ist visuell halbwegs vernünftig für Dich? Wie lange darfs wackeln bzw. wie stark? Da kann man sicher unterschiedlich "leidensfähig" sein. Mir sind 2-3 Sekunden nachwackeln schon zu viel. Und wenns beim fokussieren wackelt, ist s für mich vorbei. Wie soll ich so gescheit scharf stellen?

Ja das gibt es als Kombination auf der TS Seite, heißt aber leider nicht zwingend das es auch funktioniert. Auf der Orionseite ist bei den Kombinationen nie angegeben, ob das kurze oder das lange Gerät gemeint ist. Es gibt je Öffnung ja 2 Varianten.
Gehe mal davon aus, das immer das kurze Scope gemeint ist. Und selbst dann....

Nur weil es beim Händler die Kombi gibt, heist das leider nicht zwingend das die Kombi auch taugt. Das habe ich schon öfter bemängelt. Tut sich aber nicht so richtig viel. Man findet immer noch 90/900 Refraktoren oder 150mm Newton auf LIDL-Montis, 114/900er sogar auf EQ1 oder 2.

Frage mal Oli ( Iceland ) nach seinen Erfahrungen mit der CAM und nem kurzen 10". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Das wurde auch schon angeboten und beworben.

Ansonsten könnte die Suche noch Antworten bringen. Da müßten sich eine Threads zur CAM und evtl auch der Tragfähigkeit finden.

CS
 
Danke, das werde ich mal tun.

Trotzdem bleiben noch obigen Fragen offen. Lohnt ein Upgrade auf ein besseres Lambda? Gibt es Alternativen? Was ist sonst noch empfehlenswert?
 
Hallo

Meiner Meinung nach, zahlt sich Qualität immer aus. Es kommt dabei immer auf einen selbst an. Ist einem das letzte Quäntchen an Perfektion der Preis wert, oder kann man mit der Ungewissheit leben, liegt es an den Rahmenbedingungen oder am Instrument.

Wenn man einmal einen Preisvergleich zwischen 8" Planetennewtons anstellt:
-ORION 875 €
-AOM 2490 €
-ICS 2750 €
-LOMO 3290 €

So wird einem schnell klar, das der Upgrade, erstens nicht die Welt kostet im Vergleich zu anderen Herstellern. Und zweitens, dass man sich mit einem TS-Orion immer noch im Billigpreissektor aufhält.
Man kann ein paar Euro sparen wenn man sich den Newton selber baut, was bei LOMO sowieso der Fall wäre.
Doch der Vergleich von den Hauptspiegelkosten der Anbieter würde einem das gleiche zeigen.

Die Fragen wären nun, wie kommen diese Preisunterschiede zustande und ist einem das mehr an Leistung das Geld wert in Bezug auf die Auswirkungen in der Beobachtungspraxis.

Da die letzten genannten Anbieter in jeder Hinsicht, Anspruch auf Perfektion erheben, möchte ich einmal ein paar Punkte nennen, die man beim ORION nicht so hat oder findet.

- Die Mechanik entspricht in jeder Hinsicht der gängigen Chinaqualität. Solche Specials wie Mikrofokussierung und Filterräder, Tubusschwärzung, Schaumstoff um HS, Lüfter, 9-Punktauflage, usw. Sucht man vergeblich.
- Die Qualität der Optik ist zwar Garantiert und mit einem ZYGO-Protokoll auch Dokumentiert, doch kann sich diese immer noch im unteren viertel bewegen von "gut". Auch kann man nicht wissen wie die Spiegel auspoliert sind.
- Die Verspiegelung, Garantiert zwar einen höheren Reflektionsgrad wie Aluminium, kommt aber der Empfindlichkeit von Silber schon nahe. Auch hat man keine Angaben über deren Haltbarkeit.
- Der Spiegelträger Borsilikat in dünner Ausführung, ist nicht zu vergleichen mit Zerodur von LOMO, oder den echten Pyrexarten von ICS. Er ist während der Temperaturanpassung so gut wie gar nicht zu gebrauchen und verträgt nicht die geringste Form von Zug oder Druckspannung.

Die Mehrkosten der Anderen Anbieter stecken in vielen Details und in einer perfeckten Optik. Diese hier aufzuzählen ist jetzt nicht meine Sache. Doch kenne ich ICS und ORION und wer schon einmal damit beobachtet hat, der kennt die Unterschiede, der weis, bei ICS kommt da was ganz anderes rüber wie bei ORION.
Trotz dem, ist es ein gutes Teleskop und entspricht mit seinem Preis, eben seinem Preis-Leistungsverhältnis.

Ob sich nun diese Upgrade lohnt, hängt denke ich von anderen Kriterien ab. Wie sind deine Vorerfahrungen in der Planetenbeobachtung, was ist deine Intention, hohlst du mit einem Binokular überhaubt das letzte Quäntchen aus der Optik heraus. Oder anderst herum, hast du ein Binokular um überhaubt in diesen Wahrnehmungsbereich zu kommen. Wie ist dein Standort, wie oft kommst du überhaupt unter eine Bogensekunde Auflösung.
Willst du einen perfeckten Spiegel, oder willst du Geldsparen. usw.

Gruß Uwe
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Hallo Uwe,

die Bezeichnung "Teleskop mit optimaler Öffnung" könnte sich damals möglicherweise auch speziell auf Refraktoren bezogen haben, die ja ab 5" aufwärts dann schnell unhandlich werden ... wenn man sie nicht faltet.

Gruß, Jan
 
Hallo Uwe,
ich glaube, das die Preisunterschiede in erster Hinsicht daher kommen, das ICS,AOM,und LOMO zusammen nicht soviel Newton herstellen und verkaufen wie Orion,Skywatcher oder GSO alleine ! Massenware ist ist auch bei Artikeln die nichts mit der Astronomie zu tun haben immer erheblich Preiswerter,was aber nicht immer heisst, das Sie auch schlechter ist, nur die quallitative Streuung ist grösser! Wenn man bei Orion oder Skywatcher vorallem den Okularauszug gegn einen Moonlite,JIMI oder Feathertuch austauscht, kommen max. noch 500 € zum OTA hinzu, so das Du mit 1000 bis 1400 € für ein auch mechanisch gutes Gerät auskommst! Das Suggerieren, das teuer auch immer Gut ist, füllt zwar die Taschen der Hersteller und der Händler, entspicht aber leider nicht immer der Realität, ich habe auch schon durch teure Gurken geschaut genauso wie durch gute preiswerte Geräte! Wenn ich z.B. nur mal meinen ehemaliegen MN 78 mit meinem jetzigen 10" Skywatcher vergleiche ( MN 78 ca. 3000 € und 10" Skywatcher nach dem Umbau ca. 1000 € ) habe ich und einige andere Mitbeobachter keinen Unterschied in der optischen Leistung an Planeten und Mond erkennen können, ausser das durch die Fangspiegelstreben die Sternenabbildung nicht so ästhetisch wirket wie im vorgenannten Gerät, dafür ist die Leistung an Deep Sky Objekten beim 10" erheblich besser!

Gruss Uwe
 
Re: optimale Öffnung für Planeten?

Hallo Jan

Das wäre eine Erklärung!
Doch stand das auch bei den APQ Refraktoren.

Wenn ich mir die Sonne ansehe, ist das mit 5" Öffnung sicher zutreffend. Den da brachte der 6" f/20 von LK nie mehr als der 5".

Wenn man sich die Aussagen über Konvektionszellen mit einer Durchschnittlichen Größe von ca. 100mm zu Herzen nimmt, leuchtet einem das auch ein. Diese werden ja zum Boden, oder zum Strahler hin auch immer kleiner.

Sie wirken wie kleine Linsen und erzeugen Aberrationen. Kommen mehrere zur Wirkung wie in großen Öffnungen, fallen die Strehlpunkte und die Optik kann, wenn sie schon einen geringen Strehl hat nicht mehr Beugungsbegrenzt abbilden.

In SuW habe ich mal gelesen, dass ein 2m Teleskop in La Sila im Schnitt ein Strehlverhältnis gegen Null hat. Dieser Aufsatz handelte über Adaptive Optik.

Was manche als Kontrastverlust, Weichzeichner, oder Matschige Bilder nennen, bezeichnen andere, als das "Herausmitteln des Atmosphärischen Seeings".

Sicher ist diese Aussage von Zeiss nicht pauschal auf alles zu übertragen. Doch sollte ein richtiger Planetenbeobachter Aussagen darüber machen können bei welchen Rahmenbedingungen er das volle Leistungsvermögen seiner Optik nutzen kann. Und nicht einfach nur eine Empfehlung für eine gewisse Öffnung abgeben.

Als Planetenbeobachter müsste man nach der Qualität der Optik, gleich das Binokular empfehlen und dann die Paralaktische Montierung. Das sind sozusagen die drei Säulen der Instrumentellen Ausstattung, die eine erfolgreiche Planetenbeobachtung ermöglichen. Dazu kämen noch die Natürlichen Rahmenbedingungen und die des Beobachters. Was wiederum Auswirkungen auf das *entfernt* hat.

Wirft man diese drei Parameter in einen Topf, so stellt man fest, dass die Planetenbeobachtung eine komplexe Sache darstellt und mit der einfachen Wahl einer bestimmten Öffnung einfach nicht genüge getan ist.

Gruß Uwe
 
tag chipsy!

ich weiss nicht genau ob du soetwas überhaupt in betracht ziehen würdest, aber erwähnt haben möchte ich es trotzdem: schonmal über selbstschliff nachgedacht? ich bin gerade dabei mir meinen ersten eigenbaunewton zusammenzusetzen 8" f/7,6. ich bin gerade noch beim auspolieren. eigentlich wollte ich zur marsopposition fertig sein, aber inzwischen ist mir das egal wenns etwas länger dauert, solange die qualität stimmt. vor lambda/8 habe ich eigentlich nicht vor aufzuhören und bei diesem öffnungsverhältnis sollte das eigentlich schaffbar sein, wenn man sich genügend zeit läßt. als okularauszug kommt ein jmi 1,25" ran und wenn ich einen passenden fangspiegel finde erreiche ich in etwa 18% obstruktion. das ganze kostet mich nach oben aufgerundet maximal 350euro. ich wüßte nicht wie man sich ein preiswerteres gutes plantenteleskop zulegen könnte.
nur mal so als idee, wenn auch etwas oT.

grüße tobias
 
Hallo Uwe

Das Suggerieren, das teuer auch immer Gut ist, füllt zwar die Taschen der Hersteller und der Händler, entspricht aber leider nicht immer der Realität

Nun, das Suggerieren, man "könnte" für einen Spotpreis eine Spitzenoptik erhalten, halte ich für viel verhängnisvoller!
Keiner kann genaue Aussagen darüber machen, wie die Chancen für eine gute Optik stehen und wie will man das Quantifizieren?!
Nicht jeder hat die Möglichkeit mit einem Interferometer zu testen und diese Billig-Mentalität hält einen dann bestimmt auch davon ab 150€ für einen Test auszugeben.
Ganz zu schweigen von Anfängern!

Dagegen stehen die Chancen bei teurer Optik etwas gutes zu erhalten doch wesentlich besser.

Man darf auch nicht vergessen, welche Politik hinter diesen einmaligen Super-China-Spiegeln steht. Denn deine Aussagen spülen weit mehr Geld in die Kassen der Händler und ins Ausland!
Die ganzen Gurken werden schließlich auch verkauft.

Wie wirken den die Fangspiegelstreben an den Planeten, den da sind sie schließlich auch zu sehen?!
Es gibt ja Leute, die solche Abbildungsfehler wie diese asymmetrischen Beugungsefeckte ästhetisch schön finden, doch wie wirken sie sich z.B. am Planeten Jupiter aus?

Der nächste Punkt wäre der Hinweis auf deine Paralaktische Montierung. Mit f/5, läuft der Planet beim Dobson, dermaßen schnell ins unscharfe Feld, das dass erkennen von Feindetail unmöglich wird. Diese 1000€ für die Montierung, könnte man für den Anfang in eine bessere Optik stecken mit f/8 und dann Dobson.

Gruß Uwe
 
Meine Erfahrungen in Bezug auf Planeten beruhen auf einem 6´´-Newton (f/5) und einem kleinen Refraktor. Allerdings hänge ich schon manchmal ein paar Stündchen an den Wandersternen. Das genieße ich dann sehr, wenn ich nach einiger Zeit und einem ruhigen Moment ein paar Details mehr erschaschen kann.
Bin aber kein "Planetenexperte" (was immer das auch sein soll), da ich das erst seit ca. einem Jahr tue.

Allerdings kommen oben genannte Edel-Alternativen für mich preislich nicht in Frage. Schnelle Dobson auch nicht, ein Nebeneffekt der langsamen Newton ist auch, dass z.B. ein Wide Scan 30mm mit 84° an diesem Gerät gut bis sehr gut aussehen sollte, bei f/6,3 geht es gerade noch (nach meinem Empfinden).
Ich werde wohl mit einem Orion- Leichtbaunewton Vorlieb nehmen müssen. Die Frage ist, was man sinnvollerweise am Stangenkauf ändern sollte. Veloursfolie ist selbstverständlich.
Anderer OAZ? Was ist sinnvoll? Rohrschellen und Schiene?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Chipsy,
unter diesen Voraussetzungen, konkret:
Zur Cam maximal 8" f6.
Ansonsten 8" f8.
In jedem Fall Upgrade Lambda 1/8.
Dobson immer mit Rohrschellen.
Wenn möglich, ausgiebig testen, vergleichen, prüfen (Rückgaberecht).
Danach Optimierungsmaßnahmen:
Tubusauskleidung, OAZ-Auskleidung, saugender Lüfter, Tau-/Streulichtkappe, Tubusisolierung (zb. aus passend zugeschnittener Isomatte mit Klettbefestigung oder dünnen, beschichteten Styropor-/Mosgummiplatten) usw.
Sollte der Original-OAZ Probleme machen, kann z.B. ein zusätzlicher Lagerstreifen (bei meinem
Skywatcher ein Streifen dünne, feste Klarsichtfolie) Shifting beheben, gegen mögliche, zu
grobe Fokussierung kann ein größeres Drehrad oder ein leicht anzubauender Knopfautomat
(1:6 Übersetzung) helfen.
Danach ist fraglich, ob Du den sicher guten Crayford vermisst, noch besseres scheidet ja preisbedingt aus.
Auch die Rockerbox (kenne ich nicht) bietet sicher Optimierungsspielraum in den Bewegungsachsen
und in der Steifigkeit, da lässt sich auch im Selbstbau etwas bewegen.
CS
*entfernt*
PS: Ich persönlich würde den 10" f6,3 bevorzugen, der aber mit dem Spiegelupgrade wieder das Budget
erheblich höher belastet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Uwe,
Suggerieren was nicht ist und auch nicht sein kann ist in der heutigen Zeit gang und gebe, nicht nur in der Astronomie!
Das Geld fliesst so oder so ins Ausland ob nach China,Japan,USA oder England, deutsche Hersteller gibt es ja kaum noch!
Sicher ist bei teuren Geräten die Change grösser etwas gutes zu bekommen als bei billigen, dafür ist der Frust auch grösser, wenn man für viel Geld eine Gurke geliefert bekommt als bei den Preiswerten!
Das Beugungsbild durch die wirklich sehr dünnen Fangspiegelstreben am Skywatcher bei der Planetenbeobachtung wird durch die grössere Optik ( 7" zu 10" ) mehr als wett gemacht!
Die 1000 € würde ich auf jedenfall in einer paralaktischen Montierung investieren, denn Planetenbeobachtung mit einem Dobson bei 250 bis 300 fache Vergrösserung mit einem Planetenokular welches max. 60° eher aber weniger hat, kann ich aus eigener Erfahrung keinem empfehlen!
Um eine Optik zu beurteilen, braucht man nicht unbedingt eine optische Bank, am intra und extra fokalen Beugungsscheibchen kann man schon sehr viel über die Optik sagen und direkte Vergleiche unter gleichen Bedingungen mit anderen Geräten, wie es auf vielen Treffen möglich ist bringen meist auch die Gewissheit ob man ein gutes oder schlechtes Gerät erwischt hat. Gerätekauf ist halt auch ein wenig Glücksache!
Gruss Uwe
 
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