Planeten-Newton 8" f/6 Planung

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Hallo Christian,

Sie scheinen von einer, ja man könnte fast sagen, Angst getrieben zu sein, irgendetwas zu verpassen.

Man verpasst nur etwas wenn man sein Teleskop mit Tubusseeing, hellgrauer "Schwärzung", verspanntem HS und verspanntem unnötig großen FS (weil OAZ zu hoch und FS-Fassung Schrott), in sich verdrehten FS-Spinnenbeinen, verkehrt herum eingebautem Lüfter, bescheuert angeordneten Justierschrauben, Schwabbeltubus, zu kleinen Höhenrädern und Wackelbox aus gepressten Holzabfällen, vignettierendem Tubusabschlussring und schlecht bis gar nicht justiert zu benutzen versucht und nichts dagegen tut.

Um das zu vermeiden muß man GAR NICHTS neu erfinden. Versucht das hier jemand?


Hihi


Viele Grüße Felix
 
@Thomas: Dein Ansatz ist genau richtig, wie ich finde. Die Frage ist nur ob du einen Lüfter und eine Isolierung für sinnvoll erachtest? Bei deiner jetzigen Konstruktions-Planung halte ich diese beiden Ergänzungen nicht für sinnvoll.

Gruß und Guten Rutsch

Christian
 
Hallo Christian,

Deine Aussage vom "völlig unsinnigen und widersprüchlichen Ansatz" trifft exakt auf die Gedanken zu, die Du Dir machst.

Du kannst das nur testen, nicht diskutieren oder zu Ende denken, Du musst es sehen. Weißt Du es für Dich und kannst dieses Wissen anderen Leuten weitergeben. Was die daraus machen ist wieder eine andere Geschichte.

Ich kenne einen oder zwei dieser guten ICS ATD Newton/Dobsons, habe aber weder die Maße noch z.B. den Platz den der Spiegel im Tubus hat und die Zellenkonstruktion im Kopf. Auch habe ich einen Test wie Du ihn beschreibst noch nicht durchgeführt.

Ich habe nur verschiedene andere Tests gemacht, bei denen veränderte Seriennewtons oder Selbstbauten (im Sinne des Threadstarters) gehen unveränderte Serienprodukte in vergleichbarer Preiskathegorie angetreten sind und das Ergebnis sprach immer eindeutig und zweifelsfrei für die hier zur Disposition stehenden Maßnahmen.
In sofern sind meine Aussagen und Ansätze weder widersprüchlich noch unsinnig und sie werden von vielen Leuten, unter anderem Kurt, der auch Messreihen und einge Versuche unternommen hat, gestützt. Eigentlich waren Kurt oder auch Karsten meine Ideengeber und ich habe ihre Ergebnisse zum Anlass genommen, sie für mich praktischen Tests zu unterziehen, sie dann für gut befunden und dauerhaft umgesetzt.

Der Hinweis von Kurt, dass ein 210 mm Siegel im 290 mm Tubus keine Lüftung benötigt steht z.B. in keinerlei Widerspruch zu der Tatsache, dass ein 250 mm Tubs dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu eng ist.

Tu es oder lass es, nichts davon ist unsinnig.

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von Felix42:
Man verpasst nur etwas wenn man sein Teleskop mit Tubusseeing, hellgrauer "Schwärzung", verspanntem HS und verspanntem unnötig großen FS (weil OAZ zu hoch und FS-Fassung Schrott), in sich verdrehten FS-Spinnenbeinen, verkehrt herum eingebautem Lüfter, bescheuert angeordneten Justierschrauben, Schwabbeltubus, zu kleinen Höhenrädern und Wackelbox aus gepressten Holzabfällen, vignettierendem Tubusabschlussring und schlecht bis gar nicht justiert zu benutzen versucht und nichts dagegen tut.
Um gottes Willen, wer baut denn sowas ?)
Da ist optimieren angesagt! :)

 
Hallo Christian,


Die Frage ist nur ob du einen Lüfter und eine Isolierung für sinnvoll erachtest? Bei deiner jetzigen Konstruktions-Planung halte ich diese beiden Ergänzungen nicht für sinnvoll.

Das von jemandem zu lesen der den Sinn nicht verstanden hat und dem der Vergleich fehlt ist zum Brüllen komisch :totlach2: :totlach:


GSO, Skywatcher, Orion UK.....


Is ja'n Ding! :respekt:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Chritian,

@Kurt: auaaa! Warum um Himmels willen sind die Newtons denn hinten geschlossen?

dank Ventilator kriegt man so mehrere m³/ h Luft durchgesaugt. Das schafft man bei hinten geöffnetem Tubus ohne V. nicht annähernd. Bei einer anderen Version wurde die Luft unmittelbar vor der Spiegelebene reingepustet und konnte nach vorne und hinten ungehindert entweichen.


...Ich denke in diesen ganzen Optimierungsprozess muss man höllisch aufpassen, das der Glaube nicht stärker wird als die Fakten...


So isses! :applaus: Deshalb gibt dazu u. a. von mir noch jede Menge Messfakten und Berichte anstatt Glaube :cool:, hab aber keine Lust mehr diese noch in 2010 hevorzukramen. Du würdest es ohnehin nicht schaffen diese in diesem Jahr noch zu lesen.

Wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins Neue Jahr

Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Günther: glaube mir bei dem von mir beschriebenen Test wirst du keinen Unterschied sehen können. Eben weil der ICS(hier nur als Beispiel) so durchdacht und simpel gebaut ist. Der hat keinen Lüfter und erst recht keine Isolierung nötig, um optisch hervorragend zu sein.

Bei fehlerhaft/mangelhaften Werks-Konstruktionen stimme ich voll zu, dass optimieren angesagt ist. Und warum? Doch nur um die Defizite der Konstruktion auszugleichen. Wenn Ich mir mein Teleskop selbst baue, dann baue ich es ohne diese Defizite und muss somit gar nichts optimieren. Es ist schlicht schon optimal.

Gruß, Christian





 
Zitat von Felix42:
Die Frage ist nur ob du einen Lüfter und eine Isolierung für sinnvoll erachtest? Bei deiner jetzigen Konstruktions-Planung halte ich diese beiden Ergänzungen nicht für sinnvoll.

Das von jemandem zu lesen der den Sinn nicht verstanden hat und dem der Vergleich fehlt ist zum Brüllen komisch :totlach2: :totlach:
Mir zu unterstellen, ich würde den Sinn von physikalischen Zusammenhängen nicht verstehen, ist sehr gefährlich. Du kennst mich nicht und kannst meinen Wissensstand aus diesem Grund überhaupt nicht einschätzen. Aber nichts für ungut. ;)
 
Hallo Kurt,

interesse halber: hast du eigentlich mal die Tube currents anhand eines Foucault-Tests analysiert? (Messerschneide statt Okular)

Habe neulich in einen alten Artikel gelesen wonach das eine gute Methode sein soll zu sehen was im Tubus bzw. der Atmosphäre vor sich geht.


Wünsche allen einen guten Rutsch!

cs
Martin
 
@Felix: Glaubst du ehrlich, dass der Hersteller und damit die Fachleute von Intercon Spacetec nicht wissen wie man Newton-Teleskope baut, welche optimale Leistungen bringen? Nimm das erstmal als erste Begründung.

Gruß :)

 
Hallo Christian,

deine Zweifel an der Wirksamkeit wilder Basteleien am Teleskop kann ich gut nachvollziehen. Das Ganze hat sich teilweise recht weit verselbständigt, und jeder Einsteiger wird sogleich entsprechend "beraten".

Ich sehe es aber auch nicht so dass alle Teleskopbau-Weisheiten ewig lange bekannt sind und man mit traditioneller Bauweise nichts falsch macht.

Das Themenfeld "local seeing" ist recht komplex. Bis vor ein paar Jahren war dem durchschnittlichen Amateur z.B. nicht bekannt dass ein unter freiem Himmel stehendes Teleskop eben nicht irgendwann "ausgekühlt" ist, sondern dass durch die unsymmetrische IR-Strahlungsbilanz ein stationäres Temperaturgefälle im Tubus entsteht das sich nicht im Laufe der Zeit abbaut.

Auch die alte Weisheit dass ein Newton das Gleiche zeigt wie ein Refraktor mit kleinerer Öffnung ist nach heutigem Stand nicht mehr ohne weiteres haltbar. Die Suche nach der Ursache für die lange Zeit vermutete Überlegenheit des Refraktors hat z.B. schon vor 80 Jahren zum Einbau von Lüftern im Newton geführt, als man sich des Tubusseeings bewusst wurde.

Nun ist ein groß dimensionierter Tubus sicher eine Verbesserung gegenüber einem engen Tubus, hat aber halt andere Nachteile. U.a. auch dass der Abstand FS/Okular größer wird.


Dein Beispiel aus der Hifi-Szene hat einen anderen Background: die allermeisten Hifi-Voodoo Weisheiten haben nunmal keinerlei physikalische Grundlage, was dazu führt dass jeder mit entsprechendem elektrotechnischen Fachwissen vor Lachen in den Teppich beißt.

Die Tubus-Thermik ist zumindest theoretisch erklärbar, messtechnisch fassbar, und reagiert auf Gegenmaßnahmen.

Problematisch ist lediglich die Größe der Auswirkung der einzelnen Effekte, bzw. die Wirksamkeit der unterschiedlichen Gegenmaßnahmen quantitativ zu fassen. Der A-B Vergleich ist eben normalerweise nicht möglich (außer Lüfter ein/ausschalten).


@Felix: Glaubst du ehrlich, dass der Hersteller und damit die Fachleute von Intercon Spacetec nicht wissen wie man Newton-Teleskope baut, welche optimale Leistungen bringen? Nimm das erstmal als erste Begründung.

Bei aller Wertschätzung für ICS: in den mir bekannten Publikationen zu deren Newtons wird auf alle möglichen Aspekte eingegangen, vor allem die mechanische Robustheit, aber nicht auf Tubusseing. Ich glaube das Thema wird ignoriert. Wobei man konstatieren muss dass die dickwandigen Alutuben (zufällig?) durch die bessere Wärmeleitfähigkeit, und vor allem auch bei blanker Oberfläche, ein geringeres Tubusseing aufgrund IR-Strahlungsbilanz haben könnten als dünnwandige lackierte Tuben.


cs
Martin
 
Hallo Martin,


Hallo Kurt,

interesse halber: hast du eigentlich mal die Tube currents anhand eines Foucault-Tests analysiert? (Messerschneide statt Okular)

Habe neulich in einen alten Artikel gelesen wonach das eine gute Methode sein soll zu sehen was im Tubus bzw. der Atmosphäre vor sich geht...

hab ich, u. a. auch mit intra/extrafokalem Sterntest an einem 12" f/4,8 in Kasten- Tubus. Das sah echt schaurig-schön aus. Danach hab ich noch eine praktisch nachvollziehbare Simulation gemacht, siehe
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=1678
Morgen such ich mal einige weitetere Berichte zum Thema zusammen. Jetzt wird erst mal weiter silverstert.

Prost und guten Rutsch allerseits

Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
FROHES NEUES JAHR! :) an alle.

Ich habe mich nocheinmal belesen und siehe da, der Lüfter und Isolierungsmaßnahmen scheinen wirklich einen Sinn zu machen! Möchte mich an dieser Stelle nochmal entschuldigen, für meine Voreingenommenheit.

Ich denke darüber nach an meinem TAL hinten einen Lüfter zu installieren.

Gruß, Christian
 
@Martin: oh, kennst dich auch in HiFi aus? cool! :) Ich habe in meinem Buch, "Amateur Astronomers Handbook" noch einige interessante Dinge dazu gefunden.

z.B., dass während der Abkühlungsphase der Nacht, die Temperatur sinkt stetik ein kleines Bisschen, das Teleskop (Spiegel und seine Bestandteile) immer ein wenig über der Umgebungstemperatur ist, es hinkt sozusagen hinterher. Es ist zwar nur ein klein wenig, aber es reicht, das Unregelmäßigkeiten, also leichte Lufturbulenzen, im Tubus entstehen können.

Gruß, Christian

 
Hallo Christian,

Glaube durch Wissen zu ersetzen ist immer eine gute Idee (wenn es geht).

Eventuell interessiert Die meine Einschätzung der Erwartungshaltung, die Du mit der geplanten Maßnahme verbinden kannst.

Zunächst eimal beschleunigt sich durch einen funktionierenden saugenden Lüfter die Anpassung des Teleskops an die Außentemperatur deutlich.
Ein Vorteil, der Leute die ihr Teleskop in geheizten Räumen lagern deutlich mehr interessiert als Leute, die ihr Teleskop bei annähernd Außentemperatur aufbewahren.
Je größer und dicker der Glasklotz des Hauptspiegels ist, um so nötiger ist allein schon wegen dieser Masse eine funktionierende Lüftung, das kann übrigens auch eine sehr offene Bauweise bewirken, ein völlig offen liegender Spiegel wird von Umgebungsluf umspült, auch das kann für seine Temperaturanpassung völlig ausreichend sein, bringt natürlich andere Nachteile mit sich.

Wirst Du den Unterschied zwischen Lüfter an, Lüfter aus während der Anpassung extremer Temperaturunterschiede schon im Übersichtsokular bei geringer Vergrößerung sehen, so wird sich der Unterschied bei grundsätzlich und fast vollständig hergestellter Temperaturanpassung subtiler zeigen.

Erst dann kommst Du in beiden Fällen über mittlere Vergrößerungen hinaus in den Hochvergrößerungsbereich vordringen und die vom äußeren Seeing (und vom Teleskop an sich) bestimmten Vergrößerungsgrenzen ausloten. Relevant wird hier der Hoch- und Höchstvergrößerungsbereich, sehr deutlich wahrnehmbar werden Unterschiede bei der Mond- und Planetenbeobachtung, aber auch z.B. am KS oder an sehr kleinen hellen PN.
Mit eingeschaltetem Lüfter kommst Du dann bei Vergrößerung x zu einem Bild, welches Dir scharf und so wenig vom Seeing gestört erscheint, dass Du diese Vergrößerung für Dich als optimal empfindest, die beste Detailwahrnehmung hast.
Schaltest Du den Lüfter aus wird Dein Bild sehr häufig binnen weniger Sekunden(!) zusammenbrechen und Du musst eine geringere Vergrößerung wählen um ein gleich ruhiges Bild zu erzielen.
Ein Unterschied ist eigentlich immer zu beobachten, so weit wir von engen, geschlossenen, nicht isolierten Tuben sprechen, wie groß er ausfällt ist von den Rahmenbedingungen abhängig.
Im Grunde geht es bei Maßnahmen zur thermischen Beherrschung einen Newtons um diese 5, 10 oder 20% Mehrleistung im höheren Vergrößerungsbereich.
Diese Mehrleistung will und kann man sicherer und häufiger erreichen, als wenn man optimale Verhältnisse im Tubus dem Zufall überlässt.
Wir können den Beitrag des Tubusseeings zu den anderen Seeingeinfüssen minimieren und so die unbestreitbaren Vorteile eines Volltubus genießen (Streu-/Störlichtabschirmung, günstige Erreichbarkeit guter mechanischer Stabilität, Ausschluss von Beobachterseeing).
Letztlich ist auch die Beherrschaberkeit von Tubusseeing über den kompletten Strahlengang im Teleskop ein großer Vorteil des Volltubus gegenüber Teiltuben und Spiegelkisten, deren Verwenung nur zu empfehlen ist, wenn praktische Gründe (Größe, Transport, Gewicht) deutlich dafür sprechen.

Gruß
*entfernt*


 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,


Ein Unterschied ist eigentlich immer zu beobachten, so weit wir von engen, geschlossenen, nicht isolierten Tuben sprechen, wie groß er ausfällt ist von den Rahmenbedingungen abhängig.

Auch bei einem überdimensionierten sprich vernünftig dimensioniertem isolierten Tubus ist der Effekt des Lüfters während der Auskühlung unübersehbar. Für nicht Eingeweihte: mit überdimsioniert meine ich einen Tubus mit 300mm Innendurchmesser für einen 8" Spiegel.


Viele Grüße Felix

 
Hallo zusammen,

Als Spiegel habe ich mal diesen hier ins Auge gefaßt, 8" f/6 Orion mit 1/10 lambda Qualität:

http://www.teleskop-express.de/shop...spiegel---200-1200mm---f-6---1-10-Lambda.html

Fangspiegel:

http://www.teleskop-express.de/shop...l---35mm-kleine-Achse---elliptisch---97-.html

Ja ich weiß, nur 35 mm – aber die nächste größere Größe wären gleich 44 mm und das wär mir eindeutig zuviel. Der 35 mm würde 17% Obstruktion ergeben. Oder meint Ihr, daß das schon deutlich zu eng wäre wegen der Kantenproblematik o.ä.?

Prinzipiell bin ich aber hier noch nicht festgelegt, manchmal ergibt sich ja auf einmal irgendwo ein Angebot für einen tollen Spiegel, wo man nicht nein sagen kann, und auch wenn dieser dann leicht abweichende Daten hätte, könnte das ja dann in Frage kommen.

Wenn ich nun also einen 8" in einen Hartpapier-Tubus mit innen 250 mm Durchmesser einbaue:

Muß / kann / soll dann hinten die Rückwand (da wo der 120 mm Lüfter ist) um den Lüfter drumherum geschlossen sein?

Was für eine Spiegelzelle sieht man am besten vor für den HS? Gibt es hier bewährt gute Lösungen fertig zu kaufen?

LG
Thomas
 
Hallo Thomas,


mit der angedachten Spiegelqulität machst Du sicher nichts verkehrt. Ein Schnäppchen guter Qualität bringt einen schonmal dazu alle Planung über den Haufen zu werfen, mein 8"f6 sollte mal ein 6"f8 werden.

Die Lüfterplatte sollte geschlossen sein damit die Luft durch den ganzen Tubus angesaugt wird und diesen von innen mitkühlt bzw. sich eine gleichmäßige Strömung entwickeln kann die die Luftschlierenbildung an der Spiegelvorderseite verhindert.

Ich hab meinen 8" Spiegel in einer selbstgebauten 6-Punktzelle gelagert, dabei sind die drei Wippen so angeordnet daß sich innerhalb und außerhalb des Kreises auf dem die Auflagepnkte liegen jeweils gleich viel Glas ist. Habe ich nach einer alten ATM-Anleitung nachgebaut, klappt prima. Mehr als 6 Punkte sollten bei 8" noch nicht nötig sein, richtig angeordnet sind mehr Punkte aber nicht schlechter. Empfehlenswert zum rumspielen ist PLOPP zum Spiegelzellen berechnen.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Thomas,

wie weit (D)ein FS ausgereizt wird, also ob er bis an die Randkante zur Abbildung beiträgt oder nicht, das bestimmst Du ja mit der Teleskopkonfiguration selbst. Du musst halt mir MyNewton oder NewtWin, bzw. mittels Zeichnung mal schauen wie weit über dem Tubus die Fokalebene zu liegen kommt, welchen Fokussierweg mit dem Schlitten Du planst und wie sich Dein FS dann so im Strahlengang macht.
Ich habe mal so ein wenig mit den Programmen gespielt und denke, dass mir ein 35er FS zu knapp und ein 40er FS wünschenswert wäre.


Gruß
*entfernt*
 
@Günther: danke für die ausführliche Beschreibung zum Thema überzogenen Erwartungshaltung, die man (ich) haben könnte, wenn ich einen Lüfter nutze. Ich hätte mal ein paar Fragen (siehe unten).

@Thomas: Ich hoffe, du bist mir nicht böse. Ich würde hier gerne ein paar Fragen zu Thema Tubusbelüftung stellen. Aufgrund der Entwicklung dieses Threads würde es gut hier hereinpassen, da du ja auch einen oder zwei Lüfter einbauen möchtest.


Ich beobachte meist vom Balkon aus Mond und Planeten. Es ist ein Balkon im 4. Stock eines Berliner Altbaus. Er ist ziemlich klein, gerade so groß, dass mein Teleskop darauf Platz findet und ich das Teleskop ausreichend gut bedienen kann. Die Wände des Balkons sind ca. 80cm hoch und bestehen aus einer Art Wellaspestplatte (ich hoffe allerdings, dass es keine ist). Die Rückseite meines Teleskops, welche offen ist, befindet sich beim Beobachten nahezu direkt an der Balkontür. Ich selbst stehe beim Beobachten natürlicherweise direkt in der Nähe des oberen Endes des Teleskoptubus. So habe ich zwei primäre Wärmequellen, die Wohnung und mich selbst, welche das Bild trüben können. Diese, gilt es auszuschalten.

Jetzt habe ich mir überlegt, dass es in meinem Fall sehr sinnvoll sein würde die Rückseite meines Teleskops zu verschließen und einen Lüfter einzubauen. Weiterhin habe ich gedacht, dass eine ca. 20cm lange "Taukappe" am oberen Ende des Tubus dazu beitragen kann, dass meine Körperwärme nicht direkt vor die Teleskopöffnung gerät.

Hier sind zwei Bilder von meiner Teleskoprückseite, einmal ohne Abdeckung und einmal mit Abdeckung. Ich habe mir gedacht, den Lüfter an dieser Verschlusskappe zu installieren, so kann ich ihn flexibel anstecken und abnehmen.

Link zur Grafik: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/50/438650/3661303533393933.jpgLink zur Grafik: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/50/438650/3763636437616137.jpg

Mein Teleskoptubus ist 115cm lang, hat 17cm Durchmesser (innen) und eine Wandstärke von 1,5mm. Es sind also 1cm Platz zwischen Wand und Spiegelrand.
  • Angesichts meiner Situation wäre doch ein Lüfter angebracht oder (rhetorische Frage)?
  • Welcher Lüfter wäre für mein Teleskop geeignet (PC-Lüfter)?
  • Woher bezieht ihr die Lüfter (Elektronikgeschäft)?
  • Was gibt es bei der Installation zu beachten, im Allgemeinen, Verkabelung, Stecker, etc.

dankeschön für Eure Hilfe.

Gruß, Christian
 
Hallo Christian und Thomas,

diese Zelle scheint, trotz des sehr engen Tubus genügend offen zu sein um einen zielführenden Luftstrom zuzulassen und wenn der Abschlussdeckel mindestens 30 mm Luft zum doch recht massiven Mittelteil der Zelle lässt, steht der aufgesetzten Montage eines guten Lüfters mit 10-12 cm Durchmesser nichts im Wege.
Ich bevorzuge, wie bereits erwähnt, möglichst große Lüfter mit guter Lagerung und entsprechend langsamem Lauf.
Kleine, schnelle Quirle und einfachste PC-Lüfter sind mir aufgrund schlechter Erfahrungen (Vibrationen) suspekt.
So was
http://www.noiseblocker.de/BlackSilent120.php
oder
http://www.pcsilent.de/de-pd-silenx-quiet-fan-silent-fan-low-noise-fan-ixtrema-pro-171.html
zum Beispiel
mit so einer Schaltung
http://www.modding-faq.de/index.php?artid=510
zur Regelung ist schon ziemlich perfekt.
und auch bei einem solchen Lüfter achte ich noch darauf, dass er mittels Fensterdichtband (Hohlgummi/Tesa-Moll) und Befestigung mit den Silikonstopfen
Link zur Grafik: http://www.deepsky-brothers.de/Bilder/G%FCnther*entfernt*/G4.jpg
tatsächlich weitestgehend vom Teleskop entkoppelt ist.
Mir ist es einmal passiert, dass ein solcher Lüfterdeckel mit der Kante und laufendem Lüfter am Teleskop lehnte nachdem ich kurz zuvor einen guten Sterntest in Höchtvergrößerung hingelegt hatte.
Mein Stern war ein Strich!
Der richtigen Montage kommt also hohe Bedeutung zu.

Unterstützend würde ich noch eine Vollauskleidung des Tubus mit Veloursfolie vorschlagen, bei dem engen Tubus kommt es auf diesen Millimeter auch nicht mehr an, das Velours bringt mehr als es kostet.

Der Standort Balkon bringt neben dem Beobachterseeing durch Einblick nahe der Teleskopöffnung noch einen weiteren Seeingbeitrag, die Abstrahlung der Gebäudewand und der Fenster darunter. Eine überlange Tau-/Streulichtkappe kann hier nur verbessernd wirken. So lang, dass man ganz aus dem Gebäudemief herauskommt wird sie allerdings kaum werden kömmen.
Bei dem engen Tubus von Christian sollte sie bei 3X D-Öffnung über den vorderen Fangspiegelrand hinaus auch noch einen deutlich größeren Innendurchmesser als der Tubus selbst aufweisen oder leicht trichterförmig öffnen um Öffnungsvignettierung vorzubeugen. Unter normalen Umständen reichen 2xD-Öffnung für die Länge der Tau-/Steulichtkappe aus.

Beobachterseeing ist übrigens sehr leicht nachzuvollziehen. Einfach mal in Hochvergrößerung einen Stern oder Planeten möglichst als großflächigen Fladen defokussieren und die Hand unter die Tubusöffnung halten. Die Warmluftschlieren werden sehr deutlich sichtbar über die helle Scheibe laufen.

Gruß
*entfernt*
 
Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Hallo Leute,

interessante Diskussion :super:

@ Christian_P

Und da er auch für F:6 ausgelegt ist, könnte es duchaus sein, dass er Deinen F4-Newton trotz Schmidtplatte nicht überkorrigiert.

die ICS Volltubus-Dobsons sind mechanisch gut gemacht,
da kannst du Polka drauf tanzen.
Aber die thermischen Verhältnisse eines Teleskopes unter freiem Himmel
scheinen von diesen Fachleuten nicht voll verstanden zu werden.
Und so gibt es aus meiner Sicht heutzutage bessere Konstruktionen.
Beispielsweise den AOK Ninja Newton.

Um das thermische Verhalten eines Newtonteleskopes zu verstehen
empfehle ich die entscprechenden bebilderten Berichte von Kurt
zu lesen. Die nach seinen Erkenntnissen gebauten Newtons
zeigen sich unter freienm Himmel bei hoher Vergrößerung
oftmals ruhiger als andere Volltubusnewtons, ICS inclusive.

@ Thomas_John

1) Wenn du einen Newton baust ist das wichtigste daß die Kollimation stimmt.
Die Mechanik (Tubus, Spiegelzellen, Fangspiegelstreben, auszug)
muß also ausreichend stabil sein! Meide ungekreuzte Stangendobsons,
insbesondere 2- und 3- Stangenkonstruktionen.

2) die Spiegelqualität muß gut sein. Für den Anspruch an einen
"Planetennewton" sollten beide Spiegel mindestens 0,9 Strehl aufweisen.
Besser dürfen sie aber auch gerne sein.

3) unterschätze niemals die Augenseite des Teleskopes!
Gute Okulare müssen her

4) ein Teleskop kann keine guten Anblicke der Planeten zeigen
wenn die Thermik des Teleskopes mies ist.
"Tube currents" dürfen nicht im Strahlengang aufsteigen.
Deren negativer Einfluß auf die Wellenfront ist sehr groß.
Dagegen helfen 2 Dinge:

a) ein Tubus mit genügend großem Durchmesser. So kann die vom Spiegel
(der Glasklotz hat eine Menge Wärme in sich gespeichert)
erwärmte Luft bei schräggestelltem Tubus an der oberen Tubuswand
entlanglaufen ohne dabei im Strahlengang zu sein.

b) verhindern daß die vom Spiegel erwärmte Luft überhaupt
durch den Tubus aufsteigt, indem man sie nach hinten absaugt.

5) der Spiegel muß seine annähernd perfekte Parabolform halten.
Bei Abkühlung reagieren manche Substrate mit stärkerer und
manche mit geringerer Schrumpfung.
Das ist alles kein Problem wenn der Glasklotz (= Spiegel)
homogen herumterkühlt.
Das tut er aber in der Praxis nicht. Er kühlt über die Oberflächen ab,
das inner hinkt nach. Der Klotz verzieht sich etwas, die Parabel
leidet, der Strehlwert auch. Dagegen helfen:
a) Substrate die einen sehr geringen Temperaturausdehnungskoeffizienten aufweisen.
Zerodur, ULE, LowExpansion, Sital. Aber auch Quarz oder Pyrex
sind besser als BK7 oder gar Billigglas.

b) forciertes herunterkühlen durch Zwangsbelüftung.
Dass verschlimmert das Problem am Beginn der Abkühlung,
verkürzt aber die Dauer des Problems. Je nach Spiegeldicke,
Spiegeldurchmesser, Temperaturdifferenz sowie Luftdurchsatz
ist der Spiegel nach einer gewissen Zeit temperiert und dann
hält er die Parabel (sofern er keine Verspannung im Material aufweist).

Als Nebenefekt steigen bei Zwangsbelüftung keine Warmluftshlieren
durch den Tubus auf.

6) Streulicht darf nicht in die Brennebene gelangen!
Der Tubus eines Volltubusdobsons muß lang genug sein,
die Inenschwärzung muß gut sein. Eine Innenauskleidung
mit mattschwarzem Velours wirkt Wunder ggen Streulicht
(und sie isoliert dazu noch), aber auch konservative Blenden
sind gut gegen Streulicht (sie hindern aber den Abzug
der Warmluft, drängen diese in den Strahlengang,
eine Luftabsugung wird dann noch wichtiger).

7) Isotubus:
Für Alle die zu falul und bequem sind sich die Untersuchungen
und Meßwerte von Kurt zu diesem Thema reinzuziehen:

Ein Blechtubus kühlt unter klarem Himmel durch Infrarotstrahlung
asymmetrisch ab. Er wird an der dem immel zugewandten Seite
weit kälter als an der dem Biden zugewandten Seite.
Das liegt an der unterschiedlichen Infrarotstrahlungsbilanz.
Dei einem dünnen, gut Wärmeleitenden Material (Alu, Blech)
ist der Tubus auch auf der Innenseite unterschiedlich kalt.
Oben entsteht Kaltluft die durch den Tubus herunterfält,
durch den Strahlengang, was sich amunruihigeren Bild
bei hoher Vergrößerung (im Extremfall schon bei mittlerer
Vergrößerung) bemerkbar macht.

Dies entfällt beim Isotubus. Hartpapier isoliert recht gut,
wenn innen Velour klebt noch besser. Hartschaum isoliert perfekt.

Und zu allerletzt:
All dieses nützt nichts, wenn das atmosphärische Seeing
nicht gut ist.

Cheers, Karsten
 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Ich habe einen Stahlblechtubus, kühlt so ein Tubus nicht etwas schneller aus als ein isolierter Tubus? Ist das nicht auch ein Vorteil, das schnellere Auskühlen? Mein Tubus hat 1,5mm Wandstärke, ist also recht massiv.


Als Hauptproblem eines Lüfters sehe ich dessen Befestigung am Teleskop. Er kann Mikrovibrationen auslösen, die das Bild dann wieder schlechter machen. Ich suche nach einer cleveren Methode den Lüfter zu befestigen. Haargummis sollen ganz gute gehen, mit drei oder vier Haargummis den Lüfter relativ loker hinter den Spiegel hängen, so hab ichs auf dieser englischen Seite gefunden.

Gruß, Christian
 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Zitat von Christian_P:
Als Hauptproblem eines Lüfters sehe ich dessen Befestigung am Teleskop. Er kann Mikrovibrationen auslösen.

Der Lüfter dient nur dem Runterkühlen von Raum- zu Aussentemeratur. D.h. mit laufendem Kühler beobachtet man eh nicht. Alles Andere sehe ich als Spielkram an. Insofern kein Problem ...

CS
Andreas
 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Hallo Christian,

da liegt immer noch ein Verständnisproblem vor.

Das Beste ist, der Tubus macht gar nichts, außer Streu-/Sörlicht abschirmen.
Daher dämmen oder isolieren wir das Rohr, es soll KEINEN Temperaturbeitrag zu irgendetwas leisten, wir wollen die Umgebungstemperatur im Rohr und am Spiegel und das versuchen wir mit der Lüftung endgültig sicher zu stellen.

Einen praktikablen Weg wie Vibrationen durch Lüfter zu vermeiden sind, habe ich aufgezeigt. Was bei mir funktioniert sollte auch Dir gelingen.
Das sieht bei mir zwar nach der bereits angeklungenen "wilden Bastelei" aus, aber es sieht eben nur so aus, ist von der theoretisch/technischen Seite her perfekt und hat den Praxistest hervorragend bestanden.
Schöner machen geht immer.

Gruß
*entfernt*

 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Hallo Andreas,

das ist so nicht ganz korrekt.
Die besten Ergebnisse sind sehr häufig mit laufendem Lüfter während der Beobachtung erzielbar. Dazu regelt man nach der Schnellanpassung den Lüfter deutlich herunter.
Gerade der sehr enge Tubus von Christian sollte das im Praxistest trotz der an und für sich recht kleinen Öffnung und der entsprechend geringen Masse des Spiegels bestätigen.

Probier den Spielkram mal aus!

Gruß
*entfernt*
 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Ich persönlich schätze den beschriebenen Effekt auf die Beobachtung geringer ein als meinen Tremor duch 1 Schluck Jägermeister zu dämpfen.

Nichts für Ungut, aber ich habe lange genug mit einem 8"er rumhantiert. Fakt ist: das Basteln beruhigt die Seele, auch alles Menschenmögliche getan zu haben.

CS
Andreas

 
Re: Planeten-Newton 8" f/6 : So geht es

Hallo Andreas,

ebenfalls nichts für ungut, aber ich komme gerade mal kurz von der Sonnenbeobachtung rein und ohne Lüfter an meinen 6" F/6 kann ich gerade so das 9er Nagler gewinnbringend einsetzen und nach 10 Minuten Lüfterbetrieb lässt es sich bis 7 mm Zoomen.
Meine 12,5Ortho+2,8erKleeBarlow Kombi hätte ohne Lüfter gleich drinnen bleiben können, so ging was in ruhigen Momenten auf niedrigster Zoomstufe.

Man weiß halt nie, wann für wen was "lange genug" ist.

Gruß
*entfernt*

PS: Den Schneeschauer habe ich vor der Sonne kommen sehen, im 9er Nagler auch ein netter Anblick. :cool:

Das Ganze natürlich nur mit geeignetem Sonnenschutzfilter vor der Öffnung, ansonsten Erblindungsgefahr!
 
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