Planetenfotografie

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tabeashirin

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Guten Abend,

ich habe neurdings eine ZWO ASI 462 Planetenkamera für mein Skywatcher Newton 200/1000. Ich bin blutige Anfängerin, was Planetenfotografie angeht. Habt ihr Tipps für die Einstellungen der Kamera ? Und was kann ich machen, wenn die FPS nur bei 20 liegen?

LG Tabea
 
Hi,
Planetenfotografie inkl der Nachbearbeitung unterscheidet sich -leider- recht stark von der Deep-Sky Fotografie. Da muss man/frau sich nochmal in neue Tricks und Techniken 'reinfuchsen. Ein paar User hier haben Tips für den Einstieg zusammengestellt, z.B: hier: Planetenfotografie-Tutorial.
Gibt noch andere Tip-Sammlungen, einfach mal das Mond und Planeten-Forum hier durchstöbern, bei einigen Posts sind nicht nur die Bilder zu sehen, sondern auch Daten/Erläuterungen, wie sie gewonnen wurden.
Viel Spass & Erfolg
-cb
 
Hallo Tabea,

20 Bilder pro sek. ist schon ok. Wenn die höher werden sollen, dann geht das nur, wenn die Belichtungszeit reduziert wird, dafür muss aber wieder Gain erhöht werden. Aber die AVI - Schnipsel (ca. 30 Sekunden) werden in Autostakkert in einzelne Bilder zerlegt. D.h. du hast dann gleich 20x30=600 Bilder.
 
Oft muss der erfasste Bildausschnitt reduziert werden, um die fps erhöhen zu können. Z.B schafft meine 533MC bei voller Auflösung (3008 x 3008) auch nur 20 fps, aber diese Auflösung braucht man für Planeten nicht.
 
Hallo zusammen,

Planetenfotografie ist ja so auch nicht ganz richtig.
Planeten werden gefilmt, also Videos erstellt.

Planetenfotografie inkl der Nachbearbeitung unterscheidet sich -leider- recht stark von der Deep-Sky Fotografie. Da muss man/frau sich nochmal in neue Tricks und Techniken 'reinfuchsen.
Und das kommt noch erschwerend hinzu.

Planeten/Mond-Videos erstelle ich meist mit FireCapture. Gelegentlich mal mit der mitgelieferten Software von ZWO für die Asi-Kameras.
Wie weit es jetzt mit SharpCap geht weiß ich nicht, da das nicht unter Linux läuft.

FireCapture hat vorgefertigte Profile für jeden einzelnen Planeten.
Da muss man aber nach justieren.
Grundsätzlich hast Du damit aber schon eine recht ordentliche Vorgabe.

Meiner Meinung nach gibt es keine pauschalen Einstellungen um z.B. Mars aufzunehmen. Also z.B. gain = 275, 10ms Belichtungszeit... ... ... usw. usw..
Das kann von Aufnahmenacht zu Aufnahmenacht sehr variieren.
Da ist es mE. auch ratsam sich irgendwann auf eine Software ein zuschießen. Zum Einen um die Software zu beherrschen und zum Anderen, jede Software macht es auch irgendwie anders, auch in der Darstellung.

Meine Belichtungszeiten belaufen sich irgendwo zwischen 5ms und 20ms.
Aufnahmezeit zwischen ca. 3 Minuten und 10 Minuten.
Auch nutze ich Einzelaufnahme. Irgendwas zwischen 2000 und 6000 Einzelaufnahmen mit ähnliche Belichtungszeiten.

Einstellungen variieren auch von Teleskop zu Teleskop. Bei mir Refraktor FH und C8. Das ganze auf einer Alt/AZ mit GoTo. An Planeten nutze ich eine 2x-Barlow. Ist auch das einzigste Einsatzgebiet für die Barlow.

Danach wird das ganze dann durch einen Stacker gejagt. Nachbearbeitung fällt bei mir meistens flach :D.
 
Hallo Tabea,

ich verwende die Asi120 mc & mm mit der Aufnahmesoftware firecapture, welche hast Du verwendet ?

Hier kann ich bei der Kamera den High Speed Modus aktivieren.
Außerdem solltest du das Aufnahmefenster bei Planeten verringern.
Das nennt sich ROI (Roi of interest)
Im rechten Aufnahmefenster mit dem Livebild ziehst du mit der Maus mit gedrückter linker Maustaste ein recht schmales rechteckiges Fenster um den Planeten.
So wird nur ein kleiner Bereich des Sensors verwendet und die fps geht in die Höhe.
Meist ist dann nur die nötige Belichtungszeit der begrenzende Faktor.
So komme ich häufig auf 200-300 fps.

Gruß,
Holger
 
Hallo Tabea,
Aktuell wäre Jupiter und seine Monde gut geeignet mit deinem Setup zu üben. Die Planetensaison ist nun fast beendet. Venus wird bald Morgenstern. Ansonsten dauert es noch bis zur nächsten guten Sichtbarkeit eines Planeten. Aber am Mond könnt ihr üben/testen.
Hat die Kamera ein allsky Objektiv? Da könnte man auch die verschiedensten Einstellungen testen und lernt die Kamera kennen? Pauschale Tipps sind schwierig.
VG Frank
 
Noch ein Nachtrag:

Es gibt auch noch die Einstellung USB Traffic. Bei mir muss ich die hoch regeln um mehr Frames zu erhalten. Das hängt dann aber auch vom Rechner ab, was da maximal geht. Bei meinem älteren Intel I3 Rechner kann ich aber schon fast auf 100 hochgehen.

Du kannst das alles auch jetzt schon testen. Einfach die Kamera am Rechner anschließen, Firecapture starten, Einstellungen tätigen oder auch noch eine ROI ziehen und dann Record drücken und die fps ablesen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,
ich klinke mich hier mal mit ein. Nachdem nun fast ein viertel Jahr tote Hose mit Deep Sky Fotografie war (und derzeit noch ist) habe ich beschlossen, auch mal Planeten zu fotografieren (gerade rechtzeitig, da sich ja Jupiter und Saturn gerade verabschieden :ROFLMAO:, aber der Mond ist ja zum Üben da).

Ich habe die QHY5III462C, die ja den gleichen Chip hat wie die ASI 462. Ich habe in Astroberry (den Raspi4B mit 4GB habe ich mit 1800MHz laufen, das ganze läuft auf SSD über den USB3-Port) sowohl oacapture als auch FireCapture 2.7.05 Beta getestet, nimmt sich nicht viel. Ich erhalte bei 8bit etwa 35 Bilder/s (geht beim speichern runter auf ca. 20-25B/s. Bei 480x480 bekomme ich 75B/s (jeweils im "Trockenen" getestet mit 0.1ms Belichtungszeit und Gain 350, um zu sehen, was geht).

Nun meine Frage: der IMX462 hat ja eigentlich 12bit Auflösung. Da macht es meiner Meinung nach schon Sinn mit 16bit aufzunehmen, oder? Da gehen zwar die Bildraten runter (volle Auflösung 18B/s (das geht dann beim Speichern runter auf ca. 12B/s, 480x480 55B/s), man würde aber die 12bit nutzen. Nehme ich also lieber mehr Bilder mit 8bit auf oder weniger mit 12bit (z.B. bei Jupiter soll man ja nach meinen Infos nicht länger als 90s belichten wegen Planetenrotation), was sagen die erfahrenen Planetenfotografen?

Mein ersten Mondbild war übrigens etwas ernüchternd ;-) Es ist halt schon was anderes als Nebelchen abzulichten _affeaugen:. Aber es macht schon Spaß sich in Neues reinzuarbeiten :)
 
Geht auch wunderbar über einen Hub. Die Empfehlung wird vor allem wegen der Stromversorgung ausgesprochen und nicht wegen der Datenrate. Ich betreibe meine ASI462MC und die ASI290MM auch über einen aktiven Hub und hab keinerlei Probleme. Um die FPS weiter nach oben zu treiben kann man über einen RAM-Puffer nachdenken.
Beim Raspberry ist das besonders beim Pi4 mit 8 GB zu empfehlen.

CS, Ralf
 
Die Empfehlung wird vor allem wegen der Stromversorgung ausgesprochen und nicht wegen der Datenrate.
Veto. Inbetriebnahme / Bedienungsanleitung ASI 178 - Seite 15:

4. Nun schließen Sie die Kamera mit dem mitgelieferten USB-Kabel am PC an. Bitte beachten: Benutzen Sie KEIN USB-Verlängerungskabel oder einen USB Hub. Dies beeinflusst die Bildrate negativ.

https://www.teleskop-express.de/shop/pdf/asi178_de_ts.pdf

Gruß

Manfred
 
Ich konnte keinen Unterschied zwischen Direktverbindung und Hubnutzung feststellen. Mein Hub hat 20 cm Anbindung zum Raspberry und die Kamera 40 cm vom Hub. Der Hub wird aktiv mit 13,8V versorgt. Beim Schreiben liege ich deutlich über 100 FPS bei ROI 480x480.

CS, Ralf
 
Nun meine Frage: der IMX462 hat ja eigentlich 12bit Auflösung. Da macht es meiner Meinung nach schon Sinn mit 16bit aufzunehmen, oder?

Hallo Jürgen,
16 Bit sind eher Nichte notwendig..... siehe hier:


Bei einer Farbtiefe von 8 Bit kann ein Farbkanal 256 Helligkeitsstufen aufzeichnen. Bei drei Farbkanälen sind das dann knapp 16,7 Millionen Farben. Erhöht man die Farbtiefe auf 10 Bit, kann ein Farbkanal bereits 1.024 Helligkeitsstufen aufzeichnen, was bei drei Farbkanälen schon mehr als eine Milliarde Farben sind. Durch die feineren Abstufungen sind auch die Tiefen und Lichter feiner durchgezeichnet, wodurch sich effektiv ein höherer Dynamikumfang darstellen lässt. 10 Bit reichen bereits aus, um beispielsweise HDR-Videoaufnahmen darzustellen.

Weitere gebräuchliche Farbtiefen sind 12 Bit, womit sich 4.096 Helligkeitsstufen und bei drei Farbkanälen fast 70 Milliarden Farben darstellen lassen, 14 Bit, womit sich 16.384 Helligkeitsstufen und bei drei Farbkanälen fast 4,4 Billionen Farben darstellen lassen und 16 Bit, womit sich 65.536 Helligkeitsstufen und bei drei Farbkanälen fast 281,5 Billionen Farben darstellen lassen.

10 Bit sind optimal. Ich nehme mit Monokamera 8Bit auf. Einen Unterschied zu 12 Bit Aufnahmen kann ich nicht erkennen! Nur mein Laptop, Datenmengen!!

VG Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank,
danke schon mal für die Info :y: Bei Firecapture kann ich nur 8bit oder 16bit einstellen, wobei von den 16bit ja sowieso 4 unnütz sind, bei 8bit schmeiß ich 4bit, also einiges an Dynamik, weg... Muß ich mal testen, was da besser rüber kommt.
 
Hallo Tabea,

beim Einstieg in die Mond- und Planetenvideographie bin ich mit der QHY 5III 462 Kamera (gleicher Chip wie in Deiner Kamera) über ein Paar Dinge gestolpert. Ich benutze SharpCap. Dort gibt es einen Schieberegeler "USB-Traffic" und zunächst kam die Aufnahme nicht über ca. 60 Frames/s hinaus. Mit der Einstellung USB-Traffic = 0 (das ist etwas kontra-intuitiv, oder?) erreichte die Cam dann im Vollbildmodus (1920*1080) 135fps. Mit einer kleinen ROI (Region of Interest) geht noch mehr. Natürlich setzt die eingestellte Belichtungszeit das Limit. Mehr Bilder, als Belichtungszeit eingestellt ist, kann ja nicht gehen. Also ist 1000 / Belichtungszeit in Millisekunden das Limit für die Bildrate.
Du kannst damit bequem im Zimmer experimentieren und brauchst das nicht live am Fernrohr probieren. Stelle mal eine kurze Belichtungszeit ein (1..2 ms), RAW-Format, 12bit, USB-Traffic = 0, keine Frameratenbegrenzung. Wenn es dann nicht gelingt, die 135fps zu erreichen, könnte es an der Festplatte liegen oder daran, dass der Rechner keinen USB 3.0 Anschluss benutzt. Ich würde sicherheitshalber erst dann mit einem Hub arbeiten, wenn es ohne Hub mit maximaler Geschwindigkeit läuft.
Noch ein Stolperstein: die Farben. Zum Stacken benutze ich PlanetarySystemStacker (PSS). Das Programm zeigt in allen Screens, die mit dem Stacken zu tun haben, keine Farbe. Erst beim Postprocessing nach dem Stacken sieht man ein farbiges Bild.
Wenn man RAW als Dateiformat AVI aufnimmt, kann es sein, dass die Stackingsoftware das Bayer-Muster der Kamera nicht automatisch richtig erkennt. Für die 462 stellst Du dann das Muster GBRB ein (Eselsbrücke: "GReat Britain Geht"). Wenn Du das Dateiformat SER benutzt, steht die Farbinfo drin und es sollte automatisch erkannt werden. Ich bevorzuge AVI, weil man dann das Video direkt vom Explorer aus abspielen muss und nicht noch einen extra SER Viewer braucht. Für die Qualität des fertigen Bildes spielt es keine Rolle, ob SER oder AVI. Ich hatte mal 16bit ausprobiert und keine Verbesserung gesehen. Lediglich größere Dateien, längere Verarbeitungszeit und geringere Framerate, also lasse ich das.
Und: man sollte einen Weißabgleich machen. Wenn die Cam am Teleskop hängt und Mond oder Jupiter eingestellt sind, siehst Du in der Aufnahmesoftware (hoffentlich) das Histogramm. Die drei Buckel für R, G und B müssen im Maximum ungefähr übereinander liegen. Also den Wert für G in die Mitte stellen (bei Sharpcap 128) und dann Rot und Blau anpassen.
Zuletzt noch der Hinweis, dass die 462 sehr kleine Pixel hat und Dein Newton mit f/5 die Auflösung des Teleskops in Verbindung mit der Kamera nicht ausschöpft. Du solltest wenigstens (mit einer Barlowlinse) auf f/10 bis f/15 kommen.
Belichtungszeit und Gain: das ist schwierig und das Optimum ist je nach Aufnahmebedingungen woanders. Gain hoch bringt Rauschen in die Bilder, was beim Schärfen des Summenbildes stört. Längere Belichtungszeit mit geringerem Gain bringt mehr Unschärfe durch die Luftunruhe rein. Also ein Dilemma. Bisher habe ich versucht, sehr viele (5000..10000) Bilder aufzunehmen und eine geringe Verwendungsrate einzustellen (5% oder sogar darunter), aber weniger Gain, längere Belichtungszeit und höhere Verwendungsrate (30%? 50%) sind Versuche wert. Das Wetter spielt derzeit nicht mit, aber irgendwann wird schon eine Gelegenheit für neue Experimente kommen.
Last but not least: die Bildverarbeitung. Anfangs hat es mich sehr verwirrt, was da so alles empfohlen wird und wieviele Programme manche Leute benutzen. Ich halte es sehr simpel: aufnehmen mit Sharpcap, stacken und schärfen mit PSS, Nachbearbeitung (Kontrast, Gradationskurven, Tonwerte, Farbsättigung) mit Affinity Photo. Mir reicht das.
Viel Erfolg und klaren Himmel zum Ausprobieren!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich würde unbedingt noch AutoStakkert empfehlen.
Mit dem habe ich problemlos als Planeten-Aufnahme-Noob meine AVIs stacken können.
AutoStakkert macht auch gleich andere wichtige Bearbeitungsschritte, Schärfen zB.

Gruß
Peter
 
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