Hi Martin,
Ich hatte gehofft, dass es eine Seite gibt, auf der man die geringsten Entfernungen in der Zukunft ablesen könnte. Dann sollten, meiner Meinung nach, die meisten Details sichtbar sein und eventuelle ESA oder NASA Projekte am wahrscheinlichsten werden.
Wollte dabei mal schauen, was zu meinen Lebzeiten noch in den Fokus (und sei es nur in meinem Okular) kommt.
Suchst Du sowas?
Merkurpositionen
Venuspositionen
Marspositionen
Jupiterpositionen
Saturnpositionen
Uranuspositionen
Neptunpositionen
Plutopositionen
beim Kleinplanet Pluto (0,1 Bogensekunden scheinbarem Durchmesser) ist es schlicht wurscht, ob er uns jetzt 30 Millionen km näher bei einer Opposition ist oder nicht. Denn er ist soooo weit weg, daß Du ihn in einem Amateurteleskop immer nur als Punkt (also sternförmig) siehst. :augenrubbel:
Bei Neptun macht es auch noch nix aus - was willst Du denn "sehen" auf einem Himmelskörper, der aktuell nur 2,23 Bogensekunden scheinbaren Durchmesser hat? Das ist etwa die 1,5 fache Fläche, die der Jupitermond Ganymed im Teleskop zeigt... Man erkennt bei genügend Öffnung des Teleskopes, daß es kein Stern ist, aber das wars auch schon. :augenrubbel:
Auch bei Uranus (aktuell 3,36 Bogensekunden) kannst Du visuell keine Details erkennen. Fotografisch kannst Du über Helligkeitsmessungen eventuell Wolkenstrukturen durch statistische Methoden nachweisen. Das ist aber viel Arbeit und Du brauchst viel Öffnung, um das aussagekräftig hinzubekommen. :teufelgrr:
Oberflächendetails oder Beleuchtungsphänomene bekommst Du visuell nur bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn hin. Und die lassen sich wie schon oben von Micha beschrieben jedes Jahr (Ausnahme Mars alle 2 Jahre) beobachten. :Trost:
Von der Planung über die Bewilligung der notwendigen Gelder über den Bau und dann noch die notwendige Reisedauer einer Planetenmission der NASA, ESA, JAXA, und sonstigen Raumfahrtnationen vergehen ca. 2 Jahrzehnte. Und es kann jederzeit passieren, daß alles in die Tonne getreten wird, weil das Geld nicht (mehr) da ist. Viele angedachte Missionen scheiterten an der notwendigen Knete.
Juno wird voraussichtlich am 4. Juli 2016 bei Jupiter ankommen. Wenn das Einschwenken in die polare Umlaufbahn klappt wird sie dann mit 7 Meßinstrumenten Jupiter untersuchen. Davon ist nur 1 Instrument auf das visuelle Spektrum ausgelegt. Die JunoCam soll aus 5.000 km Entfernung Details in den Wolkenstrukturen untersuchen. Dabei kann sie nur einen winzigen Bruchteil des Planeten ablichten. Den aber in sehr hoher Auflösung, die wir mit unseren Teleskopen nie und nimmer erreichen können. Alle anderen Instrumente haben andere Aufgaben.
Dann gibt es noch die JUICE (Jupiter Icy Moon Explorer) Mission der ESA, die aber noch nicht mal fertig gebaut ist. Die soll 2022 starten und 2030 bei Jupiter ankommen. Das sind noch 16 Jahre, in denen viel gecancelt werden kann.
Auch JUICE hat viele Meßinstrumente (Radar, Lasergestützte Höhenmessungen, Magnetometermessungen, Partikeldichtemessungen, Radio- & Plasmawellenuntersuchung und ein UV-Spektometer), was willst Du da parallel beobachten? Alle Raumsonden sind sooo klein gegenüber den Planeten, daß Du sie nicht sehen kannst im Teleskop.
Guck lieber einfach so die Planeten an, wenn sie sichtbar sind, statt auf irgendwelche Missionen zu hoffen, bei denen Du Parallelbeobachtungen machen könntest.
Parallelbeobachtungen gab/gibt es nur bei Venus, Mond und Mars.