Planetenfrage

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Martin_D1

Aktives Mitglied
Hallo,

kennt jemand eine Übersicht, wann welcher Planet seinen nächsten erdnahen Punkt erreicht?

CS

Martin
 
Hallo Martin,

keine Übersicht, aber eine Quelle für einige Daten, ist das Himmelsjahr.

Grüße

fquadrat
 
Moin!

> Das passiert bei den äußeren Planeten mit der Opposition, dann erreicht ein Planet auch seinen geringsten Erdabstand

...nicht immer. Bei Mars unterscheiden sich wegen der stark elliptischen Bahn des Planeten die Daten zur Opposition (8.4.2014) und Erdnähe (14.4.2014) - Daten aus dem Himmelsjahr.

Bei den Planeten Merkur und Venus nennt ich das Phänomen übrigens untere Konjunktion.

BTW: Jedes bessere Planetariumsprogramm kann Daten zur Konjunktion, Opposition und Erdnähe auswerfen.
BTW_2: Es ist in dem Zusammenhang besser zu sagen "untere" und "obere" Planeten. Äußere Planeten sind alle, die sich jenseits des Asteroidengürtels bewegen. Mars ist also ein innerer Planet, zeigt im Verhältnis zur Erde aber die Opposition wie alle anderen äußeren Planeten.
 
Hqallo,

danke für Eure Antworten.
Ich hatte gehofft, dass es eine Seite gibt, auf der man die geringsten Entfernungen in der Zukunft ablesen könnte. Dann sollten, meiner Meinung nach, die meisten Details sichtbar sein und eventuelle ESA oder NASA Projekte am wahrscheinlichsten werden.
Wollte dabei mal schauen, was zu meinen Lebzeiten noch in den Fokus (und sei es nur in meinem Okular) kommt.
Dann werde ich das wohl mit Stellarium einzeln durchexerzieren müssen.

CS

Martin
 
Moin Martin!

> Wollte dabei mal schauen, was zu meinen Lebzeiten noch in den Fokus (und sei es nur in meinem Okular) kommt.

Öhm - mir scheint, Dir sind die Begriffe noch nicht ganz geläufig. Oppositionen der äußeren Planeten gibt es grob einmal im Jahr, dann ist - wie geschrieben - auch der Abstand zur Erde am geringsten.
Mars kommt alle 780 Tage in Opposition (synodischer Umlauf), bei Merkur sind's 116 Tage, bei Venus 584 Tage (untere Konjunktion).

http://de.wikipedia.org/wiki/Synodische_Periode
 
Morgen Micha,

mir ist schon klar, dass sich die inneren Planeten relativ schnell um die Sonne drehen. Jedoch dreht sich die Erde ja auch und die Bahnen sind ja nicht kreisförmig.
Gerade bei den äußeren Planeten geht ein Umlauf da schon deutlich länger und schaut man sich beispielsweise die Bahn von Explanet Pluto an, so ist diese ja extrem eliptisch.

Insofern gibt es immer wieder besonders nahe und besonders ferne Begegnungen. Diese meinte ich.

CS

Martin
 
Hi Martin,

Ich hatte gehofft, dass es eine Seite gibt, auf der man die geringsten Entfernungen in der Zukunft ablesen könnte. Dann sollten, meiner Meinung nach, die meisten Details sichtbar sein und eventuelle ESA oder NASA Projekte am wahrscheinlichsten werden.
Wollte dabei mal schauen, was zu meinen Lebzeiten noch in den Fokus (und sei es nur in meinem Okular) kommt.

Suchst Du sowas?

Merkurpositionen

Venuspositionen

Marspositionen

Jupiterpositionen

Saturnpositionen

Uranuspositionen

Neptunpositionen

Plutopositionen

beim Kleinplanet Pluto (0,1 Bogensekunden scheinbarem Durchmesser) ist es schlicht wurscht, ob er uns jetzt 30 Millionen km näher bei einer Opposition ist oder nicht. Denn er ist soooo weit weg, daß Du ihn in einem Amateurteleskop immer nur als Punkt (also sternförmig) siehst. :augenrubbel:

Bei Neptun macht es auch noch nix aus - was willst Du denn "sehen" auf einem Himmelskörper, der aktuell nur 2,23 Bogensekunden scheinbaren Durchmesser hat? Das ist etwa die 1,5 fache Fläche, die der Jupitermond Ganymed im Teleskop zeigt... Man erkennt bei genügend Öffnung des Teleskopes, daß es kein Stern ist, aber das wars auch schon. :augenrubbel:

Auch bei Uranus (aktuell 3,36 Bogensekunden) kannst Du visuell keine Details erkennen. Fotografisch kannst Du über Helligkeitsmessungen eventuell Wolkenstrukturen durch statistische Methoden nachweisen. Das ist aber viel Arbeit und Du brauchst viel Öffnung, um das aussagekräftig hinzubekommen. :teufelgrr:

Oberflächendetails oder Beleuchtungsphänomene bekommst Du visuell nur bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn hin. Und die lassen sich wie schon oben von Micha beschrieben jedes Jahr (Ausnahme Mars alle 2 Jahre) beobachten. :Trost:

Von der Planung über die Bewilligung der notwendigen Gelder über den Bau und dann noch die notwendige Reisedauer einer Planetenmission der NASA, ESA, JAXA, und sonstigen Raumfahrtnationen vergehen ca. 2 Jahrzehnte. Und es kann jederzeit passieren, daß alles in die Tonne getreten wird, weil das Geld nicht (mehr) da ist. Viele angedachte Missionen scheiterten an der notwendigen Knete.

Juno wird voraussichtlich am 4. Juli 2016 bei Jupiter ankommen. Wenn das Einschwenken in die polare Umlaufbahn klappt wird sie dann mit 7 Meßinstrumenten Jupiter untersuchen. Davon ist nur 1 Instrument auf das visuelle Spektrum ausgelegt. Die JunoCam soll aus 5.000 km Entfernung Details in den Wolkenstrukturen untersuchen. Dabei kann sie nur einen winzigen Bruchteil des Planeten ablichten. Den aber in sehr hoher Auflösung, die wir mit unseren Teleskopen nie und nimmer erreichen können. Alle anderen Instrumente haben andere Aufgaben.

Dann gibt es noch die JUICE (Jupiter Icy Moon Explorer) Mission der ESA, die aber noch nicht mal fertig gebaut ist. Die soll 2022 starten und 2030 bei Jupiter ankommen. Das sind noch 16 Jahre, in denen viel gecancelt werden kann.

Auch JUICE hat viele Meßinstrumente (Radar, Lasergestützte Höhenmessungen, Magnetometermessungen, Partikeldichtemessungen, Radio- & Plasmawellenuntersuchung und ein UV-Spektometer), was willst Du da parallel beobachten? Alle Raumsonden sind sooo klein gegenüber den Planeten, daß Du sie nicht sehen kannst im Teleskop.

Guck lieber einfach so die Planeten an, wenn sie sichtbar sind, statt auf irgendwelche Missionen zu hoffen, bei denen Du Parallelbeobachtungen machen könntest. :D

Parallelbeobachtungen gab/gibt es nur bei Venus, Mond und Mars.
 
Zitat von Martin_D1:
Insofern gibt es immer wieder besonders nahe und besonders ferne Begegnungen. Diese meinte ich.

Die Unterschiede sind aber gering. Beobachtest du in Oppositionsnähe, siehst du den Planeten am besten. Außer bei Mars ist es nicht so tragisch, ob der Planet nahe des Perihels steht oder nicht. Viel entscheidender sind dann noch Horizonthöhe usw.
 
Zitat von winnie:
...nicht immer. Bei Mars unterscheiden sich wegen der stark elliptischen Bahn des Planeten die Daten zur Opposition (8.4.2014) und Erdnähe (14.4.2014) - Daten aus dem Himmelsjahr.

Das ist klar, es ging grob um das Prinzip!

Zitat von winnie:
Bei den Planeten Merkur und Venus nennt ich das Phänomen übrigens untere Konjunktion.

Hatte ich ja verlinkt

Zitat von winnie:
Äußere Planeten sind alle, die sich jenseits des Asteroidengürtels bewegen. Mars ist also ein innerer Planet, zeigt im Verhältnis zur Erde aber die Opposition wie alle anderen äußeren Planeten.

Definitionsfrage, "äußerer" war gemeint, alles weiter draußen als die Erdbahn. Für Anfänger meist verständlicher als "untere" und "obere" Planeten.
 
Hallo,

erstmal Danke für die vielen Antworten.
Ja, an so eine Übersicht wie Sternenfee123 oder Comety sie geposted hat dachte ich, nur halt über einen längeren Zeitraum.

Bei dem was man bei Planeten aufnehmen kann und was nicht, bin ich noch nicht so erfahren. Bisher war ich die letzten Jahrzehnte nur visuell unterwegs. Ich hatte mal vor einigen Jahren versucht Aufnahmen zu machen, damals war meine Ausrüstung aber zu dürftig.

Mittlerweile sieht es da anders aus. Neben einer HEQ5 Pro Montierung, modifiziertem TAL 200K, astrotauglicher EOS 400DA, EOS 7D und einer ALCCD5 für Sucher oder OAG, sollte das jetzt besser gehen.

Fehlt nur noch mein Plan, was ich wann aufs Korn nehmen werde.

CS

Martin
 
Ganz einfach: Mars ist grad in Erdnähe gewesen, der Abstand steigt nun wieder an und bis 2016 kommt er uns nicht wieder so nahe wie jetzt. Also noch schnell zuschlagen
Danach wäre Saturn dran, der in paar Wochen auch in Opposition gelangt. Das sollte erstmal reichen für nette Aufnahmen.
 
Hallo Fee,

schöne Aufstellung und Erläuterungen von dir. Möchte nur eine kleine Sache ergänzen:

Zitat von Sternenfee123:
Auch bei Uranus (aktuell 3,36 Bogensekunden) kannst Du visuell keine Details erkennen. Fotografisch kannst Du über Helligkeitsmessungen eventuell Wolkenstrukturen durch statistische Methoden nachweisen. Das ist aber viel Arbeit und Du brauchst viel Öffnung, um das aussagekräftig hinzubekommen. :teufelgrr:

Oberflächendetails oder Beleuchtungsphänomene bekommst Du visuell nur bei Merkur , Venus , Mars , Jupiter und Saturn hin. Und die lassen sich wie schon oben von Micha beschrieben jedes Jahr (Ausnahme Mars alle 2 Jahre) beobachten.

Das ist zwar meist der Fall, aber nicht immer... zumal auf Jupitermonden und auch auf Uranus visuell ansatzweise Strukturen zu beobachten sind. Bei Uranus ist das nicht ganz einfach, dennoch ist es mir mehrere Male gelungen. Recht auffällig war dies vor knapp 2 Jahren auf dem ITT2012 . Aber du hast natürlich recht, dass man dafür ein klein wenig mehr Öffnung (und sehr gutes Seeing) benötigt. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben