Plato mit Tschibo-Newton

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Hallo Markus,

an die Scherz-Theorie glaube ich nicht. Ein Betreiber einer so souveränen Website wie der von Tom kann es sich nicht leisten, solche Scherze in die Welt zu setzen. Da geht doch die Glaubwürdigkeit in den Keller.

Ich denke eher, es ist ein tatsächlicher Jahrhundert-Schuss aus einer Verkettung mehrerer glücklicher Umstände.

CS und VG Christian
 
Zitat von copernicus:
Ein Betreiber einer so souveränen Website wie der von Tom kann es sich nicht leisten, solche Scherze in die Welt zu setzen. Da geht doch die Glaubwürdigkeit in den Keller.

Hallo Christian,

ach ich weiß nicht, ich finde ein wenig Spaß muss sein, ich persönlich würde gut schmunzeln wenn Tom 'April, April' sagen würde.

Aber vielleicht ist es ja tatsächlich ein Jahrhundertbild. Allerdings, wie wahrscheinlich ist das? Tom sollte dann Tchibo kontaktieren, ihnen das Bild als Werbematerial anbieten und so ein paar Euro verdienen. :)

CS,
Markus
 
Hallo Jungs,

es wird wohl wirklich ein reiner Glückstreffer gewesen sein. Da ich schon sehr lange nicht mehr fotografisch unterwegs war, fehlt mir auch ein bischen das Einschätzungsvermögen. Anscheinend ist das Ergebnis doch relativ gut. Visuell konnte ich die kleine Kraterchen zumindest andeutungsweise sehen.

Aufnehmen kann ich nur mit einem uralten Notebook m. 366MHz Prozessor und etwa 1.5 GB freiem Speicherplatz. Ich habe daher von keinem meiner Filme ein Backup, auch von meinen früheren alten Ergebnissen nicht. Das mit USB1.0 auf externe Platte zu sichern dauert viel zu lange, daher kommt alles sofort wieder in den Papierkorb um Platz für die nächste Aufnahme zu haben. Die Filme zu horten war mir auch nie wichtig.

Demnächst bekomme ich aber neue Hardware von Dell, dann werde ich auch wieder öfter Filmen und mal schauen was ich aus dem Tschibo noch rausholen kann, z.B. an Saturn. Es ist übrigens ein neuerer Tschibo mit silbernem Tubus, meinen alten blauen Tubus haben ich schon vor etlichen Jahren verkauft.

cs, Bino-Tom
 
Hallo Bino-Tom,

dann kann ich ja nur noch gratulieren zu Deinem einzigartigen Ergebnis. An Deiner Stelle würde ich den Tschibo-Newton hüten wie den Augapfel. Bitte hebe aber demnächst die Rohbilder auf, damit Du uns Skeptikern Beweise liefern kannst und wir nicht auf unseren Glauben angewiesen sind.

So ein Bild gehört auf jeden Fall in "Lunar Picture Of The Day" gepostet!

Gruß,
Peter
 
Moin Peter!

> damit Du uns Skeptikern Beweise liefern kannst

...das ist schon wieder ganz schön heftig, weißt Du das?!

Jedem steht es frei, sich bei eBay oder sonstwo einen Tchibo-Torpedo zu schießen und zu versuchen, das, was Tom vorgegeben hat, nachzuvollziehen. So schwer kann das ja wohl nicht sein! ;)

Tom, laß Dir von solchen Hobby-Bildauswertern nicht den Spaß an der Sache vermiesen! Tolles Bild! :super:

BTW: Ich hab' jahrelang das Tchibo-FAQ geschrieben und mehrfach (!) mit Leuten gesprochen, die von der visuellen Leistungsfähigkeit ihrer Torpedos erstaunt waren. Man muß sich nur mal ein bißchen intensiver mit dieser Optik beschäftigen, dann redet man ganz anders. Der mechanische Unterbau ist häufig Mist, keine Frage, aber dagegen kann man ja was tun.
 
Hallo Micha,

was ist denn daran "heftig"? Bei all den Bedenken und Fragezeichen, die mittlerweile in diesem Thread aufgetreten sind, sollen doch Fragen nach der Qualität der Rohbilder erlaubt sein.Sieh das ganze doch mal von astronomisch-datentechnischer Seite. So ein Ergebnis nachvollziehen zu können, hilft jedem weiter, der sich damit ernsthaft beschäftigt.

In letzter Konsequenz heißt das für mich: Ich kaufe mir einen Tschibo-Newton für unter 100 Euro anstatt mit einen ungleich teuren APO anzuschaffen. Das wäre ein äußerst positives Ergebnis dieses Threads.

Gruß,
Peter
 
Moin Peter!

> Bei all den Bedenken und Fragezeichen

Das liest sich streckenweise eher als "Unterstellung einer Fälschung"... - Wenn dem nicht so ist, dann ist es okay und Schwamm drüber. Aber zu verlangen, daß derjenige, der hier ein sehr gutes Bild abliefert, gefälligst die Rohbilder zwecks Prüfung durch "selbsternannte Sachverständige" in diesem Board vorzuhalten hat, um irgendwelche Zweifel zu zerstreuen, finde ich doch unverschämt. Sorry, aber das ist meine Ansicht.
 
Hallo Tom!

Nachdem Du die Angelegenheit geklärt hast, können hoffentlich Alle wieder zur Tagesordnung übergehen. (Schade, dass es kein Scherz war, das hätte mir die folgende Arbeit erspart):

Vor wenigen Tagen habe ich bei unserem Clavius Mosaik ein wenig über die maximale Auflösung von Amateur-Teleskopen nachgedacht. Dabei ergab sich eine Grenze für gerade noch detektierbare Strukturen auf dem Mond von a = 0,1/D (a Auflösung in Bogensekunden, D Öffnung in Metern). Das galt für eine sehr gute, aber nicht ideale Optik unter besten Bedingungen.

Bei 76mm Öffnung ergäbe das rund 1,3“ und ca. 2,3 km auf dem Mond. Übertrifft ein Bild diese Grenze noch geringfügig (die kleinen Krater in Plato haben ca. 2 km Durchmesser), so ist die Optik nicht nur gut, sondern nahezu ideal. Für maximale Auflösung benötigt eine so kleine Öffnung kein besonders hervorragendes Seeing, die erforderlichen Bedingungen sind an vielen Abenden gegeben. Im Gegensatz dazu ist es mit einer 30cm Optik erheblich schwerer, ausreichend gute (viermal bessere) Bedingungen zu erwischen. Aus diesem Grund wurde das eingestellte Vergleichsbild auch nur als „noch gut“ bezeichnet.

Was sieht man wirklich? Im Grenzbereich der Auflösung ergibt sich keinesfalls ein geometrisches Abbild der kleinsten Strukturen. Im absoluten Grenzfall beträgt z.B. bei unserer 30cm Optik der Abstand gerade noch detektierbarer Punkte etwas über 0,32“, die bei der Abbildung entstehenden Airy-Scheibchen haben aber schon einen Durchmesser von etwa 0,9“. Das entstehende Bild ist also erheblich größer als die eigentliche Struktur, und seine Form wird weitgehend durch die Form des Airy-Disks (bzw. die PSF) bestimmt. Bei Annäherung an die Grenze der Auflösung geht also die „geometrische“ Abbildung in wachsendem Maße in ein „Artefakt“ mit konstantem Durchmesser über, dessen Aussehen weitgehend durch die PSF bestimmt ist.

In der Praxis haben daher die kleinsten Krater in einem hoch auflösenden Mondbild alle nahezu dieselbe Größe, und unterscheiden sich nur durch den Kontrast. Je geringer der Kontrast, desto geringer der tatsächliche Durchmesser des Kraters auf dem Mond! Das erklärt auch die oft falschen Angaben über die Auflösung von Bildern: Misst man am PC-Bildschirm die Ausdehnung eins kleinen, extrem kontrastarmen Kraters von 5 Pixeln und bestimmt daraus den Durchmesser, so könnte der tatsächliche Durchmesser auf dem Mond zwei bis dreimal kleiner sein! Das gilt im Übrigen auch für andere Strukturen, die Encke-Teilung im Saturnring wird von kleinen Optiken aus eben diesem Grund viel breiter abgebildet (besser: "detektiert") als erwartet.

Dein Foto (Ausschnitt unten) zeigt nun exakt die Merkmale, die beim vollen Ausreizen der theoretischen Grenze in einem Bild zu erwarten wären, z.B. Einheitsgröße der kleinsten Strukturen (bitte nicht mit dem Bildrauschen verwechseln), abgerundete, durch die PSF mitbestimmte Kanten. Das Vergleichsbild sollte theoretisch eine viermal bessere Qualität aufweisen, da es unter nicht optimalen Bedingungen entstand, ist nur ein Faktor drei realistisch. Die Betrachtung überlasse ich nun Jedem selbst. Ich danke Dir für die Erlaubnis, dein interessantes Bild in unserem Tutorial zu verwenden.

Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/AufloesungPSF.jpg

Noch ein allgemeiner Gedanke: Ein Wissenschaftler hinterfragt berechtigterweise knallhart alle ungewöhnlichen Angaben mit großer Skepsis, das mit Unterstellungen zu verwechseln ist nicht unbedingt ein sinnvoller Beitrag zur Diskussion, und entspricht auch nicht dem Stil des Forums. Eventuell kommen ja nun Alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, würde mich freuen.....

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

danke für die Analyse. Eine Ergänzung vielleicht noch, die kleinen Craterlets haben jeweils 2,7/2,4/2,4/2,1 km Durchmesser, sind also alle noch über 2km. Der kleinste davon ist auch keine echte Struktur mehr, zeigt nur noch ein wenig Hell/Dunkel-Kontrast. Von daher kommt deine Rechnung also gut hin glaube ich.

Jedenfalls werde ich in nächster Zeit probieren Ahnliches aus dem Gerät rauszuholen, mit dem neuem Notebook wird es dann endlich auch Spaß machen.

cs, Bino-Tom
 
Hallo Micha,

es wäre doch schade, wenn das Forum nur zum Bildchenanschauen und nicht zur Diskussion dienen würde, findest Du nicht?
Ich wäre ein schlechter Wissenschaftler, würde ich alles kritiklos hinnehmen. Eine gesunde Skepsis ist die Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit. In meinem Institut wie in den meisten anderen wissenschaftlichen Instituten auch, werden die Messdaten in Rohform und in der Bearbeitung nach einem Jahr der Öffentlichkeit (jedenfalls den interessierten Wissenschaftlern) freigegeben. Das ist üblich so. Nun ist Astronomie.de kein wissenschaftliches Forum, aber einen wissenschaftlichen Ansatz sollte man im Interesse einiger engagierter Mitdiskutierer nicht von vorneherein abblocken.

Ich hoffe das gerade im Jahr der Astronomie dieser Grundgedanke von viele hier im Forum aufgegriffen wird, und das sich diejenigen, die sich im Hintergrund ihre Gedanken zu Themen machen, auch trauen, diese hier niederzuschreiben.

Gruß,
Peter
 
Moin Peter!

Hier wird mir in den letzten Beiträgen zu oft das Wort "Wissenschaftler" verwendet. Alles schön und gut, falls hier solche Leute unter uns anwesend sein sollten. Dann sollten diese bitte auch auf die Wortwahl achten, so daß bei einem unbedarften Leser kein falscher Eindruck entsteht. (Ich bin übrigens nicht der Einzige, dem das aufgefallen ist.)

Was hat eigentlich "Wissenschaft" mit einem in einem Hobby-Bilderforum eingestellten Foto zu tun? Was soll da "erforscht" werden?
Tut mir leid, aber das geht mir irgendwie nicht zusammen, und die Aussage zur wissenschaftlichen Neugier / Skepsis halte ich immer noch für ein vorgeschobenes Argument (= Ausrede).

Analysiert mal schön weiter...! ;)
 
Hallo Micha,

da Du in Deinen letzten Postings keine sachlichen Argumente anbringst und denen auch nicht zugänglich scheinst, sehe ich keine weitern Anlaß, die Unterhaltung mir Dir fortzuführen.

Du kannst gerne das letzte Wort habe.

Gruß,
Peter
 
Hallo,

es wäre doch schade, wenn das Forum nur zum Bildchenanschauen und nicht zur Diskussion dienen würde....
Nun ist Astronomie.de kein wissenschaftliches Forum, aber einen wissenschaftlichen Ansatz sollte man im Interesse einiger engagierter Mitdiskutierer nicht von vorneherein abblocken.

das sehe ich auch so!

und das sich diejenigen, die sich im Hintergrund ihre Gedanken zu Themen machen, auch trauen, diese hier niederzuschreiben.

sich trauen sollte man schon, aber ohne dabei dem Treadstarter zu nahe zu treten.
Tom hat ja die Möglichkeit ähnlich gute Bilder mit seinem Tschibo abzuliefern (auch mit Rohbildern), dann können wir weiterdiskutieren.

Grüsse Leo

PS: der kleinste über 5 Pixel aufgelöste Krater (Nr. 5) hat übrigens 1,76"
 
Hallo Leo!

Vernünftig, was Du da sagst! Noch eine kleine Anmerkung:
PS: der kleinste über 5 Pixel aufgelöste Krater (Nr. 5) hat übrigens 1,76"
Dann hätten wir sicher nicht diskutiert. Der kleinste Krater liegt unter 2km Durchmesser, und bei einer Mondentfernung von grob 390000km sind das 1,06", und das liegt -im Gegensatz zu den 1,76"- knapp unter dem Limit der Optik, und hat dadurch erst die ganze Diskussion ausgelöst. (Kleinwinkelnäherung a = arcsin(2km/390000km) ergibt umgerechnet in Sekunden a = 1,06")

Denke an meine oben gemachten Ausführungen: Bei Ausreizen der vollen Auflösung ist ein Kraterbild ein durch die PSF bestimmtes aufgeblasenes "Artefakt", der Durchmesser in Pixeln auf dem CCD-Chip gestattet da keine Bestimmung der Größe mehr! Dass man das Alles so schön an Toms Bild sieht, finde ich daran ja gerade so interessant! Das habe ich so klar auch erst durch die Diskussion mit "peterm" und meine dadurch ausgelösten Rechnungen erkannt, und bin so wieder "etwas schlauer" geworden, und so sollte es ja bei A.de eigentlich auch sein.....

Gruß, Peter
 
Moin Peter!

> da Du in Deinen letzten Postings keine sachlichen Argumente anbringst

Was? Zu Deinen Unterstellungen Tom gegenüber?! Lies mein Post vom 9.3. 13:53 Uhr! Was brauche ich da "sachliche Argumente"?

> und denen auch nicht zugänglich scheinst

Welchen? Meinen oder Deinen? Mannmannmann...

> sehe ich keine weitern Anlaß

Das trifft mich gar schwer und ich hebe mich alldiweil hinfort!

> Du kannst gerne das letzte Wort habe.

...und tschüß!

 
Hi,

Zitat von winnie:

Schon merkwuerdig: Ein hervorragnedes Bild wird gepostet, Details hinterfragt, eine angeregte und sachliche Diskussion entsteht, der Autor des Bildes fuehlt sich in keinster Weise auf den Schlips getreten, die Groessen von abgebildeten Details werden mit fundierte Methoden bestimmt und die Plausibilitaet geprueft, alle sind am Ende mit dem Konsens zufrieden... Nur irgendwer in der Forenwelt kann wieder die Finger nicht stillhalten und muss OT Sticheleien ansondern...
Ich stelle mir jedenfallls ein Forum genau wie grosse Teile dieses Threads vor: Faszinierende Aufnahmen und sachliche und fundierte Diskussionen, danke an die Autoren!

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Peter,

Antwort auf:
PS: der kleinste über 5 Pixel aufgelöste Krater (Nr. 5) hat übrigens 1,76"

Dann hätten wir sicher nicht diskutiert. Der kleinste Krater liegt unter 2km Durchmesser, und bei einer Mondentfernung von grob 390000km sind das 1,06", und das liegt -im Gegensatz zu den 1,76"- knapp unter dem Limit der Optik, und hat dadurch erst die ganze Diskussion ausgelöst. (Kleinwinkelnäherung a = arcsin(2km/390000km) ergibt umgerechnet in Sekunden a = 1,06")

sorry :blush: , soll natürlich 1,76 km heissen!

Bei Ausreizen der vollen Auflösung ist ein Kraterbild ein durch die PSF bestimmtes aufgeblasenes "Artefakt", der Durchmesser in Pixeln auf dem CCD-Chip gestattet da keine Bestimmung der Größe mehr!

Der kleinste Krater mit 1,76km Durchmesser hat eine ca. Ausdehnung von 5-7 Pixeln und zeigt dabei deutliche Hell - Dunkel - Übergänge.
Entspricht das einem ...durch die PSF bestimmtes aufgeblasenes "Artefakt"..., oder ist der Krater aufgelöst ?
Diese Frage ist nicht nur für die Einordnung von Toms Bild wichtig, sondern auch für die Einschätzung der erreichten Auflösung anderer Bilder.

Viele Grüsse Leo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von oliver_p:
Hi,

Zitat von winnie:

Schon merkwuerdig: Ein hervorragnedes Bild wird gepostet, Details hinterfragt, eine angeregte und sachliche Diskussion entsteht, der Autor des Bildes fuehlt sich in keinster Weise auf den Schlips getreten, die Groessen von abgebildeten Details werden mit fundierte Methoden bestimmt und die Plausibilitaet geprueft, alle sind am Ende mit dem Konsens zufrieden... Nur irgendwer in der Forenwelt kann wieder die Finger nicht stillhalten und muss OT Sticheleien ansondern...
Ich stelle mir jedenfallls ein Forum genau wie grosse Teile dieses Threads vor: Faszinierende Aufnahmen und sachliche und fundierte Diskussionen, danke an die Autoren!

Viele Gruesse & CS,
Oliver

...genau das würde ich unterschreiben wollen..........

Also nochmal CS für uns alle!
Malte
 
Hallo Malte,

selbst nach vielen Jahren schaffst Du es immer wieder, mich zu wirklicher Begeisterung zu bringen. Diesmal muss ich sagen: eigentlich unglaublich - wenn's nicht der binoviewer wär' ...

...sonst nicht meine Art - aber: vielleicht doch vorweggenommenes Fazit........?

was veranlasst Dich zu solcher Aussage?
Habe bisher von Tom noch keinerlei "unglaubliche" Bilder gesehen. Das nimmt er für sich auch nicht in Anspruch, wie seine eigenen Aussagen ja belegen.
Oder habe ich was übersehen.

Freundliche Grüsse Leo
 
Hallo Leo!

Der kleinste Krater mit 1,76km Durchmesser hat eine ca. Ausdehnung von 5-7 Pixeln und zeigt dabei deutliche Hell - Dunkel - Übergänge.
Entspricht das einem ...durch die PSF bestimmtes aufgeblasenes "Artefakt"..., oder ist der Krater aufgelöst ?
Diese Frage ist nicht nur für die Einordnung von Toms Bild wichtig, sondern auch für die Einschätzung der erreichten Auflösung anderer Bilder.
Diese Frage ist in der Tat sehr wichtig, weil eine Nichtbeachtung zu falschen Messungen führt. Ich habe zu unserem Clavius-Mosaik die exakte Erklärung (mit Formeln für die Grenzen der Bereiche "strukturiert aufgelöst" und "noch gerade detektierbar" etc. angegeben.

Toms Bild (Öffnung voll ausgereizt) fällt in die Kategorie "gerade noch detektierbar", und das führt in der Tat zu stark aufgeblasenen Strukturen nicht nur bei Kratern, sondern in allen kleinen Bilddetails (außer dem Rauschen). Natürlich ist ein hell-dunkel Wechsel noch sichtbar, aber mit einer geometrischen Abbildung hat das nicht mehr viel zu tun. (Ausmessen in Pixeln absolut unmöglich). Das siehst Du ja auch an den Doppelkratern, der Durchmesser ist derart aufgeblasen, dass der Abstand (vergleiche mit unserem Bild darunter) völlig verschwindet. Auch die stark unterschiedliche Größe der 5 kleinen Krater ist praktisch nur noch am Kontrast erkennbar, nicht an der Pixelzahl. Aber wie gesagt, wo ich mir schon die Arbeit gemacht habe, schaue doch mal beim Clavius-Mosaik nach.....

Gruß, Peter

P.S.: Die beim Clavius-Mosaik hergeleiteten Formeln gelten für eine sehr gute aber nicht ideale Optik. Mit einem absoluten Spitzengerät bei optimalem Kontrast wäre vermutlich noch etwas mehr drin...
 
Hallo Oliver!

Du triffst mal wieder den Nagel auf den Kopf!

Schon merkwuerdig: Ein hervorragnedes Bild wird gepostet, Details hinterfragt, eine angeregte und sachliche Diskussion entsteht, der Autor des Bildes fuehlt sich in keinster Weise auf den Schlips getreten, die Groessen von abgebildeten Details werden mit fundierte Methoden bestimmt und die Plausibilitaet geprueft, alle sind am Ende mit dem Konsens zufrieden... Nur irgendwer in der Forenwelt kann wieder die Finger nicht stillhalten und muss OT Sticheleien ansondern...
Ich stelle mir jedenfallls ein Forum genau wie grosse Teile dieses Threads vor: Faszinierende Aufnahmen und sachliche und fundierte Diskussionen, danke an die Autoren!

Vielen Dank, Peter
 
Hallo Peter,

Vielen Dank für Deine Antwort.

Habe mir Deine Aussagen zur möglichen Dedektierbarkeit von Details noch mal angesehen.

Du kommst dann zu folgender Aussage

"Für eine gute/sehr gute Optik mit 76mm Durchmesser berechnet sich bei 397000km Mondentfernung eine Grenze der "Detektierbarkeit" von >2,3km"

Dabei gehst Du von a" = 0,1/Durchmesser der Optik aus.
Unter diesem "Limit" sind Krater nicht mehr dedektierbar.

Diese Aussage steht für mich als Kriterium der Dedektierbarkeit, bis es eventuell andere Erkenntnisse gibt.
Nochmal Danke für Deinen erheblichen Aufwand Deine Beiträge zu erstellen!!!

Viele Grüsse Leo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leo!

"Für eine gute/sehr gute Optik mit 76mm Durchmesser berechnet sich bei 397000km Mondentfernung eine Grenze der "Detektierbarkeit" von >2,3km"

Nochmal der deutliche Hinweis: Hergeleitet wurde das für unsere gute bis sehr gute aber nicht(!) perfekte Optik. Wer den Jahrhundert-Treffer gelandet hat, und eine perfekte Optik besitzt, darf noch mit etwas Mehr rechnen als 0,1/D, aber wie gesagt, mit "geometrischer Abbildung" hat das dann nichts mehr zu tun.

Gruß, Peter
 
Hallo miteinander,

ich bin heute leider erst jetzt wieder dazu gestoßen und muss das mit den wissenschaftlichen Aspekten noch einmal aufgreifen.

Zu meinem Hintergrund: Ich studiere Mineralogie und schreibe meine Diplomarbeit auf dem Gebiet der geologischen Fernerkundung von Planeten (in meinem Fall Mars, aber die Hintergründe und Grundlagen der Technik sind vergleichbar).

Ein Großteil unserer wissenschaftlichen Arbeit befasst sich mit der Erstellung, Verarbeitung und Optimierung von Bilddaten. Das beginnt bei der Konzeption geeigneter Sensoren (Stichwort Signal zu Rausch-Verhältnis), geht über die Bilddatenver- und Bearbeitung (Interpolation von heißen und kalten Pixeln, herausrechnen von Störungen, Kartenprojektion etc.) und endet bei der Bearbeitung in Photoshop und vergleichbarer Software (Schärfen, Kontraste anpassen etc.). Ich hole deshalb soweit aus, um die Bedeutung des fototechnischen Aspektes bei der Fotografie planetarer Oberflächen zu betonen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer ein Maximum an Details und Informationen aus den Rohdaten herausholen möchte (egal ob es wie in meinem Fall "klassische" Rohbilddaten oder im besprochenen Bild eine Videosequenz ist) kommt um eine mehr oder weniger wissenschaftlich-technische Betrachtung der Bilderstellung und -bearbeitung nicht herum. Das beginnt schon bei der Berechnung von benötigten Brennweiten und Belichtungszeiten.

Meiner Meinung nach hat eine wissenschaftliche Hinterfragung solcher sensationellen Ergebnisse durchaus ihren Platz. Und diejenigen, die es nicht interessiert, brauchen die betreffenden Passagen eines Threads nicht zu lesen. Desinteresse sollte man auch nicht mit Nörgeleien oder persönlichen Anfeindungen etc. bekunden, sondern die betreffenden Stellen lieber für sich unbeachtet lassen. Damit ist allen und dem Thread am meisten gedient. Man kann es bei mehreren tausend a.de-Usern eben nicht allen recht machen. ;)

Ich lese hier bei umfangreichen Diskussionen auch nur die Bereiche, die für mich interessant und wichtig sind.

In diesem Sinne,

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von leo:
Hallo Malte,

selbst nach vielen Jahren schaffst Du es immer wieder, mich zu wirklicher Begeisterung zu bringen. Diesmal muss ich sagen: eigentlich unglaublich - wenn's nicht der binoviewer wär' ...

...sonst nicht meine Art - aber: vielleicht doch vorweggenommenes Fazit........?

was veranlasst Dich zu solcher Aussage?
Habe bisher von Tom noch keinerlei "unglaubliche" Bilder gesehen. Das nimmt er für sich auch nicht in Anspruch, wie seine eigenen Aussagen ja belegen.
Oder habe ich was übersehen.
Freundliche Grüsse Leo

Hallo Leo,

ja, ich denke schon:
es ging nicht um Toms Eigenbeschreibung "so übel ist es [der Webcam-Shot] ... nicht", sondern um die IMHO
Glanzleistung von ihm, damit die wohl theoretisch absolute Grenze des Auflösungsvermögens dieses "Tschibo-Torpedos" herausgekitzelt zu haben (wie es Peter dann so eindrucksvoll belegt hat!).
Das veranlasste mich zu dieser Aussage.
Ich hoffe, ich konnte mich jetzt Dir gegenüber etwas verständlicher machen.

CS Malte
 
Hallo Tom,

tut mir leid, auch unter uns beiden "Torpedo"quälern:
Ich gehe nach (m)einer momentanen "analytischen" Gesamtsicht erst einmal davon aus, daß Du für mich am wahrscheinlichsten versehentlich Filme durcheinandergewürfelt hast, und dieses Bild mit einer Deiner anderen Optiken, mit mind. 5-6" Öffnung, entstanden sein müßte.
Meine Gründe dafür lege ich Dir gern ausführlich dar, wenn Du möchtest (und ebenfalls auskunftsfreudiger bist).
Auf neue/andere Torpedo-Bilder/Filme, die das hier als "Torpedo-Ergebnis" Gezeigte für mich als solches wahrscheinlicher erscheinen lassen, freue ich mich ganz sicher mit am meisten!

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Malte,

Danke für Deine Erläuterung, kann ich nachvollziehen.

Dem Tom sei es ja auch durchaus gegönnt, auch als WebCam Muffel, ...die wohl theoretisch absolute Grenze des Auflösungsvermögens dieses "Tschibo-Torpedos" herausgekitzelt zu haben...

..wie es Peter dann so eindrucksvoll belegt hat...

Peter hat meines Erachtens lediglich eindrucksvoll belegt das eine sehr gute 76mm Optik in der Lage ist > 2,3km zu dedektieren, darunter findet keine Abbildung mehr statt.
Dann hat er wiederholt betont, das eine perfekte Optik unter perfekten Bedingungen eventuell noch mehr kann, also vielleicht > 2,0km.

Tom charakterisiert seine Optik mit 1/4 pv-wave.
Auf Toms Bild ist ein Krater mit 1,76km eindeutig dedektiert.

Bitte zu beachten, das wir uns hier über theoretisch mögliche Auflösungen unterhalten.
In der Praxis sind mir nur wenige Bilder bekannt, die in der Nähe dieser theoretischen Auflösungsgrenze liegen.
Alle diese Bilder wurden nicht mit einer TouCam gemacht.
Bei Toms angenommenen Aufnahmeöffnungsverhältnis von f/40 und TouCam liegen auch keine optimalen Aufnahmebedingungen vor, gerade bei nur 40 gestackten Bildern.
Leider haben wir von Tom keine näheren Informationen über die Entstehung seines Bildes erhalten können, so das alle Annahmen erstmal Spekulation bleiben.
Ich halte Tom zugute, das er als erfahrener Amateurastronom weiß was er macht!
Bin auf weitere Bilder mit seiner "Wunderröhre" gespannt :erschreck:

Viele Grüsse Leo
 
Hallo Leo!

Peter hat meines Erachtens lediglich eindrucksvoll belegt das eine sehr gute 76mm Optik in der Lage ist > 2,3km zu dedektieren, darunter findet keine Abbildung mehr statt.
Dann hat er wiederholt betont, das eine perfekte Optik unter perfekten Bedingungen eventuell noch mehr kann, also vielleicht > 2,0km.
Das stimmt so ganz genau, wobei die 2,0 km eher nach 2,1 km tendieren. Es gibt noch eine gewisse ungeklärte Diskrepanz zu meiner Rechnung. Ich habe ja Tom auch gebeten, den Durchmesser des Spiegels noch mal zu überprüfen, wer weis, was die in ein Billigprodukt so einbauen. Wohler wäre mir bei einer Angabe von 9-10cm. Eventuell rührt Tom sich ja noch mal.

Beim Vergleich der Bilder weiter oben habe ich ja am Ende keine endgültige Aussage gemacht und Jedem freigestellt, das selbst zu beurteilen. Selbst wenn ich wollte, mehr kann ich dazu beim besten Willen auch nicht sagen, und das ist völlig wertfrei zu verstehen.....

Gruß, Peter


 
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