Hallo Tom!
Nachdem Du die Angelegenheit geklärt hast, können hoffentlich Alle wieder zur Tagesordnung übergehen. (Schade, dass es kein Scherz war, das hätte mir die folgende Arbeit erspart):
Vor wenigen Tagen habe ich bei unserem Clavius Mosaik ein wenig über die maximale Auflösung von Amateur-Teleskopen nachgedacht. Dabei ergab sich eine Grenze für gerade noch detektierbare Strukturen auf dem Mond von a = 0,1/D (a Auflösung in Bogensekunden, D Öffnung in Metern). Das galt für eine sehr gute, aber nicht ideale Optik unter besten Bedingungen.
Bei 76mm Öffnung ergäbe das rund 1,3“ und ca. 2,3 km auf dem Mond. Übertrifft ein Bild diese Grenze noch geringfügig (die kleinen Krater in Plato haben ca. 2 km Durchmesser), so ist die Optik nicht nur gut, sondern nahezu ideal. Für maximale Auflösung benötigt eine so kleine Öffnung kein besonders hervorragendes Seeing, die erforderlichen Bedingungen sind an vielen Abenden gegeben. Im Gegensatz dazu ist es mit einer 30cm Optik erheblich schwerer, ausreichend gute (viermal bessere) Bedingungen zu erwischen. Aus diesem Grund wurde das eingestellte Vergleichsbild auch nur als „noch gut“ bezeichnet.
Was sieht man wirklich? Im Grenzbereich der Auflösung ergibt sich keinesfalls ein geometrisches Abbild der kleinsten Strukturen. Im absoluten Grenzfall beträgt z.B. bei unserer 30cm Optik der Abstand gerade noch detektierbarer Punkte etwas über 0,32“, die bei der Abbildung entstehenden Airy-Scheibchen haben aber schon einen Durchmesser von etwa 0,9“. Das entstehende Bild ist also erheblich größer als die eigentliche Struktur, und seine Form wird weitgehend durch die Form des Airy-Disks (bzw. die PSF) bestimmt. Bei Annäherung an die Grenze der Auflösung geht also die „geometrische“ Abbildung in wachsendem Maße in ein „Artefakt“ mit konstantem Durchmesser über, dessen Aussehen weitgehend durch die PSF bestimmt ist.
In der Praxis haben daher die kleinsten Krater in einem hoch auflösenden Mondbild alle nahezu dieselbe Größe, und unterscheiden sich nur durch den Kontrast. Je geringer der Kontrast, desto geringer der tatsächliche Durchmesser des Kraters auf dem Mond! Das erklärt auch die oft falschen Angaben über die Auflösung von Bildern: Misst man am PC-Bildschirm die Ausdehnung eins kleinen, extrem kontrastarmen Kraters von 5 Pixeln und bestimmt daraus den Durchmesser, so könnte der tatsächliche Durchmesser auf dem Mond zwei bis dreimal kleiner sein! Das gilt im Übrigen auch für andere Strukturen, die Encke-Teilung im Saturnring wird von kleinen Optiken aus eben diesem Grund viel breiter abgebildet (besser: "detektiert") als erwartet.
Dein Foto (Ausschnitt unten) zeigt nun exakt die Merkmale, die beim vollen Ausreizen der theoretischen Grenze in einem Bild zu erwarten wären, z.B. Einheitsgröße der kleinsten Strukturen (bitte nicht mit dem Bildrauschen verwechseln), abgerundete, durch die PSF mitbestimmte Kanten. Das Vergleichsbild sollte theoretisch eine viermal bessere Qualität aufweisen, da es unter nicht optimalen Bedingungen entstand, ist nur ein Faktor drei realistisch. Die Betrachtung überlasse ich nun Jedem selbst.
Ich danke Dir für die Erlaubnis, dein interessantes Bild in unserem Tutorial zu verwenden.
Link zur Grafik:
http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/AufloesungPSF.jpg
Noch ein allgemeiner Gedanke: Ein Wissenschaftler hinterfragt berechtigterweise knallhart alle ungewöhnlichen Angaben mit großer Skepsis, das mit Unterstellungen zu verwechseln ist nicht unbedingt ein sinnvoller Beitrag zur Diskussion, und entspricht auch nicht dem Stil des Forums.
Eventuell kommen ja nun Alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, würde mich freuen.....
Gruß, Peter