>>>>>> Plato und Alpental <<<<<<<

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Wellmann

Aktives Mitglied
Hallo!

Im Zuge der Aufarbeitung der Datenflut auf der Festplatte hier ein weiteres Ergebnis vom 03.02.09. Das Seeing war nur für ca. 60% der theoretischen Auflösung gut, dennoch wurde das Bild mit f20 aufgenommen (DMK41) und unverkleinert dargestellt. Gründe hierfür:

Zu Auflösung und Seeing:
Unsere 0,4“ auflösende Optik zeigt zwei helle Punkte im Abstand von 0,4“ noch getrennt, das bedeutet also, dass ein Hell-Dunkel-Hell-Wechsel auf 0,4“ möglich ist. Ein kleiner Mondkrater benötigt für eine einigermaßen korrekte bildliche Darstellung über den einen Wall, die Kraterfläche und den zweiten Wall von der Lichtseite aus gesehen mindestens einen Hell-Dunkel-Hell-Dunkel-Wechsel, also mindestens 0,54“.

Diese 0,54“ müssen auf dem Kamerachip unserer DMK41 mindestens 4 Pixel überstreichen, weil die Darstellung eins Hell-Dunkel-Hell-Dunkel-Wechsels mindestens 4 Pixel benötigt. Auf dem Monitor eines PC sind das bei 100% Darstellung ebenfalls 4 Pixel. Um diese 0,54“ mit 4 Pixeln der DMK41 abzudecken, benötigen wir eine Brennweite von 6-7m, und arbeiten daher mit etwa f20. Bei kleineren f-Werten ist ein Krater zwar noch deutlich erkennbar, aber nur noch als Hell-Dunkel-Struktur und das was die Schärfung daraus macht. Auch wenn das paradoxerweise am Ende oft „besser“ aussieht, als das „richtige“ Kraterbild halte ich das nicht für erstrebenswert.

Aus diesen Gründen benutze ich f20 für die DMK41 (das ist übrigens für alle Brennweiten gültig, und nur von der Pixelgröße der Kamera abhängig). Zwar sind kleinere f-Werte vorteilhaft in Bezug auf Bildfläche und Belichtungszeit, aber ich warne ausdrücklich davor, bei einer guten Optik unter guten Bedingungen weniger als f14 für die DMK41 zu verwenden, weil man damit Auflösung verschenkt.

Im vorliegenden Bild zeigen die kleinsten noch „bildlich“ dargestellten Krater einen Durchmesser von 6-7 Pixeln anstelle der bei guten Bedingungen möglichen 4 Pixel. Eigentlich hätte ich das Bild also auf 2/3 verkleinern oder mit f14 aufnehmen müssen, um einen ganz scharfen Eindruck zu erzeugen. Ich habe das aber nicht gemacht, weil die Betrachtung des ohnehin schon sehr stark jpg-komprimierten Bildes dann deutlich erschwert ist, und z.B. bei der Rille im Alpental noch mehr Struktur verloren geht.

Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Plato_Alpen_be2.jpg

Volle Auflösung

Gruß, Peter

Nutzung des Bildes für welche Zwecke auch immer nur nach Rücksprache.

 
Hallo Peter,

ein für mich optimales Ergebnis, welches nur noch bei "Superseeing" besser werden kann.
Du hast hier Deine gesammelten Erfahrungen gezielt eingesetzt und das Ergebnis spricht für sich :respekt2:
Ist für 12" eine Referenz. (5*)

Viele Grüsse Leo
 
Hallo Peter!

Ein wirklich tolles Ergebnis! Glückwunsch!

Nimmst Du eigentlich Deine Mondbilder mit einem Filter auf?

mfg Patrick
 
Hi,

was soll man da noch sagen? Ein derartiger Detailreichtum ohne Überschärfung sucht absolut seinesgleichen und untermauert die Professionalität und Systematik Eurer Vorgehensweise.

Ein dickes Kompliment.

PS: bin grade dabei, nach Diener Anleitung zu Registaxen (Multipoint) - <danke für die Tips.

Gruß

Markus


____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
____________________________________________________

DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de
 
Hallo Leo!

ein für mich optimales Ergebnis, welches nur noch bei "Superseeing" besser werden kann.
Im Prinzip hast Du da recht. Ideales Seeing würde noch Einiges bringen. Allerdings ist unsere durchaus gute Optik nicht perfekt, der Strehl liegt bei 92% (früher habe ich mal aus Versehen 98% geschrieben). Dieser Wert ist allerdings keins der üblichen "Gefälligkeitsgutachten", sondern ein eher gegen die Optik erstelltes Protokoll.

Was also bei richtig gutem Seeing herauskommt, ist auch für mich eine Überraschung. Ob ich das mal bekomme? Die Optik steht direkt am Haus, fast noch unter dem Vordach, und aus Bequemlichkeit möchte ich das auch nicht ändern.

Gruß, Peter
 
Hallo Patrick!

In unserem Mondtutorial findest Du Einiges über die Verwendung von Filtern.

Im Prinzip ist das beim Mond so: Hat die Optik keine Farbfehler so ist es möglich, dass ein Filter bei gutem Seeing die Qualität reduziert. Ist das Seeing nicht gut, oder hat die Optik Farbfehler, so ist ein Filter angeraten. Das Seeing wird allerdings um so mehr beruhigt, je weiter das Filter ins Infrarot rutscht, und das wiederum reduziert die Auflösung der Optik proportional zur steigenden Wellenlänge.

Ich habe keine weiteren Versuche mit Filtern gemacht, da musst Du mal einige der Mond-Profis hier im Board fragen, es gibt mehrere davon!

Unser Mondtutorial werde ich gelegentlich übrigens auf den neuesten Stand bringen, speziell was AviStack angeht.

Gruß, Peter
 
Hallo Jan!

In der weiten Gebirgsgegend am oberen Rand des Terminators gibt es m.E. schon etwas zuviele "Details", oder glaubst Du, dass das auffällige Rippelmuster dort kein Artefakt ist?
Eine Antwort darauf ist nicht einfach, weil die Tendenz unserer Optik bei Luftunruhe gelegentlich Lichtausbrüche nicht statistisch gleich nach allen Seiten zu verteilen, sondern eine Richtung zu bevorzugen, ebenfalls zu solchen Mustern führt. Auch ist natürlich im fotografierten Bereich die Oberfläche extrem rauh, was durch die flache Projektion noch verstärkt wird, also eine echte Herausforderung für die Optik und auch AviStack. Da viele Fotografen die Tendenz haben, die Bilder sehr weich und gefällig zu gestalten, sind auch wenig Bilder zum Vergleich da, die Nasa-Bilder sind zudem eher bei steilem Lichteinfall aufgenommen, und nicht bei so extrem streifendem Einfall wie auf unserem Bild.

Ganz vorsichtig und auf die bisherigen Vergleiche mit Apollo-Aufnahmen basierend ist zu vermuten, dass es für nahezu alle Strukturen im Bild auch eine reale Struktur auf dem Mond gibt, aber ganz frei von Artefakten ist das Bild sicher nicht. Man sollte sich aber dringend davor hüten Alles, was bisher in Bildern "weggebügelt" wurde, nun als Artefakt abzutun. Ich denke dabei z.B. an die extrem zerfetzte Landschaft rund um Tycho, die auf vielen Fotos dennoch glatt aussieht wie ein Kinderpopo. Ich warte auf Vergleichsbilder von Stefan, aber ruhig auch mal mit f20. Die werden dann vermutlich ähnlich aussehen, und wir können erst dann sinnvoll weiter Diskutieren....

Im Übrigen solltest Du immer daran denken, dass wir schon früher mehrfach betont haben, dass unsere Bilder zum Betrachten aus Abstand und zum Genießen sind, und nicht für wissenschaftliche Zwecke gedacht sind.

Gruß, Peter
 
Peter,
einfach eine HERVORRAGENDE Serie, die du und hier zeigst! Herzliche Gratulation! Spornt an, bei gutem Astrowetter deine Ergebnisse zu erreichen. Von übertreffen wage ich nicht zu denken bei den Verhältnissen, die ich hier habe. Deshalb ist es umso schöner und interessanter zu sehen, was eine Optik bei gutem Seeing kann.
MbG
Michael
 
Zitat von Wellmann:
Ich warte auf Vergleichsbilder von Stefan, aber ruhig auch mal mit f20. Die werden dann vermutlich ähnlich aussehen, und wir können erst dann sinnvoll weiter Diskutieren....
Hallo Peter,

den Vergleich mit Stefans aktueller f/10-Aufnahme - zweifach nachvergrößert - hast Du gleich hier .

Die entsprechende Partie Deines Alpenmosaiks scheint darauf hinzuweisen, dass Du im Verlauf Deiner Bildbearbeitung Wavelets angewendet hast.

Man sollte Wavelets nach Möglichkeit so "sparsam" anwenden, dass die von ihnen ausgelösten Wellen nicht als periodische Struktur (Rippel) hervortreten und die abgebildete Landschaft "überspülen".

So etwas passiert vorzugsweise in der Umgebung von kleinen, zackenförmigen Bildelementen, wie gerade in dieser schroffen Gebirgslandschaft. Die dort angeregten Wellen breiten sich gerne auch über die angrenzenden, flacheren Landstriche aus und gerade dort werden sie auffällig.

Diese Art von Artefakten, die ich an anderen Stellen auch als "Strickmuster" bezeichnet habe, kann man eindeutig der Waveletbehandlung zuordnen, indem man einfach die entsprechenden Regler weiter aufdreht.

In meinen Bildbearbeitungen vermeide ich die Anwendung von Wavelet-Tools grundsätzlich, um diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Stefans nachvergrößerte Bilder wurden ebenfalls ohne Wavelets "entwickelt".

Ansonsten finde ich Dein Alpenmosaik sehr gelungen - insbesondere die Rille kommt gut!

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael!

Dein Lob freut mich natürlich sehr, zumal Du eins meiner Vorbilder in Sachen Mondfotos bist. Deine Bilder mit dem 17" sind doch absolute Referenzklasse, so eine Qualität werde ich mit meinen 12" Öffnung schon aus theoretischen Gründen niemals erreichen können!

Bei der hoch auflösenden Mondfotografie ist Öffnung einfach Alles! Selbst der beste 40.000 Euro Dreilinser APO mit 8" Öffnung auf einer massiven 20.000 Euro Montierung ist da gegen eine nur 16 Kilo wiegende ordentliche Meade 12" Optik auf einer uralt Montierung zum Schnäppchenpreis absolut chancenlos!

Auf das nächste Mosaik kannst Du dich schon freuen, es folgt kurzfristig.

Gruß, Peter
 
Hallo Jan!

Dein Beitrag hat dazu geführt, dass ich das Bild nochmal genau betrachtet habe, und in Folge eine leicht veränderte Version auf den Server gegeben habe (Rauschen in den Schatten reduziert).

Da das Wavelet-Filter von Registax nicht sehr viel taugt (übrigens sehe ich mit Schrecken, dass AviStack nun in die gleiche Falle tappt), verwende ich die Filter von Giotto. Was das für Filter sind, keine Ahnung! Auch wenn Du die Frage schon mal irgendwo beantwortet hast (ich verliere da langsam den Überblick): Wie schärfst Du?

Vielen Dank für die prompte Lieferung des Vergleichsbildes. Ich sehe beim besten Willen keine wesentlichen Unterschiede. Mein Bild zeigt die immer noch nicht 100% beseitigten Folgen der unsymmetrischen (nach links oben verlaufenden) Lichtausbrüche bei Luftunruhe, Dein Bild zeigt dafür andere leichte Mängel.

Was die beiden Bilder aber deutlich zeigen ist eine praktisch identische Auflösung, und das passt hervorragend zu meinen Rechnungen (beachte den Text zu dem demnächst von uns gepostetn Mosaik von Ptolemaeus bis Rupes Recta). Inzwischen kann ich sehr genau (durch Überprüfung am Doppelstern) sagen, was eine Optik theoretisch auflösen kann, und ich kann auch bei einem Bild relativ zuverlässig feststellen, wie viel Prozent dieser Auflösung erreicht wurden.

Beide Bilder erreichen eine Auflösung von ca. 50% des theoretisch möglichen (ich gehe da von 0,33" für die 12" Optik aus, und nicht wie oben im Text bei der 60% Angabe von den reduzierten Möglichkeiten unserer Optik). Wir haben durch unsere nicht ganz perfekte Optik und das nicht perfekte Seeing also 50% Auflösung verschenkt. Stefan hat eindeutig erkennbar die etwas bessere Optik und hatte vermutlich das bessere Seeing, und hat 50% durch das zu kleine Öffnungsverhältnis verschenkt.

Bei aller Begeisterung darüber, was Du aus den f10 Aufnahmen herausbringst (das ist phänomenal), warte mal ab, was Du erst mit einer bei besten Bedingungen bei f20 entstanden Aufnahme anfangen kannst. Das Ergebnis wird absolute Referenz für 12" werden! Eine weitere Diskussion macht für mich jedenfalls keinen Sinn (daher auch keine Beteiligung mehr an den einschlägigen Threads), bis diese Bilder vorliegen. Aus diesem Grund sollten wir auch hier keinesfalls eine neue "Baustelle" eröffnen.

Gruß, Peter
 
Hallp Peter,

Zu Auflösung und Seeing: Unsere 0,4“ auflösende Optik zeigt zwei helle Punkte im Abstand von 0,4“ noch getrennt, das bedeutet also, dass ein Hell-Dunkel-Hell-Wechsel auf 0,4“ möglich ist. Ein kleiner Mondkrater benötigt für eine einigermaßen korrekte bildliche Darstellung über den einen Wall, die Kraterfläche und den zweiten Wall von der Lichtseite aus gesehen mindestens einen Hell-Dunkel-Hell-Dunkel-Wechsel, also mindestens 0,54“.

Das mag alles so stimmen, doch muß man berücksichtigen, das Optik und Seiing nicht optimal waren. Das theoretische Auflösungsvermögen wirst Du wahrscheinlich nie erreichen. Dann sollte man aber auch die Parameter daraufhin abstimmen, was bedeutet: Belichtungszeit runter <=> Abbildungsmaßstab herunter. Den Kontrast, auf den Du abzielst, wirst Du nur in gaaaanz wenigen Fällen überhaupt nur antreffen, am Terminator allerhöchstens.

Natürlich ist der Hang hin zu Auflösungsrekorden groß und motiviert vielleicht den ein oder anderen. Im Allgemeinen ist das aber ein nutzlosen Unterfangen. Da gewinnt man viel mehr, wie man an Stefans Mondbildern sehen kann, wenn man die Parameter aufeinander abstimmt und vielleicht etwas unter dem theoretischen Auflösungsvermögen bleibt. Es wird sich in aller Regel bezahlt machen durch schärfere Abbildungen.

PS: Das Bild ist natürlich wieder klasse.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter!

Da gewinnt man viel mehr, wie man an Stefans Mondbildern sehen kann, wenn man die Parameter aufeinander abstimmt und vielleicht etwas unter dem theoretischen Auflösungsvermögen bleibt. Es wird sich in aller Regel bezahlt machen durch schärfere Abbildungen.
Da stimme ich Dir prinzipiell zu. Für obige Methode spricht auch die Tatsache, dass die große Zahl der Amateur-Optiken so schlecht bis mittelmäßig ist, dass das Anstreben theoretischer Auflösung ohnehin witzlos ist. Es ist aber nicht zu leugnen, dass bei dieser Art der Bilderzeugung (beachte auch den Text zu unserem nächsten Mosaik) die Hälfte der theoretisch möglichen Auflösung verschenkt wird.

Es ist nun die Frage, was man will. Wer einfach unter mittleren bis guten Bedingungen schöne Mondbilder machen will, ist mit der f10-Methode bestens bedient. Wer aber -wie wir- auf möglichst hohe Auflösung bei Ausnahmebedingungen aus ist, ist mit einer Methode die von Anfang an Auflösung verschenkt schlecht bedient.

Besonders ärgerlich ist dabei, dass man erst bei der Auswertung der Videos feststellt, wie gut oder schlecht die Bedingungen wirklich waren. Am Livebild ist das keinesfalls mit Sicherheit zu erkennen. Daher sorge ich mit f20 vor, und hoffe, das die guten Bedingungen mal eintreten. Auch wenn das nur einmal im Jahr sein sollte, die 150 GB Daten werden dann für Dutzende hervorragender Bilder reichen, die ich mit f10 nicht erhalten hätte. Stefan hatte vermutlich diese Bedingungen, und hat vermutlich durch ein zu kleines Öffnungsverhältnis die Chance auf absolut einmalige Aufnahmen verschenkt.

Die Ergebnisse von Nächten mit mittlerem Seeing (auch wenn das für f10-Bilder gerade noch gereicht hätte) landen bei mir bis auf gelegentliche Ausnahmen sofort in der Tonne. Was nützt es mir immer wieder neu zum `zigsten Mal ein durchaus schönes Clavius-Bild aufzunehmen, wenn ich schon 10 Bilder dieser Qualität auf der Platte habe. Aus diesem Grund wirst Du auch bei mir kaum zwei identische Bilder eines Objekts finden, sobald ein besseres Bild da ist, wird das weniger gute gelöscht...

Du siehst, es ist alles nur eine Sache der Prioritäten....

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

ich glaube wir sind uns einig, daß ich Dich nicht davon abbringen will, mit f/20 zu fotografieren. Das ist klar.

Letztlich kannst Du auch die Methode von Jan anwenden: erst das Bild auf 0.5x verkleinern und dnn mit einem Interpolationsverfahren wieder auf 2x aufzupumpen. Möglicherweise verbessrt sich dabei auch das Rauschverhalten. Durch direkten Vergleich des Originalbilds mit dem aufgepumpten Bild kannst Du direkt einen Auflösungsvergleich anstellen und wirst durch Blinken der Bilder den Unterschied erfassen.

Noch ein paar Überlegungen zur Auflösung von Strukturen:
Das Auflösungsvermögen eines Telekops wird definiert über den Abstand zweier gleich heller Punktquellen. Der Abstand von zwei Sternen, die mein Teleskop gerade noch trennen kann, also als zwei Sterne erkennen läßt, ist meine Auflösung.
Im Thread vom November habe ich gezeigt, daß zwei ungleich helle Sterne bei diesem Abstand NICHT mehr trennen lassen, auch nicht bei unendlich kleinem Sampling. Und das ist die Situation auf dem Mond. Du hast keine Lichtpunktquellen auf schwarzem Hintergrund (Kontrast!) oder dunkle Stellen auf hellem Hintergrund. Allenfalls am Terminator. Und dann ist die Frage, was hat man davon. Die sind ja nur als möglicherweise getrennte Punkte sichtbar, mehr ist da nicht zu sehen! Mehr Auflösung geht nicht. Lohnt da der Aufwand?

Das muß man immer im Hinterkopf haben, wenn man bei Planeten und Mond über Auflösung spricht.

Gruß,
Peter

 
Hallo Peter,

Was die beiden Bilder aber deutlich zeigen ist eine praktisch identische Auflösung

vielleicht habe ich mit meinen fast 60 ja was mit den Augen :augenrubbel: , aber Dein Bild zeigt die bessere Auflösung.
Kann gerne einen Vergleich einstellen?
Möchte keinesfalls das Thema wieder hochkochen, Praxisfotoreihen mit dem gleichen Gerät sind gefragt, aber ich sehe es so!

Viele Grüsse Leo
 
Hallo Leo!

Möchte keinesfalls das Thema wieder hochkochen
Dafür bin ich Dir auch dankbar. Ich weiß auch so genau was Du meinst. Wenn ein Detail aus zwei hochgerechneten mehr oder weniger schwarzen Punkten besteht, sieht das natürlich schärfer aus als bei einem Bild wo zur Darstellung dieses Details original vier Bildpunkte verwendet werden, die Auflösung ist jedoch im zweiten Fall besser.

Entscheidender ist da schon die Frage die PeterM aufgeworfen hat, und die die real erreichbaren Bedingungen hinterfragt. Ich hoffe mein Rupes Recta - Ptolemaeus Mosaik kann da noch ein wenig Info beisteuern, kommt bald.....

Gruß, Peter


 
Hi Peter!

ich glaube wir sind uns einig, daß ich Dich nicht davon abbringen will, mit f/20 zu fotografieren.
Warum auch? Ich befinde mich da unter praktisch allen Mond Spezialisten (zu denen ich mich selbstverständlich keinesfalls hinzurechne) weltweit in guter Gesellschaft.

Noch ein paar Überlegungen zur Auflösung von Strukturen:
Dazu hätte ich Einiges zu sagen, tue das aber nicht, weil ich das Thema nun wirklich nicht erneut ausbreiten will. Ich hoffe auf Dein Verständnis, ist keinesfalls abwertend gemeint!

Gruß, Peter
 
Zitat von Wellmann:
Bei aller Begeisterung darüber, was Du aus den f10 Aufnahmen herausbringst (das ist phänomenal), warte mal ab, was Du erst mit einer bei besten Bedingungen bei f20 entstanden Aufnahme anfangen kannst.

Hallo Peter,

meine Bildbearbeitung ist gewiss bei weitem nicht so ausgefeilt wie Deine. Zum Schärfen verwende ich nämlich lediglich die in Fitswork angebotenen Gauß-Algorithmen, also weder Wavelets noch USM und dergleichen.

Dass die f/10-Aufnahmen von Stefan trotzdem so gut herauskommen, liegt nur daran, dass diese bereits eine mit den f/20-Aufnahmen vergleichbare Detailzeichnung enthalten. Diese wird allerdings nur auf dem Wege der Nachvergrößerung sichtbar.

Nach der von Dir vorgenommenen optischen "Vorvergrößerung" mittels Barlow bei f/20 erübrigt sich natürlich eine datentechnische Nachvergrößerung.

Die Nachvergrößerung bringt dann ohnehin nicht mehr, weil das Auflösungsvermögen des Teleskops bereits ausgereizt ist. Deshalb erwarte ich auch - anders als Du, siehe Zitat - keine wesentliche Qualitätssteigerung mehr, wenn man mit f/20 statt mit f/10 aufnimmt.

Ebenso wie Peter Müller - "peterm" - sehe ich den Vorteil der Aufnahme bei f/10 hauptsächlich darin, dass man viermal kürzer belichten kann als bei f/20 und dadurch die Chance hat, das Seeing besser "einzufrieren".

Im übrigen hat man natürlich auch den Vorteil des größeren Bildwinkels. Das Einzelbild der von Stefan bei f/10 aufgenommenen Apenninen erfasst ja beinahe dieselbe Fläche wie Dein aus 6 bei f/20 aufgenommenen Teilbildern mühsam zusammengebasteltes Mosaik.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan!

Was Peter Müller betrifft, lies die entsprechenden Teile bei unserem neuen Rupes Recta Mosaik. Ich habe dort nach Intervention von Peter nochmal die ganze Sache unter Einbeziehung seiner Einwände durchkalkuliert, und wir liegen nun wirklich bis auf Nuancen auf gleicher Linie.

Unter dem Bild Rupes Recta habe ich Dich gebeten, doch eine kurze Zusammenfassung (ich habe etwas den Überblick über die endlosen Threads verloren) Deiner Bildbearbeitung zu geben (verwendete Software, Filter und Funktionen mit den wichtigsten Einstellungen), die ich als sehr empfehlenswerte Alternative zu unserem Verfahren in unserem Mondtutorial aufzeigen will. Das Tutorial muss ich wegen AviStack ohnehin auf den neuesten Stand bringen. Also nach so viel Mühe beim Posten kommt es doch auf den geringen Zeitaufwand auch nicht mehr an, ich würde mich sehr freuen, und das aktualisierte Turorial dann wieder bei A.de einstellen. Die anderen Teilnehmer würden sicher gerade wegen der ersichtlichen Vorteile Deines Verfahrens (Belichtung, Bildfläche) dankbar sein, wenn das mal zusammengefasst und nachvollziehbar dargestellt wird.


Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

schau mal hier. Im Astrofoto-Forum hat Dietmar diesen interessanten Auflösungsvergleich eingestellt. Ich habe eine Auflösung von 0.56"/km ermittelt, das mag sich je nach Mondentfernung etwas ändern. Anhand der Krater in Deinem Platobild läßt sich aber genau die Auflösungsgrenze Deines Platobildes ermitteln, sie liegt über 0.5". Das hätte man auch mit f/10 hinbekommen, vielleicht sogar sauberer. Schön, im Nachhinein ist man immer schlauer, ist leider so. Ich habe mal im Netz geforscht und auch bei den "üblichen Verdachtigen" kein besser aufgelöstes Bild gefunden.

Gruß,
Peter

 
Hallo Peter!

Es kommt nun wirklich nicht viel Neues heraus. Ich habe doch exakt in diesem Thread weiter oben geschrieben:

Beide Bilder erreichen eine Auflösung von ca. 50% des theoretisch möglichen (ich gehe da von 0,33" für die 12" Optik aus, und nicht wie oben im Text bei der 60% Angabe von den reduzierten Möglichkeiten unserer Optik).
Also ist meine Angabe der Auflösung für unsere aktuellen Bilder ca. 0,7". Du schreibst über 0,5", gibt es da noch Diskussionsbedarf? Übrigens sind auf unserem Bild oben noch Krater von 0,9km in Plato sichtbar (s. Dietmars Plato-Studie), und das wäre dann sogar eine Auflösung von knapp unter 0,5". (Aber bleiben wir mal bei 0,7", ich möchte die Diskussion nicht erneut befeuern).


Das hätte man auch mit f/10 hinbekommen, vielleicht sogar sauberer.
Richtig! Auflösung 0,7" ist auch nach meinen letzten Formeln (angepasst für CCD-Kameras hoher Qualität) mit f10 machbar! Noch was zu diskutieren finde ich da nicht.


Die Bilder von Dietmar sind eine saubere Leistung! Allerdings scheint mir das Bild mit dem 24" auf den ersten Blick in der Auflösung nicht optimal, Ursache unbekannt? Der Autor wird dafür wohl keinesfalls maximale Auflösung reklamieren, und falls doch soll´s mir auch Recht sein.

Bilder mit erheblich besser Auflösung (knapp unter 0,5") liegen mir leider nur aus der Zeit vor, wo das Seeing mal für zwei Tage wirklich gut war, aber unsere Optik noch Mängel hatte (Problem mit den unsymmetrischen Lichtausbrüchen schon bei der geringsten Luftunruhe). Wenn bei wabernden Videos, die wegen der Unruhe nur mit Mühe zu fokussieren waren (und das gilt für unsere ganze neue Bilderserie) 0,7" rauskommen, ist bei ruhiger Luft logischer Weise mehr drin.

Nachdem alle Meinungen Kund getan wurden, und Alle letztlich zu fast identischen Ergebnissen gekommen sind, würde ich mich gerne wieder darauf beschränken für Leute die das gerne sehen ein paar nette Bilder einzustellen. Für eure interessanten Diskussionsbeiträge, die auch bei mir durchaus in einigen Punkten ein Umdenken bewirkt haben danke ich Euch, und freu mich auf zukünftige Diskussionen über neue interessante Themen.

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

ich wollte ja nur darauf hinweisen, daß durch die km-Angabe nun eine eindeutige Auflösungsgrenze in Deinen und anderen Bildern festgelegt ist. Das ist doch ein physikalisch brauchbares Ergebnis, was auch zeigt, daß die Auflösung in Deinen Bildern besser ist als Du angenommen hast. Da kann man zumindest auch denjenigen, die an "Superresolution" glauben, den Wind aus den Segeln nehmen.
Das Du das Ergebnis auch mit f/20 hinbekommen hast, spricht doch für die Güte Deiner Bilder.

Gruß,
Peter
 
Hallo Patrick,

also ich arbeite sehr gern mit einem Gelbfilter, überrascht mich immer wieder, was der noch rausholt bei leichter Luftunruhe und angenehm ist auch noch, dass der noch relativ viel Licht durchlässt im Vergleich zu einem Grünfilter oder Ir-Passfilter. Aber ich probiere immer diese drei durch, und derjenige, der mir am Monitor am meisten zeigt, kriegt sozusagen den Zuschlag.

Gruß Manfred Wolf
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben