Pleiaden mit Alt/Az (LCM) Montierung, SharpCap 3.3 und "Guiden"und Dithern ohne Leitrohr

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 31195
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Ehemaliges Mitglied 31195

Hallo,

ab und zu hatte ich schon mal probiert was mit Alt/Az-Montierungen, Kurzzeitbelichtungen und "Livestacking" möglich ist. Man sah, daß es auch damit möglich ist, heutzutage nicht nur Sonne, Mond und Planeten aufzunehmen, sondern auch Deep-Sky-Objekte. Das Problem ist oft, daß man Alt/Az-Montierungen schlecht nachführen kann. Man handelt sich dann, vor allem bei billigeren Montierungen, eine Drift ein und kann auch nicht kontrolliert Dithern. Man müßte also manuell von Zeit zu Zeit die Position korrigieren. Natürlich nicht toll, wenn man stundenlang belichten will.
Mit SharpCap 3.3Beta gibt es jetzt die Möglichkeit sequencergesteuert ein Platesolving einzuleiten und auf eine gegebene Position zu rezentrieren. Damit kann man dann automatisch alle paar Minuten ein Livestacking unterbrechen, die Montierung wieder auf Position bringen und dann fortsetzen. Bei Kurzeitbelichtungen ist die Drift pro Belichtung zu gering, als daß man das im Stack sehen würde. Meist ist das Rezentrieren ungenau genug, daß es auch einen "unfreiwilligen" Dithereffekt hat. Um aber auch bei hypothetisch supergenauen Montierungen den Dithereffekt zu bekommen, habe ich mir überlegt, daß man über ein Python-Skript mit einer Zufallsfunktion die Repositionierung zufällig steuern lassen kann und damit ein echtes Dithern erzeugen kann. Gestern Abend gab es bei mir ein paar (halbwegs) klare Stunden und ich habe den Prozess an den Plejaden ausprobiert.
Die Kamera war eine gekühlte ASI294MC Pro. Als "Teleskop" habe ich den Skywatcher Evoguide 50ED genommen, also ein besseres kleines Leitrohr und als Montierung die Celestron LCM. Ich glaube es gibt keine billigere Goto-Montierung. Da man durch die Bildfelddrehung viel croppen muß, ist das große Bildfeld der ASI294 mit dem Evoguide von Vorteil.
Bevor ich das Resultat zeige, muß ich vorausschicken, daß es bei der Beta-Version von SC3.3 leider zu Problemen mit der Online-Dark- und Flatkorrektur kommt. Ich mußte leider auf die Darkkorrektur verzichten und die Flats zeigten auch keine gute Korrektur. Ich fürchte das sieht man im Bild. In der Version 3.2 funktioniert das mit den gleichen Flats, Darks und Einstellungen noch einwandfrei. Ich habe das schon im SharpCap-Forum eingestellt. Hoffentlich findet Robin Glover heraus, woran das liegt.
Aber lange Rede kurzer Sinn. Hier das Resultat nach fast drei Stunden automatischem Livestacking. Ich habe versucht in Pixinsight die fehlenden Darks und Flats mit Hintergrundsubtraktion und getrenntem Bearbeiten von Nebel und Sternen etwas zu kompensieren:

2021_01-10_M45_EvoG_294MC_LCM.jpg


Das Ziel war wieder mal nicht ein Superbild zu produzieren, sondern die Methode zu validieren. Wenn es mit der einfachen Montierung funktioniert, sollte es auch mit besseren funktionieren - auch mit parallaktischen Montierungen. Im Prinzip kann man dann auf Leitrohr, Leitkamera, MGEN etc. verzichten, solange man genügend Sterne zum Platesolven und Ausrichten im Feld hat - also bei extremem Schmalband vielleicht noch nicht immer. Für mobile Setups wäre das dann auch schon eine Vereinfachung und ein paar Stromfresser weniger.

Viele Grüße

*entfernt*

PS: Vielleicht wäre im Titel '"Guiden"und Dithern ohne Teleskop' angebrachter. Denn ich habe ja mit dem Leitrohr aufgenommen . :)
 
Heiko, ist 'ne pfiffige Idee.
Ohne jetzt eine Sharpcap/NINA Debatte herbeifuehren zu wollen. Genau solche Sachen interessieren mich am neuen Sequencer in NINA (Z.B. hier erklaert: https://www.youtube.com/watch?v=qPRxkpuKcs0&list=UU65vvpQDX5rymeqrYt-Bb1g. ).
Der geht da im “advanced mode” IMHO noch einen konsequenten Schritt in diese Richtung weiter als Sharpcap (Ich kenne aber das letzte Beta nicht). Da kannst Du dir die Aufnahmeschleife von 3-5 kurzen Bildern mit (“richtigem”) Dithern und anschliessendem Plate-Solving ohne groessere Klimmzuege zusammenstellen.
Da kannst Du dann auch z.B. regelmaessig fuer “normale Aufnahmestrategien” (z.B. es ist teilweise bedeckt und dein Guiding verliert dauernd mal den Leitstern und die Montierung ist nicht sooo doll eingenordet und driftet in der Dunkel-Phase weg) mit Plate-Solving regelmaessig nachzentrieren. Aufnahmetechnisch wird die Zukunft sicher interessanter, weil einfach viel flexibler.
Nun hat deine hier vorgestellte Aufnahmetechnik natuerlich auch einen Haken: Sowohl beim Dithern wie auch beim Plate-solving mit anschliessender Ausrichtung zur Korrektur wird mit der Kammera nicht aufgenommen. Bei deinem kleinen Leitrohr wird auch nicht viel Masse bewegt und die Montierung schwingt daher nach jedem Bewegungsvorgang nicht lange nach. Skaliere das mal hoch auf ein mittleres Fernrohr mit den entsprechenden Wartezeiten fuer’s Ausschwingen. Aufnahmetechnisch geht dein “Wirkungsgrad” also die belichtete Zeit vs. Bewegungszeit (vulgo Motoren laufen anders als mit siderischer Geschwindigkeit) schnell in den Keller. Die Aufnahmeeffizienz (also wie lange ist von der Gesamtbeobachtungsdauer ist eigentlich die Kamera offen) wird schnell ineffizient, wenn man das uebertreibt. Du hast natuerlich (macht ja auch Sinn) ein leichtes Rohr am sehr hellen Objekt getestet, wo das alles noch vertretbar ist. Und selbstverstaendlich geht das auch bei anderen Objekten und mit schwereren Rohren, es dauert dann nur entsprechend ewig.
Das kannst Du damit etwas zurueckbringen, in dem du 5-10 kurze Bilder an der “selben Position” aufnimmst, dann Dithern, dann das naechste Paket aufnehmen, dann eine Runde Plate-Solving zum rezentrieren, dann das ganze Spiel wieder von vorn.
Das soll jetzt keine Fundamentalkritik sein (gerade in der Amateurastronomie ist “Kaputtreden” ja zuweilen das eigentliche Hobby ? ) sondern nur der konstruktive Hinweis, das solche Aufnahmetechniken auch irgendwo ihren Preis haben.
Anyway, CS
 
Hallo (Name?),

NINA ist ein tolles Programm, keine Frage. Das will ich nicht bezweifeln. Ich habe es sogar auch, nur ich setze es nicht ein, weil ich alles was ich machen will, immer noch mit APT und SharpCap hinbekomme. Warum soll ich das Pferd während dem Rennen wechseln? Außerdem gab es immer wieder mal Aussetzer mit NINA bei mir. APT und Sharpcap laufen da noch stabiler. Warum soll ich also noch Zeit mit NINA-Troubleshooting verschwenden, wenn ich nicht muß?
Um den Sequencer selbst ging es mir gar nicht. Auch in Sharpcap kann man sich mit PHD2 verbinden, ganz normal guiden und dithern. Ich sehe NINA und Sharpcap auch nicht als Konkurrenz. Die haben ganz unterschiedliche Entwicklungsgeschichten.
Ja es stimmt, daß der Livestack für die Zeit fürs Rezentrieren und Dithern kurz unterbrochen wird. Aber PHD2 unterbricht doch auch den Aufnahmevorgang dafür. Und warum soll für ein kurzes Stück Verfahren fürs Rezentrieren und Dithern bei meinem Verfahren oben ein Teleskop länger nachschwingen als über PHD2 o.ä., wenn die Parameter (i.e. Ditherdistanz) ähnlich sind. Ich verstehe das Argument nicht. Ich kann Dir nicht folgen, warum das ewig dauern soll. Aber man kann das ja auch ausprobieren.
Ich habe hier ca. 60 kurze Bilder aufgenommen (ca.5 Minuten), livegestackt, unterbrochen, plategesolvet, rezentriert und gedithert und dann das Livestacken fortgesetzt. Der ganze Zyklus dauert weniger als 6 Minuten für 5 Minuten Belichtungszeit und das auch nur weil das Livestacken auch etwas Verzögerung zwischen einzelnen Aufnahmen hat. Von Ewigkeiten kann hier keine Rede sein. Überleg noch mal genau, was ich genau gemacht habe, dann verstehst Du es vielleicht besser.
Fakt ist, daß ich für die Methode oben keine Leitkamera, kein Leitrohr und keinen Guider oder PHD2 brauche, solange genügend erkennbare Sterne im Bild sind. Und es funktioniert auch mit Alt/Az-Montierungen.
Man kann das so machen, muß es aber natürlich nicht. Man kann es ja mal vorstellen.

Gruß

*entfernt*
 
NINA ist ein tolles Programm, keine Frage. Das will ich nicht bezweifeln. Ich habe es sogar auch, nur ich setze es nicht ein, weil ich alles was ich machen will, immer noch mit APT und SharpCap hinbekomme. Warum soll ich das Pferd während dem Rennen wechseln? Außerdem gab es immer wieder mal Aussetzer mit NINA bei mir. APT und Sharpcap laufen da noch stabiler. Warum soll ich also noch Zeit mit NINA-Troubleshooting verschwenden, wenn ich nicht muß?
Das anzuregen, ist eben gerade nicht meine Absicht.

Um den Sequencer selbst ging es mir gar nicht.
Mir auch nicht, darauf habe Ich hingewiesen. Ich finde es halt auch prima, wenn man auch mal von den alten Paradigmen wegkommt (z.B. vollkommen vorbestimmte Aufnahmesequenz). Die Moeglichkeit eine Aufnahmesequenz “zu programmieren” also Aufnahmeschleifen und bedingte Entscheidungen automatisch treffen zu lassen (Muss man refokussieren? Wenn ja/nein dann…; Ist die Kiste noch “on target”? wenn ja/nein dann…) usw. Und da wird die Reise in Zukunft wohl auch hingehen. Sharpcap geht in diese Richtung, NINA ist da (aus welchen Gruenden auch immer) noch ein bissel weiter. Insofern will Ich dich zu Nix bekehren, sondern teile einfach deine Begeisterung ueber diese Moeglichkeiten, denn da tut sich eine Menge, siehe dein Posting.

Ich habe hier ca. 60 kurze Bilder aufgenommen (ca.5 Minuten), livegestackt, unterbrochen, plategesolvet, rezentriert und gedithert und dann das Livestacken fortgesetzt. Der ganze Zyklus dauert weniger als 6 Minuten für 5 Minuten Belichtungszeit und das auch nur weil das Livestacken auch etwas Verzögerung zwischen einzelnen Aufnahmen hat. Von Ewigkeiten kann hier keine Rede sein. Überleg noch mal genau, was ich genau gemacht habe, dann verstehst Du es vielleicht besser.
Vielleicht habe Ich es ja verstanden, aber hatte zu einem genauen Verstaendnis einfach die Aufnahmeparameter nicht ;) ?
Denn entscheidend ist, wie lange sammelst Du waerend der Aufnahmedauer Photonen und wieviel Zeit verbringst Du mit anderen Sachen. Daher lief in meinem Kopf in etwa diese Abschaetzung ab:

Festpunkt 200s Belichtungszeit.

Fall 1: 20s Belichtung, 10 Bilder, 5s fuer Dithering, 1s fuer Bildauslesen: Aufnahmeeffizienz 77%
Fall 2: 10s Belichtung, 20 Bilder, 5s fuer Dithering, 1s fuer Bildauslesen: Aufnahmeeffizienz 62.5%
Fall 3: 5s Belichtung, 40 Bilder, 5s fuer Dithering, 1s fuer Bildauslesen: Aufnahmeeffizienz 45.5%
Fall 3b: 5s Belichtung, 40 Bilder, 5s fuer Dithering, aber nur nach jedem 5. Bild Dithering, 1s fuer Bildauslese: Aufnahmeeffizienz 71%
Fall 4: 1s Belichtung, 200 Bilder, 5s fuer Dithering, 1s fuer Bildauslese: Aufnahmeeffizienz 14.3% (autsch!)
Fall 4b: 1s Belichtung, 200 Bilder, 5s fuer Dithering, aber nur nach jedem 5. Bild Dithering, 1s fuer Bildauslese: Aufnahmeeffizienz 33,3%

Meine Annahme fuer deine Variation von lucky DS mit zusaetzlicher Drift Korrektur ueber Plate-Solving, Ausnutzen der Drift fuer “Natur-Dithering” und Ab- und zu mal “richtiges” Dithering sah so aus:

Fall 5: 1s Belichtung, 200 Bilder, 5s fuer “richtiges” Dithering, aber nur nach jedem 5. Bild “richtiges” Dithering (python script), 1s fuer Bildauslese, Plate-Solving Dauer 15s (Extraaufnahme, Montierung anfahren und ausschwingen inkl.), Plate Solving alle 10 Bilder: Aufnahmeeffizienz 22.2%

Und das waere im Vergleich zu Fall 3b schon relativ heftig. Und dazu waere eben auch zu sagen, wer nicht hintergrundlimitiert ist (da habe Ich mich kuerzlich selbst erst wieder verheddert), fuer den stimmt obige Rechnung sowieso nicht, sondern dann muss die Sache noch nach dem Ausleserauschen gewichtet werden, und dann stellt sich das noch einmal wesentlich krasser da.

Fakt ist, daß ich für die Methode oben keine Leitkamera, kein Leitrohr und keinen Guider oder PHD2 brauche, solange genügend erkennbare Sterne im Bild sind. Und es funktioniert auch mit Alt/Az-Montierungen.
Man kann das so machen, muß es aber natürlich nicht. Man kann es ja mal vorstellen.

Heiko, Ich bin hier (und aus der Amateurastronomie insgesammt, dass aber auch aus anderen Gruenden) vor vielen Jahren ausgestiegen, weil mich diese Miesepeterei angenervt hat. Defunct sozusagen. Deine defensive Reaktion zeigt mir schon irgendwie, dass sich da in den 15 Jahren seither nicht so viel geaendert hat. Das mal gesagt, gehen wir daher einfach mal davon aus, dass Ich dir hier aus Interesse antworte und die Sache tetsaechlich interessant finde.
 
Hallo Defunct,

mir gehen Deine Antworten jetzt in eine Richtung, die ich nicht verstehe. Wo bin ich denn miesepetrik und defensiv?
Also "nothing for ungood" wie der Angelsachse sagt.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo allseits,

als neutraler Leser dieses Threads muss ich Heiko recht geben.
In keinster Weise hat er da gegen dich geschossen. Bin eher verblüfft über Deine Reaktion...

CS Carsten
 
Hi Heiko,
relax: Alles supi.

1) Wir haben da wirklich aneinander vorbei geredet, denn dein Erstposting startete mit der prima Idee, ob die neuen Sequencer + Plate Solving nicht auch Astrofotografie mit Alt/Az-Montierungen ermoeglichen wuerde (nochmal: Ich finde das tatsaechlich eine super Idee Heiko).

2) Mein Nina Gedoens fiel mir ein , weil mir sofort auffiel, dass deine Methode bei Nina mit diesem Skript auch realisiert waere:
pic2.PNG

welches in PHD2 das manuelle Dither-command triggert (dazu muss PHD2 an der "richtigen" Montierung angehangen sein, die Guide Kamera wird dagegen einfach durch den ASCOM camera V2 simulator ersetzt):
pic1.PNG

und deine Methode (auch in komplizierteren Varianten) ganz ohne Script "out of the box" geht.

3) Worauf meine etwas kritischere Replik anspielte, war der Satz gegen Ende, denn da warst Du dann von Astrofotografie mit Alt/Az-Montierungen in deiner verstaendlichen Begeisterung schon beim allgemeinen Fall:

" ... auch mit parallaktischen Montierungen. Im Prinzip kann man dann auf Leitrohr, Leitkamera, MGEN etc. verzichten, solange man genügend Sterne zum Platesolven und Ausrichten im Feld hat"

Und worauf Ich dich hinweisen wollte, ist dass Du bitte meine Kritik nicht miesepetrig auffassen sollst (denn das kenne Ich), sondern als konstruktive Anmerkung. Denn mit einer Kammera mit hoher QE, niedrigem Ausleserauschen, einem Rohr mit kurzer Brennweite und einem hellen Objekt und hintergrundlimitiert geht das (und kann eine schlechte Montierung kompensieren, wie Du ja eindrucksvoll demonstrierst), aber mit einer laengeren Brennweite, einem Filter vor der Kamera und nicht hintergrundlimitiert geht das im Prinzip auch, aber immer schwerer und vor allen Dingen auch bei weitem nicht so effizient wie es koennte.
Das muss man dann schon etwas differenzierter sehen.
Denn man koennte ja auch mit Autoguider grundsaetzlich alles <5s belichten und zwischendurch noch andere Sachen machen, dass geht im Prinzip auch, hat aber schon seine Gruende, warum man das manchmal macht, aber eben nicht immer. Ebenso geht im Prinzip auch, dass man grundsaetzlich nur alles <4s belichtet (Gain voll auf, Augen zu) und einfach Guiding mit der Hauptkammera macht (und ab und zu mal dithering). Macht ja dann keinen Unterschied mehr, wenn die Bilder mit der gleichen Kadenz kommen und dann kann man sich auch Leitrohr, Leitkamera sparen und braucht nicht mal genuegend Sterne zum Platesolven. Und am Planeten kann man das sogar (uralte Idee), aber fuer DS ist das dann IMHO doch eine ziemliche Beschraenkung.

Anyway, da Du dich als "Sharpcap Experte" geoutet hast, mal eine konkrete Frage zu Sharpcap (Ich bin damit auf dem Stand Ende 2019), denn mein Problem ist Folgendes und dem deinen da nicht sooo unaehnlich:

Ich belichte unter einem ziemlichen Skyglow und leider oft unter regelmaessiger Teilbewoelkung. Ab und zu zickt mir PHD2 genau in den Momenten herum, wenn die Montierung einen PEC-Schluckauf hat, oder der SC-Spiegel verkippelt, oder der Wind am Rohr zerrt und - Murphy's law - man sich natuerlich ausgerechnet dann mal zeitweise anderen Dingen zugewandt hat.
Bis die Wolken weg sind (oder der Wind, oder, oder...) dann sind die Dinge bereits etwas weit aus dem Ruder gelaufen.

Ich haette gerne ein Skript, dass mir aus dem laufenden Stack regelmaessig mal ein Bild herauszieht, dabei die Aufnahme aber nicht unterbricht, und im Hintergrund mal ueber Plate-Solving abgleicht, ob Ich doch noch "on target bin" (= innerhalb des Dither-Margin). Sollte das nicht der Fall sein, dann soll die Aufnahme unterbrochen werden, Plate Solving iterativ gerade gezogen werden, bevor es weitergeht.
Mein derzeitiger "Workaround" in NINA ist einfach periodisch Plate-Solven und re-zentrieren (z.B. alle halbe Stunde wieder), aber eben nicht "on demand". Ist sowas mit SC realisierbar (d.h. laesst die Architektir des Sequencers das grundsaetzlich zu)?
 
Hier das Resultat nach fast drei Stunden automatischem Livestacking.
Hallo Heiko,

Wieder sehr cool... Gratulation, damit hast Du eine sehr beachtliches Ergebnis erzielt und wieder einmal gezeigt, was mit dem SharpCap Sequencer automatisiert, ohne Guiding, mit einfachem Setup möglich ist.

Im Prinzip kann man dann auf Leitrohr, Leitkamera, MGEN etc. verzichten, solange man genügend Sterne zum Platesolven und Ausrichten im Feld hat

genau, das Autoguider-Geraffel wird damit obsolate. Allerdings benötigt SharpCap ausreichend helle Alignment-Sterne. Der Default ist 15. Bist Du dabei geblieben oder hast Du die Anzahl verändert?

CS
Peter

www.pixlimit.com
 
Hallo Defunct,

na dann sind wir doch wieder auf einer Linie.
Wenn Du die Aufnahme nicht unterbrechen willst, ist Platesolve und Rezentrieren nicht so einfach möglich. Das macht m.M.n. auch nicht soviel Sinn, da Du während dem Rezentrieren die Montierung ja bewegst. Dann bekommst Du Striche in der Aufnahme und die laufende Aufnahme ist sowieso hin. Also es ist da einfacher nach der laufenden Aufnahme das Stacken kurz zu unterbrechen, ein 5-10 Sekundenbild zum Platesolven zu machen und dann zu Rezentrieren. Das dauert weniger als ein halbe Minute bei geringen Abweichungen von der Sollposition und sollte hoffentlich nicht zu häufig vorkommen. Der FWHM-Filter sorgt dann dafür, daß es erst weiter geht, wenn der FWHM-Wert wieder unter einer bestimmten Schwelle ist. Man braucht da auch nicht zu iterieren, denn die Positioniergenauigkeit sollte bei den meisten Montierungen gut genug sein. Verbleibende Unsicherheiten haben dann einen durchaus wünschenswerten Dithereffekt.
Wenn man bei einer halbwegs vernünftigen Montierung das alle 10 Minuten macht sollte ausreichen. Bei Kurzbelichtungen kann man sich dann wirklich PHD-Guiding sparen.
Wenn keine Platesolvelösung gefunden wird, dann geht das Stacken halt bei der alten Position weiter, bis wieder genügend Sterne da sind um zu rezentrieren. Dann hat man halt etwas mehr Schwund durch Croppen, falls die Monti driftet. Man könnte trotzdem "auf Verdacht" dithern, wenn man keine genaue Lösung hat. Ich bin hier auch erst am Anfang und muß die Möglichkeiten ausprobieren. Wie NINA kann SharpCap 3.3 externe Routinen und Skripte aufrufen umd alle möglichen Logiken zu implementieren. Das ist natürlich nicht unbedingt was für Einsteiger (meine Python und Programmierkenntnisse sind auch eher beschränkt).
Mal schauen, was hier möglich ist: Versuch macht Kluch!

Gruß

*entfernt*

PS: Wenn Du nicht mit Deinem richtigen Namen angesprochen werden willst, dann lege Dir vielleicht einen "Künstlernamen" zu. Es ist schöner sich mit Namen anzureden. "Defunct" hört sich nicht nach Name an.
 
Danke Peter,

ich habe nur 10 Sterne eingestellt, hatte aber meist 25-30 erkannte Sterne. Mir ist aufgefallen, daß SharpCap trotzdem auch bei weniger als 10 Sternen weiterstackt (6-7).

Gruß

*entfernt*
 
na dann sind wir doch wieder auf einer Linie.
Prima.
Wenn Du die Aufnahme nicht unterbrechen willst, ist Platesolve und Rezentrieren nicht so einfach möglich. Das macht m.M.n. auch nicht soviel Sinn, da Du während dem Rezentrieren die Montierung ja bewegst. Dann bekommst Du Striche in der Aufnahme und die laufende Aufnahme ist sowieso hin.
Ist schon klar. Was Ich gerne haette ist halt sowas wie ein "Watchdog", welcher die Sache im Hintergrund still und leise die Position ueberwacht, aber nur eingreift, wenn irgendwann die Dinge (warum auch immer) wegdriften.

Eigentlich (wenn Ich es mir genau ueberlege) will ich irgendwo permanent guiding am Stern mit der Guide-Kamera (fuer die kleinen Korrekturen in Echtzeit) und permanent plate solving an der Guide-Kamera (in beinahe Echtzeit mit akzeptabler Latenz) und wenn der Guide-Star AWOL ist, dann wird nach Plate-Solving wieder eingenordet, bis man wieder da ist, wo man hingehoert.

Also es ist da einfacher nach der laufenden Aufnahme das Stacken kurz zu unterbrechen, ein 5-10 Sekundenbild zum Platesolven zu machen und dann zu Rezentrieren. Das dauert weniger als ein halbe Minute bei geringen Abweichungen von der Sollposition und sollte hoffentlich nicht zu häufig vorkommen.
Jep, genau das mache Ich seit letztem Herbst im Prinzip so.
Der FWHM-Filter sorgt dann dafür, daß es erst weiter geht, wenn der FWHM-Wert wieder unter einer bestimmten Schwelle ist. Man braucht da auch nicht zu iterieren, denn die Positioniergenauigkeit sollte bei den meisten Montierungen gut genug sein. Verbleibende Unsicherheiten haben dann einen durchaus wünschenswerten Dithereffekt.
Wenn man bei einer halbwegs vernünftigen Montierung das alle 10 Minuten macht sollte ausreichen. Bei Kurzbelichtungen kann man sich dann wirklich PHD-Guiding sparen.
Wenn keine Platesolvelösung gefunden wird, dann geht das Stacken halt bei der alten Position weiter, bis wieder genügend Sterne da sind um zu rezentrieren. Dann hat man halt etwas mehr Schwund durch Croppen, falls die Monti driftet.
Ja, mit Vollformat war mir das deshalb auch nicht sooo wichtig, aber Ich steige gerade auf eine deiner Kamera sehr aehnliche 294MM um, und da muss man mit "Verschnitt" dann doch schon etwas aufpassen, weil da ist der Chip dann schon deutlich kleiner.
Und mein Problem ist, dass PHD2 so alle 3-4 Naechte nach "einem Event" spontan "ausflippt" und den Leitstern zwar (offenbar?) wiederfindet, dann aber komplett ueberkompensiert und sich aufschaukelt und dann voll "ab in die Praerie guided" (=1/4 Bildfeld Versatz) und danach die Segel streckt. Die Montierung trackt dann schon brav weiter, aber der Offset ist zu gross und andererseits das FWHM danach leider wieder ok, weshalb die Sequenz dann halt im Jenseits weiterklickt und der Rest halt Schrott ist. Das ist jedesmal sehr aergerlich. Man versucht's dann zu reproduzieren (und die PHD2 Parameter zu optimieren) aber da spurt die Sache dann natuerlich brav und stabil.
Ich habe nur wenige klare Naechte und kann unter der Woche nicht bis um vier Uhr Morgens neben dem Rohr sitzen. Z.Z. loest das mein Workaround, aber das ist eben "brute force".
Vielleicht muss Ich einfach mal die beta von PHD2 probieren, die soll ja jetzt mehrere Sterne tracken koennen und bzgl. Wolken wesentlich robuster sein.

Man könnte trotzdem "auf Verdacht" dithern, wenn man keine genaue Lösung hat. Ich bin hier auch erst am Anfang und muß die Möglichkeiten ausprobieren. Wie NINA kann SharpCap 3.3 externe Routinen und Skripte aufrufen umd alle möglichen Logiken zu implementieren. Das ist natürlich nicht unbedingt was für Einsteiger (meine Python und Programmierkenntnisse sind auch eher beschränkt).
Nina hat jetzt auch Trigger, da geht auch so schon etwas mehr. Vielleicht probier' Ich das mal mit einem Plate-Solving nach einem FWHM-Event. Ansonsten muss man i.d.T. mal schauen, ob man nicht was zusammenhackt.
Mal schauen, was hier möglich ist: Versuch macht Kluch!
*Blick aus dem Fenster auf den tief verhangenen Nachthimmel* Versuch waere auf absehbare Zeit eventuell im Ferninfraroten realisierbar...
Anyway, CS
 
Ist schon klar. Was Ich gerne haette ist halt sowas wie ein "Watchdog", welcher die Sache im Hintergrund still und leise die Position ueberwacht, aber nur eingreift, wenn irgendwann die Dinge (warum auch immer) wegdriften.

Ein Ansatz wäre vielleicht nur neu abgespeicherte Bilder oder Livestacks kontinuierlich zu platesolven und nur wenn die Driftabweichung einen Grenzwert übersteigt, die Aufnahmen zum Rezentrieren anzuhalten. Das sollte möglich sein. Man müßt es aber größtenteils selbst skripten, denke ich. Die Abweichung müßte dafür aber schon groß sein. Wenn man z.B. in PHD2 die "search region" für den Leitstern groß genug wählt, dann sollte PHD2 bei moderater Drift den Leitstern alleine wiederfinden und die Montierung wieder auf Position bringen. In Sharpcap kann man auch einstellen ob weitergestackt werden soll, wenn der Leitstern verloren geht oder nicht.

Gruß

*entfernt*
 
Ein Ansatz wäre vielleicht nur neu abgespeicherte Bilder oder Livestacks kontinuierlich zu platesolven und nur wenn die Driftabweichung einen Grenzwert übersteigt, die Aufnahmen zum Rezentrieren anzuhalten. Das sollte möglich sein. Man müßt es aber größtenteils selbst skripten, denke ich. Die Abweichung müßte dafür aber schon groß sein.
Der Sequencer (egal welcher) braeuchte halt "conditional branching", aber da sind wir wohl noch nicht ganz. Also muesste man das also z.Z. i.d.T. selber in etwa so scripten, wie Du das vorschlaegst, was allerdings mal wieder "ein neues offenes Fass" waere ...
Ob Ich mir das gebe, werde Ich mir mal ueberlegen muessen, denn (grad' mal geschaut) die NINA Truppe hast das wohl auch schon auf dem Radar:
Daher wollte Ich von dir halt mal wissen, ob bei sowas SC zur Abwechslung mal die Nase vorn hat. Wenn Du in der Szene verdrahtet bist, dann ping mich mal an, wenn sich da dbzgl. was tut.
Wenn man z.B. in PHD2 die "search region" für den Leitstern groß genug wählt, dann sollte PHD2 bei moderater Drift den Leitstern alleine wiederfinden und die Montierung wieder auf Position bringen.
Wie gesagt, diese "paranormalen Events" haben mich schon einiges an Nerven gekostet. Ich vermute Ich kriege gegen Morgens ab und zu einen sehr ordentlichen Windstoss oder sowas. Deinen Vorschlag habe Ich probiert und da das beim OAG-guiden nur eingeschraenkt moeglich war (da war das Stern dann natuerlich schnell unwiederbringlich nicht mehr im Sichtfeld), habe Ich daraufhin probeweise auf ein Leitrohr-Guiding umgestellt. Da "hopst" phd2 bei genug Versatz und zu grossem Suchfeld natuerlich zu einem anderen Leitstern aehnlicher Masse ueber. Also friemelt man an der Massentoleranz herum, damit sowas in diesen recht singulaeren Events nicht vorkommt, was dann aber wieder dazu fuehrt, dass einem das Seeing beim normalen guiden alle Nase lang den Guidestern abschaltet und dann PEC bedingt viele Daten verliert. Das ist alles Gemurkse und Ich denke gerade Du stimmst mir zu, Plate-Solving ist da einfach eine saubere Loesung: Mit 10-20 Sternen kann man prima Rezentrieren und wenn selbst die nicht sichtbar sind, dann gibt's auch nichts zu Rezentrieren.
In Sharpcap kann man auch einstellen ob weitergestackt werden soll, wenn der Leitstern verloren geht oder nicht.
Ja, das geht mit Nina auch, aber "Rest der Nacht Schrott" oder "Rest der Nacht Nix" macht da nicht den Unterschied. Die Daten gehen eh' aufs NAS und Ich sitze an einem anderen Computer und lasse da "zum gucken" ab und zu for fun den DeepSkyStackerLive mitlaufen, aber letztendlich lasse Ich das eh' alles von PixInsight sortieren.
 
Hallo Funci (besser als Defunct :)),

ich denke, ein ganz pragmatisches Vorgehen wäre, zur Sicherheit alle 20-30 Minuten zu Platesolven und zu Rezentrieren, wenn man trotzdem mit PHD2 guiden und dithern will. Das müßte der Sequencer von NINA und von SC hergeben. Wenn man ganz auf's Guidescope und PHD2 verzichtet und alle paar Minuten einen Platesolvingschritt zum Rezentrieren und Dithern macht, ist das sowieso kein Thema mehr. Man kann natürlich immer pathologische Fälle konstruieren und sich davon abschrecken lassen, aber dann braucht man gar nicht erst anzufangen.
Wenn Dein Leitstern trotz aller Bemühungen regelmäßig "Vom Winde verweht" wird, solltest Du wirklich mal über einen anderen Standort nachdenken.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,
ich finde diese Thema äußerst interessant - Wenn man nun eine parallele Montierung als Basis nimmt, die bei 200mm vielleicht eine Minute ohne Guiding allein nachführen kann (bei der Brennweite muß das keine 10Micron sein) wie z.B. eine AZEQ5 dann müsste man das doch noch einfacher hinbekommen, oder ? Dann lässt man das ganze einfach sequentiell ablaufen - Aufnahme - Dither - Guiding - Aufnahme ... Und alles durch das gleiche Rohr und Kamera.
Der Haken ist, dass das kein Programm kann, oder ? Vielleicht jetzt dann über Sharpcap und Platesolving...Am einfachsten PHD2 könnte Bilder speichern - aber das geht glaube ich nicht, oder ? - oder APT nachführen und Dithern ;-) Programmierer sollte man sein ;-)
Grüße
Rüdiger
 
Hallo Nochmal,
ich hab gerade gesehen im PHD2 manual gibts eine Möglichkeit Bilder sogar als raw fits unter dem debugging menu zu speichern ;-)
Cool, das probiere ich mal.
Grüße
Rüdiger
 
Hallo Rüdiger,

SC 3.3 wird das können was Du oben beschreibst. APT und das neue NINA anscheinend auch. Für den Dither Schritt müßte man noch ein kleines Skript zuhilfe nehmen, aber wenn man davon ausgeht, daß das Rezentrieren nach dem Platesolven kaum pixelgenau ist und etwas streut, dann reicht das wohl meist als Dithering. APT kann sogar regelmäßige Ditherschritte ohne PHD2 oder Guiderverbindung ausführen. Aber alle drei Programme können auch externe Skripte und andere Programme aufrufen. Es wundert mich, daß man da nicht mehr drauß macht. Jedenfalls höre ich nichts davon.
Den Ansatz über PHD2 hatte ich mir auch mal überlegt. Ich weiß was Du meinst. Aber die Diagnostikbilder von PHD2 waren in der Farbtiefe reduziert und verkleinert. Das eignet sich kaum zum Stacken und um Bilder daraus zu machen. Ich weiß nicht, ob das jetzt in einer neuen PHD2-Version vielleicht verbessert wurde.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,
ich finde diese Thema äußerst interessant - Wenn man nun eine parallele Montierung als Basis nimmt, die bei 200mm vielleicht eine Minute ohne Guiding allein nachführen kann (bei der Brennweite muß das keine 10Micron sein) wie z.B. eine AZEQ5 dann müsste man das doch noch einfacher hinbekommen, oder ? Dann lässt man das ganze einfach sequentiell ablaufen - Aufnahme - Dither - Guiding - Aufnahme ... Und alles durch das gleiche Rohr und Kamera.
Der Haken ist, dass das kein Programm kann, oder ? Vielleicht jetzt dann über Sharpcap und Platesolving...Am einfachsten PHD2 könnte Bilder speichern - aber das geht glaube ich nicht, oder ? - oder APT nachführen und Dithern ;-) Programmierer sollte man sein ;-)
Doch, doch, das geht.
Im alten NINA Sequencer haette man dazu ein kleines Dithering Script schreiben muessen (so wie das Heiko mit SC gemacht hat), im neuen Sequencer kann man sowohl Platesolving an der Hauptkammera (dann von NINA ausgefuehrt), wie auch Dithering-Commands (ueber PHD2 im manuellen Modus; habe Ich aber nur am Ascom Simulator getestet und nicht am Himmel, aber da ging's) a la carte in beliebig geschachtelten Aufnahmeschleifen ablaufen lassen. PHD2 braucht es da eigentlich nur noch als "Dithering-Dummy", dass macht dann konkret gar nicht mehr viel anders als dem Teleskop ab und zu mal einen leichten Tritt geben. Unten z.B. mal ein komplettes Script LRGB-Script NINA-style von Heikos vorgeschlagener Aufnahmestrategie. Wenn Du sowieso nur kurz belichten willst, braucht's dazu i.d.T. keine Guiding Kamera

pic1.PNG


"Center" ist dabei der Plate-Solving Befehl, "Dither" wohl selbsterklaerend und dieses Script liefe dann in dem Beispiel, bis DS-Objekt unter 30 Grad abtaucht. Mit dem "Dither" command drueckst du bei PHD2 sozusagen auf den "Dither" Knopf der manuellen Guide Funktion von PHD2:

pic2.PNG


Heiko kann ja mal schauen, ob SC auch so ein Dither Kommando hat (Ich bin da nicht auf dem Laufenden) ....

Mit PHD2 kann man da sicher auch viel Hacken, aber der Weg ueber den Sequencer (so wie Heiko das auch vorstellt) gibt wesentlich mehr Moeglichkeiten beinahe beliebig (sinnvolles...) "Mix and Match" zu machen. Hier im Beispiel nimmt man den automatischen Meridian-Flip, eventielles noetiges AF im Vorbeigehen auch noch mit. Wenn man Heiko's Ansatz auf PHD2 Level implementiert, dann bekommt man solche komplexeren Situation nur noch manuell (wenn ueberhaupt) gebacken.

Und vor allen Dingen Du willst schon die Moeglichkeit haben, sowas: "Aufnahme - Dither - Aufnahme - Dither - Aufnahme - Dither - Plate-Solving, Repeat" zu vermeiden. Denn wenn jedesmal nach der Aufnahme Dithering mit Anfahren der Montierung gemacht wird, dann macht pro Beobachtungsdauer die Kamera immer weniger Photonensammeln und die Montierung immer mehr einen Macarena. Das geht, ist aber nicht effizient.
 
Hallo Funci,

Du bringst hier immer wieder PHD2 und Dithern mit NINA rein. Das setzt wieder ein zusätzliches Leitrohr und eine Leitkamera voraus. Wobei es Rüdiger und mir ging, ist doch zu zeigen, daß man genau darauf verzichten kann. Dithern über PHD2 geht auch schon mit SC oder APT (oder mit dem Asiair oder, oder ...), wenn man eine Leitkamera hat. Du müßtest mal zeigen, wie man das in NINA ohne Guider machen kann. Das oben ist nicht meine Aufnahmestrategie. Ich binde PHD2 fürs Dithern nicht ein und ich dithere nicht nach jedem Frame.
Es geht ja auch nicht um NINA oder SC gegen den Rest der Welt. Es geht hier nicht um Tools, sondern darum daß Platesolving in Verbindung mit Kurzbelichtungen oft ein Guider-Setup ersetzen kann. Wenn man nur einen Hammer hat, sieht halt alles wie Nägel aus. ;)

Gruß

*entfernt*

PS: Außerdem sehe ich der NINA Sequenz überhaupt keine Platesolving- und Rezenterbefehle. Sorry, das ist anscheinend "Center" oder?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Funci,

Du bringst hier immer wieder PHD2 und Dithern mit NINA rein. Das setzt wieder ein zusätzliches Leitrohr und eine Leitkamera voraus.
Heiko, da stehst Du jetzt irgendwie auf dem Schlauch.
Im "manual Mode" braucht PHD2 keine angeeschlossene Kamera (zumindest in keiner der Versionen, die Ich hier auf der Platte habe). Und selbst wenn Du wegen interner Programmlogik (oder weil Du was Rafinierteres vor hast) eine braeuchtest, dann nimmst halt den Ascom Kamera Simulator als "virtuelle Pseudokamera", weil "geguided" wird dann nach der ja sowieso nicht. Du brauchst eben KEINE extra Kamera, sondern nutzt PHD2 lediglich als Alternative fuer dein Dither-Skript. Und dann geht das IMHO ganz ohne jedes Skript und Programmierkenntnisse.
Versuch doch mal, ob Du das ueber diesen PHD@-Trick mit SC auch zum laufen bekommst, dass wuerde deine Methode sicher fuer mehr Leute aufschliessen.
 
PS: Außerdem sehe ich der NINA Sequenz überhaupt keine Platesolving- und Rezenterbefehle. Sorry, das ist anscheinend "Center" oder?

richtig. Und Noch mal: Es geht hier nicht um NINA oder SC, Ich weiss halt zufaellig wie man's ohne Skript mit NINA hinziehen kann (am Simulator klappt das) und vermute (?) mit SC geht das auch. Und natuerlich kann man das skripten und natuerlich ist das auch superdufte, aber wenn man das ohne Skripte hinbiegen kann, dann koennen's andere auch einfacher mal nachmachen. Daher schau' doch mal, ob ...
 
Ja, da kann man vielleicht irgendwas stricken. Aber dann brauchst Du auch einen Skysimulator der die Ditherkommandos für die virtuelle Pseudokamera umsetzt (gibt es). Sonst dithered sich PHD2 einen ab und stellt fest, daß sich das virtuelle Kamerabild trotz Ditherkommandos nicht bewegt. Ich weiß nicht wie PHD2 sonst darauf regiert. Der Skysimulator muß dann die Bewegung der Montierung abbilden. Das könnte man auch wieder mit SC oder APT ansprechen. Aber warum sollte man das machen, wenn das mit ein paar Zeilen Skriptcode erledigen kann oder ganz darauf verzichten kann, weil die Repositionierungenauigkeit genügend dithered? Du machst es unnötig kompliziert. Man muß auch nicht nach jedem Frame dithern, wenn Aufnahmen nur 10 Sekunden dauern. Wozu? Natürlich wäre das ineffizient.

Gruß

*entfernt*
 
Ja, da kann man vielleicht irgendwas stricken. Aber dann brauchst Du auch einen Skysimulator der die Ditherkommandos für die virtuelle Pseudokamera umsetzt (gibt es). Sonst dithered sich PHD2 einen ab und stellt fest, daß sich das virtuelle Kamerabild trotz Ditherkommandos nicht bewegt. Ich weiß nicht wie PHD2 sonst darauf regiert.
Ich habe Guidepulse im log vom Simulator das schaut eigentlich gut aus, aaaaaaber - das ist richtig - wenn man dann mal am Kaffee nuckelt und noch mal genauer nachdenkt, dann merkt man schon, eigentlich stehe Ich ja mit dir auf dem Schauch.
Es geht naemlich trotzdem noch viel einfacher, ein Blick in's Handbuch:

pic1.PNG

Und mal Option 3 einsinken lassen. Nina kann naemlich auch mit der Hauptkamera guiden. Und wenn man die Anleitung mal liest, dann sieht man eben, man kann auch auch mit dieser Art Guiding dithern.
So I stand corrected: Deine Methode geht ohne jeden Klimmzug (Skipte, PHP2 Hack) ganz einfach "out of the box", man muss halt nur den Guider im "Equipment-Tab" auf direct guiding (= also Hauptkamera, siehe unten) umschalten und das war's eigentlich. Das oben gepostete Skript (mit "Dither" und "Center" command) setzt deine Methode mit dieser Einstellung

pic2.PNG


1:1 ohne jedes weitere zusaetzliche Gedoens um. Tja, das ist mal wieder so ein -wo ist eigentlich der Wald, Ich sehe hier nur Baeume ... ? - Moment.
Haste schon mal geschaut, (wuerde mich echt interessieren) ob SC inzwischen auch guiding mit der Hauptkamera kann? Denn dann geht das auch fuer Leute, die Nina nicht bevorzugen und die bei dem Wort "Skript" einen Hautausschlag bekommen ;)
Da Du sichtilich auf Aphorismen stehst: Eine gute Loesung findet ihren Weg vom Primitiven uber das Komplizierte zum Einfachen. ;)
 
Bist Du sicher, daß NINA mit der Option 3 guiden kann (ohne PHD2 etc)? Es benutzt nur irgendwie die eingebaute Guiderfunktion für irgendwas. Also Dithern ist nicht Guiden. APT kann z.B. auch Dithern ohne Verbindung zu PHD2 aber guidet nicht. Könnte ich mir zwar im Sekundenbereich vorstellen - also NINA macht z.B. eine 4-Sekundenaufnahme, speichert ab, schaut wie weit sich ein Leitstern von der Position entfernt hat und sendet Korrekturimpulse an die Monti. Was wäre aber bei 4 Minutenaufnahmen oder länger? Während der Aufnahme kann NINA nicht guiden. Und wenn die Monti driftet, hast Du Striche im Bild. Die Methode von mir oben funktioniert auch nur, wenn man die Belichtungen im Sekundenbereich hält und Livestacking macht. Dafür ist es gedacht. Ich denke, NINA sendet da nur Ditherimpulse an die Montierung über das Guider-Interface, ohne jedoch ein Positionsfeedback bezüglich eines Leitsterns vom Guider-Interface zu erwarten, ähnlich wie APT. Ist aber eigentlich auch egal, denn wenn man regelmäßig rezentriert, driftet die Montierung nicht zu weit ab. Nur kann man dann auch hier nur kurz belichten, sonst gibt es Striche.
Es gibt nur eine Möglichkeit, das rauszufinden: Schraub' Dein Leitrohr ab und versuche mit NINA zu guiden und zu dithern.

Gruß

*entfernt*
 

Machmerskurz: Ja

Draussen sind besch.... Bedingungen (man sieht ab und zu mal einen Stern), aber Ich habe trotzdem das Geraffel aufgebaut.

1) Die Montierung ist nicht eingenordet, sondern nur schnell hingeschmissen.
2) Ueber Plate-Solving M31 angefahren
3) NINA faehrt diese Sequenz im Advanced Sequencer:

pic1.PNG


4) Und der kleine Refraktor nimmt gerade 4x ( ( (5 x Bilder auf), dann wird 1x gedithert), dann wird ueber Plate-Solving 1x rezentriert)

5) Und dann laeuft genau das was Du vorgeschlagen hast (d.h. es laeuft draussen genau in dieser Sekunde, in der Ich das hier schreibe). Natuerlich driftet es (die Montierung ist nur hingerotzt), aber dass zieht Plate-Solving halt regelmaessig bei.

Und zu deiner Frage, i.d.T. der "interne guider" macht nichts ausser Dithern (deshalb wollte Ich das mal ausprobieren). Die Funktion "internal guiding + dithering" haben die NINA Leute offenbar genau fuer "deine" Aufnahmetechnik da reinschrieben: Irgendwer will mit einem 300mm Rohr 5s Belichtungen machen, ab und zu mal dithern und ab und zu mal ueber Plate-Solving den Laden rezentrieren.
Gibt's jetzt ab Werk. Ist doch prima.

Und ja, irgedwelches "internes guiding" waere selbstverstaendlich supi, wuerde aber so oder so nur fuer kurze Aufnahmen funktionieren, eh' klar.

Uebrigens: Man kann das auch was ohne Guide-Kamera probieren, ohne das Leitrohr abzuschrauben zu muessen .... ;)
 
Na ja. Ist halt Definititionssache was "Guiding" ist. Jedenfalls kann man die Montierungsposition am Leitstern oder durch Platesolving erst dann überprüfen, wenn eine Aufnahme fertig ist. Wenn man lange Belichtungen machen will, dann braucht man halt eine zweite Kamera, die kurz belichtet. Und wenn man kurz belichtet, dann kann man was machen, daß es auch mit nur einer Kamera geht. Die Drift während einer kurzen Zeit sieht man nicht im Bild, bei langen Aufnahmen schon. So ist das halt. Jetzt fehlt NINA nur noch das Livestackingmodul, damit bei den kurzen Belichtungen die Festplatte nicht überläuft.
Bei mir wurden für heute Abend auch Aufklarungen gemeldet. Ich habe das kleine "Geraffel" auch mal aufgebaut - für alle Fälle. Aber bis jetzt zeigt sich noch nicht mal ein kleiner Stern. Heute nachmittag schien mal eine zeitlang die Sonne. Mal sehen ob es noch was wird.

Gruß

*entfernt*
 
Na ja. Ist halt Definititionssache was "Guiding" ist.
Wenn man die Nina Dokumentation mal sorgfaeltig liest (captain hindsight) , dann ist es schon richtig erklaert, dass das ein "dummy interface" fuer diese Anwendung ist. Fair enough.

Jedenfalls kann man die Montierungsposition am Leitstern oder durch Platesolving erst dann überprüfen, wenn eine Aufnahme fertig ist. Wenn man lange Belichtungen machen will, dann braucht man halt eine zweite Kamera, die kurz belichtet. Und wenn man kurz belichtet, dann kann man was machen, daß es auch mit nur einer Kamera geht. Die Drift während einer kurzen Zeit sieht man nicht im Bild, bei langen Aufnahmen schon. So ist das halt. Jetzt fehlt NINA nur noch das Livestackingmodul, damit bei den kurzen Belichtungen die Festplatte nicht überläuft.
Andere Philosophie. Ich hoffe eher, dass die sich nicht verzetteln und sich auf den Advanced Sequencer konzentrieren. Das Ding hat eine Menge Potential ...
Bei mir wurden für heute Abend auch Aufklarungen gemeldet. Ich habe das kleine "Geraffel" auch mal aufgebaut - für alle Fälle. Aber bis jetzt zeigt sich noch nicht mal ein kleiner Stern. Heute nachmittag schien mal eine zeitlang die Sonne. Mal sehen ob es noch was wird.
Wo Ich hier jetzt schon mal nicht eingenordet bin und schraeg im Feld stehe, laeuft gerade "Vier gegen Willy": PHP2 mit Multi-Star Guiding unter bedecktem Himmel versucht gegen knallhart verrissene Montierung anzuguiden.
Das Ding ist fast wie ein Terrier: Haengt ~4 Pixel hinterher, aber da laesst er nicht mehr los und haelt den Offset eisern fest. Hat Potenzial....

pic1.PNG
 
Hallo,

nur noch ein kleiner Nachtrag:
bei der Beta-Version von SC3.3 leider zu Problemen mit der Online-Dark- und Flatkorrektur kommt.
Dieses Problem wurde in der neuen SC 3.3 Beta Version jetzt behoben. Außerdem, habe ich gesehen, unterstützt SC3.3 neben PHD2 auch den MGEN als Guider und das Livestacking kann vom Sequencer aus gesteuert werden. Es gibt auch ein ADC-Tool (atmospheric dispersion corrector). Sowas habe ich aber noch nie benutzt.
Das wird richtig gut, wenn das als Release rauskommt (und ja Funci, ich weiß, daß N.I.N.A. auch gut ist ;)).

Gruß

*entfernt*
 
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