Ehemaliges Mitglied 31195
Hallo,
ab und zu hatte ich schon mal probiert was mit Alt/Az-Montierungen, Kurzzeitbelichtungen und "Livestacking" möglich ist. Man sah, daß es auch damit möglich ist, heutzutage nicht nur Sonne, Mond und Planeten aufzunehmen, sondern auch Deep-Sky-Objekte. Das Problem ist oft, daß man Alt/Az-Montierungen schlecht nachführen kann. Man handelt sich dann, vor allem bei billigeren Montierungen, eine Drift ein und kann auch nicht kontrolliert Dithern. Man müßte also manuell von Zeit zu Zeit die Position korrigieren. Natürlich nicht toll, wenn man stundenlang belichten will.
Mit SharpCap 3.3Beta gibt es jetzt die Möglichkeit sequencergesteuert ein Platesolving einzuleiten und auf eine gegebene Position zu rezentrieren. Damit kann man dann automatisch alle paar Minuten ein Livestacking unterbrechen, die Montierung wieder auf Position bringen und dann fortsetzen. Bei Kurzeitbelichtungen ist die Drift pro Belichtung zu gering, als daß man das im Stack sehen würde. Meist ist das Rezentrieren ungenau genug, daß es auch einen "unfreiwilligen" Dithereffekt hat. Um aber auch bei hypothetisch supergenauen Montierungen den Dithereffekt zu bekommen, habe ich mir überlegt, daß man über ein Python-Skript mit einer Zufallsfunktion die Repositionierung zufällig steuern lassen kann und damit ein echtes Dithern erzeugen kann. Gestern Abend gab es bei mir ein paar (halbwegs) klare Stunden und ich habe den Prozess an den Plejaden ausprobiert.
Die Kamera war eine gekühlte ASI294MC Pro. Als "Teleskop" habe ich den Skywatcher Evoguide 50ED genommen, also ein besseres kleines Leitrohr und als Montierung die Celestron LCM. Ich glaube es gibt keine billigere Goto-Montierung. Da man durch die Bildfelddrehung viel croppen muß, ist das große Bildfeld der ASI294 mit dem Evoguide von Vorteil.
Bevor ich das Resultat zeige, muß ich vorausschicken, daß es bei der Beta-Version von SC3.3 leider zu Problemen mit der Online-Dark- und Flatkorrektur kommt. Ich mußte leider auf die Darkkorrektur verzichten und die Flats zeigten auch keine gute Korrektur. Ich fürchte das sieht man im Bild. In der Version 3.2 funktioniert das mit den gleichen Flats, Darks und Einstellungen noch einwandfrei. Ich habe das schon im SharpCap-Forum eingestellt. Hoffentlich findet Robin Glover heraus, woran das liegt.
Aber lange Rede kurzer Sinn. Hier das Resultat nach fast drei Stunden automatischem Livestacking. Ich habe versucht in Pixinsight die fehlenden Darks und Flats mit Hintergrundsubtraktion und getrenntem Bearbeiten von Nebel und Sternen etwas zu kompensieren:
Das Ziel war wieder mal nicht ein Superbild zu produzieren, sondern die Methode zu validieren. Wenn es mit der einfachen Montierung funktioniert, sollte es auch mit besseren funktionieren - auch mit parallaktischen Montierungen. Im Prinzip kann man dann auf Leitrohr, Leitkamera, MGEN etc. verzichten, solange man genügend Sterne zum Platesolven und Ausrichten im Feld hat - also bei extremem Schmalband vielleicht noch nicht immer. Für mobile Setups wäre das dann auch schon eine Vereinfachung und ein paar Stromfresser weniger.
Viele Grüße
*entfernt*
PS: Vielleicht wäre im Titel '"Guiden"und Dithern ohne Teleskop' angebrachter. Denn ich habe ja mit dem Leitrohr aufgenommen .
ab und zu hatte ich schon mal probiert was mit Alt/Az-Montierungen, Kurzzeitbelichtungen und "Livestacking" möglich ist. Man sah, daß es auch damit möglich ist, heutzutage nicht nur Sonne, Mond und Planeten aufzunehmen, sondern auch Deep-Sky-Objekte. Das Problem ist oft, daß man Alt/Az-Montierungen schlecht nachführen kann. Man handelt sich dann, vor allem bei billigeren Montierungen, eine Drift ein und kann auch nicht kontrolliert Dithern. Man müßte also manuell von Zeit zu Zeit die Position korrigieren. Natürlich nicht toll, wenn man stundenlang belichten will.
Mit SharpCap 3.3Beta gibt es jetzt die Möglichkeit sequencergesteuert ein Platesolving einzuleiten und auf eine gegebene Position zu rezentrieren. Damit kann man dann automatisch alle paar Minuten ein Livestacking unterbrechen, die Montierung wieder auf Position bringen und dann fortsetzen. Bei Kurzeitbelichtungen ist die Drift pro Belichtung zu gering, als daß man das im Stack sehen würde. Meist ist das Rezentrieren ungenau genug, daß es auch einen "unfreiwilligen" Dithereffekt hat. Um aber auch bei hypothetisch supergenauen Montierungen den Dithereffekt zu bekommen, habe ich mir überlegt, daß man über ein Python-Skript mit einer Zufallsfunktion die Repositionierung zufällig steuern lassen kann und damit ein echtes Dithern erzeugen kann. Gestern Abend gab es bei mir ein paar (halbwegs) klare Stunden und ich habe den Prozess an den Plejaden ausprobiert.
Die Kamera war eine gekühlte ASI294MC Pro. Als "Teleskop" habe ich den Skywatcher Evoguide 50ED genommen, also ein besseres kleines Leitrohr und als Montierung die Celestron LCM. Ich glaube es gibt keine billigere Goto-Montierung. Da man durch die Bildfelddrehung viel croppen muß, ist das große Bildfeld der ASI294 mit dem Evoguide von Vorteil.
Bevor ich das Resultat zeige, muß ich vorausschicken, daß es bei der Beta-Version von SC3.3 leider zu Problemen mit der Online-Dark- und Flatkorrektur kommt. Ich mußte leider auf die Darkkorrektur verzichten und die Flats zeigten auch keine gute Korrektur. Ich fürchte das sieht man im Bild. In der Version 3.2 funktioniert das mit den gleichen Flats, Darks und Einstellungen noch einwandfrei. Ich habe das schon im SharpCap-Forum eingestellt. Hoffentlich findet Robin Glover heraus, woran das liegt.
Aber lange Rede kurzer Sinn. Hier das Resultat nach fast drei Stunden automatischem Livestacking. Ich habe versucht in Pixinsight die fehlenden Darks und Flats mit Hintergrundsubtraktion und getrenntem Bearbeiten von Nebel und Sternen etwas zu kompensieren:
Das Ziel war wieder mal nicht ein Superbild zu produzieren, sondern die Methode zu validieren. Wenn es mit der einfachen Montierung funktioniert, sollte es auch mit besseren funktionieren - auch mit parallaktischen Montierungen. Im Prinzip kann man dann auf Leitrohr, Leitkamera, MGEN etc. verzichten, solange man genügend Sterne zum Platesolven und Ausrichten im Feld hat - also bei extremem Schmalband vielleicht noch nicht immer. Für mobile Setups wäre das dann auch schon eine Vereinfachung und ein paar Stromfresser weniger.
Viele Grüße
*entfernt*
PS: Vielleicht wäre im Titel '"Guiden"und Dithern ohne Teleskop' angebrachter. Denn ich habe ja mit dem Leitrohr aufgenommen .