PM Magazin Hofastrologe

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Hüpenbecker

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Ich lese seit einigen Jahren das "PM Magazin" und finde die Zeitung auch im großen und ganzen interessant, auch die "Perspektive" und "History" - Sonderausgaben. In den letztgenannten findet sich in jedem Heft auch ein Beitrag von Herrn Ripota, seines Zeichen Physiker (?), der zu jedem Hauptthema im Heft einen per Computer erstellten "astrologischen" Beitrag liefert.Ich krieg jedesmal 'nen Hals, wenn ich diesen Schwachsinn lesen soll (inzwischen tu ich's gar nicht mehr). Mich würde die Meinung anderer Astronomiefreunde zu diesem Thema interessieren.

mfg Hüpenbecker
 
Zu scheinwissenschaftlichen (astrologischen) Artikeln kann ich keine Stellung nehmen, denn so einen Schrott lese ich nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Kölle Alaaf
 
Hallo Herr Hüpenbecker!

Das ist eine interessante Information <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Natürlich sollte man astrologische Aussagen egal von wem generell nicht ernst nehmen. Warum PM sich sowas antut, kann ich vielleicht sogar erklären: Peter Ripota habe ich als Schüler kennengelernt, als ich nebenbei für das PM Computermagazin gearbeitet habe. Herr Ripota ist eigentlich ein ganz witziger Zeitgenosse, und wenn er nicht astrologische Themen bearbeitet leistet er solide journalistische Arbeit. Als ich ihn mal auf die Astrologie angesprochen habe räumte er ein, das als eine Art psychologische Hilfe zur Lebensführung zu vrstehen. Sein damals vertretener Standpunkt war so sinngemäß: "...solange es Leuten hilft". Das sagen Astrologen oft so. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Herr Ripota betreibt Astrologie mit kommerziellem Interesse und erwirtschaftet einen Teil seines Einkommens mit Publikationen astrologischen Inhalts.

Wie soll man dazu stehen? Schließlich ist Astrologie nicht die einzige Form von Irrlehre, die unseren Weltanschauungsmarkt beglückt. Für mich ist der Fall klar: in ganz schweren Fällen (wenn leichtgläubige Menschen manipuliert oder finanziell geschädigt werden) sollte man intervenieren. Wer gegen den ganzen "leichteren Blödsinn" vorgehen möchte, führt einen Kampf gegen Windmühlen. Da empfehle ich dann "grin and ignore", denn trotz eines größeren wissenschaftlicheren Kenntnisstandes als je zuvor ist unsere Gesellschaft nicht ausreichend gebildet und selbstsicher, um Esoterik und Aberglauben keine Chance zu geben. Nur: das werden wir so leicht nicht ändern können.

Mit freundlichen Grüßen,
Tom
 
"Bild"

Das Hauptproblem ist die P.M. an sich.
"Interessant" ist dieses Magazin von Peter Moosleitner vielleicht, aber es geht eher in Richtung "Bild".

Das ein Magazin aber Artikel mit astrologischem Inhalt auswählt, läßt tiefer blicken als es der Redaktion lieb sein kann.

Ich gebe kein Geld für solche Magazine aus.

Grüße
Thomas
 
Hallo,

das Thema an sich ist sehr komplex.

Die PM richtet sich ja definitiv an Einsteiger. Während die Bild der Wissenschaft ja schon was ernsthaftes sein will. Und die Spectrum richtet sich dann an die Profis.

Nun das Problem:

Über alle Artikel in PM muß ich schmunzeln.

Die meisten Artikel in der Bild der Wissenschaft find ich interessant, aber die aus meinem Fachgebiet sind voller Fehler. (Entdecke ich vielleicht einfach keine Fehler in den anderen Gebieten?!?)

Bei der Spectrum verstehe ich 90% der Artikel gar nicht und die aus meinem Fachgebiet sind sehr gut.

Was will ich damit sagen?

Dass es leider nicht funktioniert, komplexe Zusammenhänge einfach dar zu stellen. Entweder die Artikel sind so vereinfacht, dass sie schlichtweg Nonsens sind (PM), oder so vereinfacht, dass bereits jede Menge Fehler drin sind (Bild der Wissenschaft) oder sie sind korrekt - nur dann muß man eine fundierte fachliche Ausbbildung haben.

Man muss sich also damit zufrieden geben, dass man mal eben schnell beim Lesen eines fachfremden Artikels überwiegend nur Fehlinformationen aufnimmt.

Und zu behaupten: Astrologie wäre von hinten bis vorne Nonsens und "nicht ernsthaft" ist zwar seit der Aufklärung erlaubt und wird auch gerne gemacht, leugnet aber 90% unserer menschlichen Historie.

Ich will damit keines Falls sagen, daß ein hingeschludertes Computerhoroskop irgendeinen Wert hat. Aber Astrologie hat zunächst mit Computerhoroskopen sehr wenig zu tun. Aber es fällt mir schwer zu glauben, daß unsere Ahnen solch enorme Anstrengungen unternommen haben, die völlig sinnlos gewesen sind. Ich denke, die hätten sich solch eine Enegrie- und Zeitverschwendung nicht erlauben können. Also: Warum haben die solche Reisenbauwerke für die Astrologie erstellt?
 
Liebe Astrofreunde, es ist sehr interessant, Eure Meinungen zum Thema zu lesen. So lernt man verschiedene Blickwinkel kennen. Zum Anspruchsniveau will ich sagen, dass die Tiefe der Artikel in den letzten Jahren tatsächlich nachgelassen hat. Ich verwende die Zeitschrift hauptsächlich als Material für Schüler, weil sie Dinge in einer für Schüler recht verständlichen Form darbringt, vor allem für Schüler, deren Interesse für bestimmte Gebiete erst geweckt werden soll. Ich rege sie natürlich an, auch anspruchsvollere Zeitschriften zu lesen. Das neue SUW Sonderheft über Quantenphysik kann ich natürlich keinem Schüler der Sekundarstufe 1 anbieten (denke ich).
Ich habe meinen Astroschülern übrigens diese tolle Treffpunktadresse gegeben und hoffe, sie beteiligen sich recht zahlreich.
Herzliche Grüße Hüpi
 
Astrologie und Archäoastronomie

Hallo Tom!

Ich möchte nun nicht ausführlich auf die Astrologie eingehen, kann mir aber ein paar Anmerkungen zu folgender Äußerung einfach nicht verkneifen:

Und zu behaupten: Astrologie wäre von hinten bis vorne Nonsens und "nicht ernsthaft" ist zwar seit der Aufklärung erlaubt und wird auch gerne gemacht, leugnet aber 90% unserer menschlichen Historie.

Die menschliche Historie besteht nicht zu 90% aus astrologischen Lehrinhalten. Es stimmt, dass Astrologie und Astronomie gemeinsam entstanden sind - eventuell war der astrologische Aspekt in der Frühzeit sogar stärker. Astrologie entstammt dem auch heute noch gegenwärtigen Wunsch, die Welt zu verstehen und Handlungsvorgaben zu erhalten, um die Last der eigenen Verantwortung wenigstens teilweise abzuwälzen. Daher der Zulauf von verunsicherten oder mit wenig Selbstbewusstsein ausgestatteten Menschen zu Weltanschauungslehren, Astrologie und Esoterik.

Irgendwann begann die wissenschaftliche Betrachtungsweise des Himmels, zunächst geprägt von praktischen Bedürfnissen (Kalender!!). So ist die Astronomie entstanden.

Astrologie gehört zugegebenermaßen zu kulturellen Themen der Menschheit, arbeitet aber trotz gegenteiliger Behauptungen ihrer Anhänger nicht mit wissenschaftlichen Methoden (von der aus der Physik und Astronomie geliehenen Ephemeridenrechnung mal abgesehen). Insbesonders liefert sie keine auf Theorien gestützten, verifizierbaren Prognosen. Alle Versuche, mit statistischen Methoden die postulierten Zusammenhänge zu verifizieren waren negativ. Die von den Astrologen gerne als Bestätigung ihrer Lehren zitierten Arbeiten des Ehepaaars Gauquelin wurden von ihren Autoren selbst widerrufen (Gauquelin räumte Fehler ein). Zudem zeigte Gauquelins erste Studie "Zusammenhänge" auf, die gar nicht der astrologischen Lehrmeinung entsprachen. Den "Mars-Effekt" hatte die Astrologie vor Gauquelin nie so formuliert!

Astrologie ist daher ein Bestandteil der Kulturgeschichte der Menschheit, hat aber den Test für Alltagstauglichkeit nicht bestanden. Nicht alt und gut, sondern nur alt...

Aber es fällt mir schwer zu glauben, daß unsere Ahnen solch enorme Anstrengungen unternommen haben, die völlig sinnlos gewesen sind. Ich denke, die hätten sich solch eine Enegrie- und Zeitverschwendung nicht erlauben können. Also: Warum haben die solche Riesenbauwerke für die Astrologie erstellt?

Die Existenz historischer Monumentalbauten beweist doch nicht die Korrektheit der Astrologie! Über die Motivation z.B. der Erbauer von Stonehenge oder Carnac ist mangels schriftlicher Aufzeichnungen von Zeitzeugen nichts unstrittig Erwiesenes bekannt. Heutzutage interpretieren und spekulieren wir in dieser Hinsicht m.E. viel zu viel. Es ist nicht hilfreich und verspricht keinen Erkenntnisgewinn, hier das Wunschdenken einer gegenwärtigen Weltanschauung in das Denken unserer Vorfahren zu projezieren. Zahlreiche voneinander separierte antike Kulturen haben astronomisch orientierte oder inspirierte Bauten errichtet. In der Regel sind Ausrichtungen zu den Hauptrichtungen von Sonnen- und Mondlauf nachweisbar (Äquinoktien, Solstitien, kleine und große Mondwende). Das zeigt, wie wichtig der Kalenderaspekt unseren Vorfahren war. Die Verehrung der Sonne als Quelle der Lebensenergie kann dann m.E. durchaus erklären, warum große "Sonnenbauwerke" entstanden sind. Mit Astrologie hat das eigentlich nichts zu tun, weil die Psyche des Menschen hier einfach nicht hineinpasst. Die alten Monumentalbauten haben keinen Bezug zu den Lebensdaten irgendwelcher Personen.

Wer dennoch an Astrologie "glauben" will, dem sei das freigestellt. Nur muss man sich darüber im Klaren sein, dass Astrologie keine Wissenschaft im engeren Sinn ist. Mich stört nur, dass die Astrologie sehr häufig versucht, genau diesen Schwachpunkt mit pseudowissenschaftlichen Argumenten zu übertünchen. Leichtgläubige Menschen wurden von skrupellosen Geschäftemachern unter astrologischem Deckmantel reihenweise schamlos ausgenommen. Spätestens dann, wenn Bewerber für einen Job teilweise nach ihrem Horoskop beurteilt und ggf. auch abgelehnt werden ist "der Spaß" doch wirklich zu Ende <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Aber Manipulation und Betrug gehören ja auch zur Menschheitsgeschichte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Zu PM: wir haben Pressefreiheit und können nicht verhindern, dass Zeitschriften minderwertige Inhalte produzieren. In unserer Mediengesellschaft spielt deshalb der eigene Kopf und die Software zwischen unseren Ohren eine wichtigere Rolle als je zuvor.
Gute Populärwissenschaft schafft es, komplexe Sachverhalte soweit abzuspecken, dass sie vom Wesen her nicht sinnentstellt wird. Das ist eine echte Herausforderung, die nur Könner auf ihrem Gebiet leisten. Es ist aber nicht unmöglich: die Alternative "High-Level oder PM" würde ich so nicht stehenlassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

(Diesmal von mir) skeptische Grüße,
Tom
 
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